Das Grab im Wald von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2007 unter dem Titel The Woods, deutsche Ausgabe erstmals 2008 bei Goldmann.
- New York: Dutton, 2007 unter dem Titel The Woods. 420 Seiten.
-
München: Goldmann, 2008.
Übersetzt von Gunnar Kwisinski.
ISBN:
978-3-442-46599-6. 420 Seiten.
'Das Grab im Wald' ist erschienen als
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In Kürze:
Zwanzig Jahre ist es her, dass vier Jugendliche nachts in einen Wald liefen. Zwei wurden kurz darauf brutal ermordet aufgefunden. Von den anderen beiden fehlt seither jede Spur: Gil Perez und Camille Copeland. Camille war die Schwester von Paul Copeland, mittlerweile ein angesehener Staatsanwalt und gerade mit seinem ersten Mordprozess konfrontiert. Da wird plötzlich die Leiche von Gil Perez gefunden, und über Nacht holt die Vergangenheit Paul wieder ein. Er versucht herauszufinden, was damals wirklich geschah, und gerät immer tiefer in einen wahren Albtraum …
Das meint Krimi-Couch.de: »Die Rückkehr eines Totgeglaubten kann zum Albtraum werden«
Krimi-Rezension von Thorsten Sauer überspringen
Wer Kein Sterbenswort kennt, nun im Buchladen Cobens neuestes Werk zur Hand nimmt und den Klappentext liest, wird vermutlich zunächst glauben, sich vergriffen und Kein Sterbenswort erwischt zu haben, so ähnlich lesen sich die Inhaltsangaben. Doch Vorsicht, wer danach glaubt, dass Coben nur kalten Kaffee zu einem zähen Gebräu aufwärmt, der irrt gewaltig.
Jeder hat etwas zu Verbergen
Bezirksstaatsanwalt Copeland hat sein Leben im Griff; zumindest oberflächlich betrachtet. Er ist ein erfolgreicher Anwalt und bereitet seine politische Karriere vor, zu der ihm sein aktueller Fall die nötige Publicity verschaffen soll.
Doch hinter der Fassade nagen die erschütternden Ereignisse der Vergangenheit an der Psyche des selbstbewussten Erfolgsmenschen: Vor zwanzig Jahren wurden vier Jugendliche in einem Ferienlager brutal ermordet. Zwei fand man, zwei blieben verschwunden. Eine der Verschwundenen ist Copelands Schwester. Sie hatte sich gemeinsam mit den drei anderen aus dem Lager geschlichen und war einem Serientäter zum Opfer gefallen. Copeland selbst hätte es verhindern können, wäre er auf seinem Posten geblieben. Er hatte in dieser Nacht – als Betreuer der Gruppe – Wache, war aber abgelenkt von seiner Ferienbekanntschaft, mit der er sich selbst in den nahe gelegenen Wald zurückgezogen hatte. Auch beim zweiten Schicksalsschlag der ihn traf, hatte er seinen Posten verlassen. Dieses Mal nicht aus Liebe, sondern aufgrund einer Schwäche. Er hielt den Anblick des Leidens seiner an Krebs sterbenden Frau nicht mehr aus und lies sie in ihrer letzten Stunde alleine.
Doch inzwischen hat er gelernt zu kämpfen und er lässt sich nicht mehr einschüchtern. Auch nicht von den Verteidigern der beiden Studenten, die er wegen Vergewaltigung anklagt. Der Fall erregt große Aufmerksamkeit, weil die Familien reich sind und Einfluss haben. Sie haben die beiden besten und skrupellosesten Strafverteidiger engagiert, die Copeland mit der offenen Drohung in seiner Vergangenheit nach kompromittierenden Details zu suchen, zu einem Vergleich bewegen wollen.
Der bleibt hart, doch eine unerwartete Wendung bringt ihn unvermittelt in eine Lebenskrise und an den Rand einer juristischen Niederlage in seinem wichtigsten Fall: Er wird aufgefordert, die Leiche eines Mordopfers zu identifizieren. Der Tote entpuppt sich als Gil Perez, der zwanzig Jahre zuvor mit Copelands Schwester verschwunden und seither für tot gehalten wurde. Offensichtlich ist er vor zwanzig Jahren dem Mörder entkommen. Warum hielt er sich seitdem aber versteckt und lebt Copelands Schwester womöglich auch noch? Der tote Gil ist nur der Anfang, belastende Dokumente tauchen auf und Copelands Jugendliebe meldet sich. Der Staatsanwalt beginnt an allen Fronten zu kämpfen: mit den Geistern der Vergangenheit und mit zwei Strafverteidigen, die listig daran arbeiten, ihn unter Druck zu setzen.
Never Change a Running System
Man kann die Romane von Harlan Coben genauso leicht lieben, wie in einer Kritik zerreißen. Vor allem deshalb, weil sich Coben stur an sein Erfolgsrezept aus Kein Sterbenswort hält: Ein mitten im Leben stehender Protagonist, der seine schweren Schicksalsschläge gerade eben einigermaßen verarbeitet hat, wird plötzlich von der Vergangenheit eingeholt und in den Strudel eines Verbrechens gerissen.
Man könnte ihm Einfallslosigkeit unterstellen, doch Coben gelingt es diese Ausgangssituation geschickt zu variieren. Er behält die Elemente bei, die aus der Geschichte einen Pageturner machen, setzt aber neue Schwerpunkte und schlägt damit eine völlig neue Richtung ein. Während Kein Sterbenswort von der Action getragen wurde und Gewalt eine wesentliche Rolle spielte, geht es bei Das Grab im Wald mehr um die psychologische Spannung, Gewalt spielt nur eine untergeordnete Rolle. Coben konzentriert sich auf die inneren Konflikte der Figuren und wartet in bester Grisham-Manier sogar mit einer langen und trotzdem fesselnden Gerichtsepisode auf.
Das hohe Erzähltempo erkauft er sich dabei mit einem erzählerischen Kniff, der in Mode zu kommen scheint: die Ich-Erzählung mit Perspektivewechsel. Der Leser ist dem Ich-Erzähler Copeland häufig einen kleinen Schritt voraus, weil Coben regelmäßig Passagen in der dritten Person einfügt, in denen der Leser die Geschichte aus einer anderen Perspektive erfährt. Das macht er aber hervorragend und ohne logische Brüche. Die ganze Geschichte insgesamt ist grandios konstruiert und erzählt. Tiefgang darf man bei einem solchen Thriller freilich nicht erwarten aber alle, die sich nach einer schlaflosen Nacht und dem berühmten Eine-Seite noch-Gefühl sehnen, denen sei Das Grab im Wald dringend empfohlen.
Thorsten Sauer, April 2008
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| Milva_CH zu »Harlan Coben: Das Grab im Wald« | 14.03.2011 |
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| Chrisu zu »Harlan Coben: Das Grab im Wald« | 04.10.2010 |
| wilfried zu »Harlan Coben: Das Grab im Wald« | 11.06.2010 |
| Marv zu »Harlan Coben: Das Grab im Wald« | 03.06.2010 |
| viktoria zu »Harlan Coben: Das Grab im Wald« | 21.04.2010 |
| yoorde zu »Harlan Coben: Das Grab im Wald« | 29.07.2009 |
| Krimi-Tina zu »Harlan Coben: Das Grab im Wald« | 22.06.2009 |
| Gaspar zu »Harlan Coben: Das Grab im Wald« | 10.06.2009 |
| :-) zu »Harlan Coben: Das Grab im Wald« | 04.12.2008 |
| Coco1970 zu »Harlan Coben: Das Grab im Wald« | 17.11.2008 |
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