Der Mann, der lächelte von Henning Mankell

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1994 unter dem Titel Mannen som log, deutsche Ausgabe erstmals 2001 bei Zsolnay.
Ort & Zeit der Handlung: Schweden / Schonen / Ystad, 1990 - 2009.
Folge 4 der Kurt-Wallander-Serie.

  • Stockholm: Ordfront, 1994 unter dem Titel Mannen som log. 371 Seiten.
  • Wien: Zsolnay, 2001. Übersetzt von Erik Gloßmann. ISBN: 3-552-04991-6. 381 Seiten.
  • München: Saur, 2003. Übersetzt von Erik Gloßmann. Großdruck. ISBN: 3598800673. 512 Seiten.
  • München: dtv, 2003. Übersetzt von Erik Gloßmann. ISBN: 3423205903. 376 Seiten.
  • München: dtv, 2005. Übersetzt von Erik Gloßmann. ISBN: 3423086041. 376 Seiten.
  • Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2009. Übersetzt von Ulrich Pleitgen. gekürzt. ISBN: 978-3899036558. 6 Seiten.
  • München: dtv, 2010. Übersetzt von Erik Gloßmann. ISBN: 978-3423212151. 376 Seiten.

'Der Mann, der lächelte' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

»Immer steht man mit einem Bein im Sumpf und mit dem anderen in der Blumenwiese, dachte Wallander grimmig.« Wozu Menschen fähig sind in einer Welt, in der sich alles nur um Kaufen und Verkaufen dreht, dass muss er im Laufe dieser aufreibenden Ermittlungen erkennen, die ihn ins Zentrum eines internationalen Verbrecherrings führen. Nur dank des beherzten Eingreifens von Ann-Britt Höglund kommt er selbst mit heiler Haut davon.

Das meint Krimi-Couch.de: »Klassenkampf auf schwedisch« 68°

Krimi-Rezension von Lars Schafft

Das Wetter ist schlecht. Die Menschen sind schlecht. Eigentlich die ganze Welt. Und erst recht die Wirtschaft. Das lehrt uns Henning Mankell in seinem Krimi »Der Mann, der lächelte«.

Kurt Wallander ist am Boden. Dass er einen Menschen erschossen hat, verkraftet er nicht. Betäubt von Alkohol und Depression dreht er einsame Runden am Strand vom dänischen Skagen. Sogar den Dienst will er quittieren – für immer. Seine Tochter Linda schafft es immerhin, den todessehnsüchtigen Wallander wieder auf die Beine zu bringen. Doch wieder zurück auf die Wache? Niemals. Das Kapitel ist abgeschlossen.

Bis Sten Torstensson auftaucht. Dessen Vater, Anwalt in Wirtschaftsfragen, ist bei dichtem Nebel in seinem Auto umgekommen. Ein Unfall, wie die Polizei meint. Das war Mord, ist sich Sten Torstensson sicher. Auch Wallander glaubt der Theorie seiner Kollegen nicht mehr, nachdem er aus der Zeitung erfährt, dass Sten Torstensson erschossen worden ist.

Wallander nimmt die Ermittlungen auf, führt sich schneller wieder in den Job ein, als Kollegen und er selbst je geahnt haben. Die Spur der Torstenssons führt Kurt Wallander in die Bel Etage der schwedischen Wirtschaft, die zu allem bereit scheint, um ihren Reichtum sicher zu stellen …

»Der Mann, der lächelte« nutzt das alte David-gegen-Goliath-Motiv: Der unbedeutende Kommissar einer schwedischen Kleinstadt allein gegen ein Wirtschaftsimperium – Klassenkampf auf schwedisch. Dabei kann Mankells Roman nicht so fesseln wie Mörder ohne Gesicht. Wallanders Ermittlungen basieren zu häufig auf Inspiration, auf spontane Eingebungen und Gedankengänge, für die er selbst keine Begründung findet, die ihn der Lösung aber trotzdem näher bringen. Wallander-Superstar. Keine Frage, dass David Goliath schlägt – nur die Siegesfeier bleibt aus: Ist ja eh alles schlecht, jetzt auch noch die Wirtschaft. Alles in allem: einer der schwächeren Wallander-Krimis.

