Der Chinese von Henning Mankell

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2008 unter dem Titel Kinesen, deutsche Ausgabe erstmals 2008 bei Zsolnay.

  • Stockholm: Leopard, 2008 unter dem Titel Kinesen. 450 Seiten.
  • Wien: Zsolnay, 2008. Übersetzt von Wolfgang Butt. ISBN: 978-3-552-05436-3. 450 Seiten.
  • München: dtv, 2010. Übersetzt von Wolfgang Butt. ISBN: 978-3423212038. 608 Seiten.
  • [Hörbuch] München: Der Hörverlag, 2008. Gesprochen von Axel Milberg. ISBN: 3867172544. 7 CDs.
  • [Hörbuch] München: Der Hörverlag, 2010. Gesprochen von Axel Milberg. ISBN: 978-3867175500. 7 CDs.

'Der Chinese' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

An einem frostigen Januartag 2006 macht die Polizei von Hudiksvall eine grausige Entdeckung. In einem kleinen Dorf ist ein Massaker begangen worden, achtzehn Menschen wurden auf bestialische Weise getötet. Die Polizei vermutet die Tat eines Wahnsinnigen. Als Richterin Birgitta Roslin von der Tat liest, wird ihr sofort klar, dass ihre Adoptiveltern August und Britta Andrén unter den Mordopfern sind. Und mehr noch: So gut wie alle Ermordeten haben etwas mit ihr zu tun. Sie erkennt, dass die Polizei eine falsche Spur verfolgt, und beginnt zu recherchieren. Ihre Suche führt sie nach China, wo sie auf die grausamen Machenschaften der politischen Führungselite stößt. »Der Chinese« ist ein Thriller auf höchstem Niveau. Er hat nicht nur eine atemberaubende Handlung, sondern erzählt auch davon, was passiert, wenn ein Land zur wirtschaftlichen Supermacht wird, während im Inneren ein System politischer Unterdrückung herrscht. 

Ihre Meinung zu »Henning Mankell: Der Chinese«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

ferda meduna zu »Henning Mankell: Der Chinese« 19.07.2016
bin mit herrn schönau einig, das erstemal musste ich mich zwingen 'nen krimi zu ende zu lesen. . . und herr lükens "resistenzvorwurf" find ich etwas hochnäsig. . .wie andere leser hab ich gern krimis mit interessanten aspekten und informationen aber hier wird es doch gar langfädig und macht mir einen gesuchten und oberlehrerhaften eindruck
Peter Schönau zu »Henning Mankell: Der Chinese« 04.10.2014
Ich habe selten ein ein Buch mit dem Anspruch ein Thriller zu sein gelesen, das ich mich zwingen musste zu Ende zu lesen.

Langatmig und langweilig, um es auf den Punkt zu bringen.

Das Kernplot ist nicht originell: Rache aus einer lange zurückliegenden Vergangenheit.

Die Rücblenden und die Verlegung des Ortes der Handlung nach Peking wirken eher wie Werbung von TripAdvisor oder Geschichtsunterricht für Grundschüler.

Alles macht den Eindruck, als ob der Autor nie das Ziel aus den Augen verlor, ein Buch von einem Mindestumfang von 450 Seiten zu schreiben.
Diederich Lüken zu »Henning Mankell: Der Chinese« 17.09.2014
Ja, wer resistent ist gegen ein bisschen Bildung in Sachen Geschichte und aktueller Politik, kann das Buch natürlich nur etwas ratlos zur Seite legen. Mankell nutzt das Genre des Thrillers, um einige Einsichten zu verbreiten, die meines Erachtens bedenkenswert sind. Wie sich aus einer egalistisch gedachten Gesellschaft neue Eliten heranbilden, ist eindrucksvoll geschildert. Eine politische Ideologie führt zu Strukturen einer Unterdrückung, die den alten feudalistischen Machtmechanismen nahe kommt. Das so spannend beschrieben zu haben, ist ein Verdienst des Romans. Das andere ist die Darstellung, zu welchen menschlichen Deformationen die ungezügelte Rachsucht führen kann. Wie dann das eine mit dem anderen verknüpft wird, ist eine schriftstellerische Meisterleistung. Dem gegenüber erscheinen mir die Einwände bezüglich der kriminalistischen Logik kleinlich. Zu guter Letzt: Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, so spannend fand ich es.
mixas zu »Henning Mankell: Der Chinese« 24.01.2014
Ein entsetzliches Buch, allein der aufsehenerregende Vielfachmord zu Beginn erzeugt Spannung. Irgendwann im Laufe des Romans erfährt man dann nebenbei wer der Mörder ist, während Mankell sich längst anderen Dingen widmet. Das erste Buch über das ich mich permanent geärgert habe. Ich werde in nächster Zeit sicherlich keinen weiteren Mankell lesen.
Philipp Finck zu »Henning Mankell: Der Chinese« 03.01.2014
Also Ich muss sagen dass Ich das Buch anscheinend nicht verstanden habe.

Der Anfang war ziemlich spannend, der zweite Teil der in den USA Ende des vorletzten Jahrunderts spielte zog sich wie Kaugummi über fast 90 Seiten, die anderen beiden letzten Abschnitte sogten dann vollends für Verwirrung.

Die Story die präsentiert wird wirkt an den Haaren herbei gezogen und äusserst unlogisch. Sowohl der Teil der das Motiv für das Schlachtfest in Schweden darstellen soll, als auch die Handlungen um die chinesisch-afrikanischen Beziehungen.

Es ist mein erster Mankell den Ich gelesen habe und Ich hoffe dass dieses Buch nicht viel über das Gesamtwerk des Autors aussagt.
Cornelia Makosch zu »Henning Mankell: Der Chinese« 25.12.2013
Sehr geehrter Herr Krause,ich lese sehr, sehr gerne gute Krimis deren Inhalt auch durchaus vom Üblichen und dem klassischen Krimi bzw. Detektivroman abweichen darf und ich habe die Bücher von Henning Mankell immer als gut und kurzweilig empfunden - bis zu "Der Chinese". Den ich übrigens g a n z gelesen habe und gerade die ersten Seiten mehrfach, ohne daß mein Wissensdurst bezüglich (fehlender) Spuren außerhalb der Tatorte und einer roten Schleife, die wohl vom Winde, sozusagen als loses Ende, irgendwo in die Landschaft verweht wurde, befriedigt wurde. Ich sah da einfach nix vor meinem geistigen Auge...
Ich bleibe einfach dabei, wenn in einem kleinen Dorf achtzehn Menschen bestialisch dahingeschlachtet werden, geht das nicht ohne jegliche Spuren außerhalb der Tatorte ab, mag es nun zwischendurch geschneit haben oder nicht. Und wenn es inzwischen geschneit hat, dann steht das in einem guten Krimi auch da und ich muß mir nicht allgemein alles mögliche zusammenreimen um mir die Schwächen des Buches schönzureden.
Mit Ihrer schulmeisternden Schelte kritischer Leserkommentare widersprechen Sie ja sogar teilweise Ihren eigenen Erkenntnissen, da Sie ja selbst logische Fehler und Mängel bemerken, die mir garnicht aufgefallen sind.
Ich brauche eigentlich in einem guten Krimi keine "fast perfekten Metaphern für lose Enden" sondern einleuchtende Erklärungen und Begründungen für handlungsbestimmende Ereignisse oder es ist eben kein Krimi. Und ich brauche auch niemanden der mit erhobenem Zeigefinger die Kritik anderer Leser rezensiert.Hochachtungsvoll
Cornelia Makosch
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Markus Krause zu »Henning Mankell: Der Chinese« 17.12.2013
Eigentlich wollte ich, meines Zeichens Krimi-Couch-Neuling, hier nach beendeter Lektüre des Werkes hier nur meine Bewertung von "80" abgeben und es damit gut sein lassen.

Um noch ein paar Sätze über das Zustandekommen jener und meiner Sicht auf den Roman zu verlieren:

"Der Chinese" ist in meinen Augen ein etwas zu konstruiert wirkender, allerdings in typischer Mankell-Manier stilistisch gut geschriebener Kriminalroman, der sich trotz kleineren inhaltlichen Längen dank dem gewohnt kurzen Satzbau soghaft und flüssig liest.

Ebenfalls dürfen bei diesem Autor die sozial- und gesellschaftskritischen Betrachtungen, welche sich in diesem Fall hauptsächlich um die Entwicklung, Geschichte und Rolle Chinas in der Welt, sowie den Maoismus und seine Folgen für die Chinesen drehen, nicht fehlen.

Diese wirken bisweilen zwar belehrend, sind manchmal mehr, manchmal weniger geschickt in oder auch neben die Handlung eingebettet, aber trotzdem interessant und zeugen von guter Recherchearbeit und einem großen Verständnis und Kenntnisreichtum für diese Kultur.

Natürlich wird an manchen Stellen mehr als offensichtlich, wie der Autor seine eigene bekannte Vergangenheit als Alt-68er und Maoist verarbeitet, trotzdem beleuchtet er das Geschehen zwar mit einer deutlich erkennbaren, linksgerichteten politischen Einstellung aber mit dem nötigen Abstand und der gebotenen sachlichen Darstellungsweise.

Wer übrigens, um meinem Hauptanliegen hier ein wenig vorzugreifen, das geschilderte beginnende Eingreifen Chinas in die Entwicklung des afrikanischen Kontinents inklusive der Umsiedlung von Millionen von chinesischer Bauern (was vielleicht überzeichnet und nicht ganz realistisch ist, das wird die Zukunft zeigen) für völlig unrealistisch und hanebüchen aus der Luft gegriffen hält, der möge sich vielleicht folgenden Link der anerkannten FAZ aus der Entstehungszeit des Werkes per "Copy and Paste" aus diesem Kommentar herauslösen und ansehen:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/konjunktur/weltwirtschaft-china-rollt-den-afrikanischen-kontinent-auf-1328220.html

Weiterhin wird folgendes gerne kritisiert: Obwohl der Leser aufgrund der Schilderung der Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven, insbesondere auch der des Antagonisten und seines Vorfahren, am Ende mehr weiß als die Hauptprotagonistin Birgitta Roslin, bleiben einige kleinere Fragen offen, wie zum Beispiel die nach der Auflösung der Herkunft der roten Seidenschleife am Tatort, oder auch die nach dem Verlauf der weiteren Ermittlungen.

Dies ist jedoch gewollt, was im Buch auch mit dem Hinweis auf "lose Enden", welche bei vielen größeren Polizeiermittlungen vorkommen, mehrfach beschrieben wird.

Trotz der Kritik mancher Leser hieran gehört dies zur legitimen Freiheit des Autors und macht auch sicherlich irgendwo diese Geschichte aus.

Man könnte es sogar als Metapher auf das gesamte geschilderte Handlungsgeschehen sehen und noch weit mehr hineininterpretieren und weitere Parallelen zwischen Inhalt und stilistischer Gestaltung des Buches analysieren.

Aber genug dazu, ich will nicht übertreiben und meine eigentliche Absicht hier ist eine andere.

Zunächst jedoch noch einige Meinungen und Fakten zu inhaltlichen Dingen im "Chinesen": Wenn man die Gliederung Mankells in die vier Hauptabschnitte zu Grunde legt, so lässt sich bemerken, dass nur der erste Teil "Die Stille" ein typischer Kriminalroman ist.

Hier wird auch zunächst die taffe Ermittlerin Vivi Sundberg vorgestellt und man wähnt sich beinahe in einem abgewandelten Wallander-Roman.

Die Richterin und spätere Hauptfigur Birgitta Roslin wird erst nach 60 Seiten (Taschenbuchausgabe von dtv) eingeführt.

Zunächst ist man noch mittendrin in der Ermittlungsarbeit der Polizei und sympathisiert schon mit der Arbeits-und Denkweise von Vivi Sundberg, dann wird man abrupt aus dieser Perspektive herausgerissen und kommt im Verlauf des kompletten weiteren Buches nie mehr dorthin zurück.

Für den Spannungsbogen und die Charakterentwicklung Birgitta Roslins mag das wichtig sein, doch vermisst man die Sicht der Ermittlerin später trotzdem schmerzlich.

Sie tritt zwar weiterhin auf, allerdings nur als Nebenfigur. Auch scheint sie einiges an ihrer ursprünglich dargestellten Kompetenz eingebüßt zu haben, was man sicherlich nur teilweise mit dem ungewohnten extremen Stress und Druck, der auf ihr lastet, erklären kann.

So lässt sich nicht ganz erklären, warum Sundberg, die zunächst zu ähnlichen Schlüssen wie die Richterin kommt, später mitsamt der Polizei als ganzem, die doch klar erkennbar logischen zusammenhängenden Hinweise, auf die Roslin nach und nach stößt, scheinbar ignoriert.

Der berechtigte Einwand, dass in Schweden ein eingeflogener Mörder aus China wie im Buch unwahrscheinlich und zunächst unglaubwürdig ist, muss spätestens in dem Moment der Erkenntnis weichen, dass es hier in jedem Fall einen kontinentübergreifenden Zusammenhang geben muss, wenn klar wird, dass sowohl in Nevada und in Hesjövallen trotz der Entfernung in kürzester Zeit nur Mitglieder ein und derselben Familie ermordet wurden.

Ohne sonderlich mit den Arbeitsweisen der Kriminalpolizei vertraut zu sein, kann ich mir nur schwer vorstellen, dass in Zeiten von Interpol eine solche Tatsache von schwedischer und von amerikanischer Seite aus jeweils nicht näher untersucht wird.

Schließlich gibt es auch dort einen grausamen Mordfall an einer Familie zu untersuchen und das Ereignis in Schweden dürfte aufgrund der internationalen Schlagzeilen auch dort registriert worden sein.

Abgesehen davon müssten die Amis schnell herausgefunden haben, dass der Urahn der dort ermordeten Familie erst im 19. Jahrhundert eingewandert ist- eben aus Schweden. Die Verwandschaftsverhältnisse müssten auch irgendwo aktenkundig sein.

Das hätte nun aber natürlich Mankells ohnehin gewagt verwobenen Plot endgültig gesprengt und wird deshalb vom Autor außer Acht gelassen. Das ist verständlich, aber für mich in einem Genre, bei dem Realismus eminent wichtig ist, trotzdem ein Schwachpunkt.

Hier zeigt sich schon, dass Mankell das ganze verworrene Geschehen aus ungefähr 150 Jahren zwar einigermaßen rund und logisch ineinander fügen konnte, allerdings passen hier und da einige kleinere und größere Kanten nicht ganz in den weitgehend wohldurchdachten großen Rahmen.

Der zweite Teil, "Niggers and Chinks", gefiel mir persönlich besonders gut. Hier gibt es keine Längen, es geht Schlag auf Schlag und innerhalb von gut 100 Seiten werden mehrere Jahre eines aufregenden, traurigen Lebens abgearbeitet.

Hier beweist Mankell eindrücklich, dass er auch das Potential hat, einen längeren historischen Roman im gleichen Stil zu schreiben.

Die Teile "Das rote Band" und die "Kolonisatoren" weisen neben der Weiterentwicklung der Kriminalgeschichte im wesentlichen Merkmale eines Thrillers auf.

Besonders gut gelungen sind dabei die untergeordneten Kapitel "Das chinesische Spiel" und "Von Elefanten abgeschälte Rinde", während "Die Rebellen" die Handlung nur wenig vorantreibt und "Chinatown" die Möglichkeit auf ein besser ausgestaltetes Finale verschenkt.

Ho bleibt hier als Abziehbildversion von der ermordeten, charismatischen Hong erstaunlich farblos.

Zum Abschluss hier nochmal der größte und ärgerlichste Kritikpunkt in Sachen Realismus:

Es ist eben genau nicht möglich, einen Menschen mit fein gemahlenen Glassplittern im Tee umzubringen! Nicht nachweisbar und ohne Heilungschance ist das ganze dann schon gleich dreimal nicht!

Wer mir das nicht glaubt, sei auf

http://www.zeit.de/2002/05/200205_stimmts_glasmord.xml

und

http://www.berliner-zeitung.de/archiv/perfekter-mord-,10810590,10109818.html

verwiesen.

Ya Rus Plan wäre also von vorneherein zum scheitern veruteilt gewesen.Henning Mankell hat hier also ausnahmsweise schlecht recherchiert, ist einem der vielen urbanen Mythen auf den Leim gegangen und hat auch noch unnötigerweise zur massenhaften Weiterverbreitung desselbigen beigetragen, insofern das geschriebene vom unvoreingenommenen Leser nicht hinterfragt wird und ähnlich wie bei anderen Äußerungen als Tatsache akzeptiert wird.

Mein persönliches Fazit ist es nun also, den Roman als gelungenen Genremix mit einem beeindruckenden Abwechslungsreichtum in den verschiedenen Erzählperspektiven zu betrachten.

Es ist aufgrund einiger Schwächen sicher nicht Mankells bestes Werk, verdient aber trotzdem noch eine runde "80".

So nun aber zum Hauptgrund meines Kommentars hier: Aufgrund des Nichtvorhandenseins einer qualifizierten Rezension seitens der geschätzten Krimi-Couch-Redaktion, habe ich die ersten Kommentare zu diesem Werk gelesen und musste mich echt fremdschämen.

Ich weiß gar nicht, was am schlimmsten war: Die unsachliche, inkompetente Schreibweise mancher Beispiele, die offenkundig faktisch falschen Aussagen zum Inhalt des Buches, oder die Tatsache, dass die unqualifiziertesten Beiträge auch noch bei der unten stehenden Anzeige (à la 4 von 4 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich) den größten Zuspruch bekommen haben.

Also habe ich beschlossen, zumindest den haarsträubenden Unsinn einiger der ersten Kommentare zu korrigieren, um so weiteren potentiellen Lesern zumindest eine bessere und sachlichere Entscheidungshilfe bezüglich der Frage "Lesen oder nicht lesen?" zu geben, bis möglicherweise irgendwann eine Rezension der Krimi-Couch erscheint.

Zu Beginn beschwert sich "Cornelia Makosch" im Kommentar vom 26.11.13 darüber, dass keinerlei Spuren außerhalb der Tatorte gefunden wurden außer einer " roten Schleife", die irgendwo in der Landschaft herumliege.

Das Nichtvorhandensein von Spuren würde auch nicht erwähnt und deshalb wäre bei ihr "der Ofen aus". Des Weiteren kann sie nicht verstehen, dass es keine Blut- oder Fußspuren gibt, da Schnee liegt.

Nun ja, bei vernünftiger Überlegung ist es nicht sonderlich verwunderlich, wenn keine Blut- oder Fußspuren im Schnee gefunden wurden, da es zwischen Tatzeit und dem Auftritt der Ermittler wohl schlicht und ergreifend erneut geschneit hat.

Auch die Wolfsspuren wurden ja nicht gefunden, sondern nur das Bein.

Wieso es in ihren Augen bei diesem Gemetzel Blutspuren außerhalb gegeben haben muss, wird mir auch nicht klar. In den Häusern, wo die Taten begangen worden sind, war eine Menge Blut.

Der Täter wird beim Verlassen des Hauses trotzdem kaum vor Blut getropft haben, sondern sich und sein Schwert gegebenenfalls abgewischt haben.

Des Weiteren wird auf die vergebliche Suche nach Spuren im Buch sehr wohl eingegangen und es ist auch im Kriminalroman alles andere als verwunderlich, wenn es zunächst nur Spuren am Tatort gibt und nicht auch welche "außerhalb der Tatorte".

Das Genre definiert sich ja geradezu dadurch, dass die anfänglichen Rätsel erst im Laufe der Handlung in Gänze oder zumindest teilweise gelöst werden.

Dies und die Tatsache, dass das rote abgerissene Seidenband eben geradezu die perfekte Metapher für die losen Enden einer solchen Geschichte ist, ist nur anscheinend leider nicht mehr bei der Verfasserin angekommen, da "der Ofen" dann ja schon "aus" war.

Der Kommentar hält also einer logischen Beweisführung in keinster Weise stand.Dass Mankell überschätzt wird, ist eine legitime Meinung, die ich an dieser Stelle nicht einmal anzweifeln möchte. Aber die Begründung ist mehr als unlogisch und es fällt mit dieser Aussage schwer, zu verstehen, was andere Kriminalromane denn zu Beginn so viel besser machen, als dieser "Schmarrn".

"Moschi" schreibt am 7.1.13, dass sich die Antwort auf die Frage, warum die Bewohner des Dorfes denn umgebracht wurden, beim lesen nicht finde.

Nun, diese Aussage widerspricht sich natürlich in Gänze selbst.Liest man das Buch, findet sich die Antwort in Gestalt eines mächtigen, intelligenten und rachsüchtigen Chinesen mit psychopathischen Zügen, namens Ya Ru, welcher die Dinge, die sein Vorfahr durch den Vorfahren der Familie Andrén erleiden musste, möglichst an der kompletten noch lebenden Familie Andrén rächen möchte, da seinerzeit besagter Vorfahr des Chinesen, trotz seines Schwurs keine Rache mehr nehmen konnte.

Sollte das Buch gelesen worden sein, wurde es ganz offensichtlich nicht einmal im Ansatz verstanden. Dazu passt auch die Aussage, dass dem Buch jegliche Spannung abgesprochen wird, dafür hätte es "unlogische Abläufe, ellenlange persönliche Einschätzungen über den Maoismus" und sei "langweilig" und "schwer lesbar".

"JA" echauffiert sich am 15.8.13 darüber, dass die "sexuelle Armut" (Unlust würde es besser treffen, nebenbei bemerkt) des Zugschaffners nicht ins Buch gehöre und wo das noch hinführen solle.

Zunächst würde ich anmerken, dass es zu einer überzeugenden Figurenzeichnung von Birgitta Roslin mitsamt ihrem Gatten führt, mitsamt Details aus dem Ehe- und Familienleben, die dieses nun einmal gerade nach vielen Jahren unweigerlich mit sich bringt.Auch hier wird nicht verstanden, warum die Morde begangen worden sind.

Dann attestiert "JA" dem Autoren noch im vollen Ernst logische Fehler. Als einziges Beispiel gibt er folgende Szene an (alles weitere inkludiert seine Formulierung "usw. usw."): Liu würde im Hotel einchecken, nach dem er von Ya Ru in Afrika getötet wurde.

Das ist selbstverständlich völliger Blödsinn, auch hier lässt das Leseverständnis mehr als zu wünschen übrig.

Aus dem Text geht eindeutig hervor, dass Ya Ru diesmal selber nach Schweden reisen wollte,um die Angelegenheit zu Ende zu bringen, da Liu ja nicht mehr ist. Der alte Portier, von dem bereits beim allerersten Auftritt erwähnt wird, dass er eine starke Brille trägt und nach Schnaps riecht, "glaubte" nur, ihn wiedererkannt zu haben, da er auch Asiate war und den gleichen falschen Namen benutzt hat.

Auch später wird noch einmal in einem Teil, welcher aus der Sicht Ya Rus geschrieben ist, erwähnt, dass er höchstpersönlich im Hotel in Hudiksvall abgestiegen ist und dann schließlich Birgitta Roslin mit Hilfe eines Notizettels aus ihrem leer stehenden Haus in Helsingborg, in Chinatown in London bei der Cousine seiner Schwester aufgestöbert hat.

Ein Logikfehler liegt hier ganz eindeutig nicht bei Mankell vor, sondern beim Verfasser des Kommentars.

Bei "Darix" vom 4.7.13 findet sich immerhin keine unangebrachte und sachlich falsche Kritik, nur ist auch ihm ein Fehler unterlaufen: Er bezeichnet das Buch als Saga und eben nicht als klassischen Kriminalroman. Das kann man durchaus so sehen, besonders beim Teil "Niggers and Chinks".

Allerdings beschreibt er den weiteren Verlauf der Story als "sehr langatmig" (was hier auch nicht abgesprochen werden soll) und meint, dass der erste Teil, nämlich der "Saga"-Teil noch "spannend" und mit guten "Persönlichkeitsbeschreibungen" versehen war.

Das ist insofern nicht ganz korrekt, da der erste Teil "Die Stille" noch definitiv genau den klassischen Kriminalroman verkörpert hat. Die Saga kam anschließend.

Bezeichnend, dass ausgerechnet dieser halbwegs ordentliche Kommentar mal wieder von keinem Leser als "hilfreich" empfunden wurde.

Noch schlimmer wird es bei "Max grebb" vom 13.3.13: Er gibt einen kurzen, aber prägnanten, durchdachten und äußerst positiven Kommentar über die Transformation des maoistischen Weltbildes in die heutige Welt ab, was 0 von 4 Leser als "hilfreich" quittieren.

Den Vogel schießt freilich "Ralf Wegener" am 6.1.13 ab: Er bezeichnet das Werk ohne jeden Beleg als "Aneinanderreihung von langweiligen, hanebüchenen Absurditäten" (ich erinnere an meinen Link aus der FAZ), die sich der Autor hätte "wirklich sparen sollen".

Zudem wirke es, als ob Mankell gerade die gesamte Staffel " Kung Fu" gesehen hätte und seine optischen Eindrücke verarbeiten hätte wollen.Wo genau er die Parallelen zwischen dem Buch und der amerikanischen Fernsehserie der 70er Jahre verortet, bleibt freilich sein Geheimnis (mir persönlich fällt nur ein, dass es in beiden Fällen Chinesen gibt, die sich im Wilden Westen des amerikanischen 19. Jahrhunderts schwer tun- damit hören die Gemeinsamkeiten auf), stattdessen erzählt er uns lieber, dass er das Buch nach gelesenen zwei Dritteln und Schlafpausen weggelegt hätte.

Für diesen polemischen Kommentar ohne jeglichen Beleg "bedanken" sich auch noch 4 von 4 Lesern.Arme Welt. Positiv fällt nur auf, dass der Mann die Orthographie und anständige Ausdrucksweise beherrscht, was innerhalb dieser Kommentare auch eine Seltenheit ist.

Natürlich gibt es noch viele weitere, ältere Kommentare zum Werk, manche positiv, manche negativ, doch ich denke, an dieser Stelle muss man echt nichts mehr hinzufügen, was das angeht.

Da gerade unter den neuesten Kommentaren, welche als erste angezeigt und folglich noch gelesen werden, so viel, ich kann es nicht anders sagen, Müll, dabei war, war es mir einfach ein Bedürfnis, noch etwas sinnvolles dazu zu schreiben.

Letztlich bleibt es jedem selbst überlassen, was er mit dem Buch "Der Chinese" anfängt oder eben auch nicht, ich würde abschließend trotzdem eine Leseempfehlung aussprechen für all diejenigen, die:

- kein Problem haben mit Enden, bei denen nicht alles zu 100% ohne Interpretationsspielraum geklärt wird

- Freude haben an verschiedenen Handlungssträngen aus der Sicht mehrerer Personen

- den Mix aus verschiedenen Genres schätzen

- sich auch für eine komplizierte, verworrene Story auf verschiedenen Kontinenten in verschiedenen Zeiten nicht zu schade sind

- sich nicht stören an etwas Belehrung zur Geschichte Chinas, zur Weltpolitik und zu persönlicher, linksgeprägter Meinung von Henning Mankell

- lesen und verstehen können, was sie
da eigentlich lesen ;-)
0 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Cornelia Makosch zu »Henning Mankell: Der Chinese« 26.11.2013
So ein Schmarrn!
Als passionierter Krimileserin war bei mir schon am Anfang "der Ofen aus" nachdem außerhalb der Tatorte keinerlei Blut- oder Fuß- oder sonstige Spuren erwähnt werden - nichtmal deren Nichtvorhandensein- obwohl Schnee liegt, und das bei dem Gemetzel!? Irgenwo liegt in der Landschaft eine rote Schleife herum, wie die da wohl hingekommen ist...Meiner Meinung nach wird Mankell maßlos überschätzt, es gibt bessere Krimiautoren aus dem hohen Norden!
2 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Moschi zu »Henning Mankell: Der Chinese« 07.10.2013
Ein sehr schwer lesbares und vor allem langweiliges Buch. Ellenlange persönliche Einschätzungen Mankells über den Maoismus und die politischen Befindlichkeiten der 68-er Generation, mehrere, langatmig erzählte Handlungsstränge, unlogische Abläufe, keinerlei Spannung, unklares Ende. Warum wurden eigentlich sämtliche Bewohner des kleinen schwedischen Ortes so grausam umgebracht? Eine Antwort findet sich nicht. Schade um die vergeudete Zeit beim Lesen. Das kann Mankell besser.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
JA zu »Henning Mankell: Der Chinese« 15.08.2013
Schlafpausen waren bitter nötig. Völlig überschätzter Roman ... Was soll die Nebenstory mit dem Zugschaffner und dessen sexueller Armut? Wo soll das hinführen? ... Das Ende ist nicht nicht richtig aufglöst - immer noch ist unklar, WARUM die Morde in Schweden begangen wurden. Logische Fehler: Liu checkt zum zweiten Mal im Hotel ein obwohl er kurz vorher in Afrika von Ya Ru getötet wurde usw. usw. Leider gibt es mehrer logische Fehler... die Story wird gegen Ende unheimlich dünn... Mankells politische Absichten über eine Neukolonisierung sollten lieber woanders veröffentlicht werden. Klappentext: "Das Buch zementiert6 Mankells Ruf als Schwedens grösster lebender Krimiautor" (L.A.Times) ... na dann Danke... armes Schweden
4 von 4 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.

Dies sind nur die ersten 10 Kommentare von insgesamt 77.
» alle Kommentare anzeigen

Ihr Kommentar zu Der Chinese

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: