Die Pythagoras-Morde von Guillermo Martinez

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2003 unter dem Titel Crímenes imperceptibles, deutsche Ausgabe erstmals 2005 bei Eichborn.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.

  • Buenos Aires: Planeta, 2003 unter dem Titel Crímenes imperceptibles. 246 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Eichborn, 2005. Übersetzt von Angelica Ammar. ISBN: 3-8218-0950-7. 205 Seiten.
  • München: Heyne, 2006. Übersetzt von Angelica Ammar. ISBN: 978-3-453-43188-1. 206 Seiten.
  • München: Heyne, 2008. Übersetzt von Angelica Ammar. 206 Seiten.

'Die Pythagoras-Morde' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Ein junger argentinischer Mathematiker kommt zum Studium nach Oxford und wird bereits nach wenigen Wochen in einen Fall vermeintlicher Serienmorde verwickelt. Gemeinsam mit seinem Mathematikprofessor Arthur Seldom findet er das erste Opfer: seine Vermieterin Mrs. Eagleton, die wegen eines Krebsleidens an ihren Rollstuhl gefesselt war. Auch bei den folgenden Todesfällen handelt es sich vorwiegend um alte und gebrechliche oder bereits schwer kranke Personen und jedes Verbrechen wird von geheimnisvollen – möglicherweise mathematischen – Symbolen und Nachrichten begleitet. Zusammen mit Seldom, der als Autor eines Artikels über Serienmorde der Adressat der verschlüsselten Botschaften zu sein scheint, versucht der ambitionierte Student die Morde aufzuklären. Die Suche nach Täter und Motiv bewegt sich zunächst in dem in sich geschlossenen Kreis der Oxforder Mathematiker. Könnten akademischer Ehrgeiz oder Eifersucht mögliche Motive für die Verbrechen sein? Ist der Täter psychisch krank, leidet er an notorischer Profilierungssucht?

Das meint Krimi-Couch.de: »Mathematik und Literatur – eine lesenswerte Mixtur!« 78°

Krimi-Rezension von Lars Schafft

Von einem besonders warmen Empfang in Oxford kann für den jungen argentinischen Austauschstudenten keine Rede sein. Kaum richtig auf der Insel angekommen und kaum eingelebt, muss er die Leiche seiner Vermieterin in ihrem Wohnzimmer auffinden. Alles sieht nach einem sehr gewöhnlichen Mord aus, sowohl aus Sicht des ermittelnden Inspectors Petersen als auch aus Sicht Professor Arthur Seldoms, der den Argentinier bei seiner Entdeckung begleitet hat. Dennoch: Raubmord scheidet aus – es wurde schließlich nichts gestohlen und auch wirkliche Feinde Mrs. Eagletons, der gelähmten Dame im Rollstuhl mit einer Leidenschaft für Scrabble, wollen sich nicht wirklich auftun.

Ganz so gewöhnlich, wie der Mord scheint, war er allerdings doch nicht, wie Seldom, seines Zeichens Oxforder Mathemathik-Koryphäe und Autor eines Buches über die Logik von Serienmördern, seinem südamerikanischen Studenten und Inspektor Petersen eröffnet. Er, Seldom, habe vorher eine kleine Notiz erhalten: »Nummer eins in der Reihe«. Darunter Mrs. Eagletons Adresse und »3 p.m.«, wie eine Verabredung. Das Bemerkenswerte sei aber ein Detail, ein kleiner, perfekt gezeichneter Kreis.

Der Mathematik-Professor analysiert Serienmorde

Grund genug für die Mathematiker und Petersen, zu orakeln. Denn Seldom behauptet in seinem Buch, dass es sich bei den meisten Fällen von Serienkillern »eher um Fälle für eine psychiatrische Analyse als um wirklich logische Rätsel« handele. Ergo gebe es ihn nicht, den perfekten, »intellektuellen Mord« – außer in Krimis oder so geschickt verübt, dass der Mord als solcher gar nicht wahrgenommen worden ist.

»Ich verstehe, sagte Petersen, «Sie denken, dass jemand, der Ihr Buch gelesen hat, die Herausforderung angenommen haben könnte. Und in diesem Fall wäre der Kreis...»
«Vielleicht das erste Symbol einer logischen Reihe», ergänzte Seldom.

