Sein letzter Fall von Hakan Nesser

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2003 unter dem Titel Fallet G, deutsche Ausgabe erstmals 2004 bei btb.
Ort & Zeit der Handlung: Fiktiv / Maardam, 1990 - 2009.
Folge 10 der Van-Veeteren-Serie.

  • Stockholm: Bonnier, 2003 unter dem Titel Fallet G. ISBN: 9100100676. 498 Seiten.
  • München: btb, 2004. Übersetzt von Christel Hildebrandt. 536 Seiten.
  • München: btb, 2006. Übersetzt von Christel Hildebrandt. ISBN: 978-3-442-73477-1. 536 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: Random House Audio, 2004. Gesprochen von Dietmar Bär. gekürzt. ISBN: 3898307921. 6 CDs.

'Sein letzter Fall' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

Eine tote Frau in einem leeren Swimmingpool. Ein Mörder mit einem wasserdichten Alibi. Und Ex-Kommissar Van Veeteren, dem dieser Fall – der einzig ungelöste seiner Laufbahn – auch fünfzehn Jahre nach der Tat keine Ruhe lässt. Wer hat Barbara Clarissa Hennan auf dem Gewissen? Ihr Mann, wie alle glauben, dem aber nichts zu beweisen ist? Van Veeteren traut ihm das Verbrechen zu. Er hat mit dem Verdächtigen gemeinsam die Schulbank gedrückt und kennt dessen finstere, boshafte Seite. Doch all seine Bemühungen, ihm die Sache nachzuweisen, laufen ins Leere. Der Fall G – wie er intern genannt wird – bleibt unabgeschlossen. Da rückt über ein Jahrzehnt später die ungesühnte Tat erneut in den Blickwinkel der Maardamer Kriminalpolizei. Die Tochter eines ehemaligen Privatdetektivs, der G damals im Auftrag seiner Frau beschatten sollte, meldet ihren Vater als vermisst. Er ist verschwunden, kurz nachdem er am Telefon erklärt hat, er sei auf einer heißen Spur im Falle G. Anlass genug für Van Veeteren, die Sache von damals noch einmal völlig neu aufzurollen …

Das meint Krimi-Couch.de: »´Sein letzter Fall´ kann durchaus der erste sein...« 99°Treffer

Krimi-Rezension von Susanne Hogl

 …um mit dem Lesen von Hakan Nessers Büchern zu beginnen.

Soviel vorab: Nesser gelingt es hier sehr genau, eine für den ungetrübten Lesespaß ganz wichtige Balance zu halten. Er gibt dem Leser so viele Informationen wie nötig zur Vorgeschichte des Ermittlerteams um Van Veeteren , so dass Neu-Leser nicht das Gefühl bekommen, wie der »Ochs vorm Berg« zu stehen, ob gewisser Wissenslücken aus früheren Büchern. Er fügt diese Informationen aber auch so sparsam und gut dosiert ein, dass verwöhnte Nesser-Fans nicht das Gefühl des »Wiederkäuens« früherer Fälle bekommen.

Das Buch beginnt Ende der 80er Jahre. Van Veeteren und sein Team haben den Tod an Barbara Clarissa Hennan aufzuklären, die tot auf dem Boden eines leeren Swimmingpools gefunden wird. Ihr Mann rückt schnell ins Visier der Ermittler. Für Van Veeteren kein Unbekannter, er hat bereits die Schulbank mit ihm gedrückt und verbindet mit ihm äußerst unangenehme Erinnerungen. Mit Hochdruck arbeiten Van Veeteren und sein Team daran, das Motiv, das der Mann der Toten offensichtlich hatte, mit Beweisen zu untermauern. Für alle Beteiligten liegt es auf der Hand, dass nur der Witwer der Täter sein kann. Dazu kommt, dass Mrs. Hennan kurz vor Ihrem Dahinscheiden einen Privatermittler damit beauftragt hatte, ihren Mann zu beschatten. Doch so sehr sich alle nach Kräften bemühen, der Fall bleibt ungelöst und zurück bleibt für Van Veeteren das drückende Gefühl, einen Mörder laufen lassen zu müssen.

Van Veeterens alter Kampfgeist

15 Jahre später wird die Maardamer Kriminalpolizei erneut mit der lange zurückliegende Tat konfrontiert. In Van Veeteren erwacht sein alter Kampfgeist. Wird es ihm im zweiten Anlauf endlich gelingen, den Fall zu lösen?

