Die Brandmauer von Henning Mankell

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1998 unter dem Titel Brandvägg, deutsche Ausgabe erstmals 2001 bei Zsolnay.
Ort & Zeit der Handlung: Schweden / Schonen / Ystad, 1990 - 2009.
Folge 8 der Kurt-Wallander-Serie.

  • Stockholm: Ordfront, 1998 unter dem Titel Brandvägg. 453 Seiten.
  • Wien: Zsolnay, 2001. Übersetzt von Wolfgang Butt. ISBN: 3-552-05168-6. 574 Seiten.
  • München: dtv, 2003. Übersetzt von Wolfgang Butt. ISBN: 3423206616. 570 Seiten.
  • München: dtv, 2005. Übersetzt von Wolfgang Butt. ISBN: 3423086084. 570 Seiten.
  • München: dtv, 2010. Übersetzt von Wolfgang Butt. ISBN: 978-3423212199. 570 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2010. Gesprochen von Ulrich Pleitgen. gekürzt. ISBN: 3899033310. 6 CDs.

'Die Brandmauer' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

»Wallander hatte noch nie etwas vergleichbares erlebt. Ein Todesfall, der sich wiederholte. Eine Leiche, die zurückkehrte.« In Wallanders achtem Fall geht es nicht nur darum, ein Computerverbrechen aufzudecken, sondern auch die Brandmauern, die Menschen um ihr Innerstes aufrichten, zu durchbrechen.

Das meint Krimi-Couch.de: »Applaus für einen außerordentlichen Roman« 84°

Krimi-Rezension von Lars Schafft

Kommissar Wallanders letzter Fall – das Stand schon lange vor dem Erscheinen des Buches fest. Diese Tatsache und der eigenartige Titel Die Brandmauer allein machen schon neugierig. Nicht umsonst: Wallanders Finale ist eine furiose Reise in die New Economy und die Machtzentren des weltweiten Finanzsystems, die den Leser schlußendlich mehr als kritisch die Entwicklung der Globalisierung sehen lässt.

Zwei Mädchen bringen brutal einen Taxi-Fahrer um. Mit Hammer und Küchenmesser. Fast gleichzeitig wird die Leiche eines Programmierers vor einem Geldautomaten gefunden. Ein Schlaganfall, stellen die Mediziner fest. Doch der Arzt des IT-Sicherheits-Experten spricht dagegen: Topfit sei sein langjähriger Patient gewesen; ein Schlaganfall? Unmöglich!

Dann überschlagen sich die Ereignisse: Eine der mutmaßlichen Taxi-Fahrer-Mörderinnen flieht. Ganz Schonen liegt im Dunkeln – ein Stromausfall. Ausgelöst durch eine verkohlte Leiche über dem Transformator. Die Leiche des Programmierers wird aus der Pathologie gestohlen. Auf Wallander wird geschossen. Und als wenn das noch nicht genug wäre, muss sich Wallander mit einer Anzeige wegen Körperverletzung auseinandersetzen: Bei der Vernehmung der Mädchen ist ihm die Hand ausgerutscht.

Mankell gibt kurz vor dem endgültigen Schlußstrich der Wallander-Krimis ordentlich Gas, neue Wege tauchen auf, um ins Nichts zu führen, der schlaflose Kommissar hetzt von einer Katastrophe in die nächste. Intrigen im Präsidium und eine Liaison per Kontaktanzeige setzen ihm auch privat zu. Doch die beiden Fälle – oder ist es nur einer? – gewinnen an Eigendynamik, bei denen die emsigen Ermittler sogar auf einen jugendlichen Profi-Hacker angewiesen sind. Was ist das Ziel der Computerterroristen, denen sie auf der Spur sind? Als Wallander dahinter kommt, ist es fast zu spät, die Apokalypse steht kurz bevor.

»Ich glaube ja, dass das, was in diesem Buch steht, bald geschehen wird.« Mit diesen bedrückenden Worten lässt Henning Mankell den Vorhang fallen. Applaus für einen außerordentlichen Roman und standing ovations für eine große Krimi-Reihe!

Lars Schafft, Juni 2002

Das meinen andere:

»Es ist wohl Zeit, dass der grüblerische Kommissar abdankt; nicht alle Handlungsfäden sind so souverän verknüpft wie sonst. Aber viel Spannung und Atmosphäre bietet Mankell noch immer – ganz zu schweigen von der düsteren Aktualität des Plots.« (Der SPIEGEL)

»Der neueste Mankell-Roman ist nicht der beste. Kommissar Wallander und seinem Schöpfer scheint ein bisschen die Luft auszugehen. Die Länge des Buches macht dieses Manko nicht wett.« (Focus)

»Henning Mankell bringt noch einmal das Kunststück fertig, den Leser 574 Seiten lang bei der Stange zu halten, ihn in die Seelen seiner Protagonisten schauen und unglaubliche Abgründe spüren zu lassen.« (Radio Bremen)

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cannonball zu »Henning Mankell: Die Brandmauer« 25.07.2014
Ich habe das Buch im Jahr 2014 zum ersten Male gelesen und ich finde es außerordentlich!Das Jahr der NSA Abhörgeschäfte,das Anzapfen von Glasfaserkabeln und die ständige Kontrolle der Weltbank und der Finanzmärkte durch die hauptsächlich chinesischen und amerikanischen Wirtschafts-und Politikverbrecher ist das jahr,in dem Mankells Roman an Aktualität nicht zu überbieten ist.Warum sollte ein simpler Geldautomat,der vernetzt ist mit anderen,nicht das gesamte System beeinflussen können.Wallanders Unkenntnis dem Internet-Geschäft gegenüber macht das Buch noch realistischer.Ein bis zur letzten Seite überzeugender Roman,den man gerade jetzt (nochmals?!) lesen sollte,um diese Kartelle und Hackermöglichkeiten beser durchschauen zu lernen!
Urteil also :hervorragend und spannend
pema zu »Henning Mankell: Die Brandmauer« 23.03.2014
Meiner Ansicht nach der schwächste Wallander, ein völlig unsinniger Plot (von Angola aus per EDV die Welt lahmlegen mittels eines Geldautomaten in Ystad, ja geht's noch?).
Dazu die Länge, die zum Teil aus später ja auch nicht aufgeklärten Dingen beruht und auf den permanenten Wiederholungen (Wetter, "dann wissen wir das", zusammenfassenden Sitzungen, Kaffee holen).
David zu »Henning Mankell: Die Brandmauer« 01.11.2013
Das ist nun der vierte Wallander, den ich gelesen habe (zu Trainingszwecken in der englischen Übersetzung...) und es ist mir immer noch nicht gelungen, dass mir dieser Kommissar sympatisch ist...

Abgesehen von seinen ermittlungstechnischen Fehler, die hier schon zu Hauf geschildert werden, erscheint er mir als griesgrämiger, alter Sturkopf... wird Zeit, dass er abtritt...

"Firewall" ist vollkommen unnötig total in die Länge gezogen (nur als Beispiel: was interessiert es mich, ob der Wallander jetzt Spaghetti oder Ravioli oder was auch immer zum Nachtessen einnimmt...)

Ausserdem holpert der Plot doch ziemlich gewaltig: Wenn es schon so eine durchdachte Terrorbande ist, warum sollte sie denn alles versuchen, dass die Ermittler möglichst viele Hinweise haben? Auf den Bankomat, auf den PC von Falk?

Gutes Training für das Englisch, aber nicht mehr!
Kasia zu »Henning Mankell: Die Brandmauer« 06.09.2010
Jetzt, nachdem es schon ein paar Jahre her ist, seit behauptet wurde, dass "Die Brandmauer" der letzte Wallander ist, sind wir eines Besseren belehrt worden... Damals war ich echt traurig.
Es wäre ein unfertiger Abschluss einer Reihe und umso mehr freue ich mich auf "Der Feind im Schatten".
Aber zurück zu "Die Brandmauer".
Ich finde dieses Buch nach dem 2ten Lesen immer noch sehr spannend und interessant.
Charaktere wie der Computer-Hacker Modin, Elvira und Sten Widen halten die Geschichten menschlich und glaubwürdig.
Auch in diesem Fall stößt Wallander an seine Grenzen. Von Stunde zu Stunde passiert etwas unglaublich Brutales und Geheimnisvolles.
Normal denkende und gut ausgebildete Menschen fühlen sich dem Ganzen nicht gewachsen, wenn es um das Internet und Programmierungen geht (ist ja bis heute nicht anders). So auch Kurt Wallander, der mit den "Dingern" überhaupt nicht klar kommt.
Auch in diesem Buch bedient sich Mankell einfacher Sprache. Ob das nun was für die U-Bahn ist (wie eine Vorgängerin bemängelte) oder für einen gemütlichen Lese-Tag - sei dahin gestellt. Ich genieße jeden Roman und erfreue mich jedes Mal an dem fließenden, spannenden Schreibstil.
Ein hochinteressantes, spannendes Buch mit einem "schönen" Finale, was Linda anbetrifft. Ich kann es nur empfehlen.
dieschlaue zu »Henning Mankell: Die Brandmauer« 05.01.2010
Es ist erstaunlich, wieviel Langeweile man auf fast 600 Seiten unterbringen kann. Das Muster ist immer dasselbe: Wallander und seine Mitstreiter sind immer müde; verstehen überhaupt nicht, was vor sich geht; treffen sich immer um 8 Uhr zu Besprechungen (bei denen nur die Ereignisse der letzten 30 Seiten noch mal durchgekaut werden); essen immer belegte Brote und fragen sich immer, wieso sie eigentlich bei der Polizei sind und wie schlecht die Welt geworden ist. Als wäre das alles nicht schlimnm genug, versteht es Wallander immer wieder, durch seine Unfähigkeit andere Personen in Gefahr zu bringen. Und ermittelt wird sowieso nicht, nicht mal einfachsten Fragen wird nachgegangen, Ermittlungserfolge ergeben sich rein zufällig. Fast immer heisst es: "Wir wissen zu wenig", "wir warten noch ab", "wir sehen den Zusammenhang nicht", "vielleicht gehen wir in die falsche Richtung" (äh: welche Richtung???). Und wenn doch mal ein interessantes Ergebnis rauskommt, heisst es: "das prüfen wir später, wir haben wichtigeres zu tun" (was denn???). Als halbwegs intelligenter Mensch fühle ich mich veralbert.

Das ist Trivial-Literatur, geeignet allenfalls für die U-Bahn. Wenn man 2 Wallander-Bücher gelesen hat, kennt man alle und kann sie getrost zum Altpapier bringen (verbrennen darf man Bücher ja nicht mehr).
0 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Tina zu »Henning Mankell: Die Brandmauer« 09.11.2009
ich versteh nicht, warum so viele eine Aufloesung vermissen...auch in anderen Mankell-Büchern.ich mag genau das...denn wie wahrscheinlich ist es alle Verstrickungen aufzuloesen?die geschichten enden da, wo sie für den ermittler enden.der leser schließt das buch und ist schon fast gezwungen sich gedanken zu machen...und das ist doch das, was erreicht werden soll.wer sich wünscht,dass alle fragen beantwortet werden,sollte wohl lieber aufhoeren zu lesen und den fernsehr anschalten!
Merlin zu »Henning Mankell: Die Brandmauer« 06.07.2009
also ich fand dieses buch an der obergrenze von lauwarmer kost bis in richtung gut. vielleicht liegt es daran, dass der schluss eher enttäuschend ist, denn wirklich enträtselt ist nichts. was wäre gewesen, wenn es geklappt hätte mit dem computergau? warum ist gerade dieses mädchen, das zweite opfer, ermordet worden. und starb der computerspezi wirklich eines natürlichen todes? viele offene fragen, auf die ich mir schon eine antwort erhofft habe. dabei war das buch, bis auf einpaar kleine durststrecken (die durchaus vertretbar waren) spannend. aber ich habe den eindruck, irgendwie mit spannung vollgepumpt worden zu sein, und am schluß gibt es statt einem feuerwerk einen lauwarmen "blubb".
schade, gut begonnen, schwach aufgehört.
ChimChim zu »Henning Mankell: Die Brandmauer« 15.05.2009
Sehr schönes Buch, spannend von Anfang bis Ende! Auch wenn der Fall an sich etwas fiktiv ist und ein, zwei fragen am Ende unbeantwortet bleiben, ist es doch ein durch und durch klassischer Wallander und wie ich finde einer der besten! Man sollte sich also von diesem Computer-Thema nicht abschrecken lassen. Kaufen & lesen!!! ;)

lg ChimChim
Alex zu »Henning Mankell: Die Brandmauer« 30.01.2009
Wallanders letzter Fall, das bedeutet: Mord, neue Liebe, Intrige und natürlich Afrika!

Ein Mann bricht vor einem Geldautomaten zusammen. War es Tod-, Hirn- oder Herzschlag?

Zwei Mädchen töten einen Taxifahrer um an Geld zu kommen und zeigen keine Reue. Was passiert nur mit der schwedischen Gesellschaft, fragt sich Wallander.

Sobald das Verhör beginnt langweilig zu werden, flieht eines der Mädchen, um wenig später durch ihren Tod einen Stromausfall auszulösen. Bis hierhin sind die Täter noch genial (denn vom Hauptzweck des Stromausfalls wird gekonnt abgelenkt). Dann allerdings wird es ein wenig irrational: die Täter klauen die Leiche Nr. 1 schneiden ihr die PC-Finger ab (um die Aufmerksamkeit auf das Arbeitsgerät zu legen versteht sich) und versuchen Wallander zu töten.

Musste das sein? Ja, denn ohnedies wäre Wallander dem Komplott nicht auf die Spur gekommen und hätte ohne Happy End abtreten müssen.

Eine stehende Ovation für dieses, wie für die gesamte Serie!
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
WelpeMax zu »Henning Mankell: Die Brandmauer« 27.07.2008
Ein würdiger Abschluss einer Krimiserie ! Eine Serie die sehr viel Spaß bereitete zu lesen und hier kann sagen der Autor hat am Höhepunkt seiner Romanfigur aufgehört, hätte gern noch weitere gelesen ! 84°
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