Unter Verschluss von Greg Iles

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1999 unter dem Titel The Quiet Game, deutsche Ausgabe erstmals 2001 bei Bastei Lübbe.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Mississippi, 1990 - 2009.

  • New York: Dutton, 1999 unter dem Titel The Quiet Game. 433 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2001. Übersetzt von Bianca Güth. ISBN: 3-404-14550-X. 669 Seiten.

'Unter Verschluss' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Penn Cage ist mit dem Tod bestens vertraut, denn als Staatsanwalt hat er sechzehn Menschen in die Todeszelle geschickt. Als seine Frau unerwartet stirbt, sucht er den Ort seiner Kindheit auf, um Ruhe und Frieden zu finden. Doch was ihn dort erwartet, wird sein Leben für immer verändern …

Das meint Krimi-Couch.de: »Wie Grisham in seinen besten Zeiten« 80°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Neben mir auf dem Autositz liegt – noch unbesehen – Greg Iles’ Thriller »Unter Verschluss«. Ich fahre durch die Waschanlage und habe bereits die ersten fünf Seiten verschlungen. Zum Glück steht das Wochenende an. Ich rate dringend davon ab, ein Buch von Greg Iles zu beginnen, wenn man wichtige Dinge zu tun hat.

Mit einfachsten Mitteln schafft es der Autor wie kein anderer, von Anfang an Spannung zu erzeugen, obgleich die Handlung noch träge dahinfließt:

»Irgendetwas in der Stimme meiner Mutter lässt eine Alarmglocke in mir klingeln. Ich kann nicht genau sagen, was es ist, aber ich höre es zwischen ihren Worten heraus, so wie fast jeder bemerkt, wenn innerhalb der Familie irgendetwas nicht stimmt.«

Natürlich muß man danach wieder zwei Kapitel warten, bis man den nächsten Brocken hingeworfen bekommt, doch hindert einen eine fremde Macht daran, das Buch während dieser zwei Kpitel beiseite zu legen. Auf diese Weise schafft es Iles, den Leser auch weit über 600 Seiten lang bei der Stange zu halten, ohne daß zu irgendeinem Zeitpunkt Langeweile aufkommt.

Um nichts von dieser Spannung vorwegzunehmen, will ich auch nicht allzu viele Worte zum Inhalt verlieren. Zentrales Thema ist ein Verbrechen, das bereits 30 Jahre zurückliegt.

Der bekannte ehemalige Staatsanwalt und jetzige Autor von Justiz-Thrillern Penn Cage, der auch als Erzähler des Buches fungiert, steht nach dem Krebstod seiner Frau an einem Scheideweg seines Lebens. Da er alleine für seine 4-jährige Tochter Annie sorgen muß, gibt er sein großes Haus in Houston auf und zieht vorläufig zu seinen Eltern in seine Heimatstadt Natchez in Mississippi.

Und hier wird für den Iles-Kenner wieder einiges bekannt. Auch dem Protagonisten und Erzähler seines Vorgänger-Romans »@E.R.O.S.« verlieh der Autor viele autobiographische Züge. Beide Hauptfiguren stammen wie Iles selbst aus Natchez und haben einen Arzt zum Vater, hier sogar näher beschrieben, dass der Vater in Deutschland arbeitete wie auch in Iles’ Biografie nachzulesen ist. Und so verwundert es auch nicht, dass man in Cages Elternhaus das Haus aus »@E.R.O.S.« wiederzuerkennen glaubt. Die Ähnlichkeiten sind mehr als frappant.

Wie könnte es bei Romanen, die im Staat Mississippi spielen, anders sein, stehen natürlich Rassenkonflikte im Vordergrund. Obwohl der Autor weit ausholt und außer Ku-Klux-Klan sowohl FBI als auch Politik bis hin zu den Präsidentschaftswahlen ins Spiel bringt, kratzt er dennoch nur an der Oberfläche. Bekannte Persönlichkeiten wie Richard Nixon und Edgar Hoover kriegen ihr Fett ab, doch Klischees und altbekannte Ansichten überwiegen.

Mit seiner bewährten Salami-Taktik führt der Autor den Leser durch die Handlung. Scheibchen für Scheibchen gibt er Informationen frei, um die Fakten immer mehr zu Verknüpfen. Dabei lässt er dem Leser genügend Zeit, um eigene Schlüsse zu ziehen, lockt ihn dabei mitunter auch auf falsche Fährten, um dann plötzlich wieder ein Indiz ins Spiel zu bringen, das der Leser vielleicht schon wieder verdrängt hat. Und am Schluß wird dann auch wieder eine der typischen amerikanischen Geschworenenverhandlungen mit Kreuzverhör und Einsprüchen geboten.

Man kennt Iles’ Figuren. Ein auf die Stirn genageltes Schild beschrieben mit »Gut« und »Böse« könnte sie nicht deutlicher darstellen. Er nimmt sich für jede Person Zeit, doch trotz guter Visualisierung bleiben die Charaktere in ihren Schienen festgefahren. Und so manches Mal drückt der Autor beim Leser so sehr auf die Tränendrüse, dass die Handlung in Kitsch abzugleiten droht.

