Kennedys Hirn von Henning Mankell

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2005 unter dem Titel Kennedys hjärna, deutsche Ausgabe erstmals 2006 bei Zsolnay.

  • Stockholm: Leopard, 2005 unter dem Titel Kennedys hjärna. 398 Seiten.
  • Wien: Zsolnay, 2006. Übersetzt von Wolfgang Butt. ISBN: 978-3-552-05347-2. 398 Seiten.
  • München: dtv, 2008. Übersetzt von Wolfgang Butt. ISBN: 978-3423210256. 396 Seiten.
  • München: dtv, 2010. Übersetzt von Wolfgang Butt. ISBN: 978-3423212434. 398 Seiten.
  • [Hörbuch] München: Der Hörverlag, 2006. Gesprochen von Axel Milberg. ISBN: 3899407512. 5 CDs.
  • [Hörbuch] München: Der Hörverlag, 2011. Gesprochen von Axel Milberg. ISBN: 3867177031. 5 CDs.

'Kennedys Hirn' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Als die Archäologin Louise Cantor von ihrer Ausgrabung in Griechenland zu einem Vortrag nach Schweden reist, will sie auch ihren 25-jährigen Sohn wiedersehen. Doch als sie die Wohnung in Stockholm betritt, liegt Henrik tot im Bett. Louise glaubt nicht an einen Selbstmord. In Henriks Kleiderschrank findet sie eine Menge Material zu der Frage, warum Kennedys Hirn nach der Obduktion spurlos verschwand. War dieser junge Idealist einem kriminellen Geheimnis auf der Spur? In Louise Cantors spannender Recherche, die sie von Australien über Barcelona nach Maputo in Mosambik zu den Ärmsten der Aids-Kranken führt, finden die Hauptthemen in Henning Mankells Schreiben zusammen: die Aufdeckung aktueller Verbrechen in unserer Gesellschaft und die sozialen Probleme auf dem schwarzen Kontinent.

Das meint Krimi-Couch.de: »Zu viele Fragen, zu wenig Antworten« 60°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Die typische Schreibweise von Mankell mit seinen kurzen prägnanten Sätzen ist auf Anhieb erkennbar, und es dauert nur wenige Seiten, bis einen die Faszination, die von den Romanen des schwedischen Autors ausgeht, gepackt hat.

Eine Frau als Protagonistin ist selten bei Mankell: Louise Cantor ist 54 Jahre alt und Archäologin. Die Schwedin, zur Zeit bei Ausgrabungsarbeiten in Griechenland tätig, ist auf dem Weg in ihre Heimat, wo sie einen Vortrag halten soll. Sie freut sich schon darauf, ihren Sohn Henrik zu besuchen, der in Stockholm lebt. Doch als sie ihn in seiner Wohnung aufsuchen will, findet sie ihn tot im seinem Bett. Louise kann nicht fassen, was passiert ist und ist am Boden zerstört. Trauer, Verzweiflung, Entsetzen – keiner kann diese menschlichen Tiefpunkte so hautnah vermitteln wie Mankell.

Für Louise Cantor ist von Anfang an klar: Henrik ist umgebracht worden. Wieso sonst soll ein junger Mann, der nie krank gewesen ist, tot in seinem Bett liegen? Das Ergebnis der Obduktion lässt lange auf sich warten – und ergibt, dass Henrik an einer Überdosis Schlafmittel gestorben ist. Die Polizei schließt den Fall als Selbstmord ab. Aber die Polizei hat nicht den Instinkt einer Mutter und weiß auch nicht, was Lousie weiß: Henrik hat immer nackt geschlafen. Wenn er nun mit einem Schlafanzug bekleidet aufgefunden wird, dann muß ein Fremder seine Hand im Spiel gehabt haben.

Ein Leben wird nachvollzogen

Mit den Dingen, die Louise in Henriks Wohnung findet, kann sie wenig anfangen. Mappen mit mysteriösen Schriftstücken, Zeitungsausschnitte und ähnliches. Briefe von schwarzen Frauen, die sterbenskrank sind. Artikel über das Gehirn des ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy, das nach dessen Obduktion angeblich verschwunden ist. Alles Dinge, für die Louise keine Erklärung hat.

