Die Schwalbe, die Katze, die Rose und der Tod von Hakan Nesser

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2001 unter dem Titel Svalan, katten, rosen, döden, deutsche Ausgabe erstmals 2003 bei btb.
Ort & Zeit der Handlung: Fiktiv / Maardam, 1990 - 2009.
Folge 9 der Van-Veeteren-Serie.

  • Stockholm: Bonnier, 2001 unter dem Titel Svalan, katten, rosen, döden. 527 Seiten.
  • München: btb, 2003. Übersetzt von Christel Hildebrandt. 571 Seiten.
  • München: Goldmann, 2005. Übersetzt von Christel Hildebrandt. ISBN: 3-442-73325-1. 571 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: Random House Audio, 2004. Gesprochen von Dietmar Bär. 6 CDs.

'Die Schwalbe, die Katze, die Rose und der Tod' ist erschienen als TaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

Ein Priester, der von einem Zug überfahren wird. Ein Mädchen, das spurlos verschwindet. Eine Mutter, die niemand vermisst. Welche Verbindung besteht zwischen den Schicksalen dieser drei Personen? Als der ehemalige Kommissar Van Veeteren die Geborgenheit seines Antiquariats verlässt, um einigen mysteriösen Todesfällen nachzugehen, stößt er schnell auf ein deutliches Muster aus der Bücherwelt. Blake. Musil. Rilke. Offensichtlich ist der Mörder, den er sucht, belesen, denn die Decknamen, die er benutzt, sind literarische Anspielungen, und die einzigen Spuren, die er hinterlässt, sind seltene Gedichtbände. Van Veeteren ahnt, dass er es mit einem Mörder ungewöhnlichen Schlags zu tun hat. Die Spur führt zu einem universitären Elitezirkel. Oder ist das nur ein Ablenkungsmanöver? Eines ist jedenfalls sicher: Die Partie ist eröffnet – und Van Veeteren ist entschlossen, sie zu gewinnen. Doch sein Gegenspieler ist ihm stets einen entscheidenden Schritt voraus …

Leseprobe

Das meint Krimi-Couch.de: »Nesser immer besser« 88°Treffer

Krimi-Rezension von Thomas Kürten

Unumstritten ist er nicht. Mitunter heißt es, er reite lediglich auf der Welle des Erfolges skandinavischer Schriftsteller mit. Viel zu oft muss er sich mit seinem Landsmann Mankell messen lassen. Hakan Nesser muss man jedoch bescheinigen, dass er nach durchschreiten eines Tränentals immer besser wird. Vorläufiger Höhepunkt der Kriminalreihe um das Team der Polizei Maardam bildet der im August 2003 auf deutsch erschienene Roman »Die Schwalbe, die Katze, die Rose und der Tod«.

Der pensionierte Hauptkommissar van Veeteren erhält am Tag vor seinem Urlaub Besuch von einem Pastor, der sich ihm anvertrauen will. Van Veeteren hat keine Zeit für ein Gespräch und vertröstet ihn auf ein Treffen drei Wochen später. Als er aus dem Urlaub zurück kehrt, erfährt er aus der Zeitung vom Tod des Pastors, der von einem Zug überrollt wurde. Obwohl Kommissarin Ewa Moreno den Fall entweder als Unfall oder Selbstmord abgelegt hat, glaubt van Veeteren an einen Mord.

Was hat ein Mörder aus einem alten Kriminalroman mit dem Fall zu tun?

Kurz später wird die Leiche einer manisch-depressiven Alkoholikerin gefunden, ihre Tochter gilt zunächst als vermisst. Bei der Ermittlung stoßen die Kommissare Jung und Rooth in der Wohnung auf 46 Namen, darunter der Name des toten Pastors. Wollte der Gottesdiener van Veeteren von dieser Frau erzählen? Ferner findet die Polizei den Namen einer literarischen Gestalt, entnommen einem unbekannten britischen Kriminalroman der 30er Jahre, geschrieben von einem unbedeutenden Autor. Dieser »Benjamin Kerran« ist im Roman ein Mörder, der seine Opfer durch erwürgen umbringt. Hat der Mörder diesen Namen verwendet, um sein Opfer kennen zu lernen? Ansonsten hat er nämlich nicht die geringste Spur hinterlassen. Die Polizei tappt im Dunkeln.

