Verborgene Muster von Ian Rankin

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1987 unter dem Titel Knots & Crosses, deutsche Ausgabe erstmals 2000 bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: Großbritannien / Schottland / Edinburgh, 1970 - 1989.
Folge 1 der John-Rebus-Serie.

  • Garden City: Doubleday, 1987 unter dem Titel Knots & Crosses. 223 Seiten.
  • London: Bodley Head, 1987. 223 Seiten.
  • München: Goldmann, 2000. Übersetzt von Ellen Schlootz. ISBN: 3-442-44607-4. 223 Seiten.

'Verborgene Muster' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

In Edinburgh geht ein Mörder um. Ein Mörder, der bereits zwei unschuldige, kleine Mädchen entführt und erwürgt hat. Detective Seargant John Rebus, mit der Suche nach einem dritten vermisst gemeldeten Mädchen beauftragt, tappt im Dunkeln. Bis er begreift, dass der Mörder versucht, Kontakt mit ihm aufzunehmen, und dass die seltsamen anonymen Briefe, die er erhält, ihm den Weg zum Täter weisen könnten. Doch dann ist es schon fast zu spät, denn seine eigene Tochter ist plötzlich spurlos verschwunden …

Das meint Krimi-Couch.de: »Spannend, düster, mitreißend, komisch – der gelungene Blitzstart in eine neue Serie« 85°Treffer

Krimi-Rezension von Michael Drewniok

John Rebus, Detective Sergeant bei der Mordkommission der schottischen Metropole Edinburgh, ist wahrlich kein Ausbund an Fröhlichkeit. Beruflich ist er überlastet und ziemlich ausgebrannt, dem Alkohol und den Zigaretten mehr zugetan, als ihm gut tut. Sein Privatleben muss er als Desaster betrachten: die Ehe gescheitert, die Ex-Frau seine erbitterte Feindin, die Tochter im Teenageralter entfremdet – von seinem niemals überwundenen psychischen Zusammenbruch aus seiner Zeit als Elitesoldat einer mysteriösen Spezialeinheit ganz zu schweigen. Da ist es nur gut, dass er noch nichts von den Verwicklungen seines nur scheinbar erfolgreichen Bruders Michael in die Edinburgher Drogenszene weiß …

In dieser dunklen Phase seines Lebens muss Rebus den schwierigsten Fall seiner Laufbahn übernehmen. Ein Kidnapper geht um in Edinburgh, dem bereits zwei kleine Mädchen zum Opfer gefallen sind – eine Zahl, die sich rasch erhöht. Die Polizei tappt im Dunkeln und steht gleichzeitig unter heftigem Beschuss seitens der Medien und der Politik. Im Präsidium und auf den Wachen der Stadt sind fast alle Beamten im Dauereinsatz. Stress, anhaltende Erfolglosigkeit und die mangelhafte Koordination der Ermittlungsarbeiten fordern allmählich ihren Tribut. Daher bleibt zunächst unbemerkt, dass der Mörder ein bizarres Katz-und-Maus-Spiel mit seinen Jägern treiben möchte.

Das Ziel des Killers ist Inspektor John Rebus

Aber das eigentliche Ziel des Killers ist John Rebus. Schon seit einiger Zeit erhält der Polizist seltsame anonyme Briefe, die stets nur einen Zettel mit kryptischen Texten wie »Überall sind Anhaltspunkte«, eine Schnur, in die ein Knoten geschlagen wurde, oder zwei zum Kreuz zusammengebundene Streichhölzer enthalten. Doch er ignoriert die ungebetene Post – ein verhängnisvoller Fehler, denn der Mörder hat ihm sein letztes Opfer quasi angekündigt: Rebus´ Tochter Samantha. Als bei dem Polizisten endlich der Groschen fällt, ist es zu spät. Samantha wurde soeben entführt, ihre Mutter vom Täter schwer verletzt, ihr neuer Lebensgefährte gar umgebracht. Nach dem Muster der früheren Fälle muss Samantha als verloren gelten, aber der verzweifelte Vater nimmt mit der Hilfe seiner Kolleginnen und Kollegen, aber notfalls auch ohne sie den Kampf um das Leben Samanthas auf …

John Rebus, lateinisch »Bilderrätsel«: Selten traut sich ein Schriftsteller, schon mit dem Namen seiner Hauptfigur anzukündigen, was seine Leser erwartet: die Jagd auf einen geistesgestörten, aber gerissenen Mörder, der mit seinen Häschern »spielen« möchte und ihnen kryptische Rätsel – Rebusse eben – zukommen lässt, die ihnen angeblich den Weg zu ihm weisen.