Das meinen andere:

»Das raubt einem die Nacht. Das stärkt die Skepsis. Das ist starke (Kriminal-)Literatur.« (Die Welt)

»Auch Henning Mankells neuester Kriminalroman «Der Mann, der lächelte» hat wieder alle jene Qualitäten, die den Autor zu einem der meistgelesenen Krimischriftsteller Deutschlands gemacht haben: Über der spannenden Story ­ deren dramatisches Ende nicht überraschend kommt ­ liegt wieder ein fein gesponnenes Netz aus subtiler Gesellschaftsanalyse. Auch die zärtliche Genauigkeit, mit der Mankell die seelische Befindlichkeit seines Helden nachzeichnet, ist gewohnt effektvoll.« (Der SPIEGEL)

»Mankell schafft den Aufbau eines fast unerträglichen Spannungsbogens, der den Leser nicht zur Ruhe kommen lässt.« (Amazon.de)

Ihre Meinung zu »Henning Mankell: Der Mann, der lächelte«

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pema zu »Henning Mankell: Der Mann, der lächelte« 18.01.2014
Der schlechteste Wallander, ich habe bis hierher alle in Reihenfolge gelesen.
So viel Kaffeetrinken, alle 10 Seiten eine Zusammenfassung dessen, was der Leser ohnehin weiß und eine völlig unglaubwürdige Story. Organhandel findet nicht in Weltfirmen statt und dass am Ende um den Firmenchef, der 11 Sekretärinnen hat, nur noch die zwei Leibwächter sind, ist völlig unglaubwürdig. Normalerweise haut der zuerst ab und dann der Rest.
Hakan Nesser mit van Veteren und Barbarotti ist da um Längen besser
Leo zu »Henning Mankell: Der Mann, der lächelte« 14.03.2013
Mein zweiter Wallander Roman nach Die falsche Fährte und wieder war er sehr spannend.Trotzdem fand ich die falsche Fährte etwas besser. Bei diesem Kriminalroman fieberte man nicht so mit Kurt Wallander mit wie bei der anderen Variante.
Besonders der Anfang des Buches war extrem spannend, der Teil darauf war aber eher langweilig und auch der Schluss war eher vorhersehbar.Etwas Unlogisch. Außerdem gefiel mir die Beziehung zwischen Kurt Wallander und Ann Britt Höglund.
Gut aber lange nicht so gut wie andere Wallander Romane.
Psychologische Struktur zu »Henning Mankell: Der Mann, der lächelte« 23.01.2012
Der Mann der lächelte ... war mein zweiter Wallander. Erste Erkenntnis: Es lohnt sich, die Bücher der Reihenfolge nach zu lesen, da doch einige Querverbindungen stattfinden, die zwar nicht zum Verständnis nötig sind, die Figur Wallander aber schlüssiger machen in all seinen Depressionen und lebensmüden Phasen. Ich fand dieses Buch sehr spannend, sehr realistisch, am Schluß ein kleiner Showdown, bei dem ich mich gefragt habe, wenn Wallander kamikazemäßig schon den Flughafen stürmt, um das alle erlösende Flugzeug aufzuhalten, warum schießt er nicht mit seiner vorgehaltenen Knarre los, damit das Ding nicht abhebt? Da würgt er noch seitenlang herum bis er ein Auto vors Flugzeug fährt um es auf der Rollbahn zu stoppen, nach dem Motte "bloß keinen Dreck machen", aber ansonsten sehr spannend, ich hab das Buch auch fast in einem Zug durchgelesen. Viel besser als der erste Wallander "Mörder ohne Gesicht". Grundsätzlich wird immer viel Kaffe getrunken und viel Wetter beschrieben, als ob man sich das Wetter nicht vorstellen kann im November...aber wenn man sich daran gewöhnt hat, würde man es für das "Wallander-Atmo-Gefühl" sogar vermissen. Mir gefallen die "Nordlichter" immer besser als jeder amerikanische Thriller.
Conan08 zu »Henning Mankell: Der Mann, der lächelte« 09.01.2011
Ein guter Wallander-Roman, wie immer. Dennoch, einer der schlechteren Wallander-Romane.