Erst als die Tochter der Ermordeten ebenfalls erwürgt aufgefunden wird und eine weitere Frau vermisst wird, kommen die Ermittlungen langsam in Fahrt. Wiederum hat sich der Mann eines Namens einer literarischen Figur bedient. Alte und ungeklärte Fälle werden erneut aufgerollt und dabei findet Ewa Moreno die sprichwörtliche »Nadel im Heuhaufen«, die die Ermittler zu einem elitären Universitätsverein führt. Ist der Mörder ein Mitglied dieses Elitezirkels?

Lange Zeit waren Nessers Charaktere zu flach – bis jetzt

Man kann Hakan Nesser vorwerfen, dass seine Figuren lange Zeit zu flach waren. Außer des dominanten Charakters Erich van Veeterens erfuhr man in seinen ersten Büchern nahezu gar nichts über die anderen Ermittler. Nesser musste erst van Veeteren pensionieren und die absolut farblosen und uninteressanten Kommissare Heinemann und de Bries sterben lassen, um andere Charaktere der Maardamer Polizei schärfer zu zeichnen. Er schrieb Bücher, in denen jeweils ein anderer Ermittler zum Protagonisten aufstieg (Münsters Fall, Der Tote vom Strand (im Original: »Ewa Morenos Fall«)). Nun endlich schafft er es, jeder einzelnen Figur ein scharfes Profil zu geben. Sei es der immer zu einem flotten Spruch aufgelegte Rooth, der so gerne verliebt wäre, die hübsche Ewa Moreno, die darüber nachdenkt sich an ihren Partner zu binden, oder die Kommissare Jung, Münster und Reinhardt mit ihren Familien. Sogar die neue Kollegin Sammelmerk wird direkt zu einem greifbaren Charakter. Die jeweiligen Lebenssituationen der verschiedenen Charaktere weiß Nesser dabei geschickt zu nutzen um über Einsamkeit, Partnerschaft und die Suche nach dem Glück zu reflektieren. Und Nesser kann mit seiner Gesellschaftskritik überzeugen.

Brillant besonders der namensgebende Abschnitt, in dem Nesser beschreibt mit welcher Grausamkeit van Veeterens Katze eine Schwalbe jagt, fängt, mit ihr spielt und schließlich tötet. Hier läuft er zu erzählerischer Höchstform auf. Äußerst gelungen sind auch die Zeitsprünge und Rückblicke zu bezeichnen und die Art und Weise, wie er sie in die Handlung einbaut. Damit fügt er dem Charakter des Mörder immer wieder ein Mosaiksteinchen hinzu, ehe man ihn gegen Ende des Romans selbst zu kennen glaubt.

Ein sehr geheimnisvoller, lautloser und spurenverwischender Gegner

Nesser hat sich deutlich entwickelt. »Die Schwalbe, die Katze, die Rose und der Tod« ist nicht mehr vergleichbar mir den frühen Highlights der Reihe (Das grobmaschige Netz, Das falsche Urteil) Van Veeteren hat sich vom Zahnstocher kauenden Griesgram zu einem Menschen vom Schlag eines lieben Opis entwickelt. Trotzdem gewinnt man nicht den Eindruck, dass er sich vom van Veeteren der alten Bücher wesentlich unterscheidet. Es tut dem Roman gut, dass er wieder ins Geschehen eingreift und unorthodoxe Ermittlungsmethoden auspackt. Ein sehr geheimnisvoller, lautloser und spurenverwischender Gegner verleiht dem Roman die gewisse Würze, die Leser fesseln kann. Für ein Herbst- oder Winterwochenende eine hervorragende Unterhaltung auf gehobenem Niveau.

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Moschi zu »Hakan Nesser: Die Schwalbe, die Katze, die Rose und der Tod« 24.06.2013
Ein guter Nesser, aber kein übermäßig spannender. Wie immer begeisterte mich der Schreibstil des Autors und seine gute Darstellung der Personen. Auch die Story an sich war nachvollziehbar, man "lebt" beim Lesen in der Handlung. Was mich ein wenig enttäuscht hat, war die kurze, unbefriedigende Beschreibung des Täters. Vor allem gegen Ende der Geschichte hätte ich eine genauere, detailliertere Analyse zu dessen psychischen Hintergrund erwartet.
Trotz einiger Schwächen: Leseempfehlung.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
ZeLe zu »Hakan Nesser: Die Schwalbe, die Katze, die Rose und der Tod« 05.06.2012
Es war so gut beschrieben daß ich mich schon bedrückt fühlte... man atmete regelrecht diese "schwarze" Atmosphäre von Verzweiflung. Man wird in diesem Sog aus Traurigkeit und Verlassenheit gezogen, aber es ist und bleibt immer spannend. Gute Kombination eigentlich.
Ein Buch welches man nicht so leicht vergiß!
Gedanken wie :"können Menschen so wiederlich sein?" begleiteten mich schon beim Lesen...
Dickie_Greenleaf zu »Hakan Nesser: Die Schwalbe, die Katze, die Rose und der Tod« 17.03.2012
Gut geschrieben vom Stil her und daher gut zu lesen, hinterlässt die Lektüre am Ende doch ein unzufriedenes Gefühl. Das liegt möglicherweise am Aufbau der Geschichte. Zuerst erfahren wir sehr viel über den Mörder und sein Vorgehen und wenig später sehen wir die Dinge auch aus den Augen möglicher Opfer. Das war sehr spannend und absolut gut geschrieben. Doch ab der Mitte des Buches schwenkt der Blickwinkel dann auf die ermittelnden Kommissare und Inspektoren um und die tappen im Dunkeln, obwohl gewisse Hinweise vorhanden sind. Vor allem, weil man als Leser ja von Anfang Einblick hatte und Bescheid weiß. Die auf der Stelle tretende Polizeiarbeit ist dadurch schwer zu ertragen. Die vielgerühmte Intuition von VV lässt außerdem sehr lange auf sich warten. Alles in allem eine Geschichte, die mich in den Bann gezogen hat, aber nicht wegen, sondern trotz der agierenden Ermittler.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Dirk Hannappel zu »Hakan Nesser: Die Schwalbe, die Katze, die Rose und der Tod« 16.01.2010
Ich bin hin- und hergerissen.
Man muss die Art wie Nesser erzählt,
schon mögen um diesem Roman volle Zustimmung zu geben. Besonders im Mittelteil des Buches passiert im eigentlichen Plot sehr wenig. Er beschreibt Charaktere, Stimmungen und
Gedanken aller Beteiligten. Erst zum Schluss hin nimmt das Buch wieder Fahrt auf und fesselt durch Handlung.
Letztendlich bleiben nach der letzten Seite sehr viele Frage offen. Vielleicht ist es aber gerade das, was mich sehr nachhaltig an das Buch denken lässt.
Ich mag Nesser, seine Art die Dinge zu sehen und aufs Papier zu bringen. Und ich mag VV, dessen Entwicklung zum Bibliothekar sehr treffend gelungen ist. Sicher kein Krimi für reine Action-Freunde.
Letztendlich...auch mit bißchen Abstand, empfehle ich ihn weiter. 85°
Tarlaniel zu »Hakan Nesser: Die Schwalbe, die Katze, die Rose und der Tod« 04.10.2008
Kommentar von Krofta ohne Spoiler:

Ich habe zum ersten Mal eine Hör CD von Nesser gekauft weil Dietmar Bär so eine tolle Stimme aufwies.Es handelte sich um:Kim Novak badet. .Ich war jedoch entsetzt,da ich das Gefühl hatte die Geschichte dreht sich nur um pupertierende Kids die Onanierprobleme haben.Erst ab der dritten CD fing ich an den Inhalt zu lieben und bis zum Schluß fesselte mich der Krimi.Heute weis ich ,das das vorgeplänkere sein mußte damit der Inhalt stimmig ist.Ich höre Sie immer wieder gerne sodas ich mir erneut eine Nesser CD kaufte.Diesmal war es :Die Schwalbe.Hier war ich von der ersten CD an gefesselt aber schon ab der zweiten lahmte der Inhaltso sehr, sodaß ich die CD 4 & 5 fast komplet durchgespult habe da sie so langweilig waren.Erst die letzte CD habe ich wieder komplett gehört.Man hätte das Buch von 6 auf 3 CD`s reduzieren können.Die Lösung ist an den Haaren herbeigezogen und mit fehlen viele Inhalte. [...] Tausende von Fragen und keine Antwort.Schade,dabei hatte es so toll angefangen.Trotzdem werde ich nochmal eine HörCD von Nesser kaufen,alleine deswegen weil Dietmar Bär ein toller Vorleser ist.Dann noch zu dem Vergleich von H.Makell.von ihm habe ich schon 7 Cd´s und war noch von keiner enttäuscht bzw irgendwann gelangweilt.Er schreibt flüssig und plausiebel und es wird niemals langweilig.Außerdem sind seine Gefühlspassagen plasticher dargestellt.,wärend Nesser ständig vom Wichsen,Blasen,Lutschen.usw spricht.Zum Glück habe ich die Nesser Bücher erst gehört bevor ich den Kommisar Van Veeteren im Fernsehen gesehen habe.Eine totale Fehlbesetzung.Ich stelle mir den Kommisar viel agiler und drahtiger vor und nicht einen schwedischen Kolomboverschnit im Alter von 80 Jahren.Aber zum Glück bleiben die Hörbücher und die eigene Phantasie.
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Rolf.P zu »Hakan Nesser: Die Schwalbe, die Katze, die Rose und der Tod« 04.03.2008
Die Geschichte ist spannend und in einem fast poetischen Stil geschrieben. Ich bin angenehm überrascht, dass Nesser immer wieder steigerungsfähig ist.
Van Veeteren erscheint wieder gewohnt schweigsam und genial. Die Geschichte ist flüssig und hat einen guten Spannungsbogen. Neben einem sehr spannenden Kriminalfall mit raffinierter Auflösung bietet das Buch somit hinreichend Tiefgang und ein typisches Nesser-Finale.
Sehr lesenswert!
bg zu »Hakan Nesser: Die Schwalbe, die Katze, die Rose und der Tod« 13.01.2008
Seht Euch bloß nicht die entsetzlich langweiligen Verfilmungen der Nesser-Romane an. Das verdirbt die Lust auf seine Bücher.
Schade eigentlich, aus Schweden kommen sonst sehr spannende Mankell-Verfilmungen.
In Schweden wird wahrscheinlich in der Film- und Fernsehindustrie genau so gekunkelt wie in Deutschland. Nepotismus - er lebe hoch. Wie kommt sonst der Lahmarsch von van Veeteren-Darsteller ins Fernsehen.
Alter Schwede zu »Hakan Nesser: Die Schwalbe, die Katze, die Rose und der Tod« 30.12.2007
Rolands Meinung trifft ins Schwarze. Schade, daß man von Nesser bisher nicht noch mehr "Kim Novak's" lesen konnte. Die Van V.-Krimis sind auch sehr gut, reichen aber nicht an die Klasse von Genezareths See.
Roland Richter zu »Hakan Nesser: Die Schwalbe, die Katze, die Rose und der Tod« 26.11.2007
Nach meiner Einschätzung hat die Qualität der Håkan-Nesser-Bücher mit der Zeit leider nachgelassen.
Dabei sticht insbesondere "Kim Novak badete nie im See von Genezareth" hervor; zwar kein typischer Nesser-Krimi mit VV, Münster, Moreno usw., dafür aber für mich besser als alles, was danach kam (und übrigens auch als Film empfehlenswert). Insofern hat Antje vielleicht mit dem "falschen Nesser" angefangen; insgesamt bleibt er für mich aber ein Krimi-Favorit und das auch noch vor Henning Mankell.
Roland
Antje zu »Hakan Nesser: Die Schwalbe, die Katze, die Rose und der Tod« 19.10.2007
Der erste Nesser, den ich gelesen habe. Ich gebe zu, dass ich Mankell vorziehe, weil bei ihm die Polizeiarbeit und die Menschen realistischer gezeichnet sind.

Der Mörder und die Morde haben einen extremen Gruselfaktor, beides sorgt für fingernägelkauende Spannung. Gut ist auch die Idee mit den literarischen Decknamen. Pluspunkte dafür!

Pluspunkte für van Veeteren, er hat eine hervorragende Spürnase, keine Angst vor einer möglichen Blamage und versucht auf trickreiche Art den Mörder einzukreisen und festzunageln. Man wünscht ihm dabei mehr Erfolgserlebnisse und weniger Selbstvorwürfe wegen des eigenen Alters.

Minuspunkte dagegen für die äußerst langatmige Suche nach Hinweisen. Irgendwann erwartet man als Leser/in, dass es mal weitergeht. Wenn die Polizei im Dunkeln tappt, braucht man nicht 100 Seiten, um von dieser Tatsache zu erzählen. Dafür reichen auch 30 Seiten, bis dann der nächste Hinweis auftaucht.

Minuspunkte auch für unrealistisch geschildertes Verhalten von Personen (z.B. kehrt das Mädchen in die Wohnung des Würgers zurück, um festzustellen, ob sie ihn getötet hat - sorry, aber so doof ist niemand! Die Polizei hat keine Erklärung dafür, warum der Mörder dem Mädchen die Beine abgehackt hat - dafür gibt es eigentlich nur zwei mögliche Gründe: "Handschrift des Serientäters" oder praktische Gründe, beides würde die Polizei normalerweise in Betracht ziehen und prüfen.).

Weitere Minuspunkte für "stumpfe Motive": Der ermordete Pfarrer kennt z.B. Marianne, eine Bekannte van Veeterens, doch dies wird im Buch nicht weiter verfolgt, van Veeteren kommt nicht auf die Idee, mit Marianne wegen des Pfarrers zu sprechen.)

Minuspunkte für übertrieben häufiges Onanieren - dass der Mörder ein Sexualmörder ist, ahnen wir ohnehin schon von Anfang an - und weitere Minuspunkte für versuchte Ausflüge in die Philosophie, denn die enden meist in unerträglich banalen Schlussfolgerungen.

Die meisten Minuspunkte vergebe ich allerdings für den wirklich hanebüchenen, dick aufgetragenen und völlig unrealistischen Schluss. Mir hätte eine saubere Lösung mit Falle stellen und Festnahme besser gefallen.

Und schließlich, in welchem Land spielt das Ganze? Ich vermute in den Niederlanden mit fiktiven Städten. Aber das Um-sich-Werfen mit Namen unterschiedlicher Nationalität, zum Teil englisch-polnisch oder französisch-griechisch gemixt, riecht allzusehr nach Vorgaben vom Verlag, den Roman so international verkaufsfähig wie möglich zu machen. Das wirkt ein wenig gewaltsam. Der Roman könnte genau so gut in den real existierenden Niederlanden und im real existierenden Amsterdam angesiedelt sein (dann hätte Nessers in seinem Roman eine ähnliche Atmosphäre kreiert wie der sehr gute Film "Verfluchtes Amsterdam"). Das hieße dann aber genauere Ortsrecherchen, mehr landestypische Einzelheiten und würde, so fürchtet der Verlag wahrscheinlich, die internationale Verkaufsfähigkeit wieder einschränken.

Alles in allem: Gut verdauliche Krimikost mit einigen verborgenen Olivenkernen drin :-)

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