Henriks Vater Aron, Louises geschiedener Mann müsste benachrichtigt werden. Doch niemand weiß, wo er zu finden ist. Sein letztes Lebenszeichen kam aus Australien. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion fliegt Louise nach Sydney, wo ihr der Zufall hilft und sie Aron schnell entdeckt. Gemeinsam versuchen die beiden nun Henriks Leben zu verfolgen. Eine Information führt sie nach Barcelona, wo Henrik offenbar eine Wohnung besaß. Die Figur des Henrik, der nie als Lebender in der Handlung auftreten durfte, wird zur zweiten Hauptperson. Überall ist seine Gegenwart spürbar. Die Plätze, die Louise aufsucht, sind die gleichen, an denen ihr Sohn gewesen ist. Die Personen, die ein Rolle spielen, haben Henrik gut gekannt.

Nach und nach merkt Louise, wie wenig sie überhaupt von ihrem Sohn wusste. Es entwickelt sich nun eine Art Schnitzeljagd, die ihre Hinweise mehr oder weniger aus einzelnen hingeworfenen Brocken bezieht, die tröpfchenweise kommen, wenn sich sonst nichts mehr fortbewegt. Jede Person, die etwas weiß, gibt von ihrem Wissen immer nur so viel preis, dass sich damit wieder ein paar Seiten füllen lassen. Genau wie in ihrem Beruf als Archäologin muß Louise die einzelnen Scherben, die sie findet, zu einem Ganzen zusammensetzen. Manchmal gelingt dies, so daß nur wenige Bruchstücke fehlen, doch ab und zu sind eben nur einzelne Fragmente von einem ehemals Ganzen übrig geblieben.

Mankell übertrifft sich selbst in Melancholie

Ein Buch, das wirklich spannend beginnt und genügend Potential bietet für einen atemberaubenden Thriller. Die zahlreichen Schauplätze der Handlung sind grandios und könnten unschiedlicher nicht sein. Wer alle Orte des Geschehens noch einmal Revue passieren lassen möchte, der findet sie auf Seite 392 explizit aufgelistet. Doch je mehr Louise in der Welt umherirrt und je mehr Fragen auftauchen, um so mehr verflacht die Handlung. Gedanken der Protagonistin werden immer wieder als einzelne Absätze eingeschoben und ziehen die Story künstlich in die Länge. Trauer als Stilmittel über die gesamte Strecke eines Romans hinweg – das wird für jeden Leser irgendwann zu viel.

Nach und nach schläfern die unnatürlichen Dialoge ein. Die interessanten Charaktere vom Anfang des Buches (Aron und Louises Vater Artur) müssen leblosen Figuren weichen, die so schnell wieder verschwinden wie sie aufgetaucht sind und mit nichtssagenden Phrasen um sich werfen. Figuren, die man in dieser Art und Weise von Mankell gar nicht kennt.

Melancholische, depressive, sensible Bücher schreiben – darin übertrifft sich Henning Mankell eigentlich nur selber. In »Kennedys Hirn« verbindet er seine bisherigen schriftstellerischen Tätigkeitsfelder Schweden und Afrika, vereinigt Verbrechen mit sozialkritischen Betrachtungen. Da Mankell selber in Maputo lebt, kann man von einer realistischen Beschreibung der erschreckenden Zustände in Mozambique ausgehen. Auch die skandalösen Dinge, die in den verborgenen Laboratorien geschehen, könnten durchaus wahr sein, obgleich sie in diesem Roman Fiktion sind. Leider fehlen Angaben über Fakten, die als historisch verbürgt erscheinen sollen, im Nachwort.

