Die Tore der Finsternis von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2001
unter dem Titel Resurrection Men,
deutsche Ausgabe erstmals 2003
bei Manhattan.
Ort & Zeit der Handlung: Großbritannien / Schottland / Edinburgh, 1990 - heute.
Folge 13 der John-Rebus-Serie.
- London: Orion, 2001 unter dem Titel Resurrection Men. 544 Seiten.
- Boston: Little, Brown, 2002. 544 Seiten.
-
München: Manhattan, 2003.
Übersetzt von Claus Varrelmann, Annette von der Weppen.
ISBN:
3-442-54549-8. 544 Seiten. -
München: Goldmann, 2005.
Übersetzt von Claus Varrelmann, Annette von der Weppen.
ISBN:
3-442-45833-1. 541 Seiten.
'Die Tore der Finsternis' ist erschienen als
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In Kürze:
Inspector John Rebus steckt bis zum Hals in Schwierigkeiten. Der für seinen Eigensinn bekannte Ermittler wird vom Dienst suspendiert und muss einen mehrwöchigen Kurs auf dem Scottish Police College absolvieren, um endlich Teamgeist und korrektes Verhalten zu lernen. Gemeinsam mit fünf weiteren schwarzen Schafen aus den Reihen der Polizei soll er dort aber auch einen ungelösten Fall untersuchen: den Jahre zurückliegenden Mord an Eric Lomax. Rebus weiß allerdings nur zu gut, wer Lomax damals umgebracht hat. Nun muss er befürchten, dass seine eigene tragische Verstrickung in das Verbrechen ans Tageslicht kommt. Während er die Untersuchung verschleppt, hilft er gleichzeitig seiner Kollegin Siobhan Clarke bei Ermittlungen in einem aktuellen Fall: Der Edinburgher Kunsthändler Edward Marber wurde vor seiner eigenen Haustür brutal ermordet, von Täter und Motiv fehlen jede Spur. Doch dann werden Verbindungen zwischen dem Mord an
Eric Lomax und dem an Marber sichtbar und die Spuren führen nicht nur in Edinburghs Unterwelt, sondern auch zu Rebus’ Kollegen im Police College. Eine Erkenntnis, die für ihn und Siobhan tödlich sein könnte …
Rebus ganz unten. Nicht nur, dass er sich offenkundig nicht mit seiner neuen Vorgesetzten Gill Templer arrangieren kann, auch ihre Ermittlungsmethoden im Mordfall Marber, insbesondere seinen intensiven Telefoneinsatz, scheinen ihm arg gegen den Strich zu gehen. In Rage wirft er mit einer Teetasse nach ihr und darf zur Belohnung nach Tulliallan zur Polizeiakademie. Dort wo sonst Jungpolizisten geschult werden, trifft er auf fünf Kollegen aus anderen Städten Schottlands, die ebenso wie Rebus als schwer führbar und beschränkt teamfähig gelten. Als besondere Lehrmaßnahme wird dem Sextett ein alter und ungelöster Mordfall vorgelegt, um ihnen eine Lektion in Sachen Teamarbeit zu erteilen. Wie es scheint, war aber ausgerechnet Rebus damals in den Mordfall Lomax verwickelt. Sollte er etwas vor den anderen Lehrgangsteilnehmern verbergen müssen?
Aber Rebus ist nicht umsonst auf dem Seminar. Der Teetassenwurf war inszeniert und abgesprochen, um ihm einen Grund zu geben, zum Lehrgang nachgemeldet zu werden. Sein Polizeipräsident hat ihn beauftragt, gegen drei der fünf anderen Teilnehmer zu ermitteln, die im Verdacht stehen, vor Jahren einige Millionen illegaler Gelder auf die Seite gebracht zu haben. Sein Auftrag besteht insbesondere darin, die Verbindung der drei aufzudecken und – wenn möglich – die Veruntreuung zu beweisen.
Der Sohn des Wiesels, die Agenten, der Lehrgang und das Rauschgift
Zudem wird Rebus von zwei Agenten der SDEA aus dem Lehrgang geholt, um einen Informanten, der auf den Namen Wiesel hört, zur Mitarbeit zu überreden. Durch einen Zufall ist den Agenten eine große Ladung Rauschgift in die Hände gefallen, die der Sohn des Wiesels verschachern wollte. Vorbei an den weit reichenden Fängen von Big Ger Cafferty, Erzfeind von DI John Rebus und so etwas wie der Pate von Edinburgh. Das Wiesel soll Cafferty, für den er als Fahrer arbeitet, den Agenten ans Messer liefern, um seinem Sohn zu helfen.
