Wallanders erster Fall von Henning Mankell

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1999 unter dem Titel Pyramiden, deutsche Ausgabe erstmals 2002 bei Zsolnay.
Ort & Zeit der Handlung: Schweden / Schonen / Ystad, 1970 - 1989.
Folge 9 der Kurt-Wallander-Serie.

  • Stockholm: Ordfront, 1999 unter dem Titel Pyramiden. 477 Seiten.
  • Wien: Zsolnay, 2002. Übersetzt von Wolfgang Butt. 477 Seiten.
  • München: dtv, 2004. Übersetzt von Wolfgang Butt. ISBN: 3423207000. 425 Seiten.
  • [Hörbuch] München: DerHörVerlag, 2003. Gesprochen von Andreas Bisowski; Jürgen Thormann; Viola Morlinghaus; u.v.a.. Bearbeitung: Moritz Wulf Lange. Regie, Musik, Schnitt und Ton: Christian Hagitte und Simon Bertling. ISBN: 389940050X. 1 CDs.
  • [Hörbuch] Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2005. Gesprochen von Ulrich Pleitgen. gekürzte Lesung. Regie: Margrit Osterwold. ISBN: 3899032136. 3 CDs.

'Wallanders erster Fall' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

Das meint Krimi-Couch.de: »Gut, dass jetzt Schluss ist!« 43°

Krimi-Rezension von Lars Schafft

Acht Fälle musste Kurt Wallander bewältigen, kämpfte gegen Axt-schwingende Heranwachsende, brutalst-möglich mordende Frauen und hackende Turbo-Anti-Kapitalisten, bis ihn Autor Henning Mankell in den verdienten literarischen Ruhestand schicken wollte. Für alle, die wissen möchten, wie der schwedische Kommissar der wurde, der er nach all den aufgeklärten und nichtgelösten Verbechen ist, hat Mankell »Wallanders erster Fall und andere Erzählungen« geschrieben. Eine Sammlung von Kurzgeschichten, angefangen mit Wallanders wirklich erstem Fall im zarten Alter von 21 Jahren bis hin zum Einstieg in den ersten Wallander-Krimi Mörder ohne Gesicht gute zwangig Jahre später. Ein Rückblick auf das Davor, der Versuch einer Erklärung: Wallander Episode I – und wie bei Star Wars ist die kritische Frage angemessen, ob dieses Buch seine Berechtigung hat.

Nachdem ich den Kommissar aus Ystad von den dänischen Stränden bis in die baltischen Staaten gefolgt bin, mit ihm gelitten, mit ihm gefiebert und ihn manchmal auch verteufelt habe, darf ich jetzt den Werdegang des Kurt W. verfolgen.

Tölpelhaft und unbeirrbar

Ich darf ihn begleiten in seinem ersten Fall – noch als Streifenpolizist – und zusehen, wie er sich zwar töpelhaft aber unbeirrbar, der Erklärung seines ermordeten Nachbarn nähert, und sich so für den Dienst bei der Kripo empfiehlt, aber auch fast erstochen wird.

Ich darf ihn auch am Heiligabend auf eine Routine-Streife folgen, wo er von einem Schwarzafrikaner zusammengeschlagen und Zeuge dessen verzweifelten Selbstmordes wird. Ich stürze mich mit Wallander in die Abgründe der schwedischen Gesellschaft, in der jeder noch so anonym, unscheinbar und klein wirkende Bürger wenn nicht eine Leiche im Keller, dann zumindest dunkelste Flecken in seiner Vergangenheit aufweist.

Nebenbei zofft sich Wallander fortwährend mit Freundin Mona und seinem immer eigenartiger werden »Alten Herrn«, macht Karriere, wird schwermütiger, heiratet, wird Vater, trennt sich von Mona und scheitert an einfachsten Aufgaben, wie seine Wäsche gewaschen zu bekommen. Er löst seinen Vater aus einem ägyptischen Gefängnis frei, nachdem dieser auf die Cheops-Pyramide geklettert ist. Und er klärt auf, dass Heroin und Garn gar nicht so weit voneinander entfernt liegen, wenn es um ökonomische Aspekte geht.

Mankell bleibt der Antwort auf zahlreiche Fragen schuldig

Dies schildert Mankell alles im Zeitraffer und bleibt der Antwort auf zahlreiche Fragen somit schuldig. Alles, wirklich alles, ist genau so wie im ersten Wallander-Krimi Mörder ohne Gesicht wie im letzten Die Brandmauer. Wallander macht zwar seine Erfahrungen, doch entwickelt er sich vom Charakter her nicht weiter. Es ist alles einfach so und war es auch schon immer.

