Eine ganz andere Geschichte von Hakan Nesser

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2007 unter dem Titel En helt annan historia, deutsche Ausgabe erstmals 2008 bei btb.
Ort & Zeit der Handlung: Schweden, 1990 - 2009.
Folge 2 der Inspektor-Gunnar-Barbarotti-Serie.

  • Stockholm: Bonnier, 2007 unter dem Titel En helt annan historia. 608 Seiten.
  • München: btb, 2008. Übersetzt von Christel Hildebrandt. ISBN: 978-3-442-75174-7. 608 Seiten.
  • München: btb, 2010. Übersetzt von Christel Hildebrandt. ISBN: 978-3-442-74091-8. 603 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: Random House Audio, 2008. Gesprochen von Dietmar Bär. ISBN: 3866048920. 6 CDs.

'Eine ganz andere Geschichte' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

Die Bretagne im Sommer: Ein paar schwedische Touristen verbringen im Finistère ein paar vergnügte Urlaubswochen. Es ist eine zusammengewürfelte Gesellschaft: zwei Paare und zwei Einzelkämpfer, alles in allem sechs Leute, die freizeitbedingt miteinander Freundschaft schließen. Sie baden, sie essen, sie machen Ausflüge und flirten ein wenig über die Ehegrenzen hinweg. Und als die Ferien vorbei sind, trennen sich ihre Wege, wie das ja oft der Fall ist. Übrig bleiben ein paar vereinzelte Fotos, womöglich ein Gruppenbild, das ein oder andere Aquarell – und ein anonymes Tagebuch, das ihre Eskapaden schildert, wie sich später herausstellen wird, als die Tragödie bereits ihren Lauf genommen hat. Denn fünf Jahre später beginnt jemand, sie zu töten, einen nach dem anderen, wobei die Morde Gunnar Barbarotti, Inspektor in Kymlinge, jeweils zuvor brieflich angekündigt werden. Der Fall erregt große Aufmerksamkeit in den Medien, die Polizei steht naturgemäß unter Druck. Der Mörder indes spielt Katz und Maus mit den Ermittlern – und erscheint unbegreiflicher und unberechenbarer als je zuvor. Was ist damals in der Bretagne wirklich passiert? Und warum bekommt ausgerechnet Inspektor Barbarotti die Briefe?

Das meint Krimi-Couch.de: »Eine echte Herausforderung« 90°Treffer

Krimi-Rezension von Eva Bergschneider

Eine ganz andere Geschichte (En helt annan historia) lautet der Titel des zweiten Teils aus Håkan Nessers neuer Krimireihe mit Kriminalinspektor Barbarotti. Der neue grenzte sich in Mensch ohne Hund erfolgreich von seinem berühmten Vorgänger van Veteren ab und überzeugte als Persönlichkeit, die eigene Akzente setzte. Viele Leser warteten gespannt auf ein neues verzwicktes Rätsel aus der Feder des Schweden und die Fortsetzung der privaten Geschichte des Halbitalieners aus Kymlinge.

2002: Sommer in der Bretagne

Eine ganz andere Geschichte beginnt mit den Tagebuch ähnlichen Eintragungen eines Schweden, der 2002 an der Südküste der Bretagne Urlaub macht und zufällig auf fünf Landsleute getroffen ist.

Ich bin nicht wie andere Menschen. Und ich will es auch gar nicht sein. Sollte ich jemals eine Gruppe finden, in der ich mich heimisch fühle, dann bedeutet das nur, dass ich abgestumpft bin

So charakterisiert sich der Schreiber selbst. Dennoch verbringt er einige Tage mit dieser Gruppe, bestehend aus insgesamt zwei Single-Männern und zwei Paaren. Wie alle genießt der unbekannte sechste Mann Sonne, Strand, Schalentiere und Alkohol. Er schreibt über private Charakterstudien, erotische Gedankenspiele und schildert schließlich einen tragischen Unfall. Fünf Jahre später fügt der Verfasser seinen »Aufzeichnungen aus Mousterlin« Kommentare hinzu, in denen er erklärt, dass er seine ehemaligen Reisegefährten töten wird.