Es fällt nicht schwer, dank der guten Beschreibngen Nessers, die Personen der Handlung vor dem inneren Auge lebendig werden zu lassen. Dazu trägt auch das Einfügen der privaten Probleme und Erlebnisse der Ermittler bei. Es»menschelt« sozusagen; die Schilderungen laufen jedoch der eigentlichen Handlung des Buches, der Lösung des Falls, zu keiner Zeit den Rang ab, wirken ergänzend und nicht störend.

Nesser läuft besonders zu Hochform auf, wenn er die Verzweiflung der Beteiligten beschreibt, die Verzweiflung darüber, sich ganz sicher zu sein, den Mörder entlarvt zu haben, aber diese Überzeugung einfach nicht beweisen zu können. Man spürt förmlich ihre Selbstzweifel darüber, vielleicht etwas übersehen zu haben. Man kann die Hilflosigkeit nachempfinden.

Nicht verschlingen – genießen!

Hakan Nesser hat eine Art mit der Sprache umzugehen, die unnachahmlich und so angenehm ist, dass man die Seiten nicht schnell, schnell verschlingen mag, sondern sie genießt, jeden Satz, jede Seite. Der Spannungsbogen ist dabei durchgängig hoch angesetzt und wird gehalten bis zum Schluß. »Sein letzter Fall« gehört auch nicht zu den Büchern, die man liest, weglegt und vergisst. Das Buch strotzt nicht vor Bluttaten und »magenumdrehenden« Grausamkeiten. Doch Nesser beschreibt auf ganz eindrucksvolle und nachvollziehbare Weise, was der gewaltsame Tod eines Menschen bedeutet.

Also, lesen, lesen, lesen und genießen!

Ihre Meinung zu »Hakan Nesser: Sein letzter Fall«

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Anke zu »Hakan Nesser: Sein letzter Fall« 13.10.2014
Ich schließe mich den meisten Kommentaren meiner Vorredner an und mache es kurz:

100°

"spannend, unterhaltsam, köstlich, ein Genuss zu lesen"


Kleiner Hinweis: Wenn man die VV-Reihe noch nicht kennt, unbedingt komplett in richtiger Reihenfolge von vorne bis hinten lesen, dann ist es perfekt!
Viele Grüße!
Bummelwutz zu »Hakan Nesser: Sein letzter Fall« 27.04.2011
Bei Hakan Nesser bin ich Späteinsteiger, „Sein Letzter Fall“ ist erst das zweite Buch von ihm, das ich gelesen habe. Inhaltlich fand ich es sehr spannend und mitreißend und entgegen den Empfehlungen meiner Vorredner habe ich es doch verschlungen. Ich bin ein Sucht-Typ und kann einfach nicht anders. Sprachlich hat Nesser die Fähigkeiten, die es braucht, eine Spannung aufzubauen und, was noch schwieriger ist, bis zur letzten Seite zu halten.Die überraschenden Wendungen im Plot führen selbst beim erfahrenen Krimileser dazu, dass linke und rechte Hirnhälfte hin und wieder die Plätze tauschen, was dem Lesevergnügen nur zuträglich ist.In meinen Augen enthält der Roman nur einen einzigen winzigkleinen Wermutstropfen: Der Showdown erinnert mich ein wenig an einen Hollywood-Action-Streifen. Aber selbst das ist bei einem packenden Krimi nicht automatisch fehl am Platze. Sehr gelungen fand ich die letzen Seiten des Romans, mit denen Nesser den Kreis seiner Erzählung sehr menschlich und beinahe rührend schließt.
Für mich ist VVs letzter Fall der beste Krimi, den ich bisher gelesen habe.
Dirk Hannappel zu »Hakan Nesser: Sein letzter Fall« 19.12.2009
Nesser gelingt es wie immer sehr gut, emotionale Stimmungen der Beteiligten, besonders von VV aufzufangen und zu beschreiben. Diese ständige Ungewissheit und Zerissenheit begleitet und fesselt den Leser durch das ganze Buch. Ich persönlich mag VV, seine Zweifel, Selbstzweifel, seinen Hang zu schönen Dingen des Lebens und natürlich seine Berufung. Eine Gabe mit der er völlig uneitel lebt, fast kämpferisch.
Für mich ein spannendes Buch, gut geschrieben und eines, was immer zum
Nachdenken und Sinnieren anregt. Nicht nur über den "Fall" an sich, sondern auch über das Leben an sich. Und wie jeder einzelne damit umgeht.
U. Ditz zu »Hakan Nesser: Sein letzter Fall« 27.08.2009
Ein Meisterwerk moderner Kriminal-Literatur. Ich habe jede Seite genossen, ich liebte die Spannung. Die Geschichte selbst finde ich originell. Man hat im Laufe des Lesens einen Verdacht, wie die Lösung aussehen könnte, wird immer wieder aber in Zweifel gebracht, ob die eigene Vermutung auch stimmt.

Hakan Nesser hat ein ganz großes Werk vorgelegt.
Realsatiriker zu »Hakan Nesser: Sein letzter Fall« 29.11.2008
Mein erster Nesser und damit zwangsläufig auch mein erster van Veteeren. Soviel vorweg: beide machen Lust auf mehr. Der Charakter des Hauptkommissares - verzeihung Antiquares - ist ausgereift was für mich immer eine der Haupteigenschaften eines wirkliche gelungenen Krimis ist. Insofern reiht sich VV nahtlos in die Liste von Brunetti, Rebus etc. ein.

Der Plot selbst besticht eher durch seine Sachlichkeit und menschliche Tiefe. Die Unzufriedenheit eines nicht gelösten Falles ist fast greifbar. Allerdings bin ich dann irgendwann doch auf die richtige Lösung des Falles gekommen und fand diese - einziger Kritikpunkt an diesem Romasn - schon ein wenig weit hergeholt, zumal eine solche "Schlamperei" eigentlich nicht zu dem Ermittler VV passt.

Totzdem ich werde mir die ersten neuen Werke von Nesser zu VV holen und lesen. Mein erster Fall -leider sein letzter - hat Lust auf mehr gemacht.
bocki zu »Hakan Nesser: Sein letzter Fall« 13.09.2008
das war der beste mögliche abschluss.

nesser schreibt - meiner meinung nach als einziger zeitgenössischer krimiautor - nicht nur intelligent, spannend und zynisch, sondern auch lyrisch. höchstes suchtpotential.

ich weiß nicht, wie ich ohne VV überhaupt weiterleben soll... ich probiers mal mit barbarotti..


->bocki
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Rolf.P zu »Hakan Nesser: Sein letzter Fall« 11.03.2008
So etwas kommt eben dabei heraus, wenn jemand schreiben kann.
Da findet man dann statt grob hingehauener Klötze ein reifes, ausgefeiltes Handwerk. Hakan Nesser hat eine Art mit der Sprache umzugehen, die unnachahmlich und so angenehm ist, dass man die Seiten nicht schnell, schnell verschlingen mag, sondern sie genießt, jedes Wort, jeden Satz, jede Seite. Dieser Wortschatz ist unvergleichlich.
Wo andere eine Seite schreiben, genügen Nesser 3 Zeilen. Die so oft bemängelte Langatmigkeit empfinde ich als Realismus. Das Leben ist nicht dauernd hochspannend dramatisch und das demonstriert Nesser brillant. So etwas kommt eben dabei heraus, wenn jemand schreiben kann.
Jedem Freund anspruchsvoller Spannungsliteratur sei dieser Krimi anempfohlen!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
jana zu »Hakan Nesser: Sein letzter Fall« 21.07.2007
The best at last, kann ich dazu nur sagen... ich gebe selten (eigentlich nie) 100°, diesmal habe ich es getan! Der würdigste aller Abschlüsse einer hervorragenden Krimiserie. Bye bye vV!!!
mezzovoice zu »Hakan Nesser: Sein letzter Fall« 08.07.2007
Hört Euch die Hörbuchfassung an. Sie wird gelesen von Dietmar Bär und ich kann nur sagen: Fantastisch und spannend. Bär schafft es, unaufgeregt zu lesen und die Spannung hochzutreiben.
Gordon Shumway zu »Hakan Nesser: Sein letzter Fall« 05.07.2007
ich bin mit großen Erwartungen an das letzte buch gegangen und muss sagen, dass diese überhaupt nicht erfüllt wurden. die erste hälfte des Buches ist absolut kein bisschen spannend und gleicht eher einem Tatsachenbericht. im letzten drittel kommt dann ein wenig Spannung auf, welche den Anfang des Buches leider nicht wieder gut machen kann. schade eigentlich, die Vorgänger waren wirklich gut zu lesen!

P.S.: bitte in den Kommentaren nicht die Wendung des Buches verraten, wie es einige bereits getan haben...

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