Kim Novak badete nie im See von Genezareth von Hakan Nesser

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1998 unter dem Titel Kim Novak badade aldrig i Genesarets sjö, deutsche Ausgabe erstmals 2003 bei btb. 288 Seiten. ISBN-10: 3-442-75027-X, ISBN-13: 978-3-442-75027-6.
Ort & Zeit der Handlung: Schweden, 1950 - 1969.

'Kim Novak badete nie im See von Genezareth' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Ein ungesühntes Verbrechen aus der Vergangenheit, ein Mord aus Liebe und ein Täter ohne Gewissensbisse: Der schwedische Bestsellerautor Håkan Nesser mit dem Buch, das in Schweden seinen Ruhm begründete.

Schweden in den 60er Jahren. Ein kleines Sommerhaus an einem der unzähligen Seen. Hier verbringen der 14-jährige Erik und sein Freund Edmund die Ferien. Sie schwärmen von der jungen Aushilfslehrerin Ewa, die aussieht wie Kim Novak und sich schon bald beim Dorffest in voller Blüte zeigt. Zwei Tage später findet man die Leiche von Ewas Verlobtem, und Eriks älterer Bruder, der eine Affäre mit Ewa hatte, gerät unter Mordverdacht. Der Täter wird jedoch nie gefunden. 25 Jahre vergehen, bis der erwachsene Erik zufällig einen Bericht über ungeklärte Verbrechen liest und der Sommer von damals mit aller Gewalt über ihn hereinbricht.

Das meint Krimi-Couch.de: »Ein modernes Tom Sawyer-Märchen mit Nebenbeitodesfolge« 90°Treffer

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

»Es kommt, wie es kommt.«

Was sollte ein pubertierender, schwedischer Jüngling in den Sechzigern auch sonst zu seinem Leben meinen, als mit einem Achselzucken die ganze Unbill seiner Jugendzeit zu akzeptieren. Die Mutter mit Krebs im Krankenhaus, der Vater tagsüber als Schließer im Knast und in der restlichen Freizeit mit Besuchen der Mutter beschäftigt. Unser Jungspund, namens Erik, hat zwar noch einen großen Bruder, der sein Glück bei der christlichen Seefahrt und als freier Journalist versucht hat, aber im Endeffekt bleibt ihm nur der Alltag eines Heranwachsenden, aufgeteilt in Schule und Freizeit unter Seinesgleichen.

Und so würde es wahrscheinlich immer weiter gehen, käme nicht Abwechslung in Gestalt einer Aushilfslehrerin, die dem damaligen Schönheitsidol Kim Novak in Nichts nachsteht. Jung ist sie, hübsch ist sie, zum Greifen nah und ein platonisches Aushängeschild für die ersten feuchten Knabenträume. Verlobt mit einem schwedischen Handballheros verbringt sie die Wochen bis zu den Ferien an der Schule.

Ferien. Wo soll unser Erik hin, wenn Papa keine Zeit hat und Mama in den Krankenhauslaken vor sich hin siecht? Zum Glück gibt es da ein kleines Häuschen am See, Genezareth genannt, das zur Hälfte einer geistig kranken und dementsprechend isolierten Tante und zur anderen Hälfte Eriks Familie gehört. Und da der große Bruder gerade keine Intentionen zu redlicher Arbeit zeigt und sich in Ruhe als Schriftsteller betätigen will, ziehen die beiden kurzerhand in das Landetablissement ein, einen Schulfreund im Schlepptau, dessen Vater auch nicht weiß, wohin mit dem Kind.

Nach dem Henry, der große Bruder, viel lieber seinen eigenen Interessen nach geht, haben die beiden Halbwüchsigen freie Hand bei der Wahl ihrer Freizeitbeschäftigungen und machen mit Boot und Fahrrad die Gegend unsicher. Mit dem geruhsamen Kinderalltag ist erst ein Ende, als Henry seine neue Flamme anschleppt und dabei nach der Verlobten des Handballers greift. Unsere Jungs haben ganz schön mit ihrer Phantasie zu kämpfen und bekommen es gehörig mit der Angst zu tun, als die eifersüchtige Sportgröße auftaucht, um sein untreues Verhältnis zur Räson zu bringen.

Er hat die Rechnung allerdings ohne den Vorschlaghammer gemacht, der im des Nachts heimtückisch den Garaus macht. So beginnt die Suche nach dem Täter.

Håkan Nessers Roman »Kim Novak badet nie im See Genezareth« ist weit mehr als ein Krimi. Es ist eine psychologische Studie über das Heranwachsen eines Buben unter erschwerten familiären Verhältnissen. Es wäre kein Krimi, wenn darin nicht eine Leiche vorkäme und gelegentlich auch ein Polizist, aber im Endeffekt würde ich dieses Buch als modernes Tom Sawyer-Märchen mit Nebenbeitodesfolge bezeichnen, denn die Spannung ergibt sich nicht (ausschließlich) durch die Tatsache eines Tötungsdeliktes. Weit spannender ist bereits die Vorgeschichte, wie der junge Mann langsam, aber sicher, selbständig wird und seine wachsende Sexualität erkennt. Die wenigen Wochen am See lassen ihn reifen und mit der Situation fertig werden, die er stets nur als das SCHRECKLICHE bezeichnet. Er selbst bezeichnet das Leben mit fünf Worten: Krebs-Treblinka-Liebe-Bumsen-Tod, wobei ich es dem Leser überlasse, sich über die Klärung dieser Liste selbst ein Urteil zu schaffen.

Die Sprache Nessers ist präzise bis knapp gehalten. Nirgendwo findet sich ein unnötiger Schachtelsatz, der die Stimmung verschleppt. Viel lieber kippt er einen Zwei-Wort-Dialog in die Handlung und lässt den Leser damit Raum, den Satz zu Ende zu denken. Dort wo es nichts zu sagen gibt, wird auch geschwiegen. Wie das Verständnis zwischen einem alten Ehepaar, das sich wortlos versteht, so findet sich hier unausgesprochene Übereinstimmung zwischen Erik und seinem Vater, Erik und seinem Freund, Erik und seiner Umwelt und nicht zuletzt Håkan Nesser und seinem Leser.

Dass sich schlussendlich alles aufklärt, ist zwar ein nettes Ende für das Buch, aber eigentlich nicht mehr von Bedeutung. Denn bis zur letzten Seite glaubt man dem Jungen, auch dreißig Jahre später als Mann noch, sein: »Es kommt, wie es kommt.«

Dieser Roman ist einer der ganz wenigen Bücher, die ich in die Hand genommen und bis zur letzten Seite nicht mehr beiseite gelegt habe. Trotzdem sich einige psychologische Elemente einschleichen, passiert dies nie mit erhobenem Zeigefinger, sondern immer aus der Sicht eines Vierzehnjährigen, so dass man, selbst in dieser Zeit aufgewachsen, immer wieder schmunzelnde Parallelen zum eigenen Erwachsenwerden findet. Nesser versteht es großartig, in seiner Sprache immer in der Altersklasse zu bleiben und dennoch nicht ins Einfache abzudriften. Mit Garantie wird auch dieser Nesser-Roman ein zwiespältiges Publikum finden, von mir allerdings eine absolute Höchstnote und eben solche Leseempfehlung für das Kunststück, aus einer alltäglichen Grundidee eine spannende Lebensgeschichte gemacht zu haben.

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Sebastian Ellinghaus zu »Hakan Nesser: Kim Novak badete nie im See von Genezareth« 02.03.2010
Ich mußte das Buch nicht in der Schule lesen.
Zu meiner Zeit war stattdessen "Der Fänger im Roggen" von J.D. Salinger Pflicht.
Im Vergleich ist "Kim Novak badete nie im See Genezareth" die bessere Wahl. Selten habe ich eine bessere Studie über das Heranwachsen gelesen. Fast meint man, aufgrund der Authentizität des Geschriebenen, Nesser sei selbst noch im fraglichen Alter. Ich halte dieses Buch für einen Meilenstein im deskriptiven Bereich des Heranwachsens. Es geht über einfache Kriminalbelletristik sowohl stilistisch, als auch inhaltlich weit hinaus. Es zur Pflichtlektüre in der Schule zu machen, ist dementsprechend nur folgerichtig. Wem Salinger zu weit weg und zu abgehoben erscheint, der kommt hier (und zwar wesentlich europäischer) voll auf seine Kosten !
Kristin S. zu »Hakan Nesser: Kim Novak badete nie im See von Genezareth« 26.02.2010
Ich musste das Buch auch für meine Deutsch Prüfung lesen und hatte dazu Aufgaben bekommen. Ich finde das Buch ist eine gute Schullektüre für die Schule, weil man gut z.B. über das offene Ende diskutieren kann, wer der Mörder ist aber privat wenn man keine Aufgaben dazu bekommt ist das Buch sicherlich nicht so interessant. Ich finde das Buch ist in die Länge gezogen und wird nur am Ende richtig spannend. Ich finde es schade das Hakan Nesser in seinem Buch bis zum Mord so ausführlich schreibt und den Mord dafür so kurz.
Annalena zu »Hakan Nesser: Kim Novak badete nie im See von Genezareth« 25.02.2010
Ich musste das Buch ebenfalls für meine Deutschprüfung lesen und dazu Aufgaben machen. Einige davon waren schwer andere weniger schwer.
Das Buch war meiner meinung nach sehr eintönig und langweilig geschrieben. Es wird viel vom Sommer erzählt und sie machen oft das Gleiche. Das was die spannung in diesem Buch aufbaute war das "Schreckliche", was immer wieder erwähnt wurde. Die meiste Spannung war als der Mord vorkam, doch dieser Teil ist viel zu kurz und so ist die Spannung dem entsprechend auch wieder schnell weg.
In meiner Freizeit hätte ich persönlich das Buch nicht gelesen und daher empfehle ich es auch nicht weiter. Als Lektüre für die Schule ist es etwas Gutes, denn das Ende ist offen und man kann eine gue disskussionsrunde anfangen, da sich jeder jemanden anderes als Mörder vorstellen kann.
Doch ich habe nicht verstanden wie der Inhalt mit dem Titel des Buchen zusammenhängt.
Allen die dieses Buch lesen wollen/müssen viel Spaß :)
Liebe Grüße
Judith zu »Hakan Nesser: Kim Novak badete nie im See von Genezareth« 25.02.2010
Ich muss Das Buch ja auch wie die anderen für meine Deutschprüfung lesen. Als ich das Buch zuende gelesen hatte, hatte ich einen leicht Positiven und einen eher Negativen eindruck. Ich finde es ist ein gutes Buch das man für die Schule lesen kann. Jedoch würde ich es Privat nicht lesen, weil ich eher andere Bücher gut finde. Dieses Buch ist leider nicht gerade spannend und dahher macht es auch nciht sehr viel spaß es zu lesen... Spannung kam nur zum Ende des Buches hin auf. Ich hätte mir dieses Buch auch spannender vorgestellt.
Denise zu »Hakan Nesser: Kim Novak badete nie im See von Genezareth« 25.02.2010
Genauso wie alles anderen habe ich diese Buch auch als Schullektüre.
Ich hab das Buch zuerst nicht verstanden,aber mit der zeit kommt man rein.
Das Buch ist Anfangs ein wenig spannend aber es wird langsam Langweilig.
Zum SCHRECKLICHEN wird es nochmal sehr aufregend und irgendwie auch lustig sonst war das Buch ziemlich langweilig.