Ein Flop für den typischen Wallander-Leser

Dieses Nachwort des Buches sollte man zuerst lesen, um die Intention des Autors zu verstehen. Es dämpft apriori hohe Erwartungshaltungen. Alleine der Satz »Ein Roman kann auf Seite 212 oder 397 enden, doch die Wirklichkeit geht unvermindert weiter« trifft es leider auf den Punkt: Man hat wirklich nichts verpasst, wenn man das Buch nicht zu Ende liest. Mankell darf sich gerne seinen Zorn von der Seele schreiben. Mit den Machenschaften, die er beschreibt, hat er sicher auch den Zorn bei dem ein oder anderen Leser geweckt, doch sollte ein im Zorn geschriebenes Buch nicht den Zorn des Lesers über dieses Buch hervorrufen. Eine schriftstellerisch gute Leistung wie in seinen Afrikaromanen, wie in seinem letzten Roman »Tiefe« kann ich Henning Mankell hier leider nicht zugestehen. Ein Plot, in dem einzelne Fragen offen bleiben, mag Sinn machen. Nicht immer ist alles zu erklären, gerade wenn es um Verschwörungstheorien in großem Ausmaß geht. Wenn jedoch so gut wie alle Fragen ungeklärt bleiben, dann ist das für den Leser allen guten Absichten zuwider schlicht und einfach unbefriedigend.

»Kennedys Hirn« wird sicher seine Liebhaber finden. Nur sollte man vor dem Lesen des Romans wissen, was man davon erwartet. Für den typischen Krimileser, der Wallander will, ist das Buch eindeutig ein Flop. Wer Mankells Afrikaromane liebt, der könnte schon eher daran Gefallen finden. Wem es aber reicht, auf ein interessantes Thema gestossen zu werden, gute Ansätze vorgelegt zu bekommen, über die man selber nachdenken kann, wer gerne in fremde Kulturkreise eintaucht und ein Freund von traurigen Büchern ist, der kann hier bedenkenlos zugreifen.

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Kathrine zu »Henning Mankell: Kennedys Hirn« 31.12.2011
Ich kann mich der Rezension größtenteils anschließen- tatsächlich war der Anfang des Buches sehr vielversprechend und die Armut und Verzweiflung in den dargestellten afrikanischen Schauplätzen geradezu erschreckend greifbar- der Handlungsverlauf aber erschreckend schlecht. Gewisse Geschehnisse waren gänzlich unmotiviert (Autopanne?), wie bereits von anderen Lesern bemerkt kam die Hauptperson viel zu oft mit dem Leben davon, die Dialoge artifiziell, Henriks Gedankengänge schwer nachvollziehbar- und die letzten Seiten wirkten als hätte der Autor noch schnell ein paar Handlungsstränge auflösen müssen. Offene Fragen hin oder her, der Leser sollte schon das Gefühl haben, dass wenigstens der Autor ein leise Ahnung hat, was den nun eigentlich passiert ist.
Trotz teilweise sehr schöner Sprache und typischen Mankell Stil würde ich das Buch nicht weiterempfehlen.
Psychologische Struktur zu »Henning Mankell: Kennedys Hirn« 17.12.2011
Spannend ist das Buch allemal. In großen Teilen auch auswühlend, aber man könnte das Buch auch nur episodenweise lesen , jedes Kapitel steht irgendwie so für sich, und zugegeben was die Geschichte mit KENNEDYS HIRN zu tun hat, ist mir auch shr schleierhaft. Warum hat das etwas mit dem Tod des Jumgen zu tun, letztlich. Natürlich ist es durchaus spannend, offene Fragen selbst zu beantworten, aber , obwohl das Buch wirklich spannend geschrieben ist, bleiben zu viele Fragen offen und zu viele aufgetischte Fakten ungeklärt, ja und zum schluß tritt noch ein schwarzer unbekannter aus dem Nebel...wer könnte das wohl sein. Ein Kunstgriff, der ein Buch oder einen Film immer irgendwie spannend erscheinen lassen will.Da hab ich mich kurz gefragt, warum hab ich das jetzt alles gelesen...Das Interessante und wirklich Aufwühlende sind in der Tat die Afrika Sequenzen, derenwegen sich das Lesen durchaus lohnt.
Aber sicher nicht Mankells bester Krimi
adrian fischmann zu »Henning Mankell: Kennedys Hirn« 24.07.2010
Das Buch ist schlecht. Es vergeht Zeit und
passiert nichts. Man hat das Bedürfnis weiter zu blättern ohne wirklich zu lesen, sondern flüchtig nur ein Blick auf die Seiten zu werfen. Eigentlich typisch für die Bücher von mankell. Eigentlich gibt Mankell selber zu, dass er manchmal schreibt nur um die Seiten "aufzufüllen".
Reader zu »Henning Mankell: Kennedys Hirn« 11.04.2010
Ich kann den Unmut verstehen, den dieser Roman bei vielen ausloest, aber ich teile ihn nicht. Mir gefiel das Buch ausgezeichnet, obwohl ich mich trotzdem schwer tun wuerde es ungeschraenkt zu empfehlen, denn es ist tatsaechlich langsam. Ich finde gefallen an der Langsamkeit, kann allerdings nachvollziehen, dass die Mehrheit bei solch einem brisanten Thema mehr Spannung erwartet.Wie bereits hier oft angemerkt, fehlen viele Antworten. Aber gerade das macht das Buch so spannend. Wer einmal die angeschnittenen Themen wie Kennedys Hirn, die Entstehung von HIV und die Rolle von Pharmakonzernen googelt, wird auf einige interessante Fakten und auch Theorien stossen, die den Hintergrund fuer die Geschichte liefern. Hiermit hat Mankell etwas Grossartiges geleistet, er hat naemlich meine Neugier geweckt und ich habe selbst ein wenig nachgeforscht.Ich vertrete auch die Ansicht, dass nicht alles ausgesprochen werden muss. Verzweiflung, Trauer und Wut kann man auch einfach mal im Raum stehen lassen, ohne zu kommentieren, zu werten oder gar den Versuch zu unternehmen, diese in Nichts aufzuloesen.Kritikpunkte fand ich allerdings trotzdem. Zum Einen kommt es mir so vor als ob Mankell wenig Ahnung von Computern und Internet hat. Das fand ich schon sehr deutlich zu erkennen bei dem Krimi "Die Brandmauer" (ein ausgesprochen furchtbar gewaehlter Titel, meines Erachtens). Ich frage mich, ob seinem Editor diese Makel nicht auffallen und ob niemand gegenliest und auf Fehler aufmerksam macht.Zum Anderen ist es mir schleierhaft, wie Louise staendig entkommen kann, waehrend die anderen um sie sterben wie die Fliegen. Aber das ist wohl eines der ungeloesten Raetsel, die man einfach so hinnehmen muss.Alles in Allem war Kennedys Hirn fuer mich ein gelungener Roman, der die Neugierde und den Forscherdrang weckt.
Alex zu »Henning Mankell: Kennedys Hirn« 07.04.2010
Durch dieses Buch hat Mankell es geschafft, zumindest ein oberflächliches Interesse für Afrika zu wecken, was für mich zuvor ein weißer Fleck auf dem Globus war. Die Melancholie und Trauer, die das Buch scheinbar in die Länge ziehen sind durchaus berechtigt - Hallo, die Frau hat ihren Sohn verloren!!!

Es gibt in der Tat große Schwächen in der Story (Arons Tod und warum wird die Person kurz vor Ende des Buches erst getötet, als sie mit Louise spricht und nicht schon vorher? Damit Louise es auch wirklich mitbekommt? Unlogisch).

Viele Charaktere sind jedoch auch wunderbar gelungen, zum Beispiel der des schwedischen Konsuls Lars Hakansson. Was treibt ihn wirklich an, was unterscheidet seine Absichten von seinem wirklichen Handeln?

Am schlimmsten zu ertragen sind teilweise die Dialoge besonders am Ende des Buches. Man liest und liest und denkt: "Aha, im Prinzip sehr interessant, mit Hintergedanken, fast philosophisch" und dann liest man nochmal und es fällt einem auf: So redet einfach kein Mensch, schon gar nich Schweden und Afrikaner die sich untereinander ja auf Englisch verständigen müssen.

65° sind durchaus angemessen.
Anja zu »Henning Mankell: Kennedys Hirn« 06.01.2010
Kennedys Hirn war mein erster Roman von Mankell und ich habe mich riesig auf das Buch gefreut. Ich wurde maßlos enttäuscht. Wie schon oben in der Rezi beschrieben verliert sich die Story in der Gedankenwelt von Louise.
Mich konnte dieser Roman weder fesseln noch begeistern.
Schade, ich hatte merh vom schwedischen Starautoren erwartet.
Zeta09 zu »Henning Mankell: Kennedys Hirn« 30.12.2009
Ich finde das Buch sehr spannend und sehr lesenswert, weil die Protagonistin sehr real wirkt, sie macht sich übers Geld Gedanken, handelt hastig und unbedacht, denn wie wir will sie wissen, was passiert ist.

Das Ende des Buches ist keinesfalls unbefriedigend - wenn dann nur für den Leser, der von dem Autor eine bestimmte "Performance" erwartet. Ich meine allerdings, dass es einem Autor freisteht, sein Buch enden zu lassen wie er will. Dieses Ende greift meine Gedanken auf und lässt mich nicht alleine dastehen...wer würde angesichts dieses Elends keinen Zorn empfinden?

Zudem erinnert es einen daran, dass das geschilderte Leid Realität ist und keine Fiktion. Hätte Mankell das Buch anders enden lassen, hätte man es wohl abgehackt, doch dieses Ende mit dem Nachwort des Autors bestätigt einem, dass dies die Welt ist in der wir leben. Ob es Experimente gibt oder nicht, das Leid der Menschen in Afrika ist echt.
Dr.Dieter Rohnfelder zu »Henning Mankell: Kennedys Hirn« 28.09.2009
Natürlich kein Krimi, sondern ein Afrika-Roman, und natürlich sind die mosambikanischen Szenen authentisch geschrieben. Trotzdem langatmig und zum Teil unrealistisch (der Tod Aarons!). Zu viel bleibt vage, wird nur angedeutet, in den Raum gestellt, nicht aufgelöst. Als Kritik am Missbrauch armer Afrikaner durch Pharma-Multis ist John Le Carré´s "Der ewige Gärtner" wesentlich besser. Von mir nur 62 Grad.
Catalina zu »Henning Mankell: Kennedys Hirn« 07.09.2009
Ich bin entäuscht von einigen hier. Ein Buch muss nicht immer alle Fragen beantworten und es muss auch nicht immer wie in der Realität dargestellt sein. Wenn einer diese Einstellung hat, sollte er garnicht erst Lesen. Dieses Buch hat mit Wallander nichts zu tun und sollte damit in keinster Weise verglichen werden. Wer Henning Mankell kennt, versteht auch "Kennedys Hirn". Wer es nicht verstanden hat, beim ersten lesen wird es nie verstehen. KH ist eines der besten Bücher die Mankell geschrieben hat. Der Mann versteht das Land, manche wissen nicht mal wo es auf der Weltkarte zu finden ist. Alle, die gedacht haben, das dieses Buch Wallander ähnelt, sollten Mankell lieber nicht mehr lesen.
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Werner Muth zu »Henning Mankell: Kennedys Hirn« 29.01.2009
Was Henning seiner Leserschaft mit diesem abstrusen Machwerk vermitteln wollte, darüber denke ich noch ein wenig nach.
Aber diese dilettantischen, möchte fast sagen hilflosen Fehler im Aufbau der Story lassen mich vermuten, dass er (wie einst ein Herr Konsalik) inzwischen schreiben lässt.
Bestsellerautoren müssen halt jährlich ein bis zwei neue Werke "produzieren" so lange die Hype noch anhält (die Bücher noch kritiklos wie warme Brötchen gekauft werden).
Nur ein Beispiel:
Die gesamte spanische Polizei sucht nach Aaron, der von einem Kirchenbesuch nicht zurückkehrt.
Bald darauf wird Aaron durch ein schwedisches Fahndungsersuchen sogar weltweit gesucht.
Nix passiert. Aber Luise erhält eines Tages (anonym ?) seinen Odbuktionsbefund.
Na ja. Da ist dem Schreiber noch geschwind etwas eingefallen um die letzten 3 - 4 der dem Verleger versprochenen Seiten zu füllen.
Kurzum: Ich bin bekennender Mankell-Fan. Und ich habe hier selbstverständlich keine Wallander-Episode erwartet. Die Anklage, die Henning hier rüberbringen wollte (Verhältnis der "Zivilisierten" zu den afrikanischen Menschen, kaltschnäuziges Profitdenken der globalen Pharma-Multis),
ist auch bei mir angekommen.
Aber, dieses Buch hätte er besser selbst noch einmal probelesen sollen.
Was der Stuss mit JFKs Hirn in dieser Story sollte ??
Ich werde es wohl nicht mehr ergründen.

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