Geraubte Erinnerung von Greg Iles

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2003 unter dem Titel The Footprints of God, deutsche Ausgabe erstmals 2005 bei Bastei Lübbe.
Ort & Zeit der Handlung: USA / North Carolina, 1990 - 2009.

  • New York: Scribner, 2003 unter dem Titel The Footprints of God. 459 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2005. Übersetzt von Axel Merz. ISBN: 3-404-15397-9. 574 Seiten.

'Geraubte Erinnerung' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

David Tennant und Rachel Weiss wissen viel zu viel über ein ultra-geheimes Projekt namens »Trinity«, Chiffre für eine revolutionäre Technologie, die die Welt für immer verändern wird. Die Entdeckung könnte viel Gutes, aber auch großes Unheil bringen, und ihre Schöpfer können der Macht nicht widerstehen, die »Trinity« verspricht. Allein David und Rachel stehen ihnen im Weg, und ein skrupelloses Team von Agenten der NSA wird in Bewegung gesetzt, um sie aufzuspüren und zu eliminieren. Können zwei Menschen darauf hoffen, die Richtung der modernen Wissenschaften zu beeinflussen und mit ihr die Zukunft der gesamten Menschheit?

Das meint Krimi-Couch.de: »Iles reiht sich in die Mystik-Schiene ein« 45°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Einen Thriller von Greg Iles lesen, das heißt für mich: Buch aufschlagen, anfangen, gefesselt sein und sich nur schwer losreißen können. Hieß es zumindest bisher. Ganz anders bei »Geraubte Erinnerung«. Der Anfangsabsatz ist gut gewählt und lässt auf gewohnte Spannung schließen:

»Mein Name ist Doktor David Tennant. Ich bin Arzt und Professor für Ethik an der University of Virginia Medical School, und wenn Sie dieses Aufnahmeband sehen, bin ich tot.«

Doch ich fand absolut keinen Einstieg in »Geraubte Erinnerung«. Der Titel ist eigentlich falsch im Bezug zum Inhalt. »Geraubt« werden hier keine Erinnerungen, sondern eher erhalten oder gespeichert. Eine Gruppe von skrupellosen Wissenschaftlern ist damit beschäftigt, unter dem Codenamen »Trinity« einen Supercomputer zu entwickeln, der für die amerikanische Regierung zur mächtigsten Waffe der Welt werden soll. Über eine völlig neuartige Technik soll eine künstliche Intelligenz erschaffen werden, die sich aus den gespeicherten Erinnerungen eines Wissenschaftlers als Basis rasend schnell zu einem alles überlegenen Wesen weiter entwickelt. Unterstellt ist das Projekt der NSA. David Tennant ist von der Regierung damit beauftragt, die ethischen Gesichtspunkte zu überwachen. Zusammen mit seinem Freund Andrew Fielding, der ebenfalls an »Trinity« mitarbeitet, erkennt er als erster die drohende Gefahr, die von einer solchen Superwaffe ausgeht.

Nun ist Fielding tot, angeblich einem Schlaganfall erlegen. Doch für Tennant ist klar, dass Fielding von der Sicherheitsbeauftragten der NSA, Geli Bauer, ermordet wurde. Tennant erkennt, das er selber in höchster Gefahr schwebt und beginnt mit den Aufnahmen zu einem Video, in dem er alle Details preis gibt, und das im Falle seines Todes veröffentlicht werden soll.

Durch Nebenwirkungen eines Scans seines eigenen Gehirns ist Tennats Gesundheit sehr angeschlagen. Seine Psychotherapeutin Rachel Weiss macht sich Sorgen um ihn, da er seinen Termin versäumt hat und sucht ihn gerade zu dem Zeitpunkt auf, als er seine Videoaufnahme wegen eines Anfalls unterbrechen muß. Tennant weiht sie in die Geheimnisse ein, doch Rachel schenkt ihm keinen Glauben und vermutet, dass er halluziniert oder schizophren geworden ist. Doch da Tennants Haus überwacht wird, gerät sie schnell selber in Gefahr.

Für Iles’sche Verhältnisse überaus emotionslos wird nun die Flucht des Paars vor ihren Jägern bis weit über die Hälfte des Buches geschildert. Ständige Perspektivwechsel zwischen dem Ich-Erzähler David Tennant sowie einem übergeordneten Erzähler tragen auch nicht gerade zum Spannungsaufbau bei. Die Charaktere bleiben allesamt überaus blass.

Nach etwa 300 Seiten steigt die Spannungskurve endlich an, was aber auf Kosten der Logik geht. Der Plot wird immer verquerer. Mit den religiösen Wahnvorstellungen seines Protagonisten reiht sich nun auch Greg Iles ein in die zur Zeit vor allem in den USA so beliebte Mystik-Schiene, wo die Autoren völlig planlos vor sich hin phantasieren können und den Sinn für jegliche Realität oder gar Logik verlieren.

»Geraubte Erinnerung« ist ein Beispiel dafür, dass mehrere hervorragende Bücher eines Autors noch lange keine Garantie dafür sind, alle weiteren unbesehen kaufen zu können. Ein Roman, den man schnell vergessen sollte.

Ihre Meinung zu »Greg Iles: Geraubte Erinnerung«

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Schrodo zu »Greg Iles: Geraubte Erinnerung« 06.01.2009
Nach den ersten hundert Seiten wollte ich es schon weglegen, aber da ich nichts wirklich Interessantes auf meinem SUB hatte hab ich´s doch durchgelesen. Diese Entscheidung war keinesfalls falsch. Das Buch wird mit den Seiten immer spannender, so dass man es am Ende kaum mehr aus der Hand legen kann.
Die Story ist schon etwas bedrückend, (Big Brother ist watching you) da so etwas oder so etwas ähnliches in dieser Art schon in naher Zukunft vorstellbar ist. Mehr kann ich hier nicht verraten, da sonst keiner mehr das Buch liest.
89% (wer Spannung haben möchte liest Greg Iles)
Beth zu »Greg Iles: Geraubte Erinnerung« 05.11.2008
Ich habe dieses Buch eigentlich nur aufgrund eines Sonderangebotes gekauft, war dann aber wirklich überrascht. Dieses Buch hat mich irgendwie sehr berührt. Es zeigt wie wertvoll Errinnerungen wirklich sind und das man mit ihnen umgehen zu wissen muss. Auch gibt es immer wieder Stellen in dem Buch, die man ins reale leben übertragen kann. Mit diesem Buch hat Greg Iles eine erschreckent reale neue Welt erschaffen, in der man als Leser ab der ersten seite verschwindet.
Daniel zu »Greg Iles: Geraubte Erinnerung« 29.12.2007
Dem Anschein nach bin ich ein sehr großer Fan von Greg Iles, denn mir gefiel auch dieses Buch, weit mehr als z.B. 24 Stunden, was immerhin in Hollywood verfilmt worden ist. Nein, ich finde persönlich, dass Iles hier sicherlich bei den Charakteren gespart hat, dafür aber wieder einmal unter Beweis stellt, welch große Phantasie er als Autor besitzt.

Mein Fazit: spannend und fesselnd. Bitte eigene Meinung dazu bilden!
Daniel zu »Greg Iles: Geraubte Erinnerung« 29.12.2007
Daniel zu "Geraubte Erinnerung":
Dem Anschein nach bin ich ein sehr großer Fan von Greg Iles, denn mir gefiel auch dieses Buch, weit mehr als z.B. 24 Stunden, was immerhin in Hollywood verfilmt worden ist. Nein, ich finde persönlich, dass Iles hier sicherlich bei den Charakteren gespart hat, dafür aber wieder einmal unter Beweis stellt, welch große Phantasie er als Autor besitzt.

Mein Fazit: spannend und fesselnd. Bitte eigene Meinung dazu bilden!
kissace zu »Greg Iles: Geraubte Erinnerung« 20.05.2007
tja.. bisher waren alle Greg Iles Bücher klasse.. und auch wenn dieses etwas zu sehr an den Haaren beigezogen scheint ist es gut geschrieben und leicht zu lesen.. dennoch kann es mit den seinen Meisterwerken Bisswunden oder E:R:O:S: bzw. ewiger Schlaf nicht mithalten.
Bewertung 70 Grad
Anja S. zu »Greg Iles: Geraubte Erinnerung« 13.03.2007
Dieser Iles ist leicht zu lesen und recht spannend, hat aber eine eine an den Haaren herbeigezogene Aufloesung mit viel "mystic bullshit". Schade drum, "@EROS" und "Bisswunden" haben mir deutlich besser gefallen.
Michl zu »Greg Iles: Geraubte Erinnerung« 05.01.2007
hallo- "geraubte erinnerungen" war mein erster Iles und verantwortlich für den kauf weiterer Bücher von ihm. bin etwas erstaunt über die negativen kritiken der anderen. mich hat´s von anfang an gefesselt. allein die horrorvorstellung und die moralischen folgen eines trinitys...gänsehaut pur!!
Corinna zu »Greg Iles: Geraubte Erinnerung« 30.01.2006
Auch ich schließe mich den schlechten Kritiken meiner Vorgänger an. Ich war so gespannt auf das Buch, da ich alle Greg Iles Bücher bisher verschlungen habe und er mein absoluter TOP-Schriftsteller ist, aber dieses Buch war echt schlecht. Ich hoffe die nächsten Bücher werden wieder besser Herr Iles!
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