Wiedermal eine gute und äußerst realistische Thematik: Skrupelloser Kapitalismus auf Kosten menschlicher Gesundheit, kombiniert mit illegalem Organhandel.

Der Roman fängt sehr ruhig, beschaulich, gemütlich an. Ganz nach meinem Geschmack. Danach kommen die Ermittlungen richtig in Gang. Wallander ist viel unterwegs, ermittelt erfolgreich. Viele, viele Actionszenen. Es passiert ganz schön viel Interessantes in der ersten Hälfte des Buches. Doch was danach folgt, waren ca. 100 langeweilige Seiten, wo man den Eindruck hat, es wird fast nur im Polizeipräsium in Ystad ermittelt, eine Besprechung nach der anderen. Es passiert nichts.

Der Unterschied zu allen anderen Wallander-Romanen ist einfach der, dass sich fast alle Cliffhangar, und die besten Passagen des Buches in der ersten Hälfte stattfinden. Erst gegen Ende des Buches wurde es wieder richtig interessant. Was ich damit sagen möchte. Es ist ja nicht so, dass man nicht durchgängig interessante Dinge im gesamten Buch erfahren hat. Das schon. Alleine die Personen rund um Alfred Harderberg und den beiden ermordeten Rechtsanwälten sind/waren äußerst interessante besondere Charaktere.

Top ist: Schloß Farnholm ist in der Vorstellung mit der gruseligste, athmosphärischste Schauplatz der Wallander-Romane.