Wie befürchtet folgt dem ersten Mord ein zweiter und ein dritter. Seldom wird vorher «gewarnt», doch will sich keine direkte Reihe erkennen lassen. Natürlich haben Seldom und der junge (übrigens namenlose) argentinische Ich-Erzähler ihre Theorien, doch sehen sie keinen Zusammenhang zu den Ermordeteten. Lediglich eins fällt auf: Der Mörder scheint auf eine bestimmte Art fürsorglich und mitleidend zu handeln, er scheint sich Opfer auszusuchen, die eh sehr bald das Zeitliche gesegnet hätten. Mrs. Eagleton litt an Krebs, Toter Nr. 2, ein Neunzigjähriger, lag bereits komatös im Krankenhaus und wurde seit Jahren künstlich beatmet. Toter Nr. 3, ein Musiker, erstickt während eines Konzerts vor Publikum, war an einem Lungenemphysem erkrankt.

Die Symbol-Folge des Killers

Doch was will der Täter bezwecken? Tatsächlich den Mathematiker herausfordern? Aufzeigen, dass es den perfekten Mord eben doch gibt? Als Seldom mutmaßt, dass die Symbol-Folge des Killers auf den uralten, ausgelöschten Orden der Pythagoräer hindeutet, ist das Verwirrspiel komplett. Und die logische Folge der Symbole noch nicht abgeschlossen …

Etwa 200 Seiten ist Guillermo Martinez´ Kriminalnovelle nur lang. Es müssen halt nicht immer dicke Wälzer werden, um einen clever-kniffligen Plot zu entwickeln und einige interessante Charaktere zu zeichnen. Beides ist dem 1962 geborenen Argentinier bestens gelungen. Und Leser, die schon zu Schulzeiten mit Mathe auf Kriegsfuß standen, können aufatmen. «Die Pythagoras-Morde» ist keineswegs ein dröger Rätselkrimi für Zahlenkünstler oder Logik-Akrobaten. Vielmehr hat Martinez einen «klassisch-britisch» angehauchten, intelligent gestrickten Roman abgeliefert, dem es zwar nicht an Spannung mangelt, aber gänzlich auf Serienkiller-Klischees, Mystik-Thriller-Plattitüden und Brutalität verzichtet.

Martinez spielt auf eine sehr lesenswerte Art mit dem Genre

Martinez, der 2003 ein Essay über Jorge Luis Borges geschrieben hat («Borges y la mathemática"), spielt so auf eine sehr lesenswerte Art mit dem Genre. Ein Mathematiker, der über Serienmorde schreibt. Eine junge Krankenhaus-Angestellte (mit der der Ich-Erzähler nebenbei bemerkt erfolgreich anbändelt), wie verrückt Kriminalromane liest und nur dadurch schon selbst einen Fall gelöst hat. Ein Mörder, der möglichst keinem weh tun möchte. Gespickt mit einer Überaschung nach der anderen, Pointe auf Pointe und einem für einen Logiker – Martinez ist selbst Doktor der Mathematik – mehr als würdigem Finale, ergibt dies einen Kriminalroman, der von vorne bis hinten auf eine angenehm unaufgeregte Art zu fesseln weiß.

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simsa zu »Guillermo Martinez: Die Pythagoras-Morde« 24.02.2013
Eine ältere Frau wurde in ihrer Wohnung ermordet. Der junge Untermieter und ein Professor finden die Leiche auf ihrem Sofa liegend vor. Das Besondere: Professor Seldom wurde vorher benachrichtigt, wo er ihre Leiche finden kann und auf eben dieser Nachricht wurde auch ein Mathematisches Symbol hinterlassen. Der Kreis.
Natürlich brodelt es im Mathematikprofessor und auch der Untermieter ist ein Mathematiker. Beide vermuten einen weiteren Mord. Und als dieser passiert, hinterlässt der Täter ein weiteres Symbol. Liegt die Beendung der Mordserie in der Lösung der Symbolreihe? Die Mathematiker machen sich auf die Suche nach der Lösung.
Nach langer Zeit habe ich mal wieder ein Buch gelesen, welches ich NICHT empfehlen kann. Zwar führte der Autor, Guillermo Martinez die argentinische Bestsellerliste an und gewann den Premio Planeta, dennoch fesselte mich das Buch leider nicht.

Aber von vorne... Ich finde die Idee, dass ein Serientäter umgeht und als Hinweis eine nach und nach entstehende Symbolreihe hinterlässt sehr spannend. Diese Idee bietet Platz für vieles. Zusätzlich fiebert man als Leser mit, was die Symbole bedeuten können und was genau dahinter steckt.

Das ist zumindest meine Theorie. Fakt für mich war beim Buch „Die Pythagoras-Morde“, dass der Autor zu Beginn noch recht geschickt an diese Vorstellung ging, aber einzelne Schritte nicht genügend ausbaute. Die Morde sind ja vorhanden, warum werden die Spannungsmomente so kurz gehalten, bzw. warum lässt er sie kaum existieren? Dies ist schließlich das A und O eines guten Krimis.

Das Ganze steigerte sich dann so weit, dass ich selber keine Theorien aufbaute und mir am Ende schon fast egal war, wer die Morde beging. Was sehr schade ist, denn aus diesem Grund lese ich ja gerne Krimis.
Und leider muss ich auch sagen, dass die Satzgestaltung und die teilweise recht großen Abschweifungen so langweilig waren, dass ich direkt nach dem Lesen vergessen habe um was es ging.

Ich glaube, ich brauche hier nicht groß sagen, dass ich mich durch die 208 Seiten gequält habe und nun froh bin, dass dieses Buch beendet ist.
stef. zu »Guillermo Martinez: Die Pythagoras-Morde« 13.07.2011
Ein tolles Buch!
Zu Beginn hatte ich Bedenken wegen der mathematischen Elemente. Diese Bedenken habe ich aber schnell über Bord geworfen, da die Erklärung sehr interessant und aufschlussreich waren.
Die gesamte Handlung incl. der Schluss haben mich fasziniert, da der Faden, der sich durch das gesamte Buch zieht, schlüssig, aber auch sehr überraschend ist.
Ein gelungener Krimi!
rumble-bee zu »Guillermo Martinez: Die Pythagoras-Morde« 24.08.2010
Ein seltsames kleines Buch... ich habe es sehr schnell verschlungen, innerhalb von 2 Tagen, und mich durchaus gut unterhalten gefühlt. Dennoch, es war nicht so ganz, was ich erwartet hatte.

Mein unentschiedener Eindruck rührt vor allem daher, dass ich es keinem Genre eindeutig zuordnen würde. Sicher, es geht um merkwürdige Todesfälle, die aufgeklärt werden sollen. Aber keine der Erwartungen, die man (oder besser gesagt: ich) eigentlich an Kriminalromane hat, wird durchgehalten. Es ist für mich eine ganz eigene, eher halbgare Mischung zwischen kriminalistischem Rätsel, mathematischem Traktat und einer unfertigen Liebesgeschichte.

Als erstes hat mich der unmittelbare Einstieg verwirrt. Das Buch wird erzählt aus der Sicht des Studenten (der übrigens im Roman keinen Namen hat, man setzt ihn daher unwillkürlich mit dem des Autors gleich), aber um ihn geht es merkwürdig wenig. Ganz "automatisch" bezieht er sein neues Quartier, die Rahmenhandlung ist spärlich bis spartanisch. Und dann geschieht auch schon der erste Mord. Er ist doch Matkematik-Student, aber von seinem Leben ALS Student erfährt man so gut wie nichts. Ein wenig mehr Details hätten dem Buch hier gut getan. Von diesem Studenten weiß man nur, dass er die Ermittlungen mit verfolgt, und dass er eine Liebesaffäre mit einer Krankenschwester hat. Das ist alles, und das ist mir persönlich für einen "Roman", der dies hier ja auch sein soll, einfach zu wenig.

Vor der Haustür des ersten Mordopfers trifft er den Mathematik-Professor Seldom. Und nun folgt das zweite unglaubwürdige Detail. Die beiden Männer kennen sich überhaupt nicht, und dennoch hält der Professor gleich seitenlange Monologe, und bezieht den Studenten in seine Überlegungen mit ein. Sie verhalten sich automatisch so, als würden sie sich kennen. Das ist überhaupt so eine Sache, die ich in diesem Buch kurios fand. Der "Fall" wird nicht etwa durch Ermittlungen geklärt, nein, der ermitelnde Beamte kommt nur sehr am Rande vor, und es wird niemals aus seiner Sicht geschrieben. Nein, die eigentlichen Ermittlungen finden in den Köpfen der Mathematiker statt. Ich finde es einfach nicht nachvollziehbar, wenn Romanfiguren seitenlang reden, ohne unterbrochen zu werden, und außerdem noch sprachlich in einer Weise, als hätten sie diesen Monolog zuvor auswendig gelernt.