Der vierte Fall, in dem Rebus aktiv werden muss, ist der oben schon erwähnte Mordfall Marber. Der berühmte Galerist wurde nach einer Vernissage ermordet, ohne das irgendwelche nennenswerten Wertgegenstände entwendet worden wären. Der Fall wirft viele Rätsel auf, da Marber unzählige Feinde in der Kunstszene hatte und ein ungeordnetes Liebesleben führte. Eine Spur scheint zu einem Saunaclub zu gehören, den Marber regelmäßig besuchte. Es deutet vieles darauf hin, dass der Besitzer des Clubs Big Ger Cafferty ist. In diesem Fall arbeitet Siobhan Clarke, die junge Kollegin von John Rebus, besonders engagiert.
Vier Verbrechen in einem Buch sind ein ehrgeiziges Unterfangen
Dass sich zwei Verbrechen, die zunächst scheinbar nichts miteinander zu tun haben, miteinander verbinden lassen, haben schon etliche Kriminalautoren bewiesen. Auch die Verknüpfung dreier Verbrechen ist schon dem ein oder anderen gelungen, bei anderen geht die Übersicht verloren. Vier Verbrechen gleichzeitig in einem Buch zu klären, das ist schon ein sehr ehrgeiziges Unterfangen, da es für den Leser eigentlich unweigerlich zu Problemen mit der Übersichtlichkeit kommen muss.
Ian Rankin hat diese Herausforderung angenommen und dürfte mit dem Ergebnis zufrieden sein. Seinen Inspector Rebus beschreibt er in gewohnt lebensnaher Weise, ein Mann mit vielen Ecken und noch mehr Kanten, unzähmbar und wohl deshalb ein sehr interessanter Charakter. Jemand, der in diesem Roman jedoch auch einen scharfen Konflikt mit sich selber auszutragen hat. Er weiß selber nicht, wo er steht. Ist er Ermittler oder Verdächtiger? Wem kann er vertrauen und wer vertraut ihm noch? Soll er Fallen stellen oder werden sie ihm gestellt? Dadurch schafft es Rankin, die dem Leser stellenweisende fehlende Orientierung als das normalste auf der Welt zu verkaufen. Wie soll der Leser den Überblick bewahren, wenn es auch der Protagonist nicht vermag?
Unterhaltsam, aber gelegentlich sehr konstruiert
»Die Tore der Finsternis« ist ein durch und durch unterhaltsamer Kriminalroman, wobei Autor Rankin jedoch einige Male Situationen zu sehr konstruieren muss. Wieso wird auf dem Lehrgang ausgerechnet ein alter Fall ausgegraben, an dem Rebus seine einst Finger schmutzig machte? Und wieso stimmt der Seminarleiter ohne weiteres zu, als die Kursteilnehmer unbedingt in Edinburgh weiter ermitteln wollen, wo sie doch anfangs nur alte Akten aufarbeiten sollten? Das Seminar ist überhaupt die Schwachstelle an diesem Roman. Rebus vorgeschobener Teilnahmegrund und Auftrag, das zufällige Zusammentreffen dreier schwarzer Schafe und die Maßnahme, wie aus 6 Eigenbrötlern ein Team gebildet werden soll.
Zusammen mit seiner Kollegin und treuen Schülerin Siobhan Clarke kann Rebus am Ende das Knäuel entknoten und dem Leser eine gut begründete Erklärung für die Verbrechen und Tatmotive liefern. Rankin schafft es auch, das Spannungsniveau lange Zeit hoch zu halten. Dass der Leser dabei zwischendurch selber ab und an die Tore der Finsternis durchschreiten muss, manchmal nicht mehr weiß, in welchem Fall gerade die Ermittlungen voranschreiten und wer auf wessen Seite steht, tut komischerweise dem Lesefluss keinen Abbruch. Rankins Romane bleiben auf hohem Niveau.
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| theili zu »Ian Rankin: Die Tore der Finsternis« | 29.07.2008 |
|---|---|
| Chris. zu »Ian Rankin: Die Tore der Finsternis« | 28.09.2007 |
| heinrich zu »Ian Rankin: Die Tore der Finsternis« | 09.08.2007 |
| Cantona zu »Ian Rankin: Die Tore der Finsternis« | 09.01.2007 |
| Luca zu »Ian Rankin: Die Tore der Finsternis« | 10.12.2006 |
| John Rebus zu »Ian Rankin: Die Tore der Finsternis« | 09.12.2006 |
| Anja S. zu »Ian Rankin: Die Tore der Finsternis« | 03.10.2006 |
| Jasmin zu »Ian Rankin: Die Tore der Finsternis« | 22.09.2006 |
| Marissa zu »Ian Rankin: Die Tore der Finsternis« | 09.09.2006 |
| Anja S. zu »Ian Rankin: Die Tore der Finsternis« | 26.08.2006 |
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