Fazit: Hätte ein Top-Wallander werden können, wenn die Handlung bzw. die Cliffhangar anders gesetzt/verteilt worden wären. Gemeinsam mit "Mörder ohne Gesicht" mein persönlich ungeliebtester Wallander-Roman.
Chrisu zu »Henning Mankell: Der Mann, der lächelte« 12.08.2010
Wallander ist schon längere Zeit wg. Depressionen im Krankenstand, als ein Freund ihn bittet, den Tod seines Vater aufzuklären, weil er glaubt, dass es Mord war. Nach einigen Recherchen wird auch sein Freund getötet und Kurt Wallander ist sich jetzt sicher, dass da mehr dahinterstecken muss. Dabei lernt er auch Harderberg kennen, ein bekannter und geachteter Mann, aber sein Instinkt sagt ihm, dass dieser Mann nicht der ist, für den er sich ausgibt.
Wieder ein Mankell, der seinen Kommissar mit kriminalistischen Gespür die Spannung durch das ganze Buch führen läßt.
Kasia zu »Henning Mankell: Der Mann, der lächelte« 02.08.2010
Dieses Buch habe ich an 1,5 Tagen durchgelesen und fand es sehr gut.
Ich hab schon mal in einer meiner Bewertungen geschrieben, dass es für mich - als Riesen-Fan - immer etwas schwierig ist irgendetwas an Henning Mankell zu kritisieren (ich finde einfach nichts. Nur einen einzigen Roman fand ich bisher uninteressant - und hab es auch hier zugegeben).
"Der Mann, der lächelte" ist ein Buch, welches ist ebenfalls aus dieser Reihe empfehlen möchte. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass wenn man etwas gut findet, man auch die ganze Reihe lesen sollte, um einfach zu erfahren, wie es mit den Personen weiter geht. Schließlich entwickeln sich diese ja auch weiter (was ich persönlich interessant finde und was mich dazu bringt, immer Geld für ganze Reihen auszugeben).
Ich habe mir gerade die Bewertungen der anderen durchgelesen und darüber nachgedacht, wie ich es sehe.
Ihr habt Recht, wenn Ihr sagt, dass 2 Menschen letztendlich einen Verbrecherring nicht im Alleingang bewältigen können.
Beim Lesen fällt mir so etwas nie auf, denn ich bin absolut und total in der geschriebenen Geschichte drin und fühle mich da rein.
Ich finde den Schreibstil Mankells wie immer hervorragend.
Es ist das Wort für die breite Maße: leichtverständlich und allgemein interessant.
Kurt Wallander ist ein Mensch mit Ecken und Kanten. Von so einer selbstzerstörerischen Art, die am Anfang auf Wallander bezogen beschrieben wird, habe ich schon mehrmals in anderen Geschichten gehört oder gelesen. Es ist einfach so, dass die Menschen unterschiedlich auf schreckliche Situationen reagieren. Das mag ich halt an Mankell. Die Menschen sind halt nicht 007 oder was auch immer.
Sondern genauso wie Du und ich.
Da ich mein Lieblingsbuch "Die weiße Löwin" mit 100° bewertet habe und hier doch ein paar Abstriche machen muss, gibt es hierfür 90°.
Chrisu zu »Henning Mankell: Der Mann, der lächelte« 04.01.2010
Warum ich die Krimis von Hening Mankell so gerne mag? Weil ich finde, dass sich Henning Mankell mit den Menschen auseinander setzt.
Die Figur des Kurt Wallander ist kein Superheld mit der glücklichen Familie. Er hat auch keinen Sohn, der mit 15 Jahren schon alle Frauen flachlegt. Auch hat er keine Tochter, die mit einem Mann niemals schlafen würde, bevor sie nicht verheiratet ist.
Kurt Wallander ist ein Mann um die 45, der zwar eine solide Lebensphilosophie vertritt, trotzdem aber nagen mehr oder weniger alltägliche Selbstzweifel an ihm, die ihn ab und an in eine exzessive Lebensweise treiben. Mit wenigen Worten: die Figur ist menschlich.
Nach seinen Erlebnissen in "Die weisse Löwin" treibt Kurt Wallander zu Anfang dieses Buches ohne Ziel durch das Leben. Er ist lange beurlaubt. Der Mord an einem befreundeten Anwalt ist Einstieg und Rückbesinnung auf seine vergessenen Ziele. Wie bei allen Wallander Romanen passiert das Verbrechen in Schweden, hat aber politischen und globalen Charakter und ist nichts anderes als ein Krimi, der sich mit einem aktuellen Problem grosser Tragweite auseinandersetzt.
Dr.Dieter Rohnfelder zu »Henning Mankell: Der Mann, der lächelte« 02.10.2009
Dominik und Alex haben Recht, wenn sie darauf hinweisen, dass James-Bond-artige Action-Szenen so gar nicht zu Wallander passen. Der Showdown am Schluss ist unglaubwürdig - einem internationalen Top-Kriminellen können 2 Kriminalbeamte nicht im Alleingang zur Strecke bringen! Auch ich finde, dass das einer der schwächeren Wallander-Romane ist; von mir 72 Grad.
Dominik zu »Henning Mankell: Der Mann, der lächelte« 23.02.2009
Ein tolles Buch sehr spannend geschrieben
halt Mankellstil
allerdings muss ich gestehen dass ich vom Ende enttäuscht bin.Meine Vorstellung von Wallender ist doch eine andere!
genau wie mein Vorredner es schon beschrieben hat.ein an sich zweifelnder alterner Kommisar wird zum Actionheld indem er zwei Söldner ausschaltet.
zu viel James Bond

trotzdem fesseln ich die Bücher von Henning Mankell immer wieder!!
Alex zu »Henning Mankell: Der Mann, der lächelte« 15.01.2009
Mankells Erzählstil ist wie immer fesselnd. Die Handlung allerdings erinnert eher an James Bond:

Der Bösewicht steht von Anfang an fest, er ist superreich, hat sein eigenes Schloss, jede Menge Bedienstete und ist nahezu übermächtig. Chef-Ermittler Wallander (007) steht als Bond-Girl erstmals die noch blutjunge Ann-Britt Höglund zur Seite (in späteren Büchern meine Lieblingsfigur). Die Bettszenen bleiben uns erspart.

Nachdem der Antagonist merkt, dass man auf seinen Fersen ist, folgen die Sprengstoffanschläge Schlag auf Schlag. Auf ähnlich weltfremde Art und Weise soll Wallander der Garaus gemacht werden: Abwurf aus einem fliegenden Heli (es wäre ja auch zu einfach, ihn zu erschießen).

Selbstverständlich entkommt der Held um sich in guter Agenten-Manie dem Wirtschaftsmörder in einem actionreichem Finale zu stellen und ihn zur Strecke zu bringen.

Zum Glück sind die nächsten Bände wieder mehr Wallander.

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