Der Mann, der lächelte von Henning Mankell

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1994 unter dem Titel Mannen som log, deutsche Ausgabe erstmals 2001 bei Zsolnay. 381 Seiten. ISBN-10: 3-552-04991-6, ISBN-13: 978-3-552-04991-8. Übersetzt von Erik Gloßmann.
Ort & Zeit der Handlung: Schweden / Schonen / Ystad, 1990 - heute.
Folge 4 der Kurt-Wallander-Serie.

'Der Mann, der lächelte' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

»Immer steht man mit einem Bein im Sumpf und mit dem anderen in der Blumenwiese, dachte Wallander grimmig.« Wozu Menschen fähig sind in einer Welt, in der sich alles nur um Kaufen und Verkaufen dreht, dass muss er im Laufe dieser aufreibenden Ermittlungen erkennen, die ihn ins Zentrum eines internationalen Verbrecherrings führen. Nur dank des beherzten Eingreifens von Ann-Britt Höglund kommt er selbst mit heiler Haut davon.

Das meint Krimi-Couch.de: »Klassenkampf auf schwedisch« 68°

Krimi-Rezension von Lars Schafft

Das Wetter ist schlecht. Die Menschen sind schlecht. Eigentlich die ganze Welt. Und erst recht die Wirtschaft. Das lehrt uns Henning Mankell in seinem Krimi »Der Mann, der lächelte«.

Kurt Wallander ist am Boden. Dass er einen Menschen erschossen hat, verkraftet er nicht. Betäubt von Alkohol und Depression dreht er einsame Runden am Strand vom dänischen Skagen. Sogar den Dienst will er quittieren – für immer. Seine Tochter Linda schafft es immerhin, den todessehnsüchtigen Wallander wieder auf die Beine zu bringen. Doch wieder zurück auf die Wache? Niemals. Das Kapitel ist abgeschlossen.

Bis Sten Torstensson auftaucht. Dessen Vater, Anwalt in Wirtschaftsfragen, ist bei dichtem Nebel in seinem Auto umgekommen. Ein Unfall, wie die Polizei meint. Das war Mord, ist sich Sten Torstensson sicher. Auch Wallander glaubt der Theorie seiner Kollegen nicht mehr, nachdem er aus der Zeitung erfährt, dass Sten Torstensson erschossen worden ist.

Wallander nimmt die Ermittlungen auf, führt sich schneller wieder in den Job ein, als Kollegen und er selbst je geahnt haben. Die Spur der Torstenssons führt Kurt Wallander in die Bel Etage der schwedischen Wirtschaft, die zu allem bereit scheint, um ihren Reichtum sicher zu stellen …

»Der Mann, der lächelte« nutzt das alte David-gegen-Goliath-Motiv: Der unbedeutende Kommissar einer schwedischen Kleinstadt allein gegen ein Wirtschaftsimperium – Klassenkampf auf schwedisch. Dabei kann Mankells Roman nicht so fesseln wie Mörder ohne Gesicht. Wallanders Ermittlungen basieren zu häufig auf Inspiration, auf spontane Eingebungen und Gedankengänge, für die er selbst keine Begründung findet, die ihn der Lösung aber trotzdem näher bringen. Wallander-Superstar. Keine Frage, dass David Goliath schlägt – nur die Siegesfeier bleibt aus: Ist ja eh alles schlecht, jetzt auch noch die Wirtschaft. Alles in allem: einer der schwächeren Wallander-Krimis.

Das meinen andere:

»Das raubt einem die Nacht. Das stärkt die Skepsis. Das ist starke (Kriminal-)Literatur.« (Die Welt)

»Auch Henning Mankells neuester Kriminalroman «Der Mann, der lächelte» hat wieder alle jene Qualitäten, die den Autor zu einem der meistgelesenen Krimischriftsteller Deutschlands gemacht haben: Über der spannenden Story ­ deren dramatisches Ende nicht überraschend kommt ­ liegt wieder ein fein gesponnenes Netz aus subtiler Gesellschaftsanalyse. Auch die zärtliche Genauigkeit, mit der Mankell die seelische Befindlichkeit seines Helden nachzeichnet, ist gewohnt effektvoll.« (Der SPIEGEL)

»Mankell schafft den Aufbau eines fast unerträglichen Spannungsbogens, der den Leser nicht zur Ruhe kommen lässt.« (Amazon.de)

Ihre Meinung zu »Henning Mankell: Der Mann, der lächelte«

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Chrisu zu »Henning Mankell: Der Mann, der lächelte« 04.01.2010
Warum ich die Krimis von Hening Mankell so gerne mag? Weil ich finde, dass sich Henning Mankell mit den Menschen auseinander setzt.
Die Figur des Kurt Wallander ist kein Superheld mit der glücklichen Familie. Er hat auch keinen Sohn, der mit 15 Jahren schon alle Frauen flachlegt. Auch hat er keine Tochter, die mit einem Mann niemals schlafen würde, bevor sie nicht verheiratet ist.
Kurt Wallander ist ein Mann um die 45, der zwar eine solide Lebensphilosophie vertritt, trotzdem aber nagen mehr oder weniger alltägliche Selbstzweifel an ihm, die ihn ab und an in eine exzessive Lebensweise treiben. Mit wenigen Worten: die Figur ist menschlich.
Nach seinen Erlebnissen in "Die weisse Löwin" treibt Kurt Wallander zu Anfang dieses Buches ohne Ziel durch das Leben. Er ist lange beurlaubt. Der Mord an einem befreundeten Anwalt ist Einstieg und Rückbesinnung auf seine vergessenen Ziele. Wie bei allen Wallander Romanen passiert das Verbrechen in Schweden, hat aber politischen und globalen Charakter und ist nichts anderes als ein Krimi, der sich mit einem aktuellen Problem grosser Tragweite auseinandersetzt.
Dr.Dieter Rohnfelder zu »Henning Mankell: Der Mann, der lächelte« 02.10.2009
Dominik und Alex haben Recht, wenn sie darauf hinweisen, dass James-Bond-artige Action-Szenen so gar nicht zu Wallander passen. Der Showdown am Schluss ist unglaubwürdig - einem internationalen Top-Kriminellen können 2 Kriminalbeamte nicht im Alleingang zur Strecke bringen! Auch ich finde, dass das einer der schwächeren Wallander-Romane ist; von mir 72 Grad.
Dominik zu »Henning Mankell: Der Mann, der lächelte« 23.02.2009
Ein tolles Buch sehr spannend geschrieben
halt Mankellstil
allerdings muss ich gestehen dass ich vom Ende enttäuscht bin.Meine Vorstellung von Wallender ist doch eine andere!
genau wie mein Vorredner es schon beschrieben hat.ein an sich zweifelnder alterner Kommisar wird zum Actionheld indem er zwei Söldner ausschaltet.
zu viel James Bond

trotzdem fesseln ich die Bücher von Henning Mankell immer wieder!!
Alex zu »Henning Mankell: Der Mann, der lächelte« 15.01.2009
Mankells Erzählstil ist wie immer fesselnd. Die Handlung allerdings erinnert eher an James Bond:

Der Bösewicht steht von Anfang an fest, er ist superreich, hat sein eigenes Schloss, jede Menge Bedienstete und ist nahezu übermächtig. Chef-Ermittler Wallander (007) steht als Bond-Girl erstmals die noch blutjunge Ann-Britt Höglund zur Seite (in späteren Büchern meine Lieblingsfigur). Die Bettszenen bleiben uns erspart.

Nachdem der Antagonist merkt, dass man auf seinen Fersen ist, folgen die Sprengstoffanschläge Schlag auf Schlag. Auf ähnlich weltfremde Art und Weise soll Wallander der Garaus gemacht werden: Abwurf aus einem fliegenden Heli (es wäre ja auch zu einfach, ihn zu erschießen).

Selbstverständlich entkommt der Held um sich in guter Agenten-Manie dem Wirtschaftsmörder in einem actionreichem Finale zu stellen und ihn zur Strecke zu bringen.

Zum Glück sind die nächsten Bände wieder mehr Wallander.
WelpeMax zu »Henning Mankell: Der Mann, der lächelte« 26.07.2008
"Das Wetter ist schlecht. Die Menschen sind schlecht. Eigentlich die ganze Welt."

Deswegen mag ich die Krimis auch so und die Frage mit dem Kaffee ist gut, aber das sind eben die Details die ich in diesem Krimi liebe, finde diesen etwas düsteren Krimi schon gut beschrieben und würde nicht sagen das er besser bzw. schlerchter als der erste ist. Ich finde das Niveau bleib konstant gut, natürlich ist er ein Held mit Fehlern, aber das Böse gewinnt eben selten in fiktiven Büchern ! Auch dieses Buch bekommt 88°
0 von 4 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
hehablu zu »Henning Mankell: Der Mann, der lächelte« 04.04.2008
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Spannend wie alle seine Wallander-Krimis. Was ich aber kritisiere, dass man zu Beginn schon weiss wer der Täter ist.
N.B. Würde mich interessieren wie viel Kaffee der Komissar schon getrunken hat-
aschwede zu »Henning Mankell: Der Mann, der lächelte« 13.02.2007
ein schwaches buch. mankell ist ohne zweifel, ein guter schreiber. aber alles ist so vorhersehbar, düster, dunkel, deprimierend, ein gefallener held, der mit sich selbst kämpft, was o.k ist, aber auf dauer nervt. ständig diese wiederholungen: " woran wallander sich im nachhinein noch erinnern sollte..". ich finde ein wenig humor und witz, würde diesem potagonisten gut zu gesicht stehen.
mankell ist gut...rankin ist bessser!
Linn zu »Henning Mankell: Der Mann, der lächelte« 02.08.2006
Alles in allem ein gutes Buch, obwohl ich bemängeln muss, dass man den Täter schon sehr früh kannte. Das mochte ich nicht so sehr. Über Längen weiss Wallander schon wer der Mörder ist, hat nur Probleme ihn zu überführen. Dies nahm dem Buch ein wenig Spannung.

Dennoch wieder ein guter Mankell, seine Erzählweise ist grandios, er vermittelt die Gefühle und Gedanken seiner Figuren absolut authentisch und anschaulich. Wie er Schweden, oder besser gesagt Schonen beschreibt vermittelt mir in jedem Buch das Gefühl direkt dort zu sein.

Ein gutes Buch, wenn auch nicht so spannend wie seine Nachfolger, dennoch absolut lesenswert.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
ChimChim zu »Henning Mankell: Der Mann, der lächelte« 24.07.2006
Mein erster Wallander. Fand ihn aber nicht so schlecht wie viele hier geschrieben haben. Es war wirklich die ganze Zeit über spannend, man wusste zwar eigentlich schon recht früh wer der Mörder ist und was sich da alles abspielen könnte, aber es war doch sehr Interessant zu lesen wie Kurt den Mörder überführen wird. Auch wenn es am Ende etwas übertrieben rüber kommt. Trotzdem alles in allem ein gutes Buch das man sich ruhig mal durchlesen kann.
Markus Holl zu »Henning Mankell: Der Mann, der lächelte« 07.02.2006
Eher einer der schwächeren Wallander-Krimis.
Zu unrealistisch, überzogen und es kann einen Eindruck von Kurt erzeugen.
Aber ich habe es trotzdem gelesen und besitze auch das Buch, der Vollständigkeit halber...allerdings kommen die wirklich guten Mankell Krimis erst nach dem lächelnden Mann!

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