Die Frau mit dem Muttermal von Håkan Nesser

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1996 unter dem Titel Kvinna med födelsemärke, deutsche Ausgabe erstmals 1998 bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: Fiktiv / Maardam, 1990 - 2009.
Folge 4 der Van-Veeteren-Serie.

  • Stockholm: Bonnier, 1996 unter dem Titel Kvinna med födelsemärke. 310 Seiten.
  • München: Goldmann, 1998. Übersetzt von Christel Hildebrandt. ISBN: 3-442-72280-2. 284 Seiten.
  • Augsburg: Bechtermünz, 2000. Übersetzt von Christel Hildebrandt. ISBN: 3828968406. 284 Seiten.
  • München: Goldmann, 2001. Übersetzt von Christel Hildebrandt. ISBN: 3-442-72881-9. 284 Seiten.
  • München: btb, 2012. Übersetzt von Christel Hildebrandt. ISBN: 978-3-442-74275-2. 288 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: Random House Audio, 2008. Gesprochen von Michael Hansonis. ISBN: 3837100162. 6 CDs.

'Die Frau mit dem Muttermal' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Zwei Männer sind tot. Auf ganz ähnliche, brutale Weise ums Leben gekommen. Doch welche Verbindung besteht zwischen beiden? Inspektor van Veeteren entdeckt eine heiße Spur, die in die Vergangenheit und zu einer schönen jungen Frau führt. Wird er die nächsten beiden Morde verhindern können?

Das meint Krimi-Couch.de: »Von Mankell ist Nesser noch meilenweit entfernt« 35°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Ein Mann wird erschossen aufgefunden. Zwei Schüsse in die Brust, zwei Schüsse in den Unterleib. Die Polizei tappt im Dunklen. Keiner hat etwas gesehen oder gehört, ein Motiv ist nicht zu erkennen. Kurze Zeit später wird ein weiteres Opfer gefunden, nach exakt dem gleichen Schema ermordet. Keine Frage, dass es sich um den gleichen Täter handelt. Doch wieder gibt es absolut keine Anhaltspunkte.

Die einzige Möglichkeit, dem Täter auf die Spur zu kommen, bietet sich der Polizei dadurch, irgendeinen Zusammenhang zwischen den beiden Mordopfern zu finden. Schließlich entdeckt man die beiden gemeinsam auf einem etwa dreißig Jahre alten Foto. Weitere 33 Männer befinden sich auf dem Jahrgangsfoto einer Militärakademie. Hat man hier vielleicht weitere potentielle Opfer oder sogar den Mörder vor sich?

Schwedische Kriminalromane bürgen üblicherweise für Qualität und zählen nicht erst seit Henning Mankell zu den Geheimtipps. Als mir ein Buch des schwedischen Autors Håkan Nesser in die Hände geriet und ich auf dem Umschlagstext von einem Serien-Kommissar las, musste ich als begeisterter Wallander-Fan natürlich ein Buch der Serie lesen. Sinnvollerweise wählte ich dazu das erste Buch der Serie, was sich später als Irrtum herausstellte. Denn »Die Frau mit dem Muttermal« ist zwar das erste in Deutschland erschienene Buch der Van-Veeteren-Serie, doch in Wirklichkeit bereits der vierte Roman der Reihe.

Mit »Die Frau mit dem Muttermal« sticht der Titel des Krimis nach bester Edgar-Wallace-Tradition hervor, das Muttermal jedoch wird im Text nur ein einziges Mal erwähnt. Also nur reißerische Aufmachung. Ich kann zwar kein Schwedisch, doch »Kvinna med födelsemärke« hört sich nach Originalübersetzung an und nicht wie oft üblich nach von deutschen Verlagen zu Werbezwecken neu vergebenem Titel.

Im ersten Kapitel erfährt man bereits, wer der Mörder sein wird. Nicht unbedingt ungewöhnlich, auch Mankells Die fünfte Frau ist ähnlich aufgebaut. Im Laufe des Buches werden einige weitere Parallelen zu diesem Buch deutlich, möglicherweise hat sich der Autor von diesem Werk etwas inspirieren lassen.