Es wird auffallend viel getrunken in Edinburgh

Der Plot ist nicht neu, um es vorsichtig auszudrücken, wird aber sauber entwickelt und kann durchaus in seinen Bann ziehen. Edinburgh ist als Kulisse relativ unverbraucht. Rankin kennt sich in seiner Heimatstadt aus (oder weiß seinen Lesern diesen Eindruck zumindest geschickt zu vermitteln), die zwar schon moderne Metropole ist, sich aber den Charakter der Hauptstadt eines eigenwilligen Menschenschlags – der Schotten nämlich – bewahren konnte. Es wird auffallend viel getrunken in Edinburgh, was nicht nur an den deprimierenden Erlebnissen der Protagonisten liegen könnte, sondern auch an der geografisch recht ungünstigen Lage einer Stadt im hohen europäischen Norden, in der es meistens dunkel ist und regnet.

Den Wettlauf auf Leben und Tod tritt ausgerechnet ein Mann an, der meint, am Ende zu sein, weil ihm beruflich wie privat nichts mehr gelingt. Aber John Rebus, der ehemalige Fallschirmjäger, den die Folter einer perversen »Spezialausbildung« fürs Leben zeichnete, ist ein besserer Polizist, als er sich selbst zugestehen mag: Selbst unter Stress lässt ihn seine Spürnase nicht im Stich, und sollte ihm sein alter Feind, der aufgeblasene Chief Inspector Anderson, wieder einmal gar zu sehr auf die Nerven fallen, sind da immer treue und trinkfeste Kollegen wie die Sergeants Morton und Campbell, die ihm den Rücken stärken.

Das Personal wächst ans Herz wie McBains 87. Revier

Das Personal der Polizeistation Great London Road wird dem Leser bald ebenso ans Herz wachsen wie die legendären Figuren des Ed McBainschen 87. Reviers. Dafür sorgt schon Rankins ausgeprägter Sinn für knochentrockenen Humor (die Übersetzerin kann gottlob mithalten), der sich mit der düsteren Handlung ausgesprochen gut verträgt, nie aufgesetzt wirkt und die Lektüre zu einem reinen Vergnügen werden lässt.

Das meinen andere:

»Ein guter erster Roman …solide gezeichnete Charaktere, kühne psychologische Einsichten und eine fesselnde, gut gestrickte Handlung. Ein beachtenswerter Newcomer!« (Kirkus Reviews)

»Ein erstklassiger Thriller!« (Yorkshire-Post)

»Ein spektakulärer, komplexer Krmi wie ein Albtraum …« (Booklist)

»Ein gut konstruierter, aufregender Psycho-Thriller!« (Books)

