Mörder ohne Gesicht von Henning Mankell

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1991 unter dem Titel Mördare utan ansikte, deutsche Ausgabe erstmals 1993 bei Edition q.
Ort & Zeit der Handlung: Schweden / Schonen / Ystad, 1990 - 2009.
Folge 1 der Kurt-Wallander-Serie.

  • Stockholm: Ordfront, 1991 unter dem Titel Mördare utan ansikte. 307 Seiten.
  • Berlin: Edition q, 1993. Übersetzt von Barbara Sirges und Paul Berf. ISBN: 3861242338. 303 Seiten.
  • München: dtv, 1999. Übersetzt von Barbara Sirges und Paul Berf. Überarbeitete Neuausgabe. ISBN: 3423202327. 333 Seiten.
  • Wien: Zsolnay, 2001. Übersetzt von Barbara Sirges und Paul Berf. ISBN: 3-552-05160-0. 331 Seiten.
  • München: Saur, 2002. Übersetzt von Barbara Sirges und Paul Berf. Großdruck. ISBN: 3598800177. 496 Seiten.
  • München: dtv, 2005. Übersetzt von Barbara Sirges und Paul Berf. ISBN: 3423086017. 333 Seiten.
  • München: dtv, 2010. Übersetzt von Barbara Sirges und Paul Berf. ISBN: 978-3423212120. 336 Seiten.
  • [Hörbuch] München: DerHörVerlag, 2002. Gesprochen von Christoph Schobesberger; Heinz Kloss; Friedrich Schoenfelder; u.v.a.. Hörspiel. Hörspielbearb.: Moritz Wulf Lange. Regie: Simon Bertling und Christian Hagitte. ISBN: 3895845965. 2 CDs.
  • [Hörbuch] Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2006. Gesprochen von Ulrich Pleitgen. Lesung. ISBN: 3899032322. 6 CDs.

'Mörder ohne Gesicht' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Ein altes Bauernpaar ist auf seinem Hog in der Nähe von Ystad ermordert worden. Nicht nur das Motiv der Tat liegt völlig im Dunkeln, vor allem deren furchtbare Brutalität irritiert die ermittelnden Polizisten um Kurt Wallander. Und dann hatte die alte Bäuerin, kurz bevor sie im Krankenhaus starb, den Beamten einen letzten, seltsamen Hinweis gegeben …

Das meint Krimi-Couch.de: »Erzählstil und Charaktere klasse, Handlung schwach und langatmig« 46°

Krimi-Rezension von Thomas Kürten

In Lenarp, einem Dorf in Südschweden, wird eines nachts ein altes Bauernehepaar überfallen. Als es von den Nachbarn entdeckt wird, ist das Schlafzimmer der Beiden blutverschmiert, der bestialisch hergerichtete Mann ist bereits tot, die Frau ist lebensgefährlich verletzt und wird einige Stunden später im Krankenhaus ebenfalls sterben. Kommissar Kurt Wallander aus dem nahen Ystadt übernimmt den Fall, der zunächst keine heiße Spur zu den Tätern aufweist. Die Bauersleute scheinen bettelarm und ohne Feinde gewesen zu sein. Einzig eine seltsam geknotete Schnur, die um den Hals der Frau gelegt war, deutet den Hauch einer Spur an.

Der Fall gewinnt an Brisanz, als die Frau unmittelbar vor ihrem Tod im Krankenhaus ein paar mal das Wort »Ausländer« röchelt. Obwohl Wallander ahnt, für wie viel Unruhe dies in der Bevölkerung sorgen kann, gelangt die Information offensichtlich durch die Indiskretion irgendeines Polizeikollegen an die Presse. Noch am selben Abend bekommt Wallander per Telefon von einem anonymen Anrufer ein Ultimatum gesetzt. Wenn er nicht binnen drei Tagen den oder die Mörder findet, wird der Anrufer die Angelegenheit selbst in die Hand nehmen.

Der Bruder der verstorbenen Frau berichtet der Polizei über das Doppelleben seines Schwagers, der sich im Krieg durch krumme Geschäfte ein Vermögen ergaunert hatte. Er hatte einen unehelichen Sohn mit einer Frau in Kristiansand. Beiden zahlte er jährlich mehrere zehntausend Kronen Unterhalt. Entgegen allen Aussagen war der Bauer also doch reich. Ein Motiv? Zumindest ein Aufhänger, der dem Kommissar sehr willkommen ist. Würde so doch dem in der Bevölkerung aufkeimenden Zorn und Misstrauen gegenüber allem Fremden mit einem male die Grundlage entzogen. Und da es zudem die einzige erfolgversprechende Spur zu sein scheint, geht er ihr nach.

Zwei Tage später: Das Asylbewerberheim brennt

Als zwei Tage später ein Asylbewerberheim brennt, ist Wallander zufällig gerade zugegen und versucht mit beherztem Einsatz, Personen aus den Flammen zu retten. Aber auch ohne seinen Einsatz gelangen alle Bewohner in Sicherheit. Er kann allerdings nicht verhindern, dass Tags darauf ein Somalier in einem anderen Heim erschossen wird. Ein weiterer Fall, der von Wallander übernommen wird. Steht er im Zusammenhang mit dem Doppelmord?

Doch während der Mord an dem Somalier ziemlich bald aufgeklärt ist, dauert es noch über ein halbes Jahr, bis der völlig planlosen Polizei in Ystadt im Fall des ermordeten Ehepaares eine Verhaftung gelingt.

Der Schreibstil von Henning Mankell gefällt mir sehr gut. Das Buch lässt sich sehr flüssig lesen und die Kapitel sind gut aufgebaut. Keine komplizierten Satzgefüge, keine hochtrabenden Fremdwörter. Das Lesetempo wird durch relativ kurze Sätze begünstigt. Zudem kommt, dass er mit Kommissar Kurt Wallander eine Person geschaffen hat, die sehr glaubhaft handelt und dessen Privatleben ebenfalls sehr authentisch wirkt.

Der Erzähler begleitet das ganze Buch über den Kommissar und schildert, wie er das Geschehen wahrnimmt, wie er denkt und handelt. Er lebt in Trennung von seiner Frau, seine Tochter ist erwachsener, als es ihm vielleicht lieb ist und hat sich ihm entfremdet. Sein greiser Vater, der als Kunstmaler sein ganzes Leben lang immer das selbe Landschaftsmotiv gemalt hat – mal mit, mal ohne Auerhahn – wird langsam senil. Eine ganze Reihe von Problemen belasten sein Privatleben und davor flieht er, indem er sich in seine Arbeit stürzt oder, sobald Feierabend ist, sich dem Alkohol hingibt. Sein Wunsch nach menschlicher Wärme fixiert sich in diesem Buch auf die Staatsanwältin Anette Brolin, zu der er ein freundschaftliches Verhältnis aufbaut, die jedoch glücklich verheiratet ist. Diese Freundschaft gefährdet er jedoch, indem er sich ihr zu sehr annähert. Was den Kommissar noch menschlicher macht, sind die Fehler, die er während seiner Ermittlungsarbeiten begeht.

Andere Figuren bleiben hingegen blass, allenfalls der kranke Polizeikollege Rydberg und Staatsanwältin Brolin erhalten ein wenig Profil.

Gesellschaftskritik wichtiger als der Kriminalfall

Wichtiger als der Kriminalfall scheint Mankell die Kritik an der schwedischen Gesellschaft und dem bestehenden Asylsystem zu sein. Denn genauso wie der Doppelmord in der Öffentlichkeit das Misstrauen gegenüber den Asylbewerbern schürt, bemerkt Wallander eigenes Unbehagen, als er seine Tochter in den Armen eines Farbigen beobachtet. Wenn Mankell aber mit seinem Krimi Missstände aufzeigen und für mehr Toleranz werben wollte, dann leistet er sich ein paar derbe Zwischentöne und hat sich für den Fall des Doppelmordes das denkbar schlechteste Ende (ohne dass ich dies vorwegnehmen will) gewählt. Man gewinnt den Eindruck, dass ihm die schwedische Asyl-Praxis zu liberal gehandhabt wird. Verbrechen und Missbrauch scheinen unter den Asylbewerbern weit verbreitet zu sein. Auch wenn dies durch ein unzulängliches System begünstigt sein mag, seine Sozialkritik erhält so für mich einen sehr faden Beigeschmack.