Woher sein Hang zum Schwermut kommt? Warum trennte sich Mona wirklich von ihm? Wie begründen sich Wallanders Sympathien für seinen Kollegen und Lehrmeister Rydberg? Wieso werden gerade die einschneidenden Momente in Wallanders Leben nicht beschrieben? Seine Heirat? Nebenbei erwähnt. Die Geburt seiner Tochter? Ist irgendwann passiert. Die Scheidung? War schlimm, aber vorbei. Und gerade das Verhältnis zwischen Wallander und dessen Vater schildert Autor Mankell sogar widersprüchlich, aber ohne Erklärungsversuche.

Mankell schreibt, wie Wallander ist. Schwierige Dinge schiebt er auf die lange Bank – oder noch schlimmer – übergeht sie wegen ihrer Komplexität.

Das Buch bietet in dieser Hinsicht also nur Ansätze, gibt Fingerzeige, wo es einen klaren Blick schaffen sollte. Wer Mankell mag, wird mit »Wallanders erster Fall« krimi-technisch wie gewohnt bedient, obwohl manche Fälle doch arg bekannt vorkommen. Es fehlt oft der Aha-Moment, die Antwort auf die Frage nach dem »warum«, zu trivial scheinen die Motive.

Ganz schlimm: Der Autor ist berechenbar geworden

All diese Punkte machen »Wallanders erster Fall« noch nicht zu einer schlechten Sammlung an Kurz-Krimis. Aber: Mankell ist hier etwas passiert, was man keinem Autor wünscht – er ist berechenbar geworden. Nach acht Wallander-Romanen überrascht einen im Grunde nichts mehr und gerade das symbolhafte an Mankells andauernden Wetterbeschreibungen, erzielt beileibe nicht mehr die gleiche Wirkung wie in den anderen Romanen des Schweden.

»Zehn Minuten nach fünf. Nieselregen. Böiger Wind aus Südwest.«
 – Wieder eine Leiche.
»Es nieselte. Das Thermometer zeigte vier Grad über Null. Noch war der Frühling in weiter Ferne.«
 – Wallander ermittelt.
»Es war windig und regnete. Die Straßenlaterne schwankte im Wind.«
 – Wallanders schlechte Laune hält an.

Es ist gut, dass jetzt Schluss ist mit Wallander. Dieses Buch war genau eins zuviel und verfehlt seine Intention nahezu komplett. Bleibt nur zu hoffen, dass es Mankell in seiner neuen Serie um Wallanders Tochter Linda gelingt, wieder Überraschungsmomente zu präsentieren und von eingetretenen Pfaden abzuweichen.

»´Das ist alles´, sagte er. ´Das ist alles was wir getan haben´. Dann drehte sich Wallander um und ging hinunter zum Strand. Nach kurzer Zeit hatte der Nebel ihn verschluckt.«

Lars Schafft, Juni 2002

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LEeon MArtens zu »Henning Mankell: Wallanders erster Fall und andere Erzählungen« 23.11.2009
was soll denn das heißen, der Name wird nicht 'englisch' ausgesprochen? Warum sollte das jemand tun? Ich halte diesen Satz für überflüssig.

Warum wird hier ein Buch ausführlich zusammengefasst, ein anderes in einen eigenen Artikel ausgelagert? Sofern die Inhaltsangabe bestehen bleiben soll, sollte daraus auch ein eigener Artikel werden. --Wolfgang Pohl 01:47, 18. Okt 2004 (CEST)

Ist erledigt, danke. --Wolfgang Pohl 01:06, 2. Nov 2004 (CET)

Man spricht ihn übrigends auch nicht 'deutsch' aus, sondern mit Betonung auf der ersten Silbe. --Sth 20:41, 10. Nov 2004 (CET)

Also ich sage, man betont den Nachnamen auf der zweiten Silbe. Es gibt eine ganze Reihe schwedischer Namen, die so gestrickt sind: Lindell, Lysell, usw. und die betont man immer auf der zweiten Silbe. So spricht auch mein Schwedischlehrer den Namen aus..., könnte man sich mal überlegen, ob man den Artikel nicht dahingehend modifiziert --Soo 14:28, 1. Mär 2006 (CET)

Ich revidiere meine Aussage. Habe meinen Schwedischlehrer nochmal gefragt. Hier sein Kommentar: "Betoningen är på FÖRSTA stavelsen - Mankell själv vill ha det på det sättet och har uttryckligen yttrat sig i den riktningen fastän alla andra namn på -ell (Winell, Junell, Markurell etc.) uttalas med betoningen på den sista stavelsen - och egentligen också Mankell men på det viset är han ju ännu mer speciell vår Mànkell..." --> Also, Mankell hat sich ausdrücklich dazu geäußert. Mankell mit der Betonung auf der ersten Silbe! --Soo 13:38, 9. Mär 2006 (CET)
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CSIler zu »Henning Mankell: Wallanders erster Fall und andere Erzählungen« 08.09.2009
Dies war mein erstes Buch, welches ich von der Wallander-Reihe gelesen habe und ich bin etwas enttäuscht. Meine Kollegin hatte so geschwärmt davon.

Besonders die ersten 2 Erzählungen sind nach meiner Meinung nicht wirklich spannend. Waren irgendwie nicht wirklich Krimis.
Es war danach irgendwie voraus zusehen, dass Wallander jedesmal "eine drauf bekommt".

Obwohl Wallander im Laufe des Buches immer älter, reifer wird und er natürlich immer mehr Erfahrungen sammelt, stellt er sich manchmal doch wie ein blutiger Anfänger an und macht Fehler (die ihm das Leben kosten könnte.)

Die Erzählungen "Der Mann am Strand", "Der Tod des Fotografen" und "Die Pyramide" sind sehr gut geschrieben und auch spannend aufgebaut.
Deswegen werd ich die Wallander-Reihe auf jedenfall noch lesen.
Mal sehen, wie sich die Figur "Kurt Wallender" noch entwickelt.
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Ticva zu »Henning Mankell: Wallanders erster Fall und andere Erzählungen« 10.07.2009
Das Buch ist unterteilt in Kurzgeschichten, was ich anfangs nicht wusste.
Es sind 5 an der Zahl, die Wallanders Leben bei der Polizei zeigen, wie er vom Streifenpolizisten zum Kommissar wird.
Die verschiedensten Fälle werden beschrieben und nebenher erfährt man auch das Wichtigste aus seinem Privatleben.
Nun verstehe ich auch, weshalb er einen jahrelangen Streit mit seinem Vater hat und worum es dabei geht. Sowie Lindas Wege, die sie immer wieder über den Haufen warf, bevor sie das wird, was in den normalen Romanen irgendwann zur Sprache kommt...

Wallander hat einen kriminalistischen Instinkt, auf den er sich immer verlassen kann, genial!
Was mir sehr an Wallander gefällt, dass man bei ihm richtig mit dabei sein darf. Auch wenn er ein Gefühl hat, dem er dann nach geht, oder andere Erkenntnisse. Man darf als Leser immer dabei sein, nicht wie bei anderen, wo man zum Schluss vor einer Verhaftung steht und erst hinterher in kurzen Sätzen lesen darf, wie die Ermittler denn darauf kamen.

Bis auf den Kommissar, der Wallander in seinem Beruf als Kriminalist eingewiesen hatte, wird kein Kollege etwas besser vorgestellt. Mankell belässt es bei Kleinigkeiten wie etwa einem, der sein Lehrer war in Kriminalfällen und regelmäßig Rückenschmerzen hat, oder die Empfangsdame, die Enkel hat und sehr fürsorglich ist.
Mehr erfährt man grob gesagt nicht, was vielleicht daran liegt, das es sich um Kurzgeschichten handelt.
Erst im letzten Fall "Die Pyramide" geht der Autor mehr auf manche Kollegen von Wallander ein und stellt sie etwas genauer vor.
Da ich noch den Roman "Mörder ohne Gesicht" habe, bin ich gespannt, ob die Personen im näheren Umfeld von Wallander dort etwas anschaulicher vorgestellt werden.

Im ersten und letzten Fall gibt es wenige Kapitel.
Die 3 Geschichten dazwischen sind um einiges kürzer und der Autor dachte sich vielleicht, dass diese dann keine Kapitel bräuchten.
Die ersten drei Geschichten wurden nur aus Wallanders Sicht in der Erzählform geschrieben.
Im vierten und fünften Fall fängt die Handlung aus Sicht des Opfers an.
Auch ist mir aufgefallen, dass Mankell sehr auf die Uhrzeiten in seinem Roman achtet. Es wird immer genau beschrieben, wann Wallander etwas vor hat. Zumindest ist mir das jetzt bei Wallander extrem aufgefallen.

Allerdings kam in diesem Buch irgendwie nie eine richtige Spannung auf. Was, wie schon erwähnt, vielleicht auch an der Kürze der Fälle liegt. Da kann sich, meiner Meinung nach, eine Spannung gar nicht richtig aufbauen.
Da ich aber "Mörder ohne Gesicht" ebenfalls da habe, werde ich mir schon noch ein schärferes Bild der Spannung in einem normal langen Roman von Mankell machen können.

Fazit:
Eine tolle Einführung, um sich ein Gesamtbild von dem heranwachsenden Wallander machen zu können.
Da aber durch die Kürze der Geschichten keine Spannung aufkam, bekommt das buch nur 3 von 5 Sterne von mir.
WelpeMax zu »Henning Mankell: Wallanders erster Fall und andere Erzählungen« 27.07.2008
Ich denke das ist noch mal für die Fans die gern noch mehr über Wallander lesen wollten, ist natürlich nicht perfekt aber dennoch kurzweilig ein gutes Buch 78°
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Swen Piper zu »Henning Mankell: Wallanders erster Fall und andere Erzählungen« 31.10.2007
Man könnte das Buch auch überschreiben „Wie alles anfing“, das wäre wohl treffender. Die fünf Kriminalerzählungen sind sicher nicht Mankell’s Meisterwerk, aber insbesondere „Wallanders erster Fall“ und „die Pyramide“ überzeugen. Ich fand das Buch kurzweilig und interessant. Mankell vorzuwerfen er würde sich wiederholen und eingetretene Pfade benutzen ist ebenso billig, wie falsch. Was erwartet Lars Schafft vom schwedischen Wetter? Karibische Schwüle und Sandstürme? Wer den übrigen Büchern der Wallander -Serie etwas abgewinnen konnte, wird hier gut bedient. 81°
Martin zu »Henning Mankell: Wallanders erster Fall und andere Erzählungen« 18.02.2007
Ich schließe mich den meisten Leser an. Das Buch ist zwar nicht so gut wie die anderen Wallander-Romane, aber dennoch ist es für einen echten Wallander-Fan ein Muß.
Von den Erzählungen hat mir "Die Pyramide" und "Wallanders erster Fall" am meisten gefallen.
Ich habe das Buch innerhalb von 2 Tagen durchgelesen und fand es interessant zu erfahren, wie Wallander seine ersten Fälle löst.
Zum größten Teil Empfehlenswert!
Andreas Oracle zu »Henning Mankell: Wallanders erster Fall und andere Erzählungen« 03.02.2007
Vileicht ist das Buch nicht gut .
Aber es gibt neue Bücher die dise bezeichnung
nicht verdinen.
Ich habe alle Krimis gelesen und bin zur der Ansicht das es eignlich nur Drei arien von Verbrechn
gibit(Mord ,Raub,Köperveletzung).
Wer daraus Achrt Romane macht ist auf alle felle nicht Einfaltlos.
Markus zu »Henning Mankell: Wallanders erster Fall und andere Erzählungen« 14.10.2006
Mir hat "Wallanders erster FAll" insgesamt gut gefallen. Lediglich die zweite Geschichte fiel etwas ab, aber die Pyramide und der Tod des Fotografen fand ich spannend zu lesen. Verglichen mit den acht Wallander-Romanen ist dieser Band natürlich kein herausragender Höhepunkt, aber gute Urlaubslektüre.
Emily306 zu »Henning Mankell: Wallanders erster Fall und andere Erzählungen« 08.03.2006
Ich fands gut, mal von den Anfängen von Wallander zu lesen. Auch, wenn man mehr hätte draus machen können. Ich denke, jedem Wallander-Fan wird es gefallen, auch wenn es an die anderen Bücher nicht ranreicht. Es hat mir sogar so gut gefallen, dass ich gleich im Anschluß nochmal Mörder ohne Gesicht gelesen habe (wobei allerdings auch gleich ein paar Ungereimtheiten auffallen ........aber macht ja nix :-))
Olaf zu »Henning Mankell: Wallanders erster Fall und andere Erzählungen« 27.01.2006
Nachdem ich alle Wallander - Romane gelesen habe, kann ich nicht verstehen warum das Buch nur 43 ° von der K-C bekommen hat. Natürlich war es nicht so ein kracher wie die anderen Bücher, aber ich fand es trotzdem klasse etwas von Wallanders anfängen zu lesen. Auf jedenfall ist das Buch ein muß für jeden Wallander Fan !
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