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dieschlaue zu »Ian Rankin: Verborgene Muster« 05.01.2010
Das ist der erste Kriminalroman, in dem Detective Sergeant John Rebus die Hauptrolle spielt. Auch er ist -wie zB Mankells Kurt Wallander- ein unangepasster, teilweise depressiv und übelgelaunter Polizist, der -trinkgewohnt- auch über das typische gescheiterte Familienleben verfügt. In seinem ersten Fall muss Rebus in Edinburgh einen mehrfachen Mädchenmörder finden. Über den erfährt man zu wenig, sodass Charakter und Motiv des Täters weitgehend im Dunkeln bleiben. Spannung kommt zu selten auf: Schon recht früh bekommt man den ersten Hinweis auif den Mörder, wer nach S. 133 noch im Dunkeln tappt, liest seinen ersten Kriminalroman. Der Hauptmangel des Buches liegt aber in dem fehlenden Tempo. Eine Geschichte mit einem Serienmörder lebt von der schnellen Abfolge, dem Wettlauf, von Ermittlungstätigkeit und neuer Serientat. Hier kommt Rebus nur voran, weil er sich zum einen von seinem Bruder in Hypnose versetzen lässt und zum anderen ungefragt ein Literaturprofessor ein Wortspiel erklärt und Rebus so den Namen des nächsten Opfers erfährt; beides ist absolut unrealistisch. Auch über den "Dschungel" (S. 171) der Stadt Edinburgh erfährt man wenig. Das ist schade, denn Schottland ist nicht häufig Schauplatz eines Kriminalromans. Rankin muss sich im Laufe der weiteren Rebus-Romane (bis heute 12) deutlich gesteigert haben, denn anders sind Lob und Auflage nicht zu erklären.
1 von 8 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
tedesca zu »Ian Rankin: Verborgene Muster« 17.08.2009
Ich habe dieses Buch im Original gelesen, noch dazu mehr oder weniger an den Originalschauplätzen. Das verleiht der Geschichte natürlich für mich noch mehr Brisanz, als sie an und für sich schon hat.Ich denke, ich bin auf den Rebus-Zug aufgesprungen, werde mir mit dem Lesen aller bisher erschienenen 13 Teile allerdings ein wenig Zeit lassen.

Die Hauptfigur John Rebus an sich finde ich gut charakterisiert, wobei es sich wieder einmal um diesen Typ Kommissar handelt, den wir schon aus so vielen anderen Werken kennen: dunkle Vergangenheit, Trend zum Alkoholismus, gestörte Beziehung zu Frauen, etc. Allerdings muss man Rankin zugutehalten, dass er seine Figur bereits 1985 erschaffen hat und somit eher zu den Vorreitern des Genres zählt als zu den Nachahmern.

Das Buch ist durchwegs spannend und gut zu lesen, wobei es mir stellenweise eine Spur zu langatmig war. Auf jeden Fall hat Rankin seinen ganz eigenen Stil, der sich durch Kürze und Prägnanz auszeichnet, was ja nicht unbedingt ein Fehler ist.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Frape zu »Ian Rankin: Verborgene Muster« 03.01.2009
Ich hatte mich aufgrund der hohen "Fieberwerte" hier auf der Seite zum Kauf des Buches bewegen lassen und bin leider sehr enttäuscht worden. Die Geschichte plätschert vor sich hin. Die Sprache ist uninspiriert. Der Plot hat das Niveau eines Groschenromans. Die Milieubeschreibung ist blass. Zwei weitere Rankin-Bücher liegen vor mir und damit die Hoffnung, dass der Autor sich steigert.
1 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
CharlyDD zu »Ian Rankin: Verborgene Muster« 27.12.2008
"Verborgene Muster" war mein erster Rankin und ich bin sicher das sich daraus eine wunderbare Freundschaft entwickeln wird.

Rankin hat es mit dem 1. Fall des John Rebus geschafft mir den Protagonisten auf ca. 220 Seiten so nah zu bringen wie es andere Autoren mit ihren Helden in 10 Büchern nicht schaffen. Er hat mich mit genug Informationen "angefüttert" um meine Neugier zu wecken wie Rebus sich weiter entwickelt.
Auch nicht zu verachten sind die tiefen Einblicke in die Abgründe seiner Seele. Mich beschlich sogar teilweise das Gefühl das sich Rankin beim Schreiben zu sehr in der Gestaltung seiner Figuren verloren hat und sich dann mühsam zu den Mordfällen zurückfinden musste.

Fazit: Spitzenware für einen Erstling! Nachfolgebände werden definitiv gekauft.
Susannah zu »Ian Rankin: Verborgene Muster« 31.10.2008
Edinburgh, Gegenwart. Das Leben von Detective Seargent John Rebus kann man getrost als deprimierend bezeichnen: seine Frau hat ihn samt seiner Tochter Sammy verlassen, in seinem Beruf kommt er nicht nach oben, weil ihm persönliche Feinde den Aufstieg versperren. Sein Bruder, schon in der Kindheit Liebling des Vaters, ist erfolgreicher, glücklicher und reicher. John findet Trost beim Alkohol - doch mit der trüben Monotonie ist es vorbei, als er zu einem neuen Fall hinzugezogen wird. Ein Mädchenmörder lähmt die Stadt vor Angst. Die Polizei tappt völlig im Dunkeln. Und dann ist da noch ein ehrgeiziger Reporter, der Rebus und vor allem seinem Bruder hinterherschnüffelt. Und als ob das nicht schlimm genug für John Rebus wäre, schickt ihm jemand auch noch seltsame Nachrichten. Erst spät wird Rebus klar, dass er die Lösung in seiner eigenen Vergangenheit suchen muss.

Binnen zwei Tagen verschlungen - Ian Rankin macht süchtig! Hat man sich einmal in den Fall mit der Hauptfigur John Rebus gestürzt, mag man gar nicht mehr aufhören, bis man die Lösung des Falles und das gute Ende erreicht hat. Rankin hält die Spannung durch den ganzen Krimi hindurch aufrecht, selbst dann, als man bereits weiß, wer der Mörder ist. Ohne den Leser zu hetzen. Das liegt vor allem an den liebevoll gezeichneten Charakteren, allen voran John Rebus, der so voller Leben ist, dass man ihn sich bis ins kleinste Detail vorstellen kann, und an der beeindruckenden, stimmngsvollen Beschreibung von Edinburgh. Auch die privaten Hintergründe den Rebus haben der Geschichte eine starke Tiefe verliehen und das Lesen umso interessanter gemacht. Bemängeln kann ich lediglich die Kürze. Ich freue mich auf weitere Krimis mit John Rebus!
4 von 5 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Bartensen zu »Ian Rankin: Verborgene Muster« 08.07.2008
Ian Rankin und ich sind mit Verborgene Muster noch keine wirklichen Freunde geworden ... Zu sehr musste ich mich durch die knappen 225 Seiten schleppen.
Der Start in die Rebus-Reihe wirkte auf mich doch noch etwas holperig & konstruiert , Edinburgh als Handlungsort war dazu noch etwas blaß und ohne eigenen schottischen Charme ... Auf der Haben-Seite gefiel mir, das vor allem das Leben, die Gestalt und die Probleme von Rebus selbst ziemlich im Vordergrund standen.
Ohne diesen Faktor wäre Verborgene Muster wohl eher ein klassischer und vermutlich recht austauschbarer Serienkiller -Roman geworden ... Zum Schluss wurde es doch noch recht spannend, wenn auch vorhersehbar ... Ich werde sicherlich Ian Rankin noch ne Chance geben, denn die Ansätze, die für mich einen guten Cop-Roman ausmachen sind auf jeden Fall vorhanden ... So, und jetzt liebe Rebus-Gemeinde ... kreuzigt mich ;-)
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Felix Wolf zu »Ian Rankin: Verborgene Muster« 16.04.2008
Sehr persönliches Rebus-Buch, aber nicht nur deswegen lesenswert. Seine SAS-Vergangenheit und familiären Verhältnisse sind wichtig für das Verständnis des Inspektors. Noch nicht so gut wie die späteren der Serie, aber das Potenzial ist sichtbar. Guter Einstand.
arisingrealm zu »Ian Rankin: Verborgene Muster« 25.03.2008
Durchschnittlicher erster Rebus-Fall mit guter Story aber oberflächlicher Erzählweise. Für Rankin aber trotzdem ein guter Einstand in das Genre. Trotzdem wäre hier mehr drin gewesen.
asu zu »Ian Rankin: Verborgene Muster« 20.03.2008
Die Geschichte des Buches ist absolut super und nicht abgedroschen wie manch anderes Thema.
Jedoch finde ich, dass das Buch absolut oberflächlich geschrieben ist...
F-schülerin zu »Ian Rankin: Verborgene Muster« 06.03.2008
ich hab das buch grade im englischunterricht und muss sagen, es ist grauenvoll anspruchsvoll zu lesen..
ich muss mir unbedingt die deutsche fassung besorgen, da das buch ja recht interessant zu lesen scheint.

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