»Unter Verschluss« ist vergleichbar mit den frühen Werken von John Grisham aus dessen Glanzzeit. Wer Grishams »Die Jury« mag, wird von »Unter Verschluss« begeistert sein. Trotz fast 700 Seiten bleibt die Erzähldichte von Anfang bis Ende bestehen und keine Seite ist zuviel. An Iles’ »@E.R.O.S« jedoch reicht der Thriller nicht ganz heran.

Ihre Meinung zu »Greg Iles: Unter Verschluss«

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Lara zu »Greg Iles: Unter Verschluss« 16.06.2010
Ich hab erst Black mail gelesen aber ich will mehr lesen.Nur hab ich keine Ahnung wie ich an die Bücher komme.Wo gibt es die Bücher denn?Ich liebe Thrillers allerdings bin ich unter meinen Freunden die einzigste die nach Thriller verrückt ist.

Und Sorry wenn ich Rechtschreib fehler habe.
Lara.
Ps:Ich mag ihre Bücher.
WelpeMax zu »Greg Iles: Unter Verschluss« 25.07.2008
Habe nur zwei gelesen von ihm und ich müsste mehr lesen, denn er fesselt mit seinen Büchern ungemein! Habe das vor Jahren gelesen, aber ich entsinne mich das ich das Buch schnell verschlungen habe, auf alle Fälle werde ich mir den Autor merken und seine Bücher auf ein Merkzettel verzeichnen! 98°
0 von 4 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
silverfox zu »Greg Iles: Unter Verschluss« 04.05.2008
Nicht umsonst zählt Greg Iles zu meinen
Lieblingsschrifstellern. Auch mit diesem Buch,seinem Helden und der unvergleichlichen Südstaatenatmosphäre
hat er voll meinen Nerv getroffen.
Die Story ist voller Spannung. Ein rundum gelungenes Buch eines Klasse-Autoren !
Daniel zu »Greg Iles: Unter Verschluss« 29.12.2007
Auch für mich war es das erste Buch von Greg Iles - und der Grund, warum ich alle Bücher bis heute gelesen habe (Samt "Black Mail" und dem neuesten englischen TB "True Evil"). Und es gehört noch immer zu meinen Lieblingsbüchern generell. Fazit: Klasse Thriller mit hervorragend gezeichneten Charakteren. Wer Grisham, Baldacci und Co. mag, wird Iles lieben! Ein Muss für Fans der Hochspannung!
cinx zu »Greg Iles: Unter Verschluss« 16.09.2007
unter verschluss ist wirklich gut und sehr empfehlenswert. Ich habe das Buch in einem durch gelesen und war begeistert. alles ist verständlich und so realistisch. Vor allem die Roman Figur Penn Cage hat mich überzeugt. Bitte nicht versäumen zu lesen
Jens zu »Greg Iles: Unter Verschluss« 07.03.2007
Ich selbst, habe "Unter Verschluss" auch als erstes Buch von Greg Iles gelesen und ich bin begeistert.

Werde auch die kommenden tage in der Bücherei nachforschen, ob sie dort die anderen Bänder von Greg Iles auf lager haben, werde mir auf jedenfall die anderen Bücher holen und lesen.

Einfach nur Spannung pur und nicht mal Sex hätte mich vom lesen abbringen können. Die Spannung fesselt einen sehr. Aber auch hier zum positiven.

Hut ab.
Jens zu »Greg Iles: Unter Verschluss« 07.03.2007
Ich selbst, habe "Unter Verschluss" auch als erstes Buch von Greg Iles gelesen und ich bin begeistert.

Werde auch die kommenden tage in der Bücherei nachforschen, ob sie dort die anderen Bänder von Greg Iles auf lager haben, werde mir auf jedenfall die anderen Bücher holen und lesen.

Einfach nur Spannung pur und nicht mal Sex hätte mich vom lesen abbringen können. Die Spannung fesselt einen sehr. Aber auch hier zum positiven.

Hut ab.
Peter meier zu »Greg Iles: Unter Verschluss« 05.01.2006
Das Buch ist einfach klasse. Ist wohl eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe. Total spannend geschrieben, man kann sich kaum davon losreißen. Ich empfehle jedem, das Buch mal gelesen zu haben, es ist wirklich klasse!
Also: Unbedingt kaufen!
1 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Nadine zu »Greg Iles: Unter Verschluss« 27.07.2005
"Unter Verschluss", das erste Buch von Greg Iles das ich gelesen habe. Ich fand es super spannend und musste unbedingt noch andere Bücher von Ihm lesen. 24Stunden kam danach dran,ebenfalls ein super Thriller, aber mit Abstand am besten finde ich (bis jetzt) Infernal, mit dem ich gestern fertig geworden bin. Also UNBEDINGT lesen!
Ray zu »Greg Iles: Unter Verschluss« 16.02.2005
Hallo Zusammen,
Unter Verschluss ist mein erstes Buch von Greg Iles aber es fesselt mich sehr und zwingt mich immer weiter zu lesen..
ich bin nun auf Seite 425 und finde die Spannung kaum aus zu halten. Man fühlt und leidet mit den Hauptpersonen und hofft das die einem lieb gewonnen Personen nicht plötzlich doch am Schluss ein falsches Spiel treiben. Nu ja, um dieses raus zubekommen werde ich heute Abend bis zum Schluss durch lesen. Dieses Buch ist einfach Spitze.
Spannung pur!
Ich werde aufjedenfall mir ein neues Buch von Greg besorgen:-)....Suchtfaktor jedenfalls für mich

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