Eine besonders herbe Enttäuschung birgt aber für mich der Mordfall selber und die Ermittlungen daran. Während er sich auf den ersten Seiten rasant entwickelt, flacht er danach sehr schnell ab. Die erste unmittelbare Spur, der oben erwähnte seltene Knoten, scheint eine Spur nach Südamerika zu legen. Warum wird dieser Spur nicht intensiver nachgegangen? Wieso wird eine Frau, die mehrfach verhört wurde, erst im Gespräch mit Wallander schwach und gesteht schließlich ihre ehemalige Beziehung zum ermordeten Bauern? Wieso parkt Wallander spät in der Nacht ausgerechnet vor einem Asylbewerberheim, auf das ein Anschlag verübt wird? Zu viele Zufälle spielen mir bei diesem Buch zusammen, die darin gipfeln, dass Wallander bei beiden Verbrechen Zeugen hat, die eine bewundernswerte Auffassungsgabe haben und unabhängig voneinander über ein fotografisches Gedächtnis verfügen. Einmal helfen ihm eine Frau, die einen Verdächtigen bis aufs Haar beschreiben kann und ein Mann, der den Typ eines Fluchtfahrzeuges aufgrund der Motorengeräusche identifiziert. Ein anderes mal hilft ihm eine Bankangestellte, die sich nicht nur ein paar Tage nach dem Mord daran erinnern kann, dass der Ermordete eine Woche vorher Geld abgehoben hat, sondern selbst ein halbes Jahr später noch weiß, wer nach dem Mann die Bank betrat und wie viel Geld einzahlte. Hier ist Mankell für mich sehr unglaubwürdig. Den Fall an sich und seine Auflösung finde ich im wahrsten Sinne des Wortes schlecht.

ein sehr vager Aufhänger für ein plötzliches Ende

Rund 300 Seiten lang schildert Mankell die Ereignisse weniger Wochen. Er legt sogar Seitenstränge in seine Handlung, die sich im Nachhinein als vollkommen irrelevant herausstellen. So sein Besuch bei seinem ehemaligen Freund Sten Widen, den er zehn Jahre lang nicht mehr gesehen hatte und von dem er sich Hilfe bei seinem Fall erhofft. Nachdem der Mord an dem Somalier aufgelöst ist, scheint er selbst nicht mehr gewusst zu haben, wie er nun noch den anderen Fall zu einem Ende kommen lässt. Auf den letzten Seiten springt er über Monate und findet plötzlich einen sehr vagen Aufhänger für ein plötzliches Ende. Und er lässt erst auf diesen letzten Seiten die letztendlichen Täter auftreten. Wo waren sie auf den ersten 300 Seiten?

So bleibt für mich zu resümieren, dass mir an diesem Buch der Erzählstil und die Charakterisierung der Hauptfigur sehr gut gefallen haben. Die Handlung selber und der Versuch einer sozialkritischen Aussage hingegen, konnten mich überhaupt nicht ansprechen. Trotzdem werde ich daraus nun nicht schlussfolgern, dass ich mir keinen weiteren Titel aus dieser Reihe mehr zulegen werde. Bei einer derart erfolgreichen Serie können die hohen Verkaufszahlen, das positive Echo in der Pressen und die vielen positiven Bewertungen auf den Meinungsforen nicht lügen.

Thomas Kürten, Februar 2002

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Hans Wurst zu »Henning Mankell: Mörder ohne Gesicht« 31.03.2017
Schon echt ziemlich behindert wenn sich schon im ersten Satz ein fetter Rechtschreibfehler befindet!!!
Nicht wundern ich wollte nur die 300 Zeichen größe überwinden. :D
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Tommi aus Randbrand zu »Henning Mankell: Mörder ohne Gesicht« 10.10.2015
Eigentlich schade, dass Henning Mankell den Einsturz des ideologischen Kartenhauses, das Multikulturalisten wie er sich in den letzten Jahrzehnten zusammenphantasiert haben, nicht mehr miterleben wird. Im Gegensatz zu den stereotypen Phantom-Bedrohungen aus der bösen, bösen eingeborenen Bevölkerung, die durch derartige Romane geistern, wird die Zukunft einiges an realem Zündstoff für die abgefahrensten Kriminalgeschichten bieten.
Interessant wird dabei sein, welche seiner Kollegen rechtzeitig umsatteln werden und welche weiterhin in ihren "bunten" Paralleluniversen zu verbleiben gedenken.
Es bleibt spannend .
steve006 zu »Henning Mankell: Mörder ohne Gesicht« 26.01.2014
Man erwartet einen Krimi und erhält Auskünfte über das Leben eines Kommissars und den Zustand der schwedischen Polizei. Es handelt sich mehr um eine Erzählung, in der nebenbei ein Mord vorkommt.
Mankel liebt das Detail und weniger die Spannung. Wenn man sich als Leser damit abfindet hat man echten Lesegenuß, ansonsten wird das Ganze etwas langatmig.
AgathaC zu »Henning Mankell: Mörder ohne Gesicht« 21.03.2012
Der Anfang verspricht einen spannenden Krimi. Die genaue Beschreibung der Polizeiarbeit fand ich interessant. Kurt Wallander kommt mit seinen kleinen und großen Problemen sehr menschlich rüber. Die Lösung des Kriminalfalls ist leider ziemlich banal. Ich habe ein komplizierter gestricktes Verbrechen erwartet.
Psychologische Struktur zu »Henning Mankell: Mörder ohne Gesicht« 12.01.2012
Sehr zwiespältige Angelegenheit. Zunächst ein extrem spannender Anfang mit viel Potential, viele Fährten werden gelegt, aber ich finde auch, daß Mankell sich im Verlauf komplett verfranzt, viele Fährten führen in enttäuschende Banalität, zum Beispiel die Verfolgung der heimlichen Freundin und deren Sohn, oder auch der ehemalige Freund von Wallander auf seinem Reiterhof ist völlig uninteressant, oder die Trittbrettfahrer in Sachen Anschläge auf Asylanten. Im Endeffekt sind die uninteressantesten Kandidaten mit dem wenigsten psychologischen Profil dann die Täter, obwohl es ein brisantes Ende an sich ( Ausländerfeindlichkeit ) bietet, aber das Täterprofil ist prophan es ist so naheliegend, daß man sich schon fast nicht traut, diese Lösung in Betracht zu ziehen. Man glaubt am Anfang, es wäre Familienterror, aber nichts davon.
Hinzu kommen unglaublich viele und unnötige Wetterbeschreibungen sowie unzählig erwähnte Kaffepausen der Polizisten, die nur leere Seiten füllen, daß es im Winter kalt ist, kann man sich vorstellen, daß muß nicht in jedem Kapitel auf jeder Seite erwähnt werden.
Dennoch hat das Buch viele Spannungsbögen, auch wenn diese nicht ganz so spektakulär enden und sich am Ende wirklich zu viele Zufälle ergeben. Eine Bankangestellte die sich an wirklich alles erinnert und ein Kassenbon der zufällig auf den Boden gefallen ist, Asylanten können in unbewachte Büros einbrechen, einen Autoschlüssel klauen und mit dem betreffenden Auto ( Dienstwagen des Heimvorstehers) dann kilometerweit fahren, ohne, daß dies auffällt ( was ist mit dem Kilometerstand oder der Tankanzeige,)...sehr viele unglaubwürdige Vorkommnisse, dafür aber interessante Personenbeschreibungen .
Es war meine erster Wallander und ich gebe ihm noch eine Chance, da es sehr spannend zu lesen war, vielleicht werden die nächsten Folgen etwas schlüssiger. 70 Grad, für die Spannung 20 Grad für das Ende.
Anni_Me zu »Henning Mankell: Mörder ohne Gesicht« 26.03.2011
Dies war der erste Wallander-Krimi, den ich gelesen habe - bin da also ganz chronologisch vorgegangen. :-)
Meiner Meinung nach fängt der Krimi sofort spannend an und hält diese Spannung auch bis zum Ende.
Ich finde die Storyline sehr gut aufgebaut und finde auch die Verschachtelung der Ereignisse ineinander sehr interessant aufgebaut.
Allerdings wirkt das am Ende angewendete zeitraffende Erzählen ein wenig unpassend. Vielleicht wäre die Handlung sonst langatmig geworden, aber mir scheint es so, als wolle Mankell den Roman schnell beenden.
Trotzdem ein brillianter Einstieg in eine tolle Kriminalromanreihe!
Conan08 zu »Henning Mankell: Mörder ohne Gesicht« 08.01.2011
Der zweite Wallander-Roman von Mankel den ich gelesen hatte. Alle Wallander-Romane finde ich gut bis Klasse.

Dies ist allerdings Mankells schwächster Wallander-Roman. Wenn man seine weiteren Bücher gelesen hat, bekommt man als Resumee zusammenfassend fast den Eindruck: Mankell musste sich erstmal warm schreiben. Wobei man muss/soll bedenken: Alles Geschmacksache.

Die Thematik, das gesellschaftskritische Thema: "Illegale Einwanderung", "Assylanten" verlangt meiner Meinung nach viel mehr Sensibilität und Verständnis vom Autor. Da es hierbei sehr oft um viele betroffene Menschen/Personen geht, um viele Einzelschicksale bräuchte man um dieses Thema entsprechend sensibel und glaubwürdig zu behandeln "starke Charaktere" und mehrere Handlungsstränge, Szenenwechsel. Wie man es richtig macht, bzw. besser macht zeigt Mankell in seinem dritten Roman "Die weiße Löwin". Mankell hat mit einem Thema angefangen, dem er zu diesem Zeitpunkt als Schriftsteller noch nicht ganz gewachsen war.