Mein Eindruck war, eigentlich wollte der Autor ein Buch schreiben, in dem er munter diverse spannende Thesen über Logik und Symbolreihen darstellen kann, um den Leser zu beeindrucken - denn er ist selber Mathematiker. Insofern ist ihm dann wohl die Kriminalhandlung als passabler Rahmen erschienen, den er aber nur sehr dürftig durchgehalten hat. Fassen wir zusammen: die Charaktere wirken wie Schattenrisse, niemand wird wirklich als Person dargestellt, und die Handlung entwickelt sich lediglich spärlich an den mathematischen Hinweisen entlang. Zudem kommt das Ende dann recht unerwartet, und die Auflösung wird wiederum in einem seitenlangen Monolog vorgetragen, ergibt sich also nicht logisch aus irgendeinem Geschehen. Nein, das Ende wird dem Leser einfach "serviert", und er muss sich damit abfinden. Hm.

Aber es gibt auch Aspekte des Buches, die ich gut fand. Schon allein die mathematischen Thesen, die divesen Überlegungen zu Symbolen und Logik, sind, rein für sich genommen, spannend und gut erklärt. Man könnte, wenn man denn wollte, sich die Kriminalhandlung einfach "wegdenken", und schon hätte man ein gut lesbares und informatives Sachbuch. Allerdings muss ich gestehen, dass ich Vorkenntnisse hatte. Es hilft beim Lesen sicher sehr, zumindest die Bücher von Simon Singh schon zu kennen - und Charles Seife möchte ich noch erwähnen. Das ergänzte sich mit diesem Buch ganz wunderbar, es gab zahlreiche teils witzige Querverweise. Doch, aus informativer Sicht habe ich dieses Buch schon sehr genossen!

Mein Fazit würde daher lauten, dass sich ein potenzieller Leser dieses Buches schon sehr genau überlegen sollte, warum er dieses Buch lesen möchte. geht es ihm eher um die mathematischen Rätsel - gut, dann soll er es lesen. Geht es ihm aber eher um einen klassischen Krimi, dann würde ich sagen: Finger weg.
thoru zu »Guillermo Martinez: Die Pythagoras-Morde« 21.10.2007
Schöne Idee und durchaus lesenswert aber für meinen Geschmack stellenweise zu mathematisch und dabei leider den kriminalistischen Teil vernachlässigt.
margit mezger zu »Guillermo Martinez: Die Pythagoras-Morde« 21.07.2007
guter krimi
Feinde Mrs. Eagletons, der gelähmten Dame im Rollstuhl mit einer Leidenschaft für Scrabble, wollen sich nicht wirklich auftun.

Ganz so gewöhnlich, wie der Mord scheint, war er allerdings doch nicht, wie Seldom, seines Zeichens Oxforder Mathemathik-Koryphäe und Autor eines Buches über die Logik von Serienmördern, seinem südamerikanischen Studenten und Inspektor Petersen eröffnet. Er, Seldom, habe vorher eine kleine Notiz erhalten: „Nummer eins in der Reihe“. Darunter Mrs. Eagletons Adresse und „3 p.m.“, wie eine Verabredung. Das Bemerkenswerte sei aber ein Detail, ein kleiner, perfekt gezeichneter Kreis.

Der Mathematik-Professor analysiert Serienmorde
Grund genug für die Mathematiker und Petersen, zu orakeln. Denn Seldom behauptet in seinem Buch, dass es sich bei den meisten Fällen von Serienkillern „eher um Fälle für eine psychiatrische Analyse als um wirklich logische Rätsel“ handele. Ergo gebe es ihn nicht, den perfekten, „intellektuellen Mord“ – außer in Krimis oder so geschickt verübt, dass der Mord als solcher gar nicht wahrgenommen worden ist.

„Ich verstehe, sagte Petersen, “Sie denken, dass jemand, der Ihr Buch gelesen hat, die Herausforderung angenommen haben könnte. Und in diesem Fall wäre der Kreis …„
“Vielleicht das erste Symbol einer logischen Reihe„, ergänzte Seldom.

