Wallanders erster Fall von Henning Mankell

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1999 unter dem Titel Pyramiden, deutsche Ausgabe erstmals 2002 bei Zsolnay.
Ort & Zeit der Handlung: Schweden / Schonen / Ystad, 1970 - 1989.
Folge 9 der Kurt-Wallander-Serie.

  • Stockholm: Ordfront, 1999 unter dem Titel Pyramiden. 477 Seiten.
  • Wien: Zsolnay, 2002. Übersetzt von Wolfgang Butt. ISBN: 3-552-05187-2. 477 Seiten.
  • München: dtv, 2004. Übersetzt von Wolfgang Butt. 425 Seiten.
  • München: dtv, 2007. Übersetzt von Wolfgang Butt. Großdruck. 221 Seiten.
  • München: dtv, 2010. Übersetzt von Wolfgang Butt. 425 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2005. Gesprochen von Ulrich Pleitgen. gekürzt. ISBN: 3899032136. 3 CDs.
  • [Hörbuch] Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2007. Gesprochen von Ulrich Pleitgen. gekürzt. ISBN: 978-3899037418. 3 CDs.

'Wallanders erster Fall' ist erschienen als Hardcover Hörbuch

In Kürze:

Als Wallander seinen ersten Fall löst, ist er Anfang Zwanzig, ein junger Polizeianwärter und bis über beide Ohren in Mona verliebt. In einer Zeit, da die Polizei mit Schlagstöcken gegen Demonstranten vorgeht, wird seine Berufswahl nicht nur von seinem Vater kritisiert. Da findet er eines Abends seinen Nachbarn Halén erschossen auf dem Küchenboden. Die Kriminalpolizei tippt auf Selbstmord, doch Wallander zweifelt an dieser Erklärung, um so mehr, als Haléns Wohnung in Flammen aufgeht und man wenig später auf eine weitere Leiche stößt. Am Ende dieser Ermittlung hat Wallander eine Menge Fehler gemacht und leichtsinnig sein Leben riskiert, doch sein außerordentliches kriminalistisches Talent gilt als erwiesen.

Von Wallanders erstem Fall bis zu einem ausgewachsenen Kriminalroman, ›Die Pyramide‹, reicht das Spektrum dieser Erzählungen, die alle vor dem 8. Januar 1990, dem Beginn der Wallander-Romane, spielen.

Das meint Krimi-Couch.de: »Gut, dass jetzt Schluss ist!« 43°

Krimi-Rezension von Lars Schafft

Acht Fälle musste Kurt Wallander bewältigen, kämpfte gegen Axt-schwingende Heranwachsende, brutalst-möglich mordende Frauen und hackende Turbo-Anti-Kapitalisten, bis ihn Autor Henning Mankell in den verdienten literarischen Ruhestand schicken wollte. Für alle, die wissen möchten, wie der schwedische Kommissar der wurde, der er nach all den aufgeklärten und nichtgelösten Verbechen ist, hat Mankell »Wallanders erster Fall und andere Erzählungen« geschrieben. Eine Sammlung von Kurzgeschichten, angefangen mit Wallanders wirklich erstem Fall im zarten Alter von 21 Jahren bis hin zum Einstieg in den ersten Wallander-Krimi Mörder ohne Gesicht gute zwangig Jahre später. Ein Rückblick auf das Davor, der Versuch einer Erklärung: Wallander Episode I – und wie bei Star Wars ist die kritische Frage angemessen, ob dieses Buch seine Berechtigung hat.

Nachdem ich den Kommissar aus Ystad von den dänischen Stränden bis in die baltischen Staaten gefolgt bin, mit ihm gelitten, mit ihm gefiebert und ihn manchmal auch verteufelt habe, darf ich jetzt den Werdegang des Kurt W. verfolgen.

Tölpelhaft und unbeirrbar

Ich darf ihn begleiten in seinem ersten Fall – noch als Streifenpolizist – und zusehen, wie er sich zwar töpelhaft aber unbeirrbar, der Erklärung seines ermordeten Nachbarn nähert, und sich so für den Dienst bei der Kripo empfiehlt, aber auch fast erstochen wird.