2007: Barbarottis Dilemma beginnt auf Gotland

Barbarotti fährt zu Marianne, seiner neuen Liebe, die die Sommerferien auf Gotland verbringt. Als er seine Wohnung verlässt, steckt er die Tagespost ein. So erreicht ihn die Nachricht eines Mörders im Paradies und kündigt ihm den Mord an Erik Bergmann an. Barbarottis idyllische Sommerfrische verwandelt sich in einen blutigen Albtraum, mit einem Killer, der ihn persönlich heraus fordert. Kennt der Ermittler den Täter und hat der es am Ende auch auf ihn abgesehen?

Der Leser liest zwei verschiedene Geschichten, die eine Gemeinsamkeit haben: eine heitere Urlaubsstimmung verdüstert sich zu einem mörderischen Rätsel. Die »Aufzeichnungen aus Mousterlin« erzählen dem Leser, wie aus Zufallsbekannten, die an der bretonischen Küste aufeinander treffen, ein Mörder und seine Mordopfer werden. Der Verfasser verarbeitet Beobachtungen und Ereignisse zu einem dramatischen Plot.

Barbarotti und seine Mitstreiter erhalten dieses Tagebuch erst am Ende des Romans. Trotzdem ist den Ermittlern nach zwei Ankündigungen und Ermordungen klar, dass es sich um keinen gewöhnlichen Täter handelt, sondern um einen, der sorgfältig plant und seine Taten gekonnt in Szene setzt. Der Druck, diesem entschlossenen Täter endlich auf die Spur zu kommen, wird immer greifbarer, denn die Boulevardpresse erhält ebenfalls dessen Nachrichten und verbreitet sie in prägnanten Schlagzeilen.

Selten gönnt ein Krimiautor seinem Leser einen so weitreichenden Wissensvorsprung. Dennoch tappt man, wie die Polizei bis zum Schluss im Dunkeln, in beständiger Erwartung, endlich den entscheidenden Hinweis zu erhalten und dem wachsenden Gefühl, das etwas faul sein muss.

Eine Fülle verschiedener Stimmungsnuancen

Eine ganz andere Geschichte ist allerdings sehr viel mehr, als nur ein spannender Rätselkrimi.

Schon im ersten Barbarotti-Roman traute sich Nesser aus der für ihn typischen Lakonie heraus und ließ mehr Emotionen und Humor in sein sprachliches Repertoire mit einfließen. Neben Tiefgründigkeit und Leidenschaft, zeichnen auch hier skurriler Witz und Selbstironie den vielseitigen Kriminalinspektor aus:

Oh Herr sende einen Strahl rein und klar in ein umnebeltes Bullengehirn. Was ist das für ein Gerede von Vorhaben und tiefem Gewässer? [..] Wenn ich bis morgen Abend keine Klarheit habe, dann verlierst Du einen Punkt. Hilfst Du mir, bekommst Du Drei.

Das Feilschen mit dem Herrgott geht also weiter. Die Rahmenhandlung um den Halbitaliener hat Nesser weiter ausgebaut. Sie bietet alles, was einem den Mann rundherum sympathisch macht: Sehnsüchte, Liebe und Nöte, die jeder Leser nachempfinden kann. Barbarotti ist kein Überflieger, aber ein Teamplayer, der auch im Abseits am Ball bleibt.

Am Ende noch eins drauf gesetzt

Mit der Auflösung dieser mysteriösen »anderen Geschichte« ist Nesser ein wahrer Geniestreich gelungen. Nicht der Hauptprotagonist findet den entscheidenden Hinweis (den er übrigens für sich behält), sondern jemand, der ebenfalls ein Einzelkämpfer ist und dadurch gedankliche Wege beschreitet, die den meisten Menschen verschlossen sind. Wenn man des Autors Vorliebe für angelsächsische Idiome teilt, ist It makes perfect sense ein passendes Résumé für dieses Finale.

