Der Wald ist Schweigen von Gisa Klönne

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2005 bei Ullstein.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Köln, 1990 - 2009.
Folge 1 der Krieger-Korzilius-Serie.

  • Berlin: Ullstein, 2005. ISBN: 3-550-08633-4. 364 Seiten.
  • Berlin: Ullstein, 2006. ISBN: 978-3-548-26334-2. 390 Seiten.
  • Berlin: Ullstein, 2008. ISBN: 978-3-548-26837-8. 390 Seiten.
  • Berlin: List, 2010. ISBN: 978-3-548-60963-8. 364 Seiten.
  • [Hörbuch] Frechen: Delta Music, 2005. Gesprochen von Edda Fischer. ISBN: 3865381146. 6 CDs.

'Der Wald ist Schweigen' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Ein Mädchen verschwindet. Eine entstellte Leiche wird gefunden. Eine große Liebe geht zuende. Und eine Kommissarin bekommt ihre letzte Chance.

Das meint Krimi-Couch.de: »Überzeugender Debütroman mit glänzenden Charakterzeichnungen« 80°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Auf einem Hochsitz findet die Försterin Diana Westermann eine grausam entstellte Leiche, von der sich bereits zahlreiche Krähen ernährt haben. Da die zuständigen Polizisten im Bergischen Land mit Mordfällen kaum Erfahrung haben, wenden sie sich an ihre Kölner Kollegen. Dabei vertraut der Leiter der Mordkommission diesen Fall ausgerechnet der Kommissarin Judith Krieger an, die psychisch schwer angeschlagen ist, nachdem vor rund zwei Jahren ein eng mit ihr befreundeter Kollege bei einem Einsatz ums Leben kam. Daher soll ihr noch junger Partner Manfred Korzilius ein Auge auf ihre Arbeit werfen. Nach einiger Zeit stellen die Ermittler fest, dass der Tote mit einer Schrotflinte erschossen wurde und es sich um den bei seinen Schülerinnen sehr beliebten Lehrer Andreas Wengert handelt. Leider war der Lehrer offenbar so beliebt, dass er seine Rolle als Vertrauensperson ein wenig zu ernst nahm und sogar einmal von seiner Frau Juliane in flagranti daheim ertappt wurde. Noch dazu mit der erst siebzehnjährigen Laura, die kurz danach die Schule verlies und nun im »Sonnenhof« lebt, einem alten Gutshof, der jetzt als Aschram für Meditation und Yoga genutzt wird. Dieser befindet sich nur unweit vom Tatort entfernt und diente Laura und Wengert auch nach dem heimischen Zwischenfall als Liebesnest.

Judith, die sich auf die Ermittlungen nur halbherzig konzentrieren kann, meint, dass sie sich auf den Sonnenhof konzentrieren sollten. Hingegen glaubt Korzilius in der sich höchst merkwürdig verhaltenden Witwe die Mörderin bereits gefunden zu haben. Bei einem Verhör verliert Judith für einen kurzen Moment die Kontrolle über sich und wird kurzerhand beurlaubt. Sie solle sich einer Therapie unterziehen, doch wählt sie ohne Wissen ihres Chefs hierfür ausgerechnet den Sonnenhof aus. Im weiteren Verlauf vertraut sich Diana, die Försterin, Judith an und teilt dieser mit, dass sie sich unter anderem von anonymen Anrufen bedroht fühle. Sollte es auf dem Hochsitz womöglich zu einer folgenschweren Verwechslung gekommen sein und der Anschlag ihr gelten? Und wer ist die geheimnisvolle Darshan, die wie vom Erdboden verschwunden ist?

In ihrem Debütroman stellt Autorin Gisa Klönne gleich mehrere Frauen in den Fokus der Handlung. Judith Krieger, die sich nach zwei Jahren noch immer die Schuld für den Tod ihres Kollegen gibt und im Alltagsleben keinen festen Halt findet. Stattdessen raucht und trinkt sie zu viel und kommt zudem mit ihrem neuen Partner Manfred Korzilius nicht klar. Nur sehr mühsam und erst nachdem Judith schon längst von dem Fall abgezogen wurde finden die so unterschiedlichen Ermittler zueinander. Laura, die minderjährige Geliebte ihres Lehrers, die es kaum erwarten kann endlich volljährig zu werden. Ihre eigene Familie ist zerstört, nachdem ihr Vater vor einigen Jahren in Afrika verschwand und als verschollen gilt und ihre Mutter seit Kurzem einen neuen Lebensgefährten hat. Diana Westermann, die Försterin, die einige Zeit in Afrika gelebt hat und nun seit wenigen Monaten wieder in Deutschland ist. Ihr Revier hätten auch andere Kollegen gerne gehabt, von denen sie – als Quereinsteigerin – misstrauisch beäugt und geschnitten wird. Da sie sich verfolgt fühlt, setzt ihr die Einsamkeit ihres Forsthauses zusätzlich zu. Juliane Wengert, die gehörnte Ehefrau, will nicht akzeptieren, dass ihr Mann außer einem einmaligen Ausrutscher noch weitere Affären hatte und macht sich so selbst zur Hauptverdächtigen. Welch ein Skandal, was sollen nur die Nachbarn denken? Also lieber Vertuschen und auf heile Welt machen.

Die glänzend gelungenen Charakterzeichnungen sind es vor allem, die Der Wald ist Schweigen lesenswert machen. Detailverliebt zieht einen die Autorin in die Handlung hinein und sorgt mit mehreren Handlungssträngen, die sich vor allem an den oben genannten Frauen orientieren, für Lesetempo. Deswegen gleich von einem Frauenroman zu reden, wäre jedoch mehr als ungerecht. Dazu versäumt es Gisa Klönne nicht, gleich mehrere Verdächtige aufzubauen. War es die eifersüchtige Ehefrau oder führt die Spur doch zu den Bewohnern des Aschrams wie Judith vermutet?

Die Ermittlungsarbeit wird authentisch beschrieben, wenngleich man beachten muss, dass der Roman bereits 2006 erschien. Nur so lässt sich (wenn überhaupt) erklären, dass die Kölner Kripobeamten keinen eigenen Internetzugang haben, sondern sich jedes Mal der Hilfe eines extra dafür abgestellten Kollegen bedienen müssen, was zu erheblichen zeitlichen Verzögerungen führt. Dennoch überzeugt dieser Debütroman durchgängig, wenn man(n) vielleicht einmal von den letzten Seiten absieht. Alles was vorher beziehungstechnisch in Schutt und Asche lag, löst sich in Wohlwollen auf. Nichts gegen ein Happyend, aber…

Jörg Kijanski, Juni 2010

Ihre Meinung zu »Gisa Klönne: Der Wald ist Schweigen«

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simsa zu »Gisa Klönne: Der Wald ist Schweigen« 03.03.2011
„Der Wald ist Schweigen“ ist mein erstes Buch von Gisa Klönne und sicherlich nicht mein letztes.
Auf einem Hochsitz wurde eine Leiche gefunden. Der Tote muss schon eine Weile dort verbracht haben und Krähen haben sich an ihm zu schaffen gemacht. Judith Krieger, die im Moment alles andere als gefestigt ist, soll diesen Fall zusammen mit ihrem neuen Kollegen übernehmen. Aber nicht nur das die Umgebung und die Zeugen irgendetwas verbergen, nein sie hat im Moment auch genug mit sich selbst zu kämpfen. Und leider häufen sich die Fehler…
Gisa Klönne hatte es wirklich drauf überall kleine Spuren zu sähen. Ständig hatte ich jemand neues in Verdacht und immer wieder habe ich meine Meinung ändern müssen. Das hat mir schon sehr gut gefallen.
Anfangs hatte ich mit Judith ein paar Probleme und wurde nicht so richtig warm, aber das hat sich mit der Zeit gegeben.
Trotzdem vergebe ich nicht die volle Punktzahl, werde dieser Reihe aber treu bleiben.
SisMorphine zu »Gisa Klönne: Der Wald ist Schweigen« 20.09.2010
Ich muss zugeben, ich brauchte drei Anläufe, bis ich es zu Ende gelesen habe. Die ersten beiden Male war ich nicht in der richtigen Stimmung für das Buch (jaja, auch das soll's geben!) und legte es nach 20 Seiten beiseite...
Beim dritten Mal war's ein Lesen in einem Durchmarsch.
Irgendwie war es gar nicht mal so die Geschichte, die Tat (oder die Taten) an sich, sondern irgendwie zog es mich in eine Atmosphäre, die mir unter die Haut ging. Zudem mochte ich den Schreibstil, den ich als gerade und schnörkellos,beinah brutal unemotional nennen möchte. Es passte einfach...Ich freu mich auf mehr. :)
Anne Flock zu »Gisa Klönne: Der Wald ist Schweigen« 18.05.2010
Im "Wald des Schweigen" sollte auch Sophies Geschichte verschwinden. Aber nach 35 jahren der Schweigepflicht beginnt sie zu schreiben. Folgen sie ihrer "Blauen Spur" und Gehen sie mit Ihr auf iheren "Suchlauf". "Die Verdammte Wahrheit" ist spannender als so mancher Krimi und ein bischen zu Nahe an der Wahrheit. www.adoptionsv.com Viel Erfolg für alle die sich trauen zu schreiben Anne Flock
Manuela Bombis zu »Gisa Klönne: Der Wald ist Schweigen« 08.03.2010
„Der Wald ist Schweigen“ von Gisa Klönne fand ich als Thriller sehr gelungen. Die Story selbst ist gut aufgebaut, besitzt durchweg Spannung, die am Ende zu einem Finale kommt. Dabei hat sich Gisa Klönne am Ende nicht überschlagen durch unglaubwürdige Klischees. Sie behielt während des Schreibens immer Bodenkontakt und hat damit ihre Geschichte für den Leser glaubwürdig, überzeugend und real dargestellt, nicht zuletzt durch die starken Frauencharaktere. Besonders gelungen fand ich die Romanfigur Diana Westermann, die ich als Drehpunkt der gesamten Story sehe. Sie ist gezielt als Spielfigur von Klönne eingesetzt, um die gewünschte Spannung beim Leser zu erzeugen, um zu verwirren und am Ende zu entschlüsseln und die Geschichte abzurunden. Dadurch hat sie das Motiv nicht gleich verraten, konnte für den Leser ein Rätsel entstehen lassen. Mag sein, dass mancher behauptet, die Entlarvung des Täters sei nicht völlig überraschend, sondern eher ein „Also-doch-Effekt“ gewesen. Was ich zu kritisieren hätte ist der etwas nüchterne Schreibstil einer spannend-dramatischen Szene. Da hätte ich mir mehr Salz in der Suppe gewünscht. Da fehlte das Knistern, das, was dem Leser den Atem nimmt. Genau diese Stellen hat sie etwas plump verlassen, hätte detaillierter fassen müssen. Im Großen und Ganzen aber ein gelungener Thriller einer Autorin, von der ich mir auch das nächste Buch kaufen werde.
guidobillstein zu »Gisa Klönne: Der Wald ist Schweigen« 18.08.2009
Bergisches Land. Ich bin da aufgewachsen in den 70ern. Der Fall: Mord auf dem Hochsitz (die sollte man meiden). Der Täter könnte im Umfeld einer indischen -sagen wir mal: Sekte zu suchen sein, die dort ein Meditationshaus betreibt. Die Ermittlerin, Judith Krieger, ist mir von anfang an unsympathisch: Eine Enddreissigerin, die die 68er verpasst hat, und Recht und Gerechtigkeit verwechselte, als sie Jura studierte und zur Kripo ging. Nun droht der Karriereknick, nachdem ihr Freund und Kollege im Dienst erschossen wurde. Die Krieger kommt damit nicht klar, macht Fehler und wird suspendiert. Und wird interessant. Sehr gut: Frau Klönnes einfühlsame psychologische Schilderung der Nebenfiguren - meist Frauen - unter denen zunächst der Täter vermutet wird. Ich glaube das ist ihre - Frau Klönnes - Stärke. Auch gut: gegen Ende legt sie noch mal Tempo zu. Hab mich geärgert, dass andere Leser behauptet haben, den Mörder schon zur Hälfte des Buches gekannt zu haben: Mir ging das Licht erst ca. zwanzig bis dreissig Seiten vor Schluss auf. Insgesamt ein guter Roman Erstling.
Barbara Carp zu »Gisa Klönne: Der Wald ist Schweigen« 27.07.2009
Ich bin eine erfahrene und begeisterte Krimi- und Thriller-Leserin. Es passiert nicht so oft, dass ich ein Buch nicht mehr aus der Hand legen kann... aber mit diesem Buch gings nicht anders. Absolut spannend und gut erzählt mit real-politischen Fakten. Eine interessante Frau Krieger, der man und frau sich nicht entziehen kann. Man muß sie mögen und verzeiht ihr mühelos die vielen Zigaretten.Ich werde dieses Buch allen, die ich mag, weiterempfehlen.
Tugce zu »Gisa Klönne: Der Wald ist Schweigen« 28.06.2009
Ein Top Krimi finde ich!
Handlung ist sehr gut beschrieben
Dieses Buch war neben den Büchern von Andreas Franz einer meiner Lieblinge.
Ist absolout empfehlenswert.
Es ist flüssig zu lesen und wirklich spannend und das besondere ist das die Erzählperspektive ständig wechselt.
Frau Krieger ist eine Kettenraucherin aber das bin ich schon von den Büchern von Andreas Franz gewöhnt !
dfranke zu »Gisa Klönne: Der Wald ist Schweigen« 22.03.2008
Ich habe das Buch in der Bücherei entdeckt und heute morgen beendet. Da hier noch wenig zum Buch steht, versuche ich mich mal an einer kurzen Inhaltsangabe, obwohl ich das nicht wirklich kann.

Im Buch wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Hauptakteurin ist
Kommissarin Judith Krieger, die schon recht lange an einer "Schuld" trägt, damit nicht zurecht kommt und dies auf ihre Arbeit abfärbt. Eine männliche Leiche auf einem Hochsitz ist die letzte Chance, die ihr ihr Chef einräumt. Sie ist sich ziemlich sicher, dass die Lösung in dem Tal im Bergischen Land nahe Köln zu finden ist, wo auch die Leiche gefunden wird. Der ihr zur Seite gestellt Kollege Manni ermittelt nach klassischer Polizeiarbeit und hat bald erste Anhaltspunkte vorzuweisen.

Nach einigen Patzern von Frau Krieger wird sie schlussendlich doch vom Dienst freigestellt und ermittelt auf eigene Faust in dem Aschram (eigentlich sind die in Indien zu finden), der sich in dem Tal befindet. Bald muss sie sich aber mit den dort gemachten Erkenntnissen an jemanden mit Ermittlungskompetenzen wenden und es bleibt nichts anderes übrig, als Manni ins Vertrauen zu ziehen.

Ein guter Krimi, bei dem man miträtseln kann (obwohl für fleißige Krimileser der Täter recht bald feststehen dürfte). Zwischendrin gingen mir teilweise die Protagonistinnen (in dem Buch spielen hauptsächlich Frauen eine Rolle) ein wenig auf den Wecker mit ihren Verhaltensweisen. Zum Schluss wurde es noch spannend und dramatisch, auch wenn der "Showdown" recht althergebracht ist.

Die Folgebände werde ich mir noch zu Gemüte führen. Mal sehen, ob sich Frau Klönne noch steigern kann. Nur meine bescheidene Meinung.
4 von 4 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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