Ich töte von Giorgio Faletti

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2002 unter dem Titel Io uccido, deutsche Ausgabe erstmals 2005 bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: Monaco, 1990 - 2009.

  • Mailand: Baldini & Castoldi, 2002 unter dem Titel Io uccido. 672 Seiten.
  • München: Goldmann, 2005. Übersetzt von Sigrun Zühlke, Suse Vetterlein, Christiane Rhein. ISBN: 3-442-45758-0. 672 Seiten.
  • München: Goldmann, 2006. Übersetzt von Sigrun Zühlke, Suse Vetterlein, Christiane Rhein. ISBN: 978-3-442-46233-9. 671 Seiten.
  • München: Goldmann, 2007. Übersetzt von Sigrun Zühlke, Suse Vetterlein, Christiane Rhein. ISBN: 978-3-442-46474-6. 671 Seiten.

'Ich töte' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Ein unheimlicher Serienmörder verbreitet Angst und Schrecken im schillernden Fürstentum Monaco. Seine Morde kündigt der Wahnsinnige im Radio an, seine Opfer sucht er unter den Schönen und Reichen, seine Trophäen sind makellose Gesichter. Für den FBI-Agenten Frank Ottobre und Nicolas Hulot, Kommissar der Sureté, beginnt die Jagd nach einem Phantom, das ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint …

Das meint Krimi-Couch.de: »Ein grandioser Debütroman« 85°Treffer

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

In Monaco ereignen sich keine Verbrechen. Überall sorgen Kameras für Kontrolle, auf sechzig Einwohner kommt ein Polizist. Und dennoch beginnen sich die Ereignisse im Fürstentum zu überschlagen, als sich ein anonymer Anrufer bei der populären Live-Sendung »Voices« von Radio Monte Carlo meldet. Er könne die Menschen nicht leiden und deshalb nachts nicht schlafen verkündet die verfremdet klingende Stimme. Auf die Frage des Moderators, was er dann mache, antwortet der Anrufer: »Ich töte«. Bevor der Mann auflegt spielt er einen Ausschnitt aus der Filmmusik zu »Ein Mann und eine Frau«, in dem es um die Geschichte eines Rennfahrers und seiner Freundin geht. Am nächsten Tag findet man die Leichen von Formel-1-Weltmeister Jochen Welder und dessen Freundin Arijane Parker. Beiden wurde nach ihrem Tod die Kopfhaut samt Haaren abgezogen.

Für Kommissar Nicolas Hulot von der Sureté Publique bedeutet dies ein Alptraum, hat er doch mit Schwerverbrechen keinerlei Erfahrung. Daher bittet er seinen Freund Frank Ottobre um Hilfe, da dieser ein Profi in Sachen Verfolgung von Serientätern ist. Doch der beurlaubte FBI-Spezialagent lehnt dankend ab. Zu tief ist die Depression in der er sich derzeit befindet, wurde er vor einiger Zeit doch bei einem Einsatz in den USA lebensgefährlich verletzt. Kurz darauf starb zudem seine Frau, für deren Tod er sich die Schuld gibt. Allerdings vergeht nur wenig Zeit und Ottobre beschließt, seinem Freund zu helfen. Die Zeit drängt, denn bei »Voices« erfolgt bereits ein weiterer Anruf, diesmal begleitet von Santanas »Samba Pa Tie« in einer Live-Aufnahme aus Japan. Am darauf folgenden Tag wird die Leiche des Milliardärs Allen Yoshida gefunden, der eine geheime Vorliebe für Snuff-Videos hatte. In seinem letzten Film spielte er unfreiwillig selber die Hauptrolle …

Der Monegasse und der FBI-Agent haben alle Hände voll zu tun

Während Hulot und Ottobre, der zunehmend Chef der Ermittlungen wird, alle Hände voll zu tun haben, verkompliziert sich die Situation zusehends, als sich der mächtige US-General Alan Parker, der Vater von Arijane, in die Ermittlungen einschaltet …

Giorgio Faletti gelang mit Ich töte ein grandioser Debütroman, der in Italien öfter über den Ladentisch ging als jedes Werk eines italienischen Romanciers zuvor. Das Buch ist ein reinrassiger Mainstream-Thriller, der alle Regeln der Kunst mustergültig bedient, wobei nahezu alle Handlungsstränge bzw. Ereignisse nachvollziehbar aufgelöst werden. Angesichts von 670 Seiten Umfang hat der Autor viel Zeit um seine Charaktere Hulot und Ottobre sauber darzustellen und auch für viele Nebendarsteller und Randfiguren bleibt reichlich Platz. Da Faletti diese Darstellungsweise konsequent bis zum Ende durchzieht, scheint es auf der Zielgeraden einige Längen zu geben, doch wäre alles andere ein kaum akzeptabler Stilbruch.

Bei aller Detailliebe geht die Handlung selber zügig voran, unterbrochen von zahlreichen Rückblenden in die Vergangenheit der Darsteller. Dies jedoch nicht um Zeilen zu schinden, sondern zur Erklärung ihrer Situation bzw. ihres Verhaltens. Und selbst als bereits nach rund 450 Seiten (es kommen ja noch 220!) die Identität des Anrufers entschlüsselt ist, verliert das Werk keineswegs an Spannung. Im Gegenteil, denn ein nicht unerheblicher Teil des Rätsels wird eben doch erst auf den Schlussseiten gelöst und sorgt für ein furioses (ein wenig zu konstruiertes) Finale. Allein auf das sehr schnulzige Schlusskapitel, in dem sich Ottobre u. a. von seinen Kollegen verabschiedet, hätte man getrost verzichten können.

Zum Finale ist Konzentration gefragt

Ein Täter der keine Spuren hinterlässt, ein Ex-FBI-Agent der in sein altes Leben zurückfindet, ein Kommissar (Hulot), der nicht nur einen höchstgefährlichen Serienmörder fangen, sondern sich auch den internen Machtkämpfen erwehren muss, diplomatische Einflussnahmen (schließlich sind unter den Toten zwei Amerikaner) und – nicht zuletzt – ein General, der glaubt, allein auf militärische Weise den Fall lösen zu können, ohne irgendwem Rechenschaft zu schulden – dies sind die Hauptzutaten von Ich töte. Der Plot spielt nur auf einer Handlungsebene und ist daher leicht zu verfolgen. Sofern Nebenfiguren eingeführt oder näher vorgestellt werden, werden diese nach wenigen Seiten in die Gesamthandlung einbezogen. Lediglich bei der Lösung (Vergangenheit bzw. Motiv des Täters) und der Rolle von General Parker ist Konzentration gefragt, denn hier tischt Faletti ordentlich auf.

Wer sich von einer hohen Anzahl mitwirkender Personen und einem zeitweise verwirrenden Finale nicht abschrecken lässt, sollte unbedingt zugreifen. Auch wenn einiges überkonstruiert wirkt und zahlreiche Klischees (z. B. die obligatorische Liebesgeschichte) leider nicht ausgespart werden, so ist der Erfolg des Romans alles andere als ein Zufall.

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Karin Wolf zu »Giorgio Faletti: Ich töte« 24.11.2014
Ich habe dieses Buch über ebay "gebraucht" erworben, weil ich von Faletti "Im Augenblick des Todes" gelesen hatte und einfach einen anderen Roman von ihm lesen wollte. Aber so richtig hat es mir nicht gefallen, einfach zu langatmig und überkonstruiert. Eine Passage finde ich super: "Hulot (Polizist) ließ sich zu einer Reihe von Flüchen hinreißen, vor denen selbst das Sonnenlicht erbleichen würde". Alles in allem: Note 2-
kianan zu »Giorgio Faletti: Ich töte« 01.10.2013
Aus meiner Sicht sicherlich nicht das beste Buch von Faletti, aber dennoch spannend. Es zieht einem in den Bann, doch es beinhaltet leider Ungereimtheiten, Unwahrscheinlichkeiten und Längen, über die ich ausnahmsweise nicht hinwegsehen konnte. Daher mein Fazit: Spannend ja, aber die Bücher von Faletti, die ich bisher gelesen haben, übertreffen dieses um ein Weites!!!
M.Reinsch zu »Giorgio Faletti: Ich töte« 03.03.2013
Im Fürstentum Monaco geht ein Serienmörder um, der seinen Opfern das Gesicht häutet. In der Sendung von Jean-Loupe Verdier, die er auf Radion Monte Carlo ausstrahlt, kündigt der Täter seine Morde an und hinterlässt kleine Informationsschnipsel für die Polizei.
Frank Ottobre, ein abgehalfterter FBI-Agent erholt sich zurzeit bei seinem Freund, dem Kommissar Nicolas Hulot, in Monaco. Hier ­versucht er die Erlebnisse seines letzten Auftrags und sein zerstörtes Familienleben zu vergessen. Da Hulot die Ermittlungen übernimmt, wir auch Frank gegen seinen Willen in den Fall gezogen. Als ob es nicht ausreichen würde, dass der Täter der Polizei haushoch überlegen zu sein scheint, trifft auch noch General Parker, der Vater eines der ersten Opfer in Monte Carlo ein, um mit seiner Privattruppe den Serienkiller zu erlegen ...
Giorgio Farletti ­schafft es sehr schnell den Leser in den Bann der Geschichte zu stoßen. Er zeichnet die Morde sehr detailfreudig, fast schon künstlerisch. Genau so verfährt er auch mit seinen Protagonisten, fast kein Detail aus deren Leben, ja selbst deren tiefste Ängste und Sorgen werden vor dem Leser ausgebreitet. Aber genau da liegt für mich eines der Probleme dieses Romans: zu viele Details, zu weitschweifig ...
Zwar findet jeder begonnene Seitenstrang irgendwann den Weg um sich mit dem Hauptstrang zu verbinden, aber es verwirrt doch sehr. Der eingehende Schreibstil macht einem das Lesen leicht und manchmal will man sogar kleinste Details erfahren (so unwichtig, wie Sie zu sein scheinen), zu mal sich Farletti nicht zu fein ist auch seine
Protagonisten mit negativen Aspekten auszustatten. Nach 660 Seiten hat man dann sogar ein gewisses Verständnis für den Täter, ist aber froh, dass die Geschichte nun ein Ende gefunden hat.
Fazit: Eine Raffung um 100-200 Seiten hätte dem Roman vielleicht gut getan, aber auch so ist spannende Unterhaltung angesagt, die mit enormer Feinfühligkeit und einer Besessenheit zum Detail geschrieben wurde ...
Sandrasa zu »Giorgio Faletti: Ich töte« 19.09.2012
Also ich kann fresno 89 nur zustimmen!!! Dieses Buch ist sehr gut geschrieben und unglaublich spannend! Die Charaktere sind so gut beschrieben, dass man das Gefühl hat, sie zu kennen. Für mich eine wahre Entdeckung. Kann nicht wirklich nachvollziehen, wie dieses Buch nicht gefallen kann. Ich habe es jedenfalls schon diversen Bekannten empfohlen oder geschenkt... Also: Lasst Euch nicht abschrecken ;-)
fresno89 zu »Giorgio Faletti: Ich töte« 15.05.2012
Zum Inhalt s.o..
Dieser Roman ist einer der besten Thriller, die ich bisher gelesen habe. Tolle Story, sehr gut beschriebene Charaktere, hervorragender Schreibstil und ganz besonders: Spannung von Anfang an!!
Es ist kaum zu glauben, daß es so viele durchschnittliche bis schlechte Rezensionen bekommen hat. Ich bin entsetzt, daß ich nicht schon früher auf Faletti gestossen bin.
Ein Buch, daß ich jedem Krimifreund ans Herz lege.
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Ke zu »Giorgio Faletti: Ich töte« 28.04.2011
Ich musste dass Buch von der Schule aus Lesen und eine Präsentation darüber verfassen. Anfangs hielt sich meine Begeisterung darüber in Grenzen, doch schnell las ich von Tag zu Tag mehr und wollte gar nicht mehr damit aufhören. Die Spannung wird gut aufgebaut und auch das Ende mit der menschlichen Seite von Keiner gefiel mi sehr gut. Nur den letzten Teil mit Generall Parker fand ich überflüssig, bin aber im großen und ganzem sehr zufrieden mit dem Buch und kann es wirklich nur jedem Empfehlen!
Angela1607 zu »Giorgio Faletti: Ich töte« 21.02.2011
Nachdem ich "Ich bin Gott" gelesen hatte, wollte ich unbedingt weitere Bücher von Giorgio lesen, da mir o.g. gut gefallen hat. Man was bin ich enttäuscht von diesem Buch, die Story hat was, aber der ganze Krimskrams der zwischendurch beschrieben wird, ging mir ehrlich gesagt am Allerwertesten vorbei. Immer wieder hab ich mich gefragt "wen interessiert das eigentlich?" Nur gut, dass ich das Buch nicht gekauft habe, sonst hätt ich mich wahrscheinlich schwarz geärgert.

Von mir gibts 45°
Joscha zu »Giorgio Faletti: Ich töte« 25.11.2010
Warum dieser Roman so gut bewertet wird? Man weiss es nicht! Ich kann das nicht mal im Ansatz nachvollziehen. Ich habe schon viele Krimis und Thriller gelesen aber "Ich töte" war einer der schlechtesten. Diese Buch ist sooo langatmig und dann diese gewollt blumige Sprache die gar nicht passt! Noch ´ne Metapher und noch ein Mord...gähn... "Ergüsse" wie: "Der Duft des Menschen liegt in den sommerlichen Straßenbahnen voller Menschen mit zu vielen Achseln und zu vielen Händen. Er liegt im Geruch nach Essen und nach Katzenpisse, der an manchen Ecken die Gurgel packt.."(Zitat S.267!) Was soll das? Wer solche oder ähnlich schlecht getextete Metaphern(oder was immer das sein soll)lesen will ist hier goldrichtig. Wer einfach einen guten Thriller lesen will sollte dieses Werk von Herrn Faletti "auf den Gewässern der Literatur großräumig umschiffen". So oder ählich würde sich dieser Autor sicherlich ausdrücken!
nobi zu »Giorgio Faletti: Ich töte« 15.11.2009
Das Buch war ganz ordentlich, gut u. flüssig zu lesen. Aber 150 Seiten weniger hätten auch gereicht. Der Schluss war meiner Ansicht nach etwas unspektakulär, man hatte fast noch Sympathie u. Mitleid mit dem psychpathischen Killer; ja der Schluss hätte echt besser sein können. Aber alles in Allem gut, bin mal auf "Im Augenblick des Todes" gespannt.
King zu »Giorgio Faletti: Ich töte« 23.04.2009
Eines der besten Thriller die ich die letzten Jahre gelesen habe.
Wenn man einmal anfängt, kann man nicht aufhören bevor man es zu Ende gelesen hat.
Der eigenständige Schreibstiel des Autoren, die ständigen Perspektivenwechsel und die originelle Storry versprechen ein einmalig gutes Leseerlebnis.
Spannung garantiert!
Fazit: "Wer dieses Buch nicht liest, verpasst die Klasse des Genies Falleti und eine sehr Interessante Geschichte"
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