Die feine Nase der Lilli Steinbeck von Heinrich Steinfest

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2007 bei Piper.
Folge 1 der Lilli-Steinbeck-Serie.

  • München: Piper, 2007. ISBN: 978-3-492-27137-0. 352 Seiten.
  • München; Zürich: Piper, 2009. ISBN: 978-3-492-25314-7. 346 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2008. Gesprochen von Dietmar Mues. ISBN: 3899036050. 4 CDs.
  • [Hörbuch] Hamburg: Osterwold Audio, 2010. Gesprochen von Dietmar Mues. ISBN: 3869520361. 4 CDs.

'Die feine Nase der Lilli Steinbeck' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Das Auffälligste an der ausgesprochen schlanken und eleganten Lilli Steinbeck ist ihre Nase. Eine Klingonennase, die ihr eine Schar stark verunsicherter Bewunderer beschert. Als international anerkannte Spezialistin für Entführungsfragen wird sie von der Polizei in einen brisanten Fall eingeschaltet – in ein Spiel mit zehn lebenden Figuren, um die ein weltweit operierendes Verbrecherteam kämpft. Auf allerhöchstem Niveau und zum Zeitvertreib. Es gewinnt, wer alle zehn Spieler getötet hat …Der neue Kriminalroman des preisgekrönten Erfolgsautors Heinrich Steinfest ist ein Feuerwerk der Sprache voller Humor und philosophischem Hintersinn. 

Das meint Krimi-Couch.de: »Ein humoristisches Höhenfeuerwerk in sprachlicher Bestform!« 96°Treffer

Krimi-Rezension von Bernd Neumann

Schon Einband, Titel und Autorenname versprechen pures Lesevergnügen, das dann auch bestätigt wird: Steinfest jongliert mit der Sprache wie einstmals Maradona mit dem Ball.

Nicht von ungefähr ist er zweifach ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimipreis, der alljährlich herausragende und innovative Krimis aus der bunten und dicht besiedelten Spielwiese der Kriminalliteratur in die Prämierungsauswahl einbezieht. Mit seinem Krimi Die feine Nase der Lilli Steinbeck legt Steinfest nochmals einen drauf.

Dieses Werk hätte auch einen würdigen Platz auf der Phantastik-Couch verdient, so sehr verwischt sich die Grenze zwischen Dichtung und Wahrheit. Schon mal was von den Dodos gehört, dieser übergroßen, flugunfähigen Vogelrasse, welche auf der Insel Mauritius beheimatet dann in kürzester Zeit ausstarb? Oder vom streng geheimen Weltraumprogramm der französischen Regierung und dem unterirdischen Raketenstützpunkt auf Mauritius? Den Leser erwarten einige Überraschungen. Heinrich Steinfest versteht es in einer phantasievollen Handlung auf wundersame, unterhaltende Art und Weise, mit wenigen Worten seine zumeist skurrilen Hauptakteure so plastisch darzustellen, dass der Leser sie förmlich vor sich sieht, spürt, Schulter an Schulter.

Was dieses Buch weiterhin so liebenswert macht sind die Ausflüge ins scheinbar oberflächlich dahinplätschernde Philosophische, in das Reich seltsamster Lebenserfahrungen, egal, ob man sie teilt oder durch sie verstört wird. Und die knackigen Vergleichsparabeln frei nach dem Prinzip »von hinten durch die Brust ins Auge« sind schon grandios und haben die Wirkung einer gezüchteten Peperoni mit bisher ungeahntem Capsaicin-Anteil, die im ersten Moment noch recht zurückhaltend und dann so teuflisch heftig wird. Ähnlich überraschend und plötzlich sind die Morde und Todesfälle in diesem Krimi. Sie kreuzen den Weg von Handlung und Akteuren, wo der Leser nicht mit ihnen rechnet, ja regelrecht überrollt wird. Großartig, lieber Herr Steinfest!

Es beginnt so schön harmonisch. Oder: Trautes Glück, trautes Heim, tagaus, tagein …

Georg Stransky ist ein rundum zufriedener Mensch: der Universitätsprofessor verfasst nebenbei nicht nur Artikel, sondern ganze Bücher! Seine gut aussehende Frau ist nicht nur geschäftlich sehr erfolgreich, sondern ganz nebenbei noch eine Meisterköchin vor dem Herrn.

Tochter Mia, 15 und noch hübscher als die Gattin, legt Vater Georg Klassenarbeiten zur Unterschrift vor, die mit konstanter Regelmäßigkeit die Note »sehr gut« tragen – und das ohne sein Zutun und lästige Fragen nach einer Taschengelderhöhung. Zu allem Glück wohnt Familie Stransky auch noch in bester Lage, hoch oben über der Stadt:

So mancher hätte einen kleinen, versteckten Mord riskiert, um in dieser Gegend an eine Immobilie zu gelangen.

Die Villa ist ein Erbstück von seinen Eltern. Auch wieder Glück, ohne sein Zutun. Seine selbst gestellte Schlüsselfrage »Habe ich das eigentlich verdient?« wird von einem unerwarteten KLIRR!! der Wintergartenscheibe unterbrochen und stülpt das Leben von Georg Stransky rigoros um. Ab jetzt wird’s temporeich, Schluss mit der beschaulichen Idylle.

Die perversen Spiele der durch Reichtum Gelangweilten

Georg Stransky, dieser bisher so glückliche und selbstzufriedene Familienmensch und Ornithologe mit dem Spezialgebiet Wasservögel, wird das scheinbar willkürliche Opfer einer Entführung, die er anfangs gar nicht als solche registriert, sondern mehr als ein Spiel mit versteckter Kamera einstuft. Welch folgenschwerer Irrtum dem Bildungsbürger Stransky damit doch unterläuft!

In diesem Spiel, bei dem Stransky nun das mittlerweile 8. Puzzlesteinchen verkörpert, geht es um Sieg oder Niederlage auf höchstem Level, also um Leben oder Tod. Die Regeln sind eindeutig: Das Spiel wurde erdacht von zwei konkurrierenden Parteien und ist begrenzt auf maximal zehn Wettkampfrunden. »Spielstein« ist jeweils ein gekidnappter Deutscher, der irgendwann geschäftlich in Athen zu tun hatte und von einem Dr. Antigones ohne dessen Wissen als Kandidat ausgewählt wird. Das auserwählte Opfer wird nichts ahnend irgendwo an einem mittels Würfel ermittelten unbekannten Fleckchen Erde vom neutralen Schiedsrichter ausgesetzt.

Jetzt beginnt die wilde Hatz der beiden konkurrierenden Gruppen: Die eine versucht den Entführten aufzuspüren und wohlbehalten nach Hause zu bringen, die andere versucht das zu verhindern, indem sie den Gekidnappten liquidiert.
Letzteres ist bedauerlicherweise schon siebenmal passiert, Stransky ist der nächste Abschusskandidat. Die Luft für die bisher erfolglosen Menschenretter wird langsam dünn, denn nach der zehnten Entführung ist das Spiel endgültig beendet. Schließlich wird auch der verrückteste Thrill irgendwann geprägt von langweilender Routine.

Das erinnert an »Hardcore-Mensch-ärgere-dich-nicht« im Zeitalter des allgemeinen Werteverfalls, an ballernde Computerspiele mit hohem Echtheitsfaktor und brillanter Grafik …

Offensichtlich sind die von den Menschenrettern angeheuerten Bodyguards, dieses »Söldnergesindel«, ohnehin im Umbringen sehr viel besser als im Bewahren von Leben. Das scheint auch die Ursache des Dilemmas im weltweiten Sicherheitsgewerbe zu sein, fabuliert Steinfest:

Als würde man eine Lachszucht unter Mitarbeit von Seeadlern betreiben. Schwierig, äußerst schwierig

Den beiden gegnerischen Parteien, die sich diesen obskuren »Wettkampf« ausgedacht haben, geht es dabei weniger um ihre Opfer als um das Prinzip, raffiniert und fintenreich zu sein, schneller und schlauer als die Gegenpartei.
Gearbeitet wird mit allen erdenklichen Haken und Ösen. Geld spielt keine Rolle, die finanzielle Absicherung ist Grundlage für qualitativ hochwertigsten Einsatz von Spezialisten und Material. Ein Spiel ohne Grenzen, ohne Gefühle, ohne Tabus.

Die Kriminalpolizei wird eingeschaltet, um Stransky eher zu finden als seine mörderischen Gegenspieler und ihn dann mit der ganzen Routine beim Aufspüren vermisster Personen unbeschadet in den Schoß des trauten Familienreiches zurückzuführen. Wie gesagt: das ging schon siebenmal in die Hose, also muss jetzt Lilli Steinbeck ran.

Lilli Steinbeck, die Laura Croft der Kripogilde

Lilli Steinbeck ist die überaus sympathische, unbestechliche Ermittlerin, Expertin in Fragen des Menschenraubs, Hoffnungsträgerin auf dem Wege zum spurlos verschwundenen Ornithologen. Heinrich Steinfest schafft ähnlich wie mit seinem einarmigen Ermittler Markus Cheng, der in drei früheren Krimis Leser und Juroren erfreute, eine weitere Lichtgestalt der deutschsprachigen Kriminalliteratur:

Lilli ist ein äußerst attraktives, zierliches Frauchen mit hübsch anzusehenden Beinen bis kurz unter die Achsel, modisch up do date und unbemannt:

Sie gab Männern das Gefühl, ihre Anzüge würden schlecht sitzen

Ihre Schönheit kann auch die zertrümmerte Nase nicht beeinträchtigen, welche als Resultat einer brachialen Beziehungsauseinandersetzung übrig geblieben ist, bei der neben der Nase auch sämtliches Geschirr zu Bruch ging.
Eine ihrer Grundprinzipien besteht darin, pünktlich abends um neun ins Bett zu gehen, allein, versteht sich, um dann angestrebte 12 Stunden lang zu schlafen:

So toll war das Leben wirklich nicht, um mehr als die Hälfte des Tages bei Bewusstsein zu bleiben

Vielleicht ist das die Voraussetzung für ihre Fähigkeit, nervig quäkende Kinder in erholsamen Dauerschlaf zu versetzen, ohne dabei auf eigene mütterliche Erfahrungen zurückgreifen zu können. Ihre Adoptivtochter ist glücklicherweise schon der Pubertät entwachsen.

Lilli Steinfest ist eine unerschrockene Frau, die auch in völlig abgedrehten Situationen eine grandiose Abgeklärtheit beweist (z.B. beim versuchten, gewaltsam erzwungenen Oralverkehr mir einem in Paprikapaste getauchten toten Fisch, den ein als Batman maskierter Wüstling urplötzlich aus seinem Hosenschlitz zaubert!...). Lilli ist cool.

Die wilde Hatz von Athen in den Jemen und rund um die Welt. Oder: Räuber und Gendarm im neuzeitlichen Gewand

Schnell findet Lilli dank ihrer feinen Klingonennase bei der Suche nach Stransky die richtige Spur.
Nebenbei: Ihr Chef Friedo »Baby« Hübner, unter Kollegen und in seiner Abwesenheit so genannt nach dem kleinen Wildschwein aus dem Marionettenspiel der Augsburger Puppenkiste »Katz und Maus«, hält sich diskret zurück. Zu heiß, die Sache.

Vor Ort wird ihr der fettleibige Kette rauchende und kurzatmige Kallimachos zur Seite gestellt, bei dem man »das Wasser in den Beinen förmlich rauschen hört« und der sich nur schwitzend und mühsam mit Gehwägelchen oder Stock im Schneckentempo fortbewegen kann. Sein gefürchteter Nimbus beruht auf seiner scheinbaren Unverletzlichkeit in früheren Pistolenschlachten mit Banditen, die er alle eine einzige Schramme überlebte.

Er ist bei der ihrer Suche nach Stransky eher hinderlich als fördernd, aber eine herrliche gestaltete Nebenfigur innerhalb der Story.

Auf einer parallelen und nicht minder amüsanten Erzählebene lernen wir die Gegenspieler, die Jäger von Georg Stransky kennen, behaftet mit dem Ruf, schon siebenmal erfolgreich vernichtet zu haben. Menschenleben, wie gesagt.

Chef der Brutalos ist – Esha Ness, eine Frau, ein »attraktives Ungeheuer«, ein Suberweib (im früheren Leben vermutlich Mammutjägerin), welche ständig ihren fünf Monate alten Buben namens Floyd (vermutlich künstliche Befruchtung, eventuell gar Windbestäubung?) durch die Gegend schleppt und dabei Salat speisend en passe’ die tödlichen Instruktionen zur Liquidation von Georg Stransky erteilt. Sie ist gefürchtet, so dass ein jeder in ihrem Umfeld bemüht ist, es ihr recht zu machen.

Ihre Befehle richtet sie vorrangig an Henri Desprez, einen kleinen, knallharten Hund, als Legionär gestählt durch Mord und Totschlag.

Desprez hält Folter für »rückständig, persönlich motiviert, pathologisch und vor allem unökonomisch«. Desprez liquidiert gnadenlos und schnell, das hat ihm den Job im Geheimdienst gekostet. Jetzt arbeitet er nach altbewährten Prinzipien (»Alles in der Welt, was mehr als dreimal gesagt und getan wurde, war eine Peinlichkeit«) für jene hübsche, vom Ungeheuer mimikrierte, durchs Wasser schwebende Nixe namens Ness.

Skurrile Typen garantieren genüssliches Lesvergnügen

Lilli Steinbeck ist ein Lesegenuss für Gourmets der deutschen Sprache, für Langsamleser, Gaumendenker, die Satz für Satz genüsslich im Hirn zergehen lassen – und die es aushalten, aus dem nicht enden wollenden Bonmot-Bombardement ihr Zwerchfell bis an die Leistungsgrenze strapazieren zu lassen, und zwar auf angenehmste Weise.

Die unterschiedlichen Erzählebenen (Stransky und der gewandelte Finne Joonas Vartalo als Gejagte, Esha Ness und Henri Desprez als Jagende, Lilli Steinbeck und der behäbige Kallimachos als Rettungshelfer) wechseln anfangs Kapitelweise, ohne dass man Schwachpunkte und langweilige Aussetzer befürchten muss. Lilli Steinbeck ist aus einem Guss, ein überaus gelungener Krimi.

Das einzig verstörende ist der minimalisierte, hetzende Epilog, der die gehoffte Fortsetzung auf zwei Folgekrimis a la Markus Cheng so ziemlich aussichtslos erscheinen lässt. Lilli, wir würden dich nach diesem kurzen Gastspiel sehr vermissen!

Bernd Neumann, September 2007

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kritikaster zu »Heinrich Steinfest: Die feine Nase der Lilli Steinbeck« 27.05.2016
buttercremetorte!!
ha! (vifu!) die ersten zwei bis drei bissen sind höchstens für einen sprachverliebten trottel göttlich. und wieso man dann die ganze buttercremetorte "durchhalten" muss, ist mir ein rätsel. ich habs nach den ersten bissen weg gelegt, das buttercremetortenbuch und mir statt des "soliden gedankenpotpurries2 (o.ton dicki greenleaf) lieber ein ordentliches schwarzbrot mit schinken, alias übliche krimihandlung reingezogen.
am rest der buttercremetorte wäre ich vermutlich krepiert.
ein blender, der steinfest. allerdings ein erfolgreicher, offensichtlich
ingrida zu »Heinrich Steinfest: Die feine Nase der Lilli Steinbeck« 23.08.2012
Das einzig verstörende ist der minimalisierte, hetzende Epilog, der die gehoffte Fortsetzung auf zwei Folgekrimis a la Markus Cheng so ziemlich aussichtslos erscheinen lässt. Lilli, wir würden dich nach diesem kurzen Gastspiel sehr vermissen!
Dieser Aussage schließe ich mich an. Verstörend ist genau das richtige Wort. Ich hatte schon an eine "Ahnentafel" gedacht. Soviele Geburten - verstehe ich nicht ganz.
vifu zu »Heinrich Steinfest: Die feine Nase der Lilli Steinbeck« 22.12.2011
Wunderbar! Leider ausgelesen!
Diese Lilly Steinbeck war sehr vergnüglich!
Dieser Roman hat was von einer sehr guten Buttercremetorte: die ersten zwei bis drei Bissen sind göttlich, dann muß frau durchhalten!:-))
Die Vorrezensenten haben ja teils recht, aber als normalen Krimi hab ich den Steinfest nie verstanden. Diese wunderbaren "Klugscheißer-Statements"sind doch reines Kabarett! Das entschuldigt sogar die Chauviismen (Lilly/Leon). Sicher am Ende hoffte ich auf ´ne Fortsetzung, aber Lilly war wohl wieder um 21h müde!
Viel Spass beim Lesen!
GoGo IDEAL zu »Heinrich Steinfest: Die feine Nase der Lilli Steinbeck« 26.09.2011
Ein echter Genuss für mich! Steinbeck hat es drauf: packende Geschichten in einer bezaubernd poetischen Sprache zu erzählen.
Er wird nie kitschig oder ordinär. immer bleibt ein leicht spitzer Humor und eben dieser ganz besondere Einfallsreichtum.
Steinfest zu lesen hat auch etwas geistig Reinigendes, bzw. Erfrischendes für mich.
Ich sauge seine Bücher ein, wie ein Feinschmecker einen ganz besonderen Leckerbissen; für den sich aber sicher nicht alle begeistern lassen würden.
Dickie_Greenleaf zu »Heinrich Steinfest: Die feine Nase der Lilli Steinbeck« 05.09.2009
Muss mich nochmal zu Steinfest äußern: denn sogar einen Monat nachdem ich das Buch zuende gelesen habe, lässt es mich noch immer nicht los. Habe sogar ein zweites von Steinfest gelesen, denn trotz aller Kritik, lohnt es sich. Aber wahrscheinlich nur für Leser, die nicht die übliche Krimihandlung suchen, sondern einen in Krimihandlung verpackten Gedankenpotpourrie. Von mir also nachträglich eine dicke Empfehlung!
Dickie_Greenleaf zu »Heinrich Steinfest: Die feine Nase der Lilli Steinbeck« 14.08.2009
Ich meine die Leserrezension von meinem Vorredner "Kery". Diesem stimme ich voll und ganz zu. Verallgemeinerungen wie z.B. die, dass österreichische Frauen eleganter sind als deutsche, die sich oft nur wie auf Krücken fort bewegen, finde ich zu pauschal, um lustig zu sein. Und derer Meinungsäußerungen gibt es viele. Zu viele meiner Meinung nach.
Dickie_Greenleaf zu »Heinrich Steinfest: Die feine Nase der Lilli Steinbeck« 14.08.2009
