Sie sehen dich von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2008 unter dem Titel Hold Tight, deutsche Ausgabe erstmals 2009 bei Goldmann.
- New York: Dutton, 2008 unter dem Titel Hold Tight. 385 Seiten.
-
München: Goldmann, 2009.
Übersetzt von Gunnar Kwisinski.
ISBN:
978-3-442-46862-1. 445 Seiten.
'Sie sehen dich' ist erschienen als
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In Kürze:
Der Teenager Spencer Hill ist tot: Selbstmord. Oder doch Mord? Als sein engster Freund Adam Baye verschwindet, befürchten dessen Eltern Mike und Tia das Schlimmste. In der Sorge um ihren Sohn haben sie heimlich ein Spionageprogramm auf Adams Computer installiert, das schon bald eine bedrohliche E-Mail zu Tage fördert. Alarmiert und schockiert macht sich nun Mike selbst auf, um seinen Sohn nach Hause zu holen – koste es, was es wolle. Doch er und seine Frau sind nicht die einzigen, die andere ausspionieren.
Das meint Krimi-Couch.de: »Das literarische Äquivalent zu einem drittklassigen Hollywoodschinken«
Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger überspringen
Gunnar Kwisinski zeichnet für die Übersetzung des neuesten Thrillers von Harlan Coben verantwortlich, bei der aus Hold Tight (Festhalten) im Goldmann Verlag auf knapp 450 Seiten Sie sehen dich geworden ist. Die auf dem Buchrücken angemerkten Vorschusslorbeeren der Bild am Sonntag und des San Francisco Chronicle versprechen ein neues Meisterwerk vom »Thrillergott« und irrsinnige Spannung…
Diese muss man jedoch in der ersten Hälfte des Buches mit der Lupe suchen, wenn das durchschnittliche amerikanische Erfolgsehepaar, sie Anwältin, er Chirurg, nach sechzehn Jahren Kindheit feststellen, dass sich ihr Sohn nicht mehr nur mit schulischen und sportlichen Bestleistungen zufrieden gibt, sondern plötzlich auch noch andere Interessen hat. Er verbringt vermehrt Zeit im Internet und umgibt sich möglicherweise auch mit schlechten Freunden, die ihn von der üblichen Mustersohnroutine abhalten. Wenn dann aber auch noch der beste Freund des jungen Mannes Selbstmord begeht, werden die Eltern nicht nur hellhörig, sondern richtiggehend aufgescheucht, wie die Hühner in deren Stall ein Fuchs eindringt.
Plötzlich stellt sich für die Altvorderen die Frage, wie denn so ein braves Jüngelchen wieder auf den rechten Pfad der Tugend gezerrt werden kann und wie man seinen Sprössling wirkungsvoll überwachen kann. Die ethische Frage des Vertrauens zwischen Kind und Eltern wird zwar kurz angedacht, aber im Endeffekt scheinen der Einbau eines Sniffer-Programms in den PC und Handy-Ortung via GPS und Computer doch zweckdienlicher, denn der Junge scheint mit seiner Umwelt total überfordert zu sein und taucht ab.
Mami hat gerade keine Zeit, weil sie zu einer Zeugenanhörung verreisen muss, also nimmt Papi (ja, der mit dem sportlich gestählten Körper) die Verfolgung seines Sohnes auf, denn für die Polizei liegen nicht genügend relevante Fakten vor, um zum Schutz des Jugendlichen aktiv zu werden. Also hinein in den Sumpf der Großstadt unter dem Motto: Rettet Adam …
Ich habe ja schon Einiges von Harlan Coben gelesen und mich stört auch die typisch amerikanische Schwarz-Weiß-Malerei bei Gut und Böse nicht, aber bei diesem Elaborat hat der Autor eindeutig zu tief in den Schmalztopf gegriffen. Heulende Mütter, fehlende Spendernieren, Suizid in der Nachbarschaft, Vergewaltigung, Medikamentenmissbrauch, garstige Lehrer und, und, und … Coben lässt keinen Alptraum elterlicher Vorstellungskraft aus, was mit den armen Kids von heute so alles passieren könnte. Die ganze Story hat die Sinnhaftigkeit eines drittklassigen Hollywoodschinkens.
Aber es wäre nicht Harlan Coben, wenn er daraus nicht noch einen geschickt verwobenen Actionreißer produziert hätte, der in der zweiten Hälfte deutlich mehr Spaß am Lesen bringt, wenn man jeden weiteren Anspruch als seichte Unterhaltung ad acta legt. Da merkt man deutlich die Routine des Autors im Aufbau seiner Geschichten und in der Stilisierung seiner Charaktere. Im Endeffekt geht natürlich immer für (fast) alle Beteiligten alles gut aus, wenn man von den Leichen im Vorfeld absieht und die paar (fast) lebensgefährlichen Schrammen am Heldenvater heilen auch schneller als der Leser das Buch zuklappt.
Wolfgang Weninger, Januar 2010
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| Antje zu »Harlan Coben: Sie sehen dich« | 13.10.2011 |
|---|---|
| Bazong zu »Harlan Coben: Sie sehen dich« | 07.05.2011 |
| Frank zu »Harlan Coben: Sie sehen dich« | 22.07.2010 |
| Kom_Ombo zu »Harlan Coben: Sie sehen dich« | 25.01.2010 |
| Ringelroth zu »Harlan Coben: Sie sehen dich« | 21.01.2010 |
| Ringelroth zu »Harlan Coben: Sie sehen dich« | 21.01.2010 |
| Anja S. zu »Harlan Coben: Sie sehen dich« | 16.01.2010 |
| Isaew zu »Harlan Coben: Sie sehen dich« | 26.10.2009 |
| snoozer zu »Harlan Coben: Sie sehen dich« | 22.10.2009 |
| bubble70124 zu »Harlan Coben: Sie sehen dich« | 17.10.2009 |
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