Ich darf ihn auch am Heiligabend auf eine Routine-Streife folgen, wo er von einem Schwarzafrikaner zusammengeschlagen und Zeuge dessen verzweifelten Selbstmordes wird. Ich stürze mich mit Wallander in die Abgründe der schwedischen Gesellschaft, in der jeder noch so anonym, unscheinbar und klein wirkende Bürger wenn nicht eine Leiche im Keller, dann zumindest dunkelste Flecken in seiner Vergangenheit aufweist.

Nebenbei zofft sich Wallander fortwährend mit Freundin Mona und seinem immer eigenartiger werden »Alten Herrn«, macht Karriere, wird schwermütiger, heiratet, wird Vater, trennt sich von Mona und scheitert an einfachsten Aufgaben, wie seine Wäsche gewaschen zu bekommen. Er löst seinen Vater aus einem ägyptischen Gefängnis frei, nachdem dieser auf die Cheops-Pyramide geklettert ist. Und er klärt auf, dass Heroin und Garn gar nicht so weit voneinander entfernt liegen, wenn es um ökonomische Aspekte geht.

Mankell bleibt der Antwort auf zahlreiche Fragen schuldig

Dies schildert Mankell alles im Zeitraffer und bleibt der Antwort auf zahlreiche Fragen somit schuldig. Alles, wirklich alles, ist genau so wie im ersten Wallander-Krimi Mörder ohne Gesicht wie im letzten Die Brandmauer. Wallander macht zwar seine Erfahrungen, doch entwickelt er sich vom Charakter her nicht weiter. Es ist alles einfach so und war es auch schon immer.

Woher sein Hang zum Schwermut kommt? Warum trennte sich Mona wirklich von ihm? Wie begründen sich Wallanders Sympathien für seinen Kollegen und Lehrmeister Rydberg? Wieso werden gerade die einschneidenden Momente in Wallanders Leben nicht beschrieben? Seine Heirat? Nebenbei erwähnt. Die Geburt seiner Tochter? Ist irgendwann passiert. Die Scheidung? War schlimm, aber vorbei. Und gerade das Verhältnis zwischen Wallander und dessen Vater schildert Autor Mankell sogar widersprüchlich, aber ohne Erklärungsversuche.

Mankell schreibt, wie Wallander ist. Schwierige Dinge schiebt er auf die lange Bank – oder noch schlimmer – übergeht sie wegen ihrer Komplexität.

Das Buch bietet in dieser Hinsicht also nur Ansätze, gibt Fingerzeige, wo es einen klaren Blick schaffen sollte. Wer Mankell mag, wird mit »Wallanders erster Fall« krimi-technisch wie gewohnt bedient, obwohl manche Fälle doch arg bekannt vorkommen. Es fehlt oft der Aha-Moment, die Antwort auf die Frage nach dem »warum«, zu trivial scheinen die Motive.

Ganz schlimm: Der Autor ist berechenbar geworden

All diese Punkte machen »Wallanders erster Fall« noch nicht zu einer schlechten Sammlung an Kurz-Krimis. Aber: Mankell ist hier etwas passiert, was man keinem Autor wünscht – er ist berechenbar geworden. Nach acht Wallander-Romanen überrascht einen im Grunde nichts mehr und gerade das symbolhafte an Mankells andauernden Wetterbeschreibungen, erzielt beileibe nicht mehr die gleiche Wirkung wie in den anderen Romanen des Schweden.

»Zehn Minuten nach fünf. Nieselregen. Böiger Wind aus Südwest.«
 – Wieder eine Leiche.
»Es nieselte. Das Thermometer zeigte vier Grad über Null. Noch war der Frühling in weiter Ferne.«
 – Wallander ermittelt.
»Es war windig und regnete. Die Straßenlaterne schwankte im Wind.«
 – Wallanders schlechte Laune hält an.

Es ist gut, dass jetzt Schluss ist mit Wallander. Dieses Buch war genau eins zuviel und verfehlt seine Intention nahezu komplett. Bleibt nur zu hoffen, dass es Mankell in seiner neuen Serie um Wallanders Tochter Linda gelingt, wieder Überraschungsmomente zu präsentieren und von eingetretenen Pfaden abzuweichen.