Stimme dem ersten Lesekritiker absolut zu: die Pauschalisierungen und permanenten Verallgemeinerungen dominieren den ab und an recht witzigen Text in einer Weise, dass ich mich als Leser gestört fühlte. Hier ist eindeutig die Stimme des Autors lauter als die aller Protagonisten. Die Behauptungen, dass Lilli Steinbeck so außergewöhnlich ist, bleiben Behauptungen. Nebenfiguren wie der griechische Polizist Stirling oder der fette Detektiv Kallimachos kommen wesentlich plastischer rüber. Die Geschichte ist außergewöhnlich und sehr interessant, weswegen, ich das Buch trotz nervender Sprache zu Ende gelesen habe. Die Lobhudelei der Kritiker bezüglich sprachlichem Feuerwerk kann ich jedoch absolut nicht nachvollziehen. Trotzdem: bitte mehr von solchen ungewöhnlichen Krimis! Immer noch besser als der Einheitsbrei.
kery zu »Heinrich Steinfest: Die feine Nase der Lilli Steinbeck« 17.05.2009
"Viel versprochen, nichts gehalten", am Ende ist dem Autor die Luft ausgegangen. Das trost- und ideenlose fade Ende hat mir letztlich das ganze Buch vermiest, das am Anfang recht amüsant und abwechslungsreich begann. Die skurrile Story beginnt vielversprechend und sie muss auch nicht logisch sein, wenn sie in sich stimmig ist. Aber so einfallslos kann und darf es dann nicht enden. Der Autor hat vor sich selbst und seiner Geschichte kapituliert.Nervig sind auch die Klugscheißer-Statements die ständig abgegeben werden in der Art: "Man weiß ja was von Brausetabletten zu halten ist" oder " Vereine sind für Menschen gedacht, die nicht alleine auf Toilette gehen können" oder "Menschen in Badehosen sind das Letzte. Sind das überhaupt noch Menschen?" Wenn sowas auftaucht steht es meist in einem künstlich konstruierten Zusammenhang mit der Handlung und ich habe den Eindruck es spiegelt die Probleme wider, die Herrn Steinfest mit einigen Dingen seines Leben hat. Aber er schreibt halt lieber Bücher, anstatt zum Psychiater zu gehen. Der Geldfluss geht in die richtige Richtung. Das ist ja legitim. Für mich ist das Zustandekommen der gute Kritiken jedoch ein Rätsel. Aber Rätsel muss es ja auch geben.
pescheg zu »Heinrich Steinfest: Die feine Nase der Lilli Steinbeck« 17.05.2009
"Die feine Nase der Lilli Steinbeck" ist gespickt mit schrägen Ideen und originellen Figuren. Die Story treibt wild vor sich her, mit Umschwüngen, Einschüben und Unvorhergesehenem ohne Ende.

Steinfests Arbeit überzeugt literarisch und ist von überdurchschnittlicher Qualität. Der Stil ist jedoch nicht so mein Ding. Da wäre manchmal weniger mehr. Dass mich die gewählte Sprache nicht so richtig packt und etwas außen vor lässt, trübt aber die Freude an der Fabulierlust und dem wilden Plot nur wenig. Sehr anregend!
Samoa zu »Heinrich Steinfest: Die feine Nase der Lilli Steinbeck« 15.05.2009
Protagonisten: bleiben trotz gelegentlich scharfer Umrandung "schattenhaft". Die tieferen Beweggründe erschliessen sich nicht.
Handlung: Beginn sehr ungewöhnlich (gut), dann sprunghaft, eigentliche Hintergründe bleiben im Dunkeln.
Sprache: überwiegend sehr gefällig formuliert, Metaphern jedoch gelegentlich "nicht passend".
Ende: Die Frau findet ihr Glück in der Familie und am Herd... (?) steht in krassem Widerspruch zu den eigentlichen weiblichen "Haupt-Drahtzieherinnen".
Gesamteindruck: Ambivalent - es entstand keine "Bindung" zu den Personen, die ungewöhnliche Geschichte jedoch war lesenswert.

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