Nessers Schreibstil ist sehr einfach ohne viele Ausschmückungen, so dass das Buch leicht zu lesen ist. Durch die relativ kurzen Kapitel und die vielen Szenenwechsel geht der Lesefluss dennoch gelegentlich verloren. Dass der Autor einen Szenenwechsel üblicherweise beginnt, ohne in den ersten Sätzen Namen einfließen zu lassen, dauert es oft einige Zeit, bis der Leser erkennt, um wen es eigentlich geht. Mit der Schilderung von Zeugenbefragungen, die absolut unbrauchbar sind, scheint der Autor die Zeit überbrücken zu wollen (Seiten schinden hört sich zu abfällig an).

Die Darstellung der Charaktere ist sehr oberflächlich, einige gute Ansätze werden oft schnell abgebrochen. Auch mit der Figur des Hauptkommissars Van Veeteren kann sich der Leser kaum identifizieren. Viele Personen werden relativ schnell eingeführt, ohne sie näher darzustellen. Van Veeteren kann man kaum die Rolle des Protagonisten zubilligen. Ebenso wie die etwa acht weiteren Ermittler wirkt die Figur sehr farblos.

Die Handlung spielt an rein fiktiven Orten, zumindest habe ich noch keinen davon gehört. Anhand des Klangs der Namen und der Währung Gulden soll der Schauplatz wohl in Holland liegen, obgleich das nirgends explizit erwähnt ist. Die fiktiven Orte tragen zumindest nicht dazu bei, sich in das Geschehen hineinversetzen zu können oder dem Buch wenigstens etwas Charisma zu geben.

Die Idee der Handlung ist alles andere als originell und schon recht früh vorhersehbar.

Ich hoffe, dass ich mit meiner Meinung vermeiden kann, dass weitere Wallander-Fans auf Van Veeteren hereinfallen. Von Mankell ist Nesser noch meilenweit entfernt. Wer jedoch gerne mal einen absolut anspruchslosen Krimi zum Abschalten liest, kann dies hiermit tun. Schnellleser sollten dazu nicht mehr als einen Abend vergeuden müssen.

Das meinen andere:

»Dieses Buch ist atemberaubend. Atemberaubend spannend. Atemberaubend gut.« (Westdeutscher Rundfunk)

Ihre Meinung zu »Håkan Nesser: Die Frau mit dem Muttermal«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Brigitte zu »Håkan Nesser: Die Frau mit dem Muttermal« 08.09.2010
Ich war neugierig auf diesen Schriftsteller, von dem alle sagen, er wäre toll. Dieses war das erste seiner Bücher, welches ich las. Es war wohl verkehrt.
Ich hätte mir gute 300 Seiten sparen können. Ich weiß nicht, wofür er hier gelobt wird. Als ich das Buch zuschlug, sah ich wieder auf den Titel und dachte, ja was war denn mit dem Muttermal. Völlig verkehrter Titel.
ich gebe nicht auf, hab noch ein Buch von ihm und hoffe, es wird besser werden.
fabian zu »Håkan Nesser: Die Frau mit dem Muttermal« 28.09.2009
ich bin seit eninigen jahren Hakan Nesser
Fan und bin von seinen Büchern begeistert! Mir persönlich wird es nie langweilig und es werden einzelne Handlungen ,wie bei Mankel,l nicht so in die Länge gezogen. Desweiteren vertsehe ich den ständigen Vergleich der beiden Schriftsteller überhaupt nicht! Meiner Meinung nach wurde in diesem Beitrag weder objektiv noch genau bewertet. Allerdings kann ich mich der Frage nach dem Handlungsort anschließen! Wo spielen die Geschichten um VanVeteren? Holland kommt mir ganz plausibel vor, aufgrund der Personennachnamen und der Straßennamen. Allerdings hat man bei einigen Büchern den Eindruck man sei in Schweden. Hier ist Aufklärung von Nöten.Im großen und ganzen ein toller Autor mit einer genialen Art Bücher zu schreiben!
Maria Zimmermann zu »Håkan Nesser: Die Frau mit dem Muttermal« 29.08.2009
das Buch ist dilettantisch recherchiert, hat überhaupt keinen Spannungsbogen, ist sprachlich auf unterstem Niveau und eine Beleidigung für Henning Mankell , mit dem man Hakan Nesser ständig vergleicht. Mir ist völlig unklar, wie man dafür auch nur einen einzigen Buchpreis bekommen konnte.