»´Das ist alles´, sagte er. ´Das ist alles was wir getan haben´. Dann drehte sich Wallander um und ging hinunter zum Strand. Nach kurzer Zeit hatte der Nebel ihn verschluckt.«

Lars Schafft, Juni 2002

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Riga zu »Henning Mankell: Wallanders erster Fall und andere Erzählungen« 23.04.2016
"Rena" beklagt die Fehler in den Romanen.
Herr Mankell hat einmal gesagt, dass er absichtlich Fehler einfügt um zu prüfen ob
der Leser genau liest. Könnten das womöglich diese Fehler sein?
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Anke zu »Henning Mankell: Wallanders erster Fall und andere Erzählungen« 05.04.2016
Nachdem "Vor dem Frost" der absolute Reinfall war, bin ich nun wieder versöhnt.
Die Kurzgeschichten in diesem Buch sind absolut lesenswert, gut erzählt und werden jedem Wallander-Fan Freude bereiten. DAUMEN HOCH!
Sehr gut gefällt mir in dem Buch das Mengenverhältnis zwischen der "Privatperson Wallander" und dem "Polizist Wallander". Schon von Beginn an fiebert man als Leser mit und will dem guten Kurt beispielsweise einfach nur den Rat geben, die nervige Mona um Gottes Willen nicht zu heiraten...
Schade, dass mir jetzt nur noch als neues Buch "Mord im Herbst" bleibt.
Rena zu »Henning Mankell: Wallanders erster Fall und andere Erzählungen« 28.03.2012
Mankell's Figur des Kurt Wallander liebt man oder hasst man, ebenso den Schreibstil. Ich selbst habe die Bücher gerne gelesen, allerdings nie in der richtigen Reihenfolge. Nun wollte ich das nachholen und dabei fielen mir die vielen Fehler auf, die sich zwischen "Mörder ohne Gesicht" und "Wallander's erster Fall" auftun.
"Mörder ohne Gesicht" galt als der Beginn der gesamten Reihe. Darin wird zum ersten Mal erwähnt, dass Wallander als junger Mann bei einem Messerangriff schwer verletzt wurde. In "Mörder ohne Gesicht" soll er 23 Jahre alt und auf Streife gewesen sein. In "Wallander's erster Fall" aber ist er 21, in zivil unterwegs und ermittelt auf eigene Faust. Auch war es keine Festnahme, sondern ein Angriff im Park.
In "Mörder ohne Gesicht" heißt es, Mona hätte sich vor drei Monaten von ihm getrennt, woraufhin er nach Dänemark floh und dort Weihnachten allein verbrachte. Die komplette Geschichte "Die Pyramide" aber handelt von dem Doppelmord an den alten Damen in Ystad; die Geschichte endet mit dem Telefonanruf in der Nacht um 8. Janaur 1990, der Beginn von "Mörder ohne Gesicht".
Ich lese Wallander sehr gerne und mag Mankell's Stil, aber solche groben Schnitzer in der Biographie finde ich katastrophal. Da grübelt man als Fan und berechnet die Jahresangaben, anstatt sich auf die eigentlich Geschichte einzulassen. Schade.
Mariechenkäfer zu »Henning Mankell: Wallanders erster Fall und andere Erzählungen« 06.06.2011
mein letzter wallander, den ich gelesen habe. und zum glück hab ich ihn nicht als erstes gelesen. das buch war so langweilig und langatmig. die geschichten waren irgendwie zusammenhanglos. und die stimmungen und das melancholische von wallander ging mir einfach nur tierisch auf die nerven! man liest das buch und denkt, man bekommt von wallander in jungen jahren zu lesen, aber pustekuchen. es ist wie die anderen romane , nur langweiliger. das buch ist absolut nicht zu empfehlen.
Conan08 zu »Henning Mankell: Wallanders erster Fall und andere Erzählungen« 08.01.2011
Mein erstes Wallander-Buch, was ich gelesen hatte.

Der gemütliche, locker-flockige Schreibstil von Mankell und die eigentümliche Ermittlungsarbeit, des damals noch jungen Inspektoranwärter haben mich inspiriert. Mir haben alle Kurzgeschichten/Fälle richtig gefallen. Schade war nur immer, dass sie so "kurz" waren. Deshalb schwang in diesem Buch stets die Vorfreude mit, die Fälle werden länger und länger, die Ermittlungen komplexer.

Insgesamt eine gute Einführung und ein gutes Kennenlernen rund um die Person "Wallander".

Mir hat dieses Buch sogar deutlich besser gefallen als Wallanders erster richtig großer Fall "Mörder ohne Gesicht". Das lag wohl in erster Linie an der Erfahrung des Schriftsteller Mankells mit den Kriminalromanen und der Figur Wallanders.

Fazit: Ein Wallander-Fan war geboren. Die Bücher sind alle 10 Klassen besser als sämtliche Wallander-Verfilmungen im Fernsehen.
Kasia zu »Henning Mankell: Wallanders erster Fall und andere Erzählungen« 02.07.2010
Für mich ist dieses Buch nicht das Letzte, sondern das Erste der Mankell-Reihe. Jetzt habe ich (in Hinblick auf "Der Feind im Schatten) die ganze Reihe von neuen angefangen und somit mit "Wallanders erster Fall".
Ich weiß gar nicht, ob ein Fan (der ich bin und zwar wahrscheinlich einer der Größten) hier mitbewerten darf.
Ich finde diesen Einstieg in Wallanders Welt und seine Ermittlungen sehr gelungen. Obwohl ich die Geschichten ja schon kenne und die Bücher alle (bis auf das Letzte) schon gelesen und die Geschichten auch mehrmals als Hörbuch gehört habe, versinke ich jedes Mal darin.
Die Wallander-Reihe ist eine der besten Reihen, die ich je gelesen habe und ich kann sie ohne Einschränkungen wirklich empfehlen.
Ich denke, da ich einige kenne, die Wallander überhaupt nicht mögen, weil er ja immer so sehr auf eigene Faust handelt, er so schwermütig ist und irgendwie komisch (O-Töne), dass man ihn lieben oder hassen muss. Irgendwie passt sonst nichts dazwischen.
Und ich - ich liebe diese Geschichten!
Jede einzelne Geschichte in diesem Roman beschreibt das Mensch- und Polizist-Werden von Kurt Wallander. Und ich finde, dass man wissen muss, wie alles kam und wie alles so wurde, wie es ist.
Wer Wallander mal kennenlernen möchte, kommt an diesem Band nicht vorbei.
LEeon MArtens zu »Henning Mankell: Wallanders erster Fall und andere Erzählungen« 23.11.2009
was soll denn das heißen, der Name wird nicht 'englisch' ausgesprochen? Warum sollte das jemand tun? Ich halte diesen Satz für überflüssig.

Warum wird hier ein Buch ausführlich zusammengefasst, ein anderes in einen eigenen Artikel ausgelagert? Sofern die Inhaltsangabe bestehen bleiben soll, sollte daraus auch ein eigener Artikel werden. --Wolfgang Pohl 01:47, 18. Okt 2004 (CEST)

Ist erledigt, danke. --Wolfgang Pohl 01:06, 2. Nov 2004 (CET)

Man spricht ihn übrigends auch nicht 'deutsch' aus, sondern mit Betonung auf der ersten Silbe. --Sth 20:41, 10. Nov 2004 (CET)

Also ich sage, man betont den Nachnamen auf der zweiten Silbe. Es gibt eine ganze Reihe schwedischer Namen, die so gestrickt sind: Lindell, Lysell, usw. und die betont man immer auf der zweiten Silbe. So spricht auch mein Schwedischlehrer den Namen aus..., könnte man sich mal überlegen, ob man den Artikel nicht dahingehend modifiziert --Soo 14:28, 1. Mär 2006 (CET)

Ich revidiere meine Aussage. Habe meinen Schwedischlehrer nochmal gefragt. Hier sein Kommentar: "Betoningen är på FÖRSTA stavelsen - Mankell själv vill ha det på det sättet och har uttryckligen yttrat sig i den riktningen fastän alla andra namn på -ell (Winell, Junell, Markurell etc.) uttalas med betoningen på den sista stavelsen - och egentligen också Mankell men på det viset är han ju ännu mer speciell vår Mànkell..." --> Also, Mankell hat sich ausdrücklich dazu geäußert. Mankell mit der Betonung auf der ersten Silbe! --Soo 13:38, 9. Mär 2006 (CET)
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CSIler zu »Henning Mankell: Wallanders erster Fall und andere Erzählungen« 08.09.2009
Dies war mein erstes Buch, welches ich von der Wallander-Reihe gelesen habe und ich bin etwas enttäuscht. Meine Kollegin hatte so geschwärmt davon.

Besonders die ersten 2 Erzählungen sind nach meiner Meinung nicht wirklich spannend. Waren irgendwie nicht wirklich Krimis.
Es war danach irgendwie voraus zusehen, dass Wallander jedesmal "eine drauf bekommt".

Obwohl Wallander im Laufe des Buches immer älter, reifer wird und er natürlich immer mehr Erfahrungen sammelt, stellt er sich manchmal doch wie ein blutiger Anfänger an und macht Fehler (die ihm das Leben kosten könnte.)

Die Erzählungen "Der Mann am Strand", "Der Tod des Fotografen" und "Die Pyramide" sind sehr gut geschrieben und auch spannend aufgebaut.
Deswegen werd ich die Wallander-Reihe auf jedenfall noch lesen.
Mal sehen, wie sich die Figur "Kurt Wallender" noch entwickelt.
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Ticva zu »Henning Mankell: Wallanders erster Fall und andere Erzählungen« 10.07.2009
Das Buch ist unterteilt in Kurzgeschichten, was ich anfangs nicht wusste.
Es sind 5 an der Zahl, die Wallanders Leben bei der Polizei zeigen, wie er vom Streifenpolizisten zum Kommissar wird.
Die verschiedensten Fälle werden beschrieben und nebenher erfährt man auch das Wichtigste aus seinem Privatleben.
Nun verstehe ich auch, weshalb er einen jahrelangen Streit mit seinem Vater hat und worum es dabei geht. Sowie Lindas Wege, die sie immer wieder über den Haufen warf, bevor sie das wird, was in den normalen Romanen irgendwann zur Sprache kommt...

Wallander hat einen kriminalistischen Instinkt, auf den er sich immer verlassen kann, genial!
Was mir sehr an Wallander gefällt, dass man bei ihm richtig mit dabei sein darf. Auch wenn er ein Gefühl hat, dem er dann nach geht, oder andere Erkenntnisse. Man darf als Leser immer dabei sein, nicht wie bei anderen, wo man zum Schluss vor einer Verhaftung steht und erst hinterher in kurzen Sätzen lesen darf, wie die Ermittler denn darauf kamen.

Bis auf den Kommissar, der Wallander in seinem Beruf als Kriminalist eingewiesen hatte, wird kein Kollege etwas besser vorgestellt. Mankell belässt es bei Kleinigkeiten wie etwa einem, der sein Lehrer war in Kriminalfällen und regelmäßig Rückenschmerzen hat, oder die Empfangsdame, die Enkel hat und sehr fürsorglich ist.
Mehr erfährt man grob gesagt nicht, was vielleicht daran liegt, das es sich um Kurzgeschichten handelt.
Erst im letzten Fall "Die Pyramide" geht der Autor mehr auf manche Kollegen von Wallander ein und stellt sie etwas genauer vor.
Da ich noch den Roman "Mörder ohne Gesicht" habe, bin ich gespannt, ob die Personen im näheren Umfeld von Wallander dort etwas anschaulicher vorgestellt werden.

Im ersten und letzten Fall gibt es wenige Kapitel.
Die 3 Geschichten dazwischen sind um einiges kürzer und der Autor dachte sich vielleicht, dass diese dann keine Kapitel bräuchten.
Die ersten drei Geschichten wurden nur aus Wallanders Sicht in der Erzählform geschrieben.
Im vierten und fünften Fall fängt die Handlung aus Sicht des Opfers an.
Auch ist mir aufgefallen, dass Mankell sehr auf die Uhrzeiten in seinem Roman achtet. Es wird immer genau beschrieben, wann Wallander etwas vor hat. Zumindest ist mir das jetzt bei Wallander extrem aufgefallen.

Allerdings kam in diesem Buch irgendwie nie eine richtige Spannung auf. Was, wie schon erwähnt, vielleicht auch an der Kürze der Fälle liegt. Da kann sich, meiner Meinung nach, eine Spannung gar nicht richtig aufbauen.
Da ich aber "Mörder ohne Gesicht" ebenfalls da habe, werde ich mir schon noch ein schärferes Bild der Spannung in einem normal langen Roman von Mankell machen können.

Fazit:
Eine tolle Einführung, um sich ein Gesamtbild von dem heranwachsenden Wallander machen zu können.
Da aber durch die Kürze der Geschichten keine Spannung aufkam, bekommt das buch nur 3 von 5 Sterne von mir.
WelpeMax zu »Henning Mankell: Wallanders erster Fall und andere Erzählungen« 27.07.2008
Ich denke das ist noch mal für die Fans die gern noch mehr über Wallander lesen wollten, ist natürlich nicht perfekt aber dennoch kurzweilig ein gutes Buch 78°
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