Ein Wortspiel mit des Autors Nachnamen und der Steigerungsform von »gut« ist treffend, aber abgenutzt. Daher soll hier das Fazit nach der Hälfte der geplanten Barbarotti-Werke lauten: Nesser steuert auf den Höhepunkt seines Schaffens zu.

Eva Bergschneider, November 2008

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kritikaster zu »Hakan Nesser: Eine ganz andere Geschichte« 09.12.2016
viele köche verderben den brei und viele kommissare einen krimi...
man muss höllisch aufpassen um überhaupt mitzukommen und der schluss ist sehr schwach, sehr sehr schwach.
finale kann er einfach nicht, da gebe ich einer gewissen maria vollkommen recht.
aber offenbar ist es so, dass einer, der einen gewissen namen hat,von den kritikern mit samthandschuhen angefasst wird. besser wäre es ihm zu sagen: das kannst du besser, mein lieber!
garyboldi zu »Hakan Nesser: Eine ganz andere Geschichte« 13.02.2015
Das also war mein viertes Nesser-Buch. Grandios. Man fragt sich bei Nesser zwar immer, ob das wirklich ein Kriminalroman ist, aber was soll's. Mir wird es nie langweilig, denn Nesser ist ein grandioser Erzähler seiner Geschichten. Wie bei allen anderen Nesser-Büchern, musste ich nach dem letzten Satz das Buch erst einmal weg legen und Revue passieren lassen. Drüber nachdenken. Alle hier, die von der dann doch etwas überraschenden Lösung etwas enttäuscht sind, sind es meiner Meinung nach nur, weil sie es nicht verstehen, weil Nesser eben das Detail nicht nennt, es dem Leser auferlegt, es zu finden und sie selbst es wohl nicht finden. Verstehe ich. All jenen, die hier vermuten, dass es dieses Detail gar nicht gibt, denen muss ich widersprechen, es gibt es tatsächlich und es ist eigentlich sogar ziemlich offensichtlich.Übrigens werden viele Grundzüge des eigentlichen Plots auch in anderen Krimis so verwendet. So ermittelt John Rebus in seinem letzten Fall vor der Pensionierung 500 Seiten lang in die falsche Richtung, um den Fall dann auf den letzten 30 Seiten, wie bei einer Short-Story zu lösen, weil er eben fest stellt, ein Detail übersehen zu haben. Nur dass Rankin dieses Detail dann eben auch nennt. Und bei Lee Childs "Sniper", welches ja auch verfilmt wurde, werden auch 5 Personen ermordet, was ersteinmal davon ablenkt, dass es letztendlich nur um eine einzelne dieser Personen geht.Ach so, das Detail ? Will das wirklich jemand wissen ? Dann soviel: Es steckt nicht in den "Aufzeichnungen aus Mousterlin", sondern in den Kommentaren dazu, von 2007. Natürlich nicht direkt, aber wenn man sich einmal die zeitliche Abfolge vergegenwärtigt ... ,was ja eigentlich Frau Backmanns Aufgabe war.
Klaus Wessel zu »Hakan Nesser: Eine ganz andere Geschichte« 27.07.2014
Schwache Auflösung - und das nach so vielen Seiten. Ungereimt, nicht überzeugend. Man erwartet ein packendes Ende - und dann ist es nahezu trivial.
Der Auftakt ist gut, wie immer bei Nesser konzentrierte Sprache, gelungene Milieuschilderungen. Aber über manche Strecken "zieht es sich". Und eine weitere Schwäche: da tauchen Figuren auf, die isoliert dastehen, ohne Bezug zum Ganzen. Insgesamt kein großer Wurf.
Michaela zu »Hakan Nesser: Eine ganz andere Geschichte« 06.02.2014
Ein äußerst spannendes Buch mit enttäuschendem Ende... Die Auflösung wird dem Buch nicht gerecht, die Leser hätten sich einen etwas raffinierteren Schluss verdient!
Der Autor schafft es dennoch die Spannung aufrecht zu erhalten. Die Wirrungen in Barbarottis Privatleben sorgen zwischendurch immer wieder für Abwechslung und Zersteuung.
carolina zu »Hakan Nesser: Eine ganz andere Geschichte« 16.02.2013
Ich habe gerade das Buch fertiggelesen und anschließend die Kommntare dazu.
Und ich find, sie haben alle in gewisser Weise recht. Besonders die ersten drei. Obwohl es ziemlich gemächlich und teilweise langatmig dahin geht ist der Schreibstil phantastisch und es kommt sogar Spannung auf, obwohl die oft zerredet wird.
Allerdings hat mich der SChluss doch sehr frustriert, gerade weil mir die ersten 580 Seiten gut gefielen. Ich mag es nicht, wenn
eine Lösung präsentiert wird ohne zu sagen wie sie gefunden wurde. Das ist Leser-
verspottung, eigentlich vera.Gehört wohlzum "Humor" des Autors. Außerdem fand ich den Vergleich mit Fernsehserien gut, was das offene Ende im Privatleben betrifft. Es war keine verlorene Zeit, die Lekture des Buches, doch der Schluss hat mich sehr enttäuscht. Und wenn Herr Nesser glaubt, damit gewinnt er leser für den nächsten Barbarotti -Roman, so hat er sich bei jednfalls getäuscht.!
Krimitante zu »Hakan Nesser: Eine ganz andere Geschichte« 04.11.2012
eigentlich mag ich die bücher von hakan nesser sehr. aber dieses... langatmig ist ein freundlicher ausdruck. ich habe ganze seiten überlesen, in denen barbarotti seinen verschwurbelten gedankengängen nachgeht und es hat mir nichts an handlung gefehlt. diese ist arg konstruiert, die personen bleiben merkwürdig flach. obwohl das privatleben von barbarotti mehr als ein drittel des buches ausmacht. was, wie ich finde, viel zu viel ist. ausserdem wird hier nur unzulängliche polizeiarbeit geleistet: da wird hinweisen nicht nachgegangen, zeugen werden nicht gesucht usw.. dafür wird seitenweise gewartet und wir dürfen über dieses warten lesen. von 600 seiten entfallen sicherlich 100 auf´s warten, 200 auf des hauptkommisars privatleben und 100 auf seine gedankengänge. der rest ist handlung. fazit: das erste mal, dass ein nesser von mir bei oxfam landet.
Moschi zu »Hakan Nesser: Eine ganz andere Geschichte« 28.09.2012
"Eine ganz andere Geschichte" war mein dritter Nesser-Krimi, an den ich mit entsprechend hohen Erwartungen heranging. Gleich vorweg: Die Erwartungen wurden nicht erfüllt. Schreibstil und Originalität der Story überzeugten mich. Die Umsetzung in eine spannende Geschichte läßt jedoch sehr zu wünschen übrig. Es fehlt ganz einfach das Tempo; alles wird nach meinem Geschmack zu behäbig und zu langatmig erzählt. Die familiären Verhältnisse und Barbarottis Liebesleben wurden zu intensiv beschrieben, die Ermittlungsarbeiten zu zäh. Vermisst habe ich auch, dass der ermittelte Täter gegen Ende der Geschichte nicht persönlich zu Wort kam. Hier hätte Nesser noch ein Dialog-Feuerwerk abbrennen können.
kianan zu »Hakan Nesser: Eine ganz andere Geschichte« 13.09.2012
Aus meiner Sicht eine tolles Buch: sprachlich sehr schön geschrieben ohne langweilig oder verschnörkelt zu wirken. Die stetige Prise an Ironie und den humorvollen Blick auf die Dinge hat mir sehr gut gefallen und mich häufig zum Lachen gebracht. Ich mag diesen Stil von Nesser und seinen Protagonisten Barbarotti sehr. Die Geschichte selber war spannend und außergewöhnlich. Da jedoch leider im zweiten Drittel ein paar Längen durch unnötige Wiederholungen entstanden sind, gebe ich keine absolute Topbewertung, aber nicht weit entfernt davon. Aus meiner Sicht sehr empfehlenswert, aber m. E. nicht für die puren "Action-Fans".
Anni zu »Hakan Nesser: Eine ganz andere Geschichte« 23.08.2012
Habe den Krimi gerade auf einer Urlaubsreise mehr oder weniger in einem Rutsch gelesen - da hat man natürlich Zeit, sich mit einer Geschichte intensiver zu beschäftigen :)
Ich bin zwar nicht so krimierfahren wie wahrscheinlich die meisten Leser hier - aber was ich doch erstaunlich finde, ist die Tatsache, dass offenbar erwartet wird, dass alles, aber auch alles im Detail am Schluss erklärt wird...
Persönlich fand ich die Geschichte zwar streckenweise auch etwas langatmig (die Passagen, die die persönliche Ebene von Barbarotti betreffen erschließen sich einem vielleicht auch eher, wenn man die gesamte Reihe kennt - nichtsdestotrotz ist eine Charakterisierung der Hauptfigur immer wünschenswert), aber ich muss sagen, dass mich die Gesamtkonzeption sehr beeindruckt hat. Natürlich fragt man sich am Schluss, was denn genau das Detail ist, das zur Auflösung des Falls geführt hat - und genau das macht für mich auch den Reiz dieses Romans aus. Sofort nach Beenden der Geschichte habe ich natürlich noch einmal die "Mousterlin-Aufzeichnungen" gelesen und war ganz hingerissen von der Raffinesse des Aufbaus, die sich eigentlich nur erschließt, wenn man sich die Texte noch einmal vornimmt: Ob das entscheidende Detail tatsächlich so auf dem Silbertablett präsentiert wird weiß ich nicht, aber nach meiner Einschätzung ergeben sich eine Reihe von Details und Hinweisen, die auf den Mörder deuten, wenn man die Texte noch einmal unter dieser anderen Perspektive liest. Nessers Raffinesse in dieser Hinsicht hat für mich durchaus literaturgeschichtliche Dimension (beispielsweise das klassische Doppelgängermotiv in Horrorgeschichten, eine gewisse Abwandlung des Briefromans bzw. des Tagebuchromans, oder auch eine gewollte Lenkung auf eine psychologische Dimension des fiktiven Autors, die aber gleichzeitig auch auf eine später enthüllte psychologische Dimension des "realen" Autors in der Realität der Geschichte passt, die erzählt wird) und geht m.E. über einen reinen Rätselkrimi als Unterhaltungsstück hinaus, der zwar fein gestrickt und konstruiert ist, aber bei dem man am Ende sagt "Aha" und das Buch beiseite legt. Nicht falsch verstehen: Ein Krimi mit aufschlussreichem Ende ist in meinen Augen durchaus eine sehr befriedigende und raffinierte Form von Literatur!
Man wird vielleicht nicht mit der Nase auf die Lösung gestoßen, aber beim zweiten Lesen der Mousterlin-Texte war es für mich sonnenklar, dass die Lösung nur so sein konnte, wie sie am Ende auch war. Aber eben erst beim zweiten Lesen - da liegt dann auch das Können eines Autors, mit Sprache und Texten so umgehen zu können, dass mehrere Deutungsebenen möglich sind, ohne dass die Eine oder auch die Andere nicht glaubwürdig wäre. Auf die Ironie der Passage "Vertraue nie einem Autor" wurde ja schon hingewiesen.
Ich fand das Buch klasse!
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Lotse zu »Hakan Nesser: Eine ganz andere Geschichte« 03.05.2012
Mit dem zweiten Buch der Inspektor-Barbarotti-Reihe gelingt Nesser endlich wieder ein Krimi auf dem Niveau der Van-Veeteren-Serie. Das erste Buch "Mensch ohne Hund" war ja noch etwas "gewöhnungsbedürftig". Aber "Eine ganz andere Geschichte" macht Lust auf mehr.
Nesser ist der Künstler, der Poet, der Philosoph unter den skandinavischen Krimi-Autoren. Er kommt ohne "action" aus. Für mich ist er stärker als Mankell.

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