Nie mehr würde ich ein Buch von Hakan Nesser lesen!
BZKKAI zu »Håkan Nesser: Die Frau mit dem Muttermal« 07.08.2009
Ich stimme dem Rezensenten keineswegs zu.
Ich kannte die Story schon aus dem Fernsehen. Aber als Nesser-Fan ließ ich es mir nicht nehmen, das Buch zu lesen. Und ich hatte recht.
Ist der Film doch sehr detailsgetreu, das Buch ist wieder mal besser. Auch dieser Van Veteren-Roman hat meine volle Zustimmung. Es macht einfach Spaß Nesser zu lesen.
Nesser ist mit Van Veteren der Realität genauso nah, wie beispielsweise Mankell in seinen Wallander-Romanen. Und ich weiß wovon ich spreche.
Ich vergebe hier 80 Punkte.
Roy Wood zu »Håkan Nesser: Die Frau mit dem Muttermal« 28.05.2009
ich habe mir "Die Frau mit dem Muttermal" und "Der Kommissar und das Schweigen" gekauft nachdem ich die 3 Krimis von Stieg Larsson verschlungen habe. Habe die beiden Nesser-Krimis nur angefangen und das Buch dann im Zug liegen lassen.
Mal sehen ob mir Asa Larsson oder Thomas Kanger mehr gefallen.
Roy Wood
Ulf zu »Håkan Nesser: Die Frau mit dem Muttermal« 26.03.2009
Ich kann dem Rezensenten keineswegs zustimmen. Mir gefällt Nesser deutlich besser als Mankell. Er kommt schneller auf den Punkt und ergeht sich nicht so in Philosophie. Außerdem haben seine Bücher etwas, das man bei Mankell gänzlich vermisst: Humor! Gerade die Dialoge in den Polizeikonferenzen lockern die sonst düstere Stimmung ungemein auf.
Dido zu »Håkan Nesser: Die Frau mit dem Muttermal« 12.01.2009
Ich kann die Reaktion des Rezensenten durchaus weitgehend nachvollziehen. Wäre "Die Frau mit dem Muttermal" mein erster Nesser gewesen, hätte ich wohl ähnlich reagiert. Wo zum Teufel spielt denn die Handlung? Und wer ist van Veeteren & Co? Nach 5 gelesenen Nesser-Büchern habe ich diese Probleme aber nicht mehr und kann mich ganz auf den Fall konzentrieren.
Und der gefällt mir außerordentlich gut. Spannung kann auf verschiedene Arten erzeugt werden, hier eben durch die Frage, wann und wie die Täterin erwischt wird, und ob sie ihr Vorhaben durchziehen kann. Wie Nesser diese Frage auflöst, ist für Krimis eher untypisch, das verstörende Ende eingeschlossen. Dass die Ermittler die meiste Zeit ins Leere ermitteln und nur selten Erfolgserlebnisse haben, ist wohl realistisch und erhöht die Spannung noch. Von mir gibts jedenfalls Applaus für dieses Buch!
Nachsatz: Die ständige Vergleicherei zwischen verschiedenen Autoren nervt!
Alexander K. zu »Håkan Nesser: Die Frau mit dem Muttermal« 28.12.2008
Sehr geehrter Herr Kümmel,
ich finde es gut,wirklich gut,dass sie wahrscheinlich Stunden ihrer,sicherlich wertvollen Zeit aufopfern um,Nesserverrise,zumindest sind sie verrreissrisch,solange Bücher der Van Veeteren Serie auf ihrem Lesepult liegen,zu schreiben.Ich finde es toll,dass es solche Mankellfans gibt,die ihr Idol auf solch heroische Weise verehren,und sehen,dass alles was irgendwie verfasst wird,mit dem ruhmreichen Mankell in Verbindung gebracht werden muss.Gut dass liegt an ihnen zeugt aber auch nicht unbedingt von besonderer Orginalität,die ihe Rezension im Allgemeinen aber leider auch vermissen lässt.Naja.Wie gesagt:
Es ist hanebüchen alles was an Literatur aus dem Krimigenre von der schwedischen Halbinsel geboten wird mit Mankell zu vergleichen,der dass wurde in den Kommentaren vor mr richtig dargelegt,bei weitem nicht das Nonplusultra ist,auch wenn sie als scheuklappentragender mankellfan dass sicherlich so sehen.
Jetzt schaue ich mir, als Nesser- und Mankellleser ihre Rezension an,und was sehe schon nach 20 Sekunden des Lesens einen Fehler.Dass Muttermal wird also nicht erwähnt.erst recherchieren dann schreiben.Seite 214 untere Hälftegenauer gesagt Zeile 17,wenn sie die Leerzeile des Taschenbuchformates ignorieren.
Ich zitiere erstens,die Stelle:Fünfunddreissig junge Männer.
Sieben tot.
Drei davon durch diese Frau.Diese verhalten lächelnde Frau mit der dunklen Baskenmütze und dem hellen Mantel.Ein wenig üpber den Grabstein gebeugt.Ein kleiner Leberfleck auf der linken Wange,daran konnte er sich beim Phantombild nicht mehr erinnern,aber er war auch nchit größer als der Fingernagel des kleinen Fingers.Ich zitiere zweitens Wikipedia:
Leberfleck ist die umgangssprachliche Bezeichnung für gutartige Wucherungen von pigmentbildenden Zellen der Haut und entspricht in etwa dem Fachausdruck Pigmentnävus. Muttermal wird manchmal als Synonym verwendet, entspricht aber eher dem übergeordneten Fachausdruck NävusManchmaliges verwendes einer Sache als Synonim,ist für mcih eine Berechtigung ihren satz als suboptimal recherchiert abzustempeln.Schade...
Jetzt machen wir doch mal weiter.
Wissen sie was mich extrem stört: Sie sehen Mankell ja quasi als Reinkarnation des besten Krimiautoren der Welt.Dass ist aber nciht so.Sparen sie sich die Vergleiche.Es ist auf die Dauer wirklich zum speien.
Sie empören sich desweiteren über Nessers Schreibstil.
Schön,dass ist ihr gutes Recht als Rezensent.
Wissen sie ich kann ihren Bedenken,geegnüber dem Stil,dem Einfliessenlassens der Namen zustimmen.dass empfinde ich ähnlich,aber wenn man ich darauf einlässt ist es doch mal eine nette Abwechselung.Und dass die Zeugenaussagen unbrachbar seien,finde ich persönlcih nciht.Dass wollen sie so sehen.Scheuklappen halt.
Geht man ihre Geisselung des Buches weiter durch findet siche in von ihnen kultivierter Ansatzpunkt der Kritik.
Die Oberflächlichkeit.Da kann ich ihnen nur vorhaltens ehen sie doch dieses Buch als Teil des grossen ganzern,dann hat sich dass mit der Oberflächlichkeit!
Dann reden sie von fiktiven orten die irgendwo leigen sollen.Paradox nicht??
Entweder ist ein Ort fiktiv oder er soll igendwo liegen...
Entscheiden sie sich doch.Ausserdem ist bekannt,dass Nesser für seine Bücher fiktive Orte gewählt hat die Parallelen zu den Niederlanden,Schwedenn und Norwegen aufweisen.Womit wir übrigens wieder beim Thema des recherchierens sind...
Also ich denke und damit bin ich schon am Ende dieser Meinungsdarstellung zu ihrer Rezension,ich denke das ssie siche ine Einheitswerung für Nesser aufgehoben ahben.Während nahezu alle ihre Kollegen immer wieder "gute" Werte vergeben tanzen sie regelmässig aus der Reihe.Schade eigentlich,weil mncihtmal genau belegt.Einfach reine Willkür.
MfG Alexander
1 von 5 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Sandra Benning zu »Håkan Nesser: Die Frau mit dem Muttermal« 22.08.2008
Ein sehr gutes Buch, spannend bis zum Ende und sehr interessant zum Lesen. Immer wieder wird der Leser durch neue, komplett nicht vorhersehbare Handlungen der Figuren überrascht.
Schade nur, dass der Titel nichts mit dem Buch zu tun hat. Schließlich wählt man ein Buch auch nach dem Titel, man schaut ja zunächst die erste Seite an und später erst die Zusammenfassung
WelpeMax zu »Håkan Nesser: Die Frau mit dem Muttermal« 25.07.2008
Soweit ich mich erinnern kann ein tolles Buch, warum ich die Serie nicht fortgeführt habe weiß ich wohl selber nicht. War eine solide Story und gut zu lesen, finde nicht das man Hakan Nesser mit Mankell vergleichen kann, völlig andere Art von Krimi, bekommt 80°
0 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.

Dies sind nur die ersten 10 Kommentare von insgesamt 29.
» alle Kommentare anzeigen

Ihr Kommentar zu Die Frau mit dem Muttermal

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: