Zu Besuch im Sherlock-Holmes-Museum, London

Von Lars Schafft

 Baker Street 221b – die wohl bekannteste Adresse der Welt. Hier haben der Größte Detektiv aller Zeiten, Sherlock Holmes, und sein Kompagnon Dr. John H. Watson in den Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle gelebt, betreut von Haushälterin Mrs. Hudson. Und sie gibt es tatsächlich – freilich mit einer Ausnahmegenehmigung der City of Westminster, denn genau genommen machen wir uns auf den Weg zur Hausnummer 239.

Wir nehmen die U-Bahn, die in London mit Abstand das schnellste Verkehrsmittel ist, und steigen an der Station Baker Street aus. Schon da ist unübersehbar, welchen Einfluss der Meisterdetektiv immer noch hat. Mannshohe Abbilder von Holmes, zusammengesetzt wiederum aus unendlich vielen kleinen, schmücken die Wände des Untergrundbahnhofs.

Angekommen vor Nr. 221b erwartet uns bereits eine lange Schlange. Karten kauft man übrigens besser zuerst nebenan im Shop, sechs britische Pfund möchte die Sherlock Holmes International Society an Eintritt haben – human für Londoner Verhältnisse. Wer nicht nichtstuend warten möchte, lässt sich vor der Eingangstür in klassischer Holmes-Montur mit Mantel und Deerstalker neben einem Bobby ablichten.

Das Museum befindet sich in den oberen drei von insgesamt vier Etagen, rechnet man den Dachboden mit Toilette nicht dazu. Über die kleine Treppe zwängen wir uns in Holmes´ Gemächer, liebevoll ausgestattet mit allerlei Devotionalien. Pfeifen, Chemie-Utensilien und natürlich die Violine dürfen nicht fehlen.

Der dritte Stock beherbergte Watson und Mrs. Hudson. Auch hier dauert es nicht lange, bis die Räumlichkeiten den Besucher in die Gaslicht-Ära zurückversetzen. Ja, die drei haben es gemütlich gehabt.

 Ganz oben in der Baker Street 221b erwarten die Sherlockians lebensecht nachgemachte Figuren aus den Holmes-Geschichten. Allein das Rätseln, welche Szene dargestellt wird, macht großen Spaß. Die Auflösung verbirgt sich für alle, die bei ihrem Holmes nicht ganz so sicher sind, netterweise auf kleinen Schildern.

Ein großes Vergnügen ist übrigens die Lektüre der Post, die Sherlock Holmes noch immer zugestellt wird. So schrieb ihm beispielsweise eine Tanya aus Dallas:

Lieber toter Mr. Sherlock Holmes,
ich komme mir doof vor, Ihnen zu schreiben, weiß ich doch, dass Sie sechs Fuß unter der Erde liegen. Es war die Idee meines Lehrers, Ihnen zu schreiben, also glauben Sie nicht, ich sei verrückt.

Abwärts geht’s zurück in den Shop, wo vom Holmes´schen Deerstalker (seinem Hut) über Pfeifen bis zum Poster wirklich alles für den Fan zu haben ist.

Ein kurzweiliger, faszinierender Besuch, der uns auf eine äußerst charmante Art aus dem Trubel Londons in eine andere Zeit katapultiert hat.

Photogalerie

Alle Fotos Copyright © Lars Schafft, 2011

The Sherlock Holmes Museum
221b Baker Street
London NW1 6XE
England

Täglich geöffnet von 9.30-18.00 Uhr
Eintritt: 6£

Seiten-Funktionen: