Gone Girl - Das perfekte Opfer von Gillian Flynn

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2012 unter dem Titel Gone girl, deutsche Ausgabe erstmals 2013 bei Scherz.

  • New York: Crown, 2012 unter dem Titel Gone girl. 419 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Scherz, 2013. Übersetzt von Christine Strüh. ISBN: 978-3-502-10222-9. 584 Seiten.
  • [Hörbuch] Berlin: Argon, 2013. Gesprochen von Christiane Paul & Matthias Koeberlin. MP3. ISBN: 3839812518. 2 CDs.

'Gone Girl - Das perfekte Opfer' ist erschienen als TaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

"Was denkst du gerade, Amy? Diese Frage habe ich ihr oft während unserer Ehe gestellt. Ich glaube, das fragt man sich immer wieder: Was denkst du? Wie geht es dir? Wer bist du? Wie gut kennt man eigentlich den Menschen, den man liebt? Genau diese Fragen stellt sich Nick Dunne am Morgen seines fünften Hochzeitstages, dem Morgen, an dem seine Frau Amy spurlos verschwindet. Die Polizei verdächtigt sogleich Nick. Amys Freunde berichten, dass sie Angst vor ihm hatte. Er schwört, dass das nicht wahr ist. In seinem Computer findet die Polizei merkwürdige Hinweise. Er erhält sonderbare Anrufe. Was geschah mit Nicks wunderbarer Frau Amy?

Das meint Krimi-Couch.de: »Szenen einer Ehe« 75°

Krimi-Rezension von Jürgen Priester

Gone Girl ist der dritte Roman aus der Feder der jungen amerikanischen Autorin Gillian Flynn und es ist – das ist jetzt schon klar – ihr bisher erfolgreichster. Seit dem Veröffentlichungstag des amerikanischen Originals im Juni 2012 sind dort über 2,7 Millionen Exemplare des Hardcovers verkauft worden. Der Titel belegte wochenlang vorderste Plätze auf der New Times-Bestsellerliste. US-Kritiker von New York bis San Francisco, von Miami bis Seattle übertrafen sich in ihren Lobpreisungen. Selbst Schriftstellerkollegen wie Kate Atkinson oder Karin Slaughter stimmten in den allgemeinen Lobgesang mit ein. Ein Mega-Film-Deal war so zwangsläufig wie ein Naturgesetz. Damit der deutsche Leser, wohl eher Leserin, auch gleich weiß, welch ein Kaliber auf sie wartet, wird er/sie auf den ersten 4-5 Seiten des Buches entsprechend indoktriniert. Und diese Werbemaßnahme verfehlt nicht ihre Wirkung, auch in Deutschland erklimmt Gone Girl  Das perfekte Opfer die Höhen der Büchercharts.

Freunden unseres Genres sei gleich gesagt, dass Gone Girl weder Krimi noch Thriller ist. Es gibt ein paar, eher wenige, spannende Szenen und die Autorin versteht es geschickt, falsche Fährten auszulegen. Doch in toto ist der Roman wohl eher das Psychogramm einer Ehe, das nicht wirklich berührt. Das mag Gillian Flynns Eigenart geschuldet sein, als Hauptprotagonisten nicht gerade Sympathieträger ins Rennen zu schicken. Dieser Eindruck stellte sich beim Rezensenten schon bei Flynns Debüt Cry Baby und ganz besonders beim nachfolgenden Roman Finstere Orte ein. Auch Amy und Nick hier in Gone Girl wirken eher wie die Abstraktion zweier sogenannter Dinks (Double Income, No Kids). Als Leser tut man sich schwer, ihren Gefühlen, welcher Art auch immer, zu folgen.

Die Eheleute Amy und Nick Dunne, in den Dreißigern und beide als Journalisten in New York berufstätig, erfreuten sich der Annehmlichkeiten des Lebens, die der »Big Apple« dem gehobenen Mittelstand zu bieten hat. Alles war augenscheinlich wunderbar, bis beide kurz hintereinander von ihren jeweiligen Redaktionen freigestellt wurden. Neue Jobs zu finden, war angesichts des Niedergangs der Printmedien gar nicht so einfach, doch die beiden zeigten sich auch nicht besonders engagiert. Ein Anruf von Nicks Schwester Margo, ihre Mutter – unheilbar an Krebs erkrankt – läge im Sterben und sie könne die Betreuung nicht alleine managen, weckte Nick und Amy aus ihrer Lethargie. Sie beschlossen  der eine froh, eine neue Aufgabe zu haben, die andere eher missmutig  New York zu verlassen und in Nicks alte Heimat, einem kleinen Kaff in Missouri zu ziehen. Das geschah vor zwei Jahren.

Die aktuelle Gegenwartsgeschichte beginnt am Morgen ihres 5. Hochzeitstages. Amy bereitet das Frühstück, was Nick etwas seltsam vorkommt. Er verlässt zeitig das Haus; mittags taucht er in der Bar auf, die er zusammen mit seiner Schwester betreibt. Dort meldet sich alsbald ein Nachbar der Dunnes telefonisch, deren Haustüre stünde sperrangelweit offen und die verwöhnte Hauskatze streune durch die Gärten. Nick fährt eilig zu ihrem Haus, das etwas außerhalb des Stadtzentrums liegt. Er findet die offene Haustür, ein verwüstetes Wohnzimmer, von Amy weit und breit keine Spur.

Gillian Flynn erzählt ihren Roman aus zwei Ich-Perspektiven. Während Nick Dunne die Gegenwartsgeschichte vorantreibt, kommt Amy in Form von immer wieder eingestreuten Tagebucheinträgen zu Wort. Sie blickt zurück auf ihre Kindheit und Jugend als verwöhnte Tochter eines Schriftsteller-Ehepaares, das mit einer Kinderbuch-Reihe, »Amazing Amy«(!) sehr erfolgreich war. Erzählt von der ersten Zeit mit Nick, der Hochzeit und den Jahren ihrer Ehe bis hin zu dem schicksalhaften 5. Hochzeitstag.

Den wird auch Nick niemals vergessen, denn er ist in das Visier der Polizei geraten. Aus deren Sicht hat Nick nur ein dürftiges Alibi für die Tatzeit und nähere Angehörige sind ja stets verdächtig. Amys Verschwinden löst selbstredend bei Nick viele Erinnerungen an Amys Eigenheiten und an besonders einprägsame Situationen in ihrer gemeinsamen Zeit aus. Aus seiner Sicht stellen sich viele Begebenheiten ganz anders dar.

Es liegt wohl in der Natur des Menschen sich bei sich widersprechenden Meinungen, Perspektiven oder Erfahrungen für die Seite zu entscheiden, die einem näher oder sympathischer ist. Gillian Flynn macht es dem Leser schwer, für die Eine oder den Anderen Partei zu ergreifen. Amy und Nick sind nicht die Gute und der Böse oder umgekehrt. Man erlebt zwei unsichere Menschen, die in ihrem Zusammensein nicht ehrlich zu einander sein können, nicht miteinander kommunizieren, die sich selbst belügen. Mehr Schein als Sein. Konflikte sind da schon vorprogrammiert.

Gillian Flynn hat die Szenen einer Ehe raffiniert umgesetzt. Die äußere Form gebiert die Spannung. Der Plot ist so gestrickt, dass man auf das perfide Spiel nicht näher eingehen kann, ohne den Clou zu verraten. Gone Girl ist gute abwechslungsreiche Unterhaltungsliteratur, aber von einem Thriller weit entfernt. Bis auf zwei wirklich überraschende Volten ist der Handlungsablauf vorhersehbar, die falschen Spuren sind zu offensichtlich und das Ende ist naheliegend und enttäuschend. Die beiden Hauptfiguren wirken spröde, abstrakt gezeichnet. Man kann sie weder richtig lieben noch hassen. Und eine empathische Verbindung zwischen Leser und Protagonisten sind doch eine Voraussetzung, um Spannung zu empfinden. Was den Roman letztendlich rettet, ist Flynns hintergründiger Humor, von dem man gerne mehr gehabt hätte, denn so richtig ernst nehmen kann man dieses Ehedrama, vielleicht besser Ehe-Tragikomödie, nicht.

Als Fazit kann der Rezensent festhalten, Gone Girl muss der Krimileser nicht zwingend auf dem Einkaufzettel haben. Es ist nicht der Reißer, wie er in den amerikanischen Medien dargestellt wurde. Gehobenes Mittelmaß für den Gehobenen Mittelstand. Kann man lesen.

Jürgen Priester, September 2013

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walli007 zu »Gillian Flynn: Gone Girl - Das perfekte Opfer« 28.02.2017
Amazing Amy

Sie ist weg, seine Frau Amy ist verschwunden. Zu jedem Hochzeitstag haben die Beiden eine kleine Schnitzeljagd veranstaltet, um sich noch einmal die schönen Momente des Jahres in Erinnerung zu rufen. Doch an ihrem fünften Hochzeitstag verschwindet Amy Elliot Dunne. Ihr Mann Nick ist wie vor den Kopf gestoßen. Natürlich meldet er sie als vermisst. Die Polizei findet allerdings schnell einige Verdachtsmomente, die Nick in einem sehr schlechten Licht dastehen lassen. Kann es wirklich sein, dass er etwas mit dem Verschwinden Amys zu tun hat. Zu Beginn der Suche erhält er wenigstens die Unterstützