Nacht ohne Schatten von Gisa Klönne

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2008 bei Ullstein.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.
Folge 3 der Krieger-Korzilius-Serie.

  • Berlin: Ullstein, 2008. ISBN: 978-3-550-08716-5. 367 Seiten.
  • Berlin: Ullstein, 2009. 367 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2008. Gesprochen von Maren Eggert. ISBN: 3899034945. 4 CDs.

'Nacht ohne Schatten' ist erschienen als Hardcover Hörbuch

In Kürze:

In einer regnerischen Nacht wird Judith Krieger zum Schauplatz eines Mordes gerufen: Der Fahrer einer S-Bahn liegt erstochen neben seinem Zug. Vergeblich sucht sie nach Spuren oder Zeugen. Wenig später findet sie in der Nähe der Gleise eine misshandelte junge Frau. Doch die kann nicht aussagen und ringt mit dem Tod. Als Judith zusammen mit Manni Korzilius die Ermittlungen aufnimmt, steigt Unbewältigtes wieder an die Oberfläche: Ihre Vergangenheit im Frauenhaus, wo sie während des Studiums als Nachtwächterin jobbte. Muss sie dorthin zurückkehren, um diesen Fall zu lösen? Und während Manni Judith immer weniger versteht, wittert ein anderer ihre Schwäche: Jemand, der Frauen verachtet und auch vor Mord nicht zurückschreckt. Jemand, der Judith sehr gefährlich wird.

Das meint Krimi-Couch.de: »Zwischen Künstlern und Menschenhändlern« 71°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

In einer regnerischen Januarnacht wird Hauptkommissarin Judith Krieger aus dem Schlaf geklingelt. An einer S-Bahn-Haltestelle in einem tristen Kölner Industriegebiet wurde der Fahrer der Bahn erstochen aufgefunden. Wurde er Opfer eines gewalttätigen Fahrgastes? Einziger Zeuge ist ein Betrunkener, der glaubt, einen Mann am Tatort beobachtet zu haben. Über den Ermordeten ist nicht viel herauszufinden. Ein einsamer, alleinstehender Mann, der sich gerne Pornofilme angeschaut hat.

Auch in der folgenden Nacht wird Judith Krieger wieder geweckt. Die Pizzeria gegenüber der S-Bahn-Haltestelle steht in Flammen. Das kann kein Zufall sein. Der Besitzer der Pizzeria war am Vortag bei der Befragung der Anwohner seltsam nervös. Im Gebäude wird eine verkohlte Leiche gefunden, die später als der Inhaber identifiziert wird. Der Mann war mit Handschellen an das Bett gefesselt. Aus einem abgeschlossenen Kellerraum des Gebäudes kann eine junge Frau mit schweren Rauchvergiftungen geborgen werden. Nach ihrer Kleidung zu urteilen könnte sie eine Prostituierte gewesen sein, die gefangen gehalten wurde. Die Frau liegt im Koma und ringt mit dem Tode. Eine Identifizierung scheitert zunächst.

Alles, was den Ermittlern bleibt, sind Hypothesen. Hat Berger zusammen mit dem Pizzeriabesitzer die Frau gefangen gehalten und zur Prostitution gezwungen? Wollte Berger sie vielleicht befreien und wurde deshalb getötet? Judith Krieger und ihre männlichen Kollegen sind unterschiedlicher Auffassung über den Tathergang und so gehen Judith und ihr Partner Manni Korzilius, dessen neue Beziehung Anlaufschwierigkeiten macht, getrennte Wege …

Mysteriöse Figuren

Recht zäh startet der Roman, obwohl man unmittelbar zu Beginn mit zwei Verbrechen konfrontiert wird. Doch die Ermittlungen treten auf der Stelle.

Dem Leser werden einige Charaktere vorgeworfen, die allesamt etwas mysteriös wirken, aber keine wirkliche Beziehung zum Geschehen haben. Da ist zum einen Ekaterina Petrowa, aus Russland stammende Mitarbeiterin im Rechtsmedizinischen Institut und Leiterin des Projektes »Häusliche Gewalt«. Fachlich eine Spitzenkraft, aber sehr unsicher in ihrer neuen Stellung und sehr verschlossen. Und da ist die geheimnisvolle Ines, die sich Ekaterina anvertraut. Die Ärztin untersucht Ines und stellt Würgemale sowie Spuren einer Vergewaltigung fest. Doch Ines ist nicht zu einer Aussage bereit. Ekaterina lässt die Frau wieder gehen, doch sie macht sich Vorwürfe, denn sie glaubt, nicht richtig gehandelt zu haben.

Auch Theodora Markus scheint ein Geheimnis zu umgeben. Die gehbehinderte Künstlerin arbeitet in der Künstlerfabrik, von der aus man direkte Sicht auf die S-Bahn-Haltestelle hat. Hat sie oder ihre unauffindbare Nachbarin aus dem Atelier in der Tatnacht etwas beobachtet? Welche Rolle spielt der Unfall, der vor über zwanzig Jahren zu ihrer Verletzung führte?

Tiefgründige Charaktere, die sich dem Leser nicht aufdrängen

In ständigen Orts- und Perspektivwechseln, die die Ermittlungen nicht so recht vorantreiben, werden immer neue Fragen aufgeworfen, ohne Klarheit in die bisher bestehenden bringen zu können. Alle Personen haben ihre Ecken und Kanten und man wird einfach nicht warm mit ihnen. Dies sehe ich jedoch durchaus als positiven Aspekt, denn dadurch wirken die tiefgründigen Charaktere glaubhaft und lebensecht.

Die Ermittler verfolgen unterschiedliche Theorien und feinden sich bei den Besprechungen an. Sie arbeiten nicht mit-, sondern gegeneinander wie in einem Wettkampf und das Kompetenzgerangel sorgt auch nicht gerade für gute Stimmung. Während die männlichen Mitglieder die Täter im Rotlichtmilieu suchen, geht Judith von einer Beziehungstat aus. Dieses Konfliktpotential sollte eigentlich für Spannung bürgen, wenn nur für den Leser nicht so klar wäre, wer am Ende Recht behalten wird.

Die Autorin vermittelt dem Leser anhand ihrer weiblichen Protagonistin sehr gut ihre Einstellung zu Prostitution und Menschenhandel, zur Gewalt gegenüber Frauen. Die unwürdigen Zustände und die Missachtung der Frauen werden en detail geschildert. Da kommen nicht nur bei weiblichen Lesern Hassgefühle auf. Doch irgendwann wird die ständige Wiederholung zuviel. Man muß der Autorin hier vorwerfen, dass in dieser Hinsicht auch etwas weniger genügt hätte, um ihre Ansicht eindeutig klarzustellen.

Gegen Ende des Buches spitzt sich die Handlung dann schlagartig zu. Endlich ist die langerwartete Spannung da, die schließlich in einem furiosen Showdown kulminiert.

Ich benutze ungern den Begriff Frauenkrimi, zeugt er doch von Schubladendenken, doch appelliert dieser Roman eindeutig an die weibliche Leserschaft, ist aber auch für männliche Leser durchaus lesenswert.

Peter Kümmel, Januar 2008

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VS zu »Gisa Klönne: Nacht ohne Schatten« 14.12.2016
Habe grade mal angefangen das Buch zu lesen. Jetzt hab ich schon keine Lust weiter zu lesen. Hier wird wieder Russland erwähnt, dass die Lügen verbreiten "Prawda" (Zeitung).
Also ehrlich, ob FAZ nur Wahrheit schreibt?!
Wieso wird Russland so gehasst? Und so hingestellt? Ich weiß es nicht ob ich weiter lesen soll. Mir schickt es wenn ich Nachrichten höre, und jetzt beginnt es hier noch.

Nächstes mal werde ich zweimal überlegen müssen, ob ich was von Gisa Klönne das Buch kaufen will.

Danke
Veri zu »Gisa Klönne: Nacht ohne Schatten« 26.03.2015
Ich habe nach "der Wald ist Schweigen" noch zwei andere Klönne-Krimis gekauft, u.a. diesen. Und jetzt gebe ich auf!
Denn hier läuft irgendwas total schief: etwas das sich Krimi nennt, sollte nicht einfach nur eine Psycho-Studie sein oder die Abrechnung mit unserer grässlichen Welt. Sondern es sollte auch sowas wie Spannung, Humor oder Überraschung dabei sein. Liebe Frau Klönne, bei allem Respekt, lesen Sie doch mal einen guten alten skandinavischen Krimi.
Da wird bewiesen, dass Sozialkritik auch spannend sein kann.
Berlin-Krimi zu »Gisa Klönne: Nacht ohne Schatten« 23.02.2012
Ich finde das Buch sehr gut. Grund: Es ist ein Krimi. Und zwar die Sorte, die etwas aufzeigt und nicht nur das "Whodunnit"-Rätsel aufzeichnet.

Ich kann verstehen, dass es ein Frauenkrimi ist. Komisch, dass das ein Problem zu sein scheint. Es ist ein Frauenkrimi, weil eine Frau die Heldin ist, die Recht behält. Weil ermittelt wird unter Zuhilfenahme von Intuition. Weil die Opfer auf Frauenseite beweint werden, nicht aber die Opfer auf der Seite der Männer. Ja.

Aber es ist ein Krimi, bei dem - überhaupt mal - etwas beweint wird. Ein Krimi, der sich nebenbei z. B. durch die offensichtliche Selbstgeisselung, wie sie "die Krieger" praktiziert, Fragen antippt, die Jugend, Älterwerden, Wertewandel, Ohnmachtsgefühle und ähnliche, weder in der Psychologie noch in der Philosophie ausdiskutierten Themen zu verheiraten versucht.

Ich finde es richtig und zutreffend, dass dieses Buch diese Fragen nicht klärt. Dann hätte es wohl mehr als "nur" einen Krimipreis geben müssen, wenn es das geschafft hätte!

Ich finde es jedoch gelungen, dass dabei zielführende Gedanken nahegelegt werden. "Die Krieger" in einer Männerwelt. Wie schade, wenn sie sich vermännlicht und sich selbst als "die Krieger" sieht, ihren Kollegen aber als "Manni". Aber genau diese (be-)drückenden Ungereimtheiten machen den Charakter von Judith Krieger aus.

Von mir gabs für den Krimi ein "sehr gut" und 91 Punkte, auch wenn tatsächlich der Anfang ganz schön lang zu werden drohte.
lilalu zu »Gisa Klönne: Nacht ohne Schatten« 20.08.2011
Nein! Das geht gar nicht! Ich habe selten etwas so Bemühtes und fast Peinliches gelesen wie diesen vorgeblichen "Krimi". Ich habe mich durch das Buch gequält: Die Hauptfiguren agieren völlig statisch und haben ständig - und das nervt ungemein - dunkle Vorahnungen oder fühlen sich von geheimnisvollen Unbekannten beobachtet und beschattet, ohne dass all diese Paranoia in irgendeiner Weise den Fall vorwärtsbringen. Damit soll vielleicht Spannung erzeugt werden, aber nach der dritten dunklen Vorahnung und dem vierten "sie fühlte sich unwohl, als würde sie beobachtet" weiß man, dass die Pathologin noch hundertmal spätabends in der Leichenhalle die Metallschubladen mit den Toten auf- und zuschieben wird, obwohl sie doch dabei immer ein "ganz merkwürdiges Gefühl" bekommt. Ja Himmel, warum tut sie es dann immer wieder??? Ganz schlimm ist auch dieses moralinsaure Gutmenschentum der Kommissarin: Wir wissen alle, dass es Gewalt gegen Frauen gibt, wir wissen auch, dass es Zwangsprostitution gibt, aber die Autorin lässt ihre Hauptfigur so reden und agieren, als wüsste das der Leser nicht alles selber und müsste erst durch ihr Buch auf dieses - ohne Frage - relevante Thema hingewiesen werden. Überhaupt scheint die Kommissarin Judith Krieger in den späten 70er und frühen 80er Jahren steckengeblieben zu sein, als Frauenemanzipation noch ein echter Aufreger war - das hält man aber im Jahr 2011 echt nicht mehr aus (und ich bilde mir ein, eine emanzipierte Frau zu sein!). Dauernd fährt sie schrecklich abgedroschene Klischees auf, dauernd meint sie, ihren männlichen (und eigentlich nicht sonderlich machohaften) Kollegen auf dem Revier eins vor den Latz knallen zu müssen - das ist alles so von gestern, dass es weh tut! Möglicherweise meint es die Autorin gut, aber "gut gemeint" ist eben das Gegenteil von "gut gemacht". Gisa Klönne will in ihren Roman viel zu viele Themen reinquetschen: Emanzipation der Frau, Zwangsprostitution samt Menschenhandel, Boheme, die Probleme von Russen in Deutschland, Gewalt gegen Frauen, Übersinnliches (Schamanenwissen der Urgroßmutter und sämtliche dunkle Vorahnungen), Pathologie (das ist ja momentan "en vogue"), und zu guter Letzt sollen auch noch Morde und Halbmorde aufgeklärt werden. Das alles packt sie in eine völlig lähmende Sprache, da ist nichts spannend oder hintersinnig, das ist alles verbiestert und depressiv runtergeschrieben, und die Hauptfiguren erwachen nie wirklich zum Leben und dösen im Koma vor sich hin, genauso wie eines der Opfer. Die Dialoge sind schrecklich gestelzt und teilweise sinnfrei, es dümpelt in lahmem Tempo vor sich hin, und man fiebert nie mit den Figuren mit, alles wirkt immer nur beschreibend, als würde man durch ein milchiges Fenster gucken, und eine Stimme aus dem Off erklärt, was die Person XY jetzt macht, denkt oder welche Kleidung sie trägt. Überhaupt - das Thema Kleidung: Dafür, dass die Autorin so vehement für Emanzipation eintritt, verwundert es doch, dass sie die russische Pathologin sehr klischeebeladen und deren Äußeres eher negativ beschreibt. Die Russin trägt "natürlich" lila Stiefelchen und generell Knallfarben, dazu ein Paradiesvogelmake-up und daheim rosa Bademäntel mit Silberstickerei und Flausch-Pantöffelchen. So stellt sich die Autorin eben eine Russin vor, die in Deutschland noch nicht heimisch wurde. Da ändert auch ein Medizinstudium nichts: Russinnen haben ein Faible für platinblonde Haare, Kunstfaserprodukte in Kreischfarben und lila Stiefelchen. Meine Güte, da dürfte man auf 364 Seiten doch etwas mehr Kreativität erwarten!
Fazit: "Nacht ohne Schatten" ist ein sprachliches Desaster, das mit zu vielen Themen überfrachtet wurde, von denen die Autorin keinem auch nur ansatzweise gerecht wird. Und ein Krimi ist es auch nicht, denn spannend oder abgründig ist in diesem Buch gar nichts!
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guidobillstein zu »Gisa Klönne: Nacht ohne Schatten« 09.05.2011
Ein Mord an einem Kölner S-Bahn Lokfahrer führt ins Rotlichtmilieu und in die Welt des organisierten Verbrechens. Weitere Morde folgen. Es geht um Gewalt gegen Frauen. Der dritte Fall von Judith Krieger und Manfred („Manni“) Korzilius ist wieder gelungen, und das in mehr als einer Hinsicht: Gute forensisch orientierte Darstellungen von Tatorten und Opfern, gute Police Procedural Elemente um die Einheit KII der Kölner Mordkommission, sehr gute Milieuschilderung rund um das Thema Gewalt gegen Frauen und Zwangsprostitution und - wie gewohnt – ausgezeichnete Charakterisierungen bis in die Nebenfiguren hinein.

Der Preis, den Gisa Klönne in Bezug auf letzteres zahlt, ist natürlich eine gewisse Weitläufigkeit in der Handlung, die gewiss gradliniger und „taffer“ hätte erzählt werden können. Aber dies ist eben auch das herausragende in ihren Romanen um Kriminalhauptkommissarin Judith Krieger: Hinter jedem Charakter (ob in der Hauptrolle oder als Nebenfigur) steckt eine detaillierte Biographie, ein Psychogramm im Grundriss, das erklären will, warum sich jemand in einer bestimmten Situation so und nicht anders verhält.

Das ist so bei der Kommissarin, die wieder mal jeden in ihrem Umfeld nervt mit ihrem Verhalten – Midlife Crisis, Wechseljahre, Trauer um verloren gegangene – oder verratene - Ideale ihrer Jugendzeit etc. Das ist aber auch so bei der neuen Mitarbeiterin der Gerichtsmedizin, Ekaterina Petrowa, mit ihrer Erinnerung an die schreckliche Kindheit in Russland oder bei Thea Markus, einer alternden Künstlerin, die sich mit dem Scheitern ihres Lebensentwurfs konfrontiert sieht.

Aber beim Thema Gewalt von Männern gegenüber Frauen kann auch Gisa Klönne eines nicht erklären. Was ist es denn, das Männer (also uns) zur „häuslichen“ Gewalt gegen Frauen treibt?

Gewalt gegenüber Menschen, zu denen sie (WIR) doch eigentlich eine enge emotionale Bindung haben oder zumindest hatten? Warum rasten sie aus, schlagen und morden die, die sie lieben? Unkontrollierte Wut als Folge von Hilflosigkeit? Was sind das für Abgründe, die da in uns lauern? Und – seien wir mal ehrlich: Haben wir sie nicht schon alle mal gesehen, diese Abgründe, oder zumindest in bestimmten Situationen gespürt, dass es sie gibt, der eine mehr, der andere weniger? Vielleicht ist es eine uralte Erbinformation, versteckt in der DNA? Sozusagen ein „Schläfer-Gen“? Normalerweise unbemerkt, aber jederzeit bereit, in bestimmten Situation die Kontrolle über unser Handeln zu übernehmen?

Vielleicht aber wollen wir uns auch nicht wirklich damit auseinander setzen. Vielleicht, um uns und andere zu schützen. Denn, um mit Nitzsche zu sprechen: Wenn man lange in den Abgrund blickt, dann blickt der Abgrund irgendwann zurück…

Hat Gisa Klönne - wie ihr vorgeworfen wurde - in diesem Roman übertrieben feministische Sichtweisen dargelegt? Sorry, das sehe ich nicht so.
manni zu »Gisa Klönne: Nacht ohne Schatten« 25.01.2011
Klasse Krimi Serie !
Gisa Klönne schreibt authentisch und atmosphärisch dicht. Die Geschichten sind spannend erzählt, der Alltagsfrust der Kölner Kripo sehr lebendig und glaubhaft beschrieben. Das bewegt sich alles erzählerisch auf hohem Niveau. Ich habe alle drei hintereinander weggelesen, Lesevergnügen pur, weiter so. 80% von mir!
theili-muc zu »Gisa Klönne: Nacht ohne Schatten« 08.11.2010
Mein erster Roman von Gisa Klönne, auf einen weiteren werde ich wohl verzichten. Auszeichnungen und Preise hin oder her, der Roman hat mir nicht sonderlich gefallen. Eine ständig Zigaretten drehende, tief inhalierende Kommissarin, die sich zu jeder Stunde unter Künstlern und im Rotlichtmilieu aufhält und daher nie ausgeschlafen ist. Man könnte sich unsicher sein, wovon der Roman handelt, vielleicht eher doch eine weiblich tiefgründige Studie über Kinderschänder und andere sexuelle Perversionen. Dies führt dann zu Langatmigkeit und bei mir ging das Lesen dann schon ziemlich zäh voran. Vielleicht wären 100 Seiten weniger nicht schlecht gewesen!
Koffeinfrei zu »Gisa Klönne: Nacht ohne Schatten« 08.05.2010
Mein 3. Buch von Gisa Klönne. Die ersten 2 hab ich wirklich verschlungen, doch hier hab ich mich durchgequält. Sie verläuft sich des Öfteren in endlosen Beschreibungen oder Rückblicken, das hat mich sehr gestört. Dadurch plätschert die Story so dahin, ohne Höhen und Tiefen und wird langweilig, weil es nicht weiter geht. Ganz zum Schluss wird es dann doch spannend, aber eben irgendwie u spät. Außerdem geht mir die Raucherei ziemlich auf den Keks. Dieses Buch war zwar nicht schwer zu lesen und irgendwie hab ich es auch zu Ende bekommen, aber empfehlen würde ich es nicht. Die ersten 2 Bücher haben mir deutlich besser gefallen.
paulmax zu »Gisa Klönne: Nacht ohne Schatten« 16.12.2009
Seit "Tannöd" bin ich vorsichtig geworden gegen den "Deutschen Krimipreis". Und diese Vorsicht erscheint mir, nachdem ich nun die Rezension hier gelesen habe, bei "Nacht ohne Schatten" durchaus angebracht zu sein. Wenn ich einen Krimi kaufe, will ich auch einen Krimi lesen und keine Gesellschaftskritik.Deshalb werde ich das Buch vorerst nicht lesen und stattdessen erst einmal die Leserdiskussion weiter verfolgen.
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sherlyholmes zu »Gisa Klönne: Nacht ohne Schatten« 08.07.2009
Die Autorin bringt mit "Nacht ohne Schatten" auf unprätentiöse Art und Weise ein politisch-brisantes Tabuthema in den Mittelpunkt, nämlich häusliche Gewalt gegen Frauen und Zwangsprostitution.
Sie stellt ein erschreckend realistisches Bild von unserer Wirklichkeit her.
Sie macht auf schleichende Prozesse aufmerksam, die unsere Gesellschaft Tag für Tag bestimmen gegen die aber niemand etwas tut. Die Frau wird zum Lustobjekt degradiert, Werbung mit nackter (weiblicheer) Haut gehört zur Alltäglichkeit. Dabei macht die Autorin die Gefahr deutlich, wie schnell Fantasievorstellungen alleiin nicht mehr ausreichen...
Das ganze verbindet sie mit einem spannenden Fall und sehr komplexen Charakeren.
Dazu muss ich anfügen, dass "Nacht ohne Schatten" ein Krimi ist, den nicht nur Frauen lesen sollten.
Und ich halte die Bewertung von 71° für viel zu wenig. Ich hätte 85° vergeben.

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