Der Handlungsablauf ist sehr unregelmäßig, von sehr stockend langsam bis überspringend rasend und die gesamte Ermittlungsarbeit Wallanders ist in diesem Wallander-Roman mit Abstand am unglaubwürdigsten geschildert.

Und das Ende des Romans kam viel zu abrupt, als sich die Ereignisse überschlugen. Als Leser habe ich hier in allen Wallander-Romanen das einzige Mal den Überblick verloren, weil sich gewisse Gedankengänge, Namen, Ereignisse schlecht zuordnen konnte.

Nichts desto trotz hat mir dieser Roman sehr gut gefallen, weil Mankells Schreibstil einfach Klasse ist.
Chrisu zu »Henning Mankell: Mörder ohne Gesicht« 06.08.2010
Es ist leider schon eine Zeit aus, als ich dieses Buch gelesen habe.
Soweit ich mich erinnern kann, ist das das 1. Buch der Wallander-Reihe und dadurch auch Voraussetzung für die weiteren Bücher von Mankell, da einige Charaktere beschrieben werden und dadurch mehr Einblick in das Geschehen der nachfolgenden Bücher gibt.
Auch die Charakterzüge von Kurt Wallander werden gut dargestellt, keine Multi-Über-Kriminologe, sondern ein ganz normaler Mensch mit Fehlern und Stärken, kein Überdrüber-Vater, sondern ein Vater, der große Probleme mit seinen beiden Kindern hat, aber ein gutes Gespür zur Aufklärung der sinnlosen und brutalen Ermordung eines Ehepaares auf einem Bauernhof.
Das Buch ist faszinierend geschrieben und macht Lust auf mehr "Wallander".
Kasia zu »Henning Mankell: Mörder ohne Gesicht« 08.07.2010
Ich habe "Mörder ohne Gesicht" nun zum zweiten Mal gelesen und bin genauso begeistert davon wie beim ersten Mal.
Wallander ist und bleibt einer meiner liebsten Charaktere in der Krimi-Literatur (neben den Klassikern).
Ich finde es interessant, wenn darüber gemeckert wird, dass die Charaktere Probleme haben. Mir sind menschliche Menschen mit Kummer, Sorgen und Problemen lieber wie Superman, der fliegen kann. Das ist doch total unglaubwürdig. Das Leben ist kein Ponyhof und das beschreibt Henning Mankell eindrucksvoll und realistisch in seinen Romanen.
Ich spreche halt nur für mich. Aber genau das ist es doch, was Mankell so interessant macht: Sein Blick und Gefühl für die Figuren, die er erschafft. Ich interessiere mich richtig für die Menschen, die er beschreibt und möchte mehr von ihnen wissen. Wie kann Rydbergs Schicksal einen kalt lassen (Und der jammert ja überhaupt nicht)?
Um es kurz zu machen (was mir ja jetzt leider nicht mehr gelingt :-));
"Mörder ohne Gesicht" ist ein superspannendes Buch.
Natürlich ist es kein Buch, dass sich von selbst liest (also nicht Tempo und Action ohne Ende). Es lebt von seiner Melancholie (oder Kurts) und von der grausamen Geschichte, die hier erzählt wird.
Bis zum Schluß weißt der Leser nicht, wer diesen Mord begangen hat.
Im Großen und Ganzen werde ich das Buch sicherlich nochmal lesen und wenn ich es in 10 Jahren nochmal bewerten werde, dann werde ich auch dann einem unentschlossenen Leser eine Empfehlung aussprechen, es zu lesen.
Beide Daumen hoch von mir!!!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Sophies_Welt zu »Henning Mankell: Mörder ohne Gesicht« 14.03.2010
Für mich war das einer der langweiligsten Krimis die ich je gelesen habe. Die Handlung kommt kaum vorran, dann gibt es noch einen neuen Mord und Zwischenfälle zwischendurch, und dann geht's gegen Ende wieder mit dem eigentlichen Mord voran. Auch die Charaktere finde ich oft viel zu negativ. Sie alle haben ihre Probleme, aber außer groß rumjammern, tun sie auch nichts um ihre Situation zu ändern.
...mir fehen noch 30 Seiten bis zum Ende, aber ob ich die noch schaffe zu lesen bezweifle ich stark. Alles in allem bin ich sehr enttäuscht von dem Buch, vorallem da es mir so empfohlen worden ist.

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