Für die Schule Okay aber sonst zu langweilig.
Michael zu »Hakan Nesser: Kim Novak badete nie im See von Genezareth« 25.02.2010
Hi,
ich habe das Buch für die Schule gelesen und es wird ein Gegendstand meiner Realschulprüfung sein.
Bis hin zum zweiten Teil war es eigentlich ganz spannend zu lesen, da man unbedingt wissen wollte wer nun stirbt und was überhaubt das Schreckliche ist.
Jedoch war es an einigen Stellen ziemlich eintönig zu lesen, was dann auch dauerhaft im dritten Teil der Fall war.
Alles nahm auf einmal eine Wende und geschah genau so wie ich es mir nicht vorgestellt habe. Noch positiv zu erwähnen ist jedoch die Unterteilung der einzelnen Handlungen und Geschehen in den einzelnen Kapiteln, was das parallele Arbeiten zum buch vereinfachte.
Leah K. zu »Hakan Nesser: Kim Novak badete nie im See von Genezareth« 25.02.2010
Ich musste das Buch Kim Novak auch in der Schule lesen. Ich fand das Buch langweilig und nicht wirklich spannend. Ich finde, das Ende ist blöde. Privat würde ich das Buch nicht lesen, aber als Schullektüre ist es ganz okay. Man kann gut darüber diskutieren, aber ich hatte zu wenig Zeit, um mich genauer mit dem Buch zu befassen.
Dorina zu »Hakan Nesser: Kim Novak badete nie im See von Genezareth« 25.02.2010
Auch ich muss das Buch für meine Deutsch-Prüfung lesen. Ich finde das Buch ziemlich langweilig! Es werden sehr oft sachen wiederholt und teilweise auch sehr langweilige Sachen geschrieben. Ich habe mir das Buch spannender vorgestellt. Zum Schluss wurde das Buch etwas spannender, was jedoch dann ziemlich schnell dem Ende hin neigte. Privat würde ich das Buch nicht lesen. Postiv überrascht war ich aber das es ein offenes Ende gab.
Sebastian zu »Hakan Nesser: Kim Novak badete nie im See von Genezareth« 25.02.2010
So wie die andern Mädchen, lese ich dieses Buch ebenfalls in der Schule und es ist das Hauptthema meiner Realschulprüfung. Ich finde das Buch eigentlich sehr gut. Es ist zwar teilweise ziemlich langweilig und es passiert meistens das Gleiche. Aber es wird dann doch zum Ende hin ziemlich spannend. Das "Schreckliche" zieht sich durch das ganze Buch und zeigt einem, dass es doch nicht nur um ein paar pubertierende Jungs, sondern das etwas "Schreckliches" passieren wird. Hakan Nesser hat sich sehr gut in einen vierzehn jährigen Jungen hineinversetzt und hat es in der Ausdrucksweise der heutigen Jugend geschrieben. In diesem Buch wird nicht erzählt, wer der Mörder ist. So muss jeder nach dem Lesen des Buches noch einmal nachdenken und überlegen wer es sein könnte. Meiner Meinung nach war es Erik, der aus Liebe zu Ewa handelte. Aber ich würde vorschlagen lesen sie es einfach selber und machen sie sich ein eigenes Bild ! :)
Liebe Grüße
Lena zu »Hakan Nesser: Kim Novak badete nie im See von Genezareth« 25.02.2010
Das Buch lesen wir gerade in der Schule als Vorbereitung für die Prüfung. Ich finde es ganz o.k.
Am Anfang ist alles ziemlich langgezogen, dafür schreibt der Autor am Ende kurz und knapp, nur das Nötigste. Außerdem wiederholen sich ein paar Handlungen immer wieder, deshalb wird es ein bisschen langweilig.
Ich finde es gut, dass das SCHRECKLICHE im Buch immer näher rückt, dadurch bekommt das Buch eine gewisse Spannung, genauso wie den offenen Schluss. Man kann sich dadurch seine eigenen Gedanken machen, wer der Mörder ist.
Ich hatte leider nur wenig Zeit das Buch zu lesen und bedaure das. Ich bin der Meinung, dass man sich eine gewisse Zeit nehmen muss, um auch alle kleinen Einzelheiten mitzubekommen.

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