Wie befürchtet folgt dem ersten Mord ein zweiter und ein dritter. Seldom wird vorher “gewarnt„, doch will sich keine direkte Reihe erkennen lassen. Natürlich haben Seldom und der junge (übrigens namenlose) argentinische Ich-Erzähler ihre Theorien, doch sehen sie keinen Zusammenhang zu den Ermordeteten. Lediglich eins fällt auf: Der Mörder scheint auf eine bestimmte Art fürsorglich und mitleidend zu handeln, er scheint sich Opfer auszusuchen, die eh sehr bald das Zeitliche gesegnet hätten. Mrs. Eagleton litt an Krebs, Toter Nr. 2, ein Neunzigjähriger, lag bereits komatös im Krankenhaus und wurde seit Jahren künstlich beatmet. Toter Nr. 3, ein Musiker, erstickt während eines Konzerts vor Publikum, war an einem Lungenemphysem erkrankt.

Die Symbol-Folge des Killers
Doch was will der Täter bezwecken? Tatsächlich den Mathematiker herausfordern? Aufzeigen, dass es den perfekten Mord eben doch gibt? Als Seldom mutmaßt, dass die Symbol-Folge des Killers auf den uralten, ausgelöschten Orden der Pythagoräer hindeutet, ist das Verwirrspiel komplett. Und die logische Folge der Symbole noch nicht abgeschlossen …

Etwa 200 Seiten ist Guillermo Martinez´ Kriminalnovelle nur lang. Es müssen halt nicht immer dicke Wälzer werden, um einen clever-kniffligen Plot zu entwickeln und einige interessante Charaktere zu zeichnen. Beides ist dem 1962 geborenen Argentinier bestens gelungen. Und Leser, die schon zu Schulzeiten mit Mathe auf Kriegsfuß standen, können aufatmen. “Die Pythagoras-Morde„ ist keineswegs ein dröger Rätselkrimi für Zahlenkünstler oder Logik-Akrobaten. Vielmehr hat Martinez einen “klassisch-britisch„ angehauchten, intelligent gestrickten Roman abgeliefert, dem es zwar nicht an Spannung mangelt, aber gänzlich auf Serienkiller-Klischees, Mystik-Thriller-Plattitüden und Brutalität verzichtet.

Martinez spielt auf eine sehr lesenswerte Art mit dem Genre
Martinez, der 2003 ein Essay über Jorge Luis Borges geschrieben hat (“Borges y la mathemática"), spielt so auf eine sehr lesenswerte Art mit dem Genre. Ein Math
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
heyfisch zu »Guillermo Martinez: Die Pythagoras-Morde« 03.07.2007
Gute Idee, aber nur mäßige Ausführung. Eine Vernüpfung zwischen der Logik der Mathematik und dem Ablauf einer Verbrechensserie zu schaffen ist ein lesenswerter Ansatz. Leider wirkt der Kriminalteil und erst recht die Auflösung etwas an den Haaren herbeigezogen. Beinahe am schönsten zu lesen: Das Glossar mit Erklärungen zu mathematischen Persönlichkeiten!
Ar Bannour zu »Guillermo Martinez: Die Pythagoras-Morde« 26.03.2007
Umberto Eco wählte in seinem Bestseller "Der Name der Rose" das Labyrinth als zentrales Element seiner Geschichte, Guillermo Martinez den Zirkel um Pythagoras von Samos. So bestechend diese Idee auf den ersten Blick erscheint, so bescheiden ist deren Realisierung. Die wiederholt eingestreuten Ausführungen von Professor Seldom sind viel zu langfädig und für einen Krimi zu 'wissenschaftlich'. Zudem sind die Seldoms Zitate nicht fliessend in den Text eingebunden. Der Plot wirkt darum über Massen konstruiert und heterogen. Schade um die gute Idee.
CRI zu »Guillermo Martinez: Die Pythagoras-Morde« 06.03.2007
Sehr spannend, auch das Original in Spanisch ist gut zu lesen (es gibt auch Ausgaben mit dem Titel "Los crímenes de Oxford"). Überraschende Wendungen, doppelter Rätselspaß, weil das "mathematische" Rätsel mit dem Kriminalfall kombiniert ist. Nicht aus der Perspektive eines Kommissars oder Detektivs, sondern eines neugierigen, mehr oder weniger direkten Zeugen der Geschehnisse.
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