Dear Amy - Er wird mich töten, wenn Du mich nicht findest von Helen Callaghan

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2016 unter dem Titel Dear Amy, deutsche Ausgabe erstmals 2017 bei Knaur.
Ort & Zeit der Handlung: , 2010 - heute.

  • London: Penguin, 2016 unter dem Titel Dear Amy. 400 Seiten.
  • München: Knaur, 2017. Übersetzt von Heike Reissig. 400 Seiten.
  • [Hörbuch] Berlin: Argon, 2017. Gesprochen von Christiane Marx. gekürzte Ausgabe. 6 CDs.

'Dear Amy - Er wird mich töten, wenn Du mich nicht findest' ist erschienen als HörbuchE-Book

In Kürze:

Die Opfer: 15 Jahre jung und verschwunden, für immer
Der Täter: zu allem fähig und niemals zufrieden
Die Erzählerin: psychisch labil und höchst unzuverlässig …

Die Lehrerin Margot Lewis ist extrem beunruhigt, als ein 15-jähriges Mädchen aus ihrer Klasse verschwindet. Sie ist überzeugt, dass Katie entführt wurde, auch wenn die Polizei dafür noch keinerlei Beweise hat. Dann erhält Margot, die nebenbei die Ratgeber-Kolumne Dear Amy" führt, einen unheimlichen Brief: Darin fleht ein Mädchen um Hilfe, das vor 15 Jahren spurlos verschwand. Ein Graphologe bestätigt die Echtheit des Briefes und dass er nagelneu ist.
Margot, deren Gemütszustand sich rapide verschlechtert, verbeißt sich regelrecht in die Fälle, will unbedingt helfen. Doch was verschweigt sie selbst?

Das meint Krimi-Couch.de: »Wenn die Kummerkasten-Tante zur Ermittlerin wird« 60°

Krimi-Rezension von Andreas Kurth

Lehrerin Margot Lewis ist Kummerkasten-Tante bei einer Tageszeitung. In ihrer Kolumne liefert sie gute Ratschläge zu Problemen, von denen ihr Leser geschrieben haben.

Katie, ein Mädchen aus ihrer Schule, wird seit Wochen vermisst, und das ungewisse Schicksal berührt Margot sehr. Da erhält sie plötzlich einen beunruhigenden Brief von einem Mädchen namens Bethan – adressiert an ihre Kolumne »Dear Amy«. Ein Hilferuf in kindlicher, ängstlicher Schrift – und nach einigem Zögern zeigt Margot den Brief der Polizei. Dort wird sie nicht ernst genommen, der Fall Bethan ist längst abgeschlossen.

Doch es geht weiter, eine Botschaft nach der anderen wird an »Dear Amy« geschickt. Irgendwann meldet sich auch noch die Polizei bei Margot – offenbar ist Katies Leben in höchster Gefahr, und die Kummerkasten-Tante soll jetzt den Ermittlern doch bei der Aufklärung des Falls helfen.

Dear Amy ist absolut kein Psycho-Thriller

Helen Callaghan hat mit Dear Amy einen Roman vorgelegt, den man zwischendurch mal lesen kann. Eines ist das Buch jedoch nicht – ein Thriller, und schon gar kein Psycho-Thriller. Dafür plätschert mir die Spannung zu leise dahin, es fehlen die entscheidenden Wendungen, und das Ende ist irgendwann relativ deutlich erkennbar. Der Klappentext und der Aufkleber »Premium Crime« haben so einige Erwartungen geweckt, die aber leider nicht wirklich erfüllt werden.

Die Autorin schildert Gegenwart und Vergangenheit ihrer Protagonistinnen Margot, Bethan und Katie in kleinen Häppchen. Das weckt immerhin das weitere Interesse des Lesers, auch wenn tatsächlich nur mäßige Spannung aufkommt. Die Perspektiv-Wechsel sind immerhin durchaus gelungen, da jeweils auch die Ausdrucksweise wechselt.

Die Lösung ist leider irgendwann vorhersehbar

Einige Abschnitte und Fakten machen den Leser stutzig, und ähnliche Fragen kommen dann von der Polizei. Wenn man schließlich als routinierter Leser von Spannungsliteratur den Faden im Kopf etwas weiter spinnt, zeichnen sich mehrere Lösungsmöglichkeiten ab. Es ist dann relativ enttäuschend, wenn man am Ende merkt, sehr vorausschauend gewesen zu sein.

Und auch die Neben-Geschichten sind eher vorhersehbar und mit Stereotypen versehen. Normalerweise interessiert mich Realismus bei Spannungsromanen nicht so wirklich, aber dann muss der gesamte Plot in sich richtig stimmig und abgerundet sein. Das ist bei Dear Amy leider nicht der Fall, und nach dem durchaus noch akzeptablen Beginn im ersten Drittel des Buches lässt das Ganze doch stark nach.

Am Ende überwiegt irgendwie die Sympathie für die Protagonistin

Ihre Protagonistinnen hat die Autorin recht unterschiedlich gestaltet. Margot ist die Hauptfigur, und sie hat mehr als offensichtliche psychische Probleme. Bei der Beurteilung dieser Protagonistin schwankt man als Leser stark zwischen Sympathie und Mitleid. Am Ende überwiegt irgendwie die Sympathie, denn Margot ist so unermüdlich wie selbstkritisch.

Martin Forrester, über den Margot bei ihren Nachforschungen »stolpert«, wünscht man irgendwie Erfolg bei seinen Aktionen, und bei seinem Werben um die leicht verschrobene Kummerkasten-Tante. Zwischendurch kann man ihn als Leser zeitweilig nicht so richtig einordnen, aber insgesamt ist er eine gelungene Figur.

Das Erstlingswerk von Helen Callaghan ist nicht so richtig gut gelungen, aber auch nicht wirklich schlecht – man merkt vielleicht, dass ich hin- und hergerissen bin. Die Erzählung vermag schon zu fesseln, in dem Sinne, dass man als Leser wissen möchte, wie es weitergeht. Aber die knisternde Spannung, die man von einem Psycho-Thriller erwartet, wird hier halt nicht erzeugt. An entsprechenden Elementen und Wendungen muss die Autorin für ihren nächsten Roman noch arbeiten, aber der Plot insgesamt war schon in Ordnung, nur konnte man die Lösung zu früh erahnen.

Andreas Kurth, März 2017

Ihre Meinung zu »Helen Callaghan: Dear Amy - Er wird mich töten, wenn Du mich nicht findest«

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Janina zu »Helen Callaghan: Dear Amy - Er wird mich töten, wenn Du mich nicht findest« 14.03.2017
Ein Buch, das ich weiterempfehlen würde, aber von dem ich vermute, dass eingefleischte Thriller-Fans mit hohem Anspruch nicht auf ihre Kosten kommen.

Die Story ist zwischendurch etwas zwielichtig, allerdings meiner Meinung nach, nach dem fertig lesen, schlüssig. Ein paar Stellen vorhersehbar, dennoch habe ich mich nicht gelangweilt. Die Sicht des Entführers ist gegen Ende sehr gut beschrieben und auch das Schicksal von Margot hat mich berührt.
Alles in Allem gut. Aber mit Sicherheit noch Potenzial nach oben.
Lesemaus zu »Helen Callaghan: Dear Amy - Er wird mich töten, wenn Du mich nicht findest« 01.03.2017
Mir wurde das Buch von meiner Freundin empfohlen, aber mir hat es ehrlich gesagt überhaupt nicht gefallen. Der Anfang war vielversprechend aber dann leider sehr langatmig, sehr vorhersehbar.. und dann für mich unglaubwürdig.. Ich habe schon wesentlich bessere Psychothriller gelesen. Von daher von mir aus 60 Grady
Keiner999 zu »Helen Callaghan: Dear Amy - Er wird mich töten, wenn Du mich nicht findest« 08.02.2017
Margot Lewis ist mit Eddy verheiratet und arbeitet als Lehrerin. Als die 15-jährige Katie Browne , nach einem Streit mit ihren Eltern von zu Hause ausreißt und seitdem verschwunden ist, macht sie sich große Sorgen. Laut Aussage der Polizei gab es in der Vergangenheit mehrere ähnlich gelagerte Fälle. Obwohl Margot genügend eigene Probleme hat, ihre Ehe steht kurz vor dem Scheitern, kümmert sie sich neben ihrer Lehrtätigkeit um die Kolumne"Dear Amy".Dann erhält sie mehrere Briefe, in welchen ein Mädchen mit Namen Bethan Avery um Hilfe bittet. Sie würde mit dem Tod bedroht und nur Margot könne sie retten. Obwohl die Entführung fast 20 Jahre zurückliegt , bestätigt ein Graphologe, dass die Briefe echt sind und außerdem neu. Margots Spürsinn ist geweckt und mit Hilfe von Martin Forrester, dem Leiter des Instituts für historische Analysen , beginnt sie Nachforschungen anzustellen und taucht dabei tief in ihre eigene Vergangenheit.

Die Geschichte begann sehr spannend, im weiteren Verlauf erschöpfte sie sich jedoch in Banalitäten, wodurch die Spannung leider deutlich abnahm. Erst zur Mitte des Buches hin , nahm die Geschichte wieder Fahrt auf und endete mit einem , wenn auch etwas vorhersehbaren, außergewöhnlichen Schluss.
Bei der Bewertung bin ich etwas zwiegespalten. Einerseits fand ich das Thema äußerst interessant, andererseits fehlte mir über größere Strecken die Spannung , daher von mir leider nur drei von fünf Sternen.
cosmea zu »Helen Callaghan: Dear Amy - Er wird mich töten, wenn Du mich nicht findest« 29.01.2017
In der Gewalt eines Psychopathen
Im Mittelpunkt von Helen Callaghans Debütroman “Dear Amy“ steht Margot Lewis. Sie ist Lehrerin an einer renommierten Schule und außerdem Kummerkastentante bei der Zeitung The Cambridge Examiner, wo sie die an “Dear Amy“ gerichteten Anfragen der Ratsuchenden beantwortet. Eines Tages erhält sie einen Hilferuf von Bethan Avery, die um ihr Leben fürchtet. Das Brisante an der Angelegenheit ist, dass dieses Mädchen vor fast zwanzig Jahren entführt und von allen für tot gehalten wird. Die Polizei konnte den Fall nie aufklären.
Der Roman beginnt mit einem Prolog, in dem der Leser Zeuge der Entführung der 15jährigen Katie Browne wird, die nach einem Streit ihr Elternhaus verlässt und eigentlich schon wieder umkehren wollte, als sie von einem Unbekannten überfallen wird. Alle glauben, dass Katie mit ihrem Freund weggelaufen ist. Erst als Margot Lewis ihre Briefe vorlegt, kommt die Sache ins Rollen. Der forensische Psychologe Dr. Martin Forrester befragt Margot. Ein Team von Polizisten, Psychologen und Graphologen ermittelt und prüft weitere ungeklärte Fälle von verschwundenen Mädchen aus einem Zeitraum von etwa 20 Jahren. Margot wird immer stärker in die Geschichte hineingezogen, entwickelt starke Ängste und fürchtet, dass Geheimnisse aus ihrer eigenen Vergangenheit ans Licht kommen könnten. Dass sie allen Grund hat sich zu fürchten, wird deutlich, als sie ebenfalls ins Visier des Täters gerät.
Erzählt wird die Geschichte aus wechselnden Perspektiven, meist aus Margots Sicht, aber auch Katie und der Täter kommen zu Wort. Der vor allem im zweiten Teil spannende Psychothriller enthält zahlreiche Handlungsumschwünge und ein überraschendes Ende. Das zugrundeliegende Geheimnis habe ich allerdings frühzeitig erraten. Das minderte jedoch nicht das Lesevergnügen. Ich rechne es der Autorin hoch an, dass sie zwar schlimme Verbrechen thematisiert, aber dem Leser dennoch Folter- und Vergewaltigungsszenen in finsteren Kellerverliesen erspart. Ein empfehlenswerter Thriller, der beschreibt, mit welchen gravierenden psychischen Folgeschäden Verbrechensopfer bisweilen überleben.
leseratte1310 zu »Helen Callaghan: Dear Amy - Er wird mich töten, wenn Du mich nicht findest« 29.01.2017
Die Lehrerin Margot Lewis betätigt sich nebenbei noch als Ratgeberin in der Kolumne "Dear Amy". Als ein Mädchen aus ihrer Klasse verschwindet, ist sie sehr besorgt und vermutet eine Entführung, denn sie erhält plötzlich einen Brief von der seit Jahren verschwundenen Bethan Avery. Erst hält sie diesen Hilferuf für einen dummen Streich, doch trotzdem gibt sie diesen Brief sowie einen weiteren an die Polizei. Die Briefe sind authentisch, denn sie erhalten Informationen, die von der Polizei nie öffentlich gemacht wurden. Auch Margot will diese Fälle klären und bringt sich damit in Gefahr.
Von Anfang an wurde ich von dieser Geschichte gefesselt. Sie ist komplex und immer wieder gibt es Wendungen, die einen von den Fährten, die man gerade verfolgt, wegbringen. Es ist sehr schwer, das Buch beiseite zu legen, denn man will unbedingt wissen, wie sich die Sache weiterentwickelt. Der Schreibstil lässt sich sehr gut und flüssig lesen.
Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Die zentrale Rolle Kommt Margot Lewis zu, die mit persönlichen Problemen zu kämpfen hat und ihre Vergangenheit sie im Verborgenen lassen möchte. Eigentlich braucht sie selbst Unterstützung, aber mit ihrer Kolumne versucht sie anderen zu helfen. Sie ist eine unergründliche Person, kämpft mit ihren Ängsten und als sie sich in diesen Fall hineinkniet, verschlimmert sich ihr Zustand. Sehr sympathisch war sie mir nicht, da ich ihr Verhalten lange nicht verstand. Wir lernen aber auch Katies Sicht kennen, die nach Streitigkeiten im Elternhaus abhaut. Gerade als sie erkennt, dass Weglaufen nichts bringt und umkehren will, wird sie überfallen und entführt. Für sie beginnt ein Albtraum. Sehr verstörend sind die Gedankengänge des Täters. Die Motive für seine Taten können nur einem psychisch kranken Geist entstammen. Es ist absolut grausam, was er mit seinen Opfern macht.
Es brauchte eine ganze Weile bis sich die Zusammenhänge zu einem Bild fügen. Die Spannung war trotzdem von Anfang an da und steigerte sich bis zum Ende, das ich so nicht erwartet habe.
Ein sehr interessanter Psycho-Thriller mit einem Blick auf die Folgen für die Opfer.
Klaraelisa zu »Helen Callaghan: Dear Amy - Er wird mich töten, wenn Du mich nicht findest« 28.01.2017
Vom Erinnern und Vergessen
In Helen Callaghans Erstlingsroman “Dear Amy“ geht es um einen Serientäter, der in Cambridge und Umgebung junge Mädchen entführt und gefangen hält. Der Roman beginnt mit einem Prolog, der die Entführung der 15jährigen Katie Browne aus ihrer Sicht beschreibt. Katie wollte nach einem Streit mit der Mutter und ihrem Partner Brian von zu Hause weglaufen, entscheidet sich dann aber zurückzugehen. In diesem Augenblick wird sie von einem Unbekannten überwältigt und entführt. In den folgenden Wochen glauben weder die Polizei noch die Presse und die meisten von Katies Bekannten an ein Verbrechen. Nur Katies Lehrerin Margot Lewis ist in größter Sorge um ihre Schülerin, zumal sie in ihrer Eigenschaft als Kummerkastentante beim Cambridge Examiner plötzlich Briefe von Bethan Avery, einem vor nahezu zwanzig Jahren entführten Mädchen erhält, die sie in Todesangst bittet, sie zu retten. Margot drängt die Polizei, DNA- und Schriftprobenvergleiche vorzunehmen. Tatsächlich ermittelt die Polizei dann in Katies Fall und untersucht eine Reihe von nie aufgeklärten alten Fällen verschwundener Mädchen. Raffiniert hat es die Autorin so eingerichtet, dass der Leser durch den Prolog einen Informationsvorsprung vor allen Beteiligten hat. Er allein weiß, dass Katie in Lebensgefahr ist.
Überwiegend wird die Geschichte aus Margots Perspektive erzählt. Wir sehen, dass Katies Entführung sie in eine persönliche Krise stürzt, dass Panikattacken und Alpträume ihr Leben zunehmend beeinträchtigen. Häppchenweise bekommt der Leser die Information, dass sie eine Vorgeschichte von psychischen Störungen und Klinikaufenthalten hat. Unterstützung findet Margot bei dem Kriminalpsychologen Dr. Martin Forrester. Er begleitet sie bei ihren verzweifelten Bemühungen, Katie rechtzeitig zu finden. In der zweiten Hälfte wird der Roman durch zahlreiche überraschende Wendungen immer packender bis hin zum großen Finale.
Callaghans Psychothriller liest sich gut und überzeugt vor allem durch den weitgehenden Verzicht auf die detaillierte Darstellung von physischer Gewalt. Stattdessen konzentriert sich die Autorin auf die psychischen Folgen von Verbrechen bei den lebenslang traumatisierten Opfern. Gut informiert beschreibt sie psychische Überlebensstrategien wie Verdrängung und Dissoziation. Ein wirklich vielversprechendes Debüt.
Nuigurumi zu »Helen Callaghan: Dear Amy - Er wird mich töten, wenn Du mich nicht findest« 27.01.2017
"Dear Amy" ist wieder mal ein sogenannter "Psycho-Thriller" im Stil von "Gone Girl", "Girl on the Train" und "Boy in the Park". Gehören die Bücher in dieses Genre, weil die Protagonisten psychisch krank sind? Denn ein Thriller ist dieses Buch nicht, stattdessen muss sich der Leser durch Seite um Seite von Gedanken einer psychisch kranken Frau quälen, die es nicht für nötig hält, ihre Medikamente zu nehmen…

Das Buch fängt gut an: die 16-jährige Katie verschwindet, aber da sie Probleme mit ihrem Stiefvater hatte, ist die Polizei nicht sicher, ob es sich um ein Verbrechen handelt oder ob sie weggelaufen ist. Der Fall beschäftigt auch Katies Lehrerin Margot. Margot ist nebenher Kummerkastentante einer Zeitung und erhält einen Brief von einem Mädchen, das vor 20 Jahren verschwunden ist. Sie ist davon überzeugt, dass die beiden Fälle miteinander in Verbindung stehen. Ein Kriminologe von der Universität interessiert sich für auch für die Fälle und bezieht Margot in die Ermittlungen ein, wodurch sie sich immer mehr in die Fälle hineinsteigert und auch selbst in Gefahr gerät.

Am Anfang wirkt Margot sehr kompetent und sympathisch, aber das ändert sich leider schnell. Ich habe selten eine Protagonistin erlebt, die so wenig weiß, was sie tut und was sie will und was sie überhaupt denkt. Nach etwa der Hälfte des Buches erfährt der Leser, dass Margot schon mehrmals wegen psychischer Probleme im Krankenhaus war und eigentlich regelmäßig Medikamente nehmen muss. Sie behauptet aber, das wären "Schlaftabletten", die sie im Moment nicht braucht.

Zusätzlich zu den Ermittlungen lebt Margot in Scheidung von ihrem Mann und verliebt sich sofort in den nächstbesten Mann, den sie kennenlernt (und er natürlich auch in sie, obwohl er es schon aufgrund seines Berufes besser wissen sollte).

Nach dem guten Anfang wird die Handlung völlig konstruiert und die Auflösung ist wie in den oben erwähnten Büchern an den Haaren herbeigezogen. Jeder Leser, der in seinem Leben schon ein paar gute Krimis und Thriller gelesen hat, muss sich einfach langweilen. Im Prinzip geht es nur um die psychisch labile Margot, die ihre Krankheit nicht eingestehen will – die Handlung ist nur schmückendes Beiwerk.
KimVi zu »Helen Callaghan: Dear Amy - Er wird mich töten, wenn Du mich nicht findest« 25.01.2017
Margot Lewis arbeitet hauptberuflich als Lehrerin an einer angesehenen Schule. Nebenbei beantwortet sie  in der Kolumne "Dear Amy" Leserbriefe. Eines Tages erhält sie einen Brief, in dem ein Mädchen eindringlich darum bittet, dass Amy sich auf die Suche nach ihr macht, da sie entführt wurde. Das Mädchen, das sich Bethan Avery nennt,  hat offensichtlich Angst, dass der Entführer sie umbringt. Margot wendet sich mit den Briefen an die Polizei. Es stellt sich heraus, dass vor fast zwanzig Jahren tatsächlich ein Mädchen namens Bethan Avery verschwand. Können diese Briefe tatsächlich von Bethan stammen? Gemeinsam mit  Dr. Martin Forrester versucht Margot die geheimnisvolle Briefeschreiberin zu finden. Sie ahnt nicht, was diese Suche auslösen wird.

Durch einen interessanten Prolog startet der Psychothriller recht vielversprechend. Man beobachtet dort, wie eine junge Schülerin entführt wird und ist deshalb gleich mitten im Geschehen. Der größte der Teil der Handlung wird in der Ich-Form, aus der Sicht der Hauptprotagonistin Margot, geschildert. Es gibt allerdings auch Szenen, in denen die Perspektive zu dem Entführungsopfer, bzw. dem Täter wechselt.

Der Schreibstil ist locker und sehr leicht lesbar. Man kann sich die entsprechenden Szenen mühelos vorstellen und in die Handlung eintauchen. Allerdings fällt es schwer, Sympathien für die Hautprotagonistin Margot zu entwickeln. Sie ist ein schwieriger Charakter und ihre Handlungen sind oft nicht nachvollziehbar. Durch ihre Art weiß man bald nicht mehr, was wahr ist oder nur ihrer Vorstellung entspringt. Denn durch zunehmenden Alkoholkonsum und eigenmächtiges Absetzen verordneter Medikamente, ist sie nur schwer einzuschätzen.

Die Spannung wird auch eher gemächlich aufgebaut. Zunächst weiß man nicht genau, was man vom Ganzen halten soll. Man verfolgt das Geschehen zwar interessiert, hat aber das Gefühl, dass es nicht recht voran geht und dass man auf der Stelle tritt. Dadurch wirken einige Szenen leider etwas zäh. Zum Ende hin überschlagen sich dann die Ereignisse. Es gibt einige Wendungen, die überraschen sollen, für erfahrene Genreleser allerdings durchaus vorhersehbar sind, sodass sich die Verblüffung in Grenzen halten dürfte.

Insgesamt gesehen habe ich mich beim Lesen dieses Psychothrillers recht gut unterhalten. Nicht weniger - aber leider auch nicht mehr! Durch den flüssigen Schreibstil konnte ich der Handlung ohne große Schwierigkeiten folgen. Die Spannung hielt sich für meinen Geschmack allerdings zu sehr in Grenzen und die überraschenden Wendungen wirkten auf mich leider zu vorhersehbar. Für die Hauptprotagonistin konnte ich bedauerlicherweise keine Sympathien entwickeln, da sie mir mit fortschreitender Handlung immer mehr auf die Nerven ging. Da der größte Teil der Handlung ja in der Ich-Form, aus der Sicht der Hauptprotagonistin, erzählt wird, habe ich mich dann auch in der Haut, in der ich ja beim Lesen quasi steckte, nicht so ganz wohlgefühlt. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala erhält das Buch deshalb "nur" drei von fünf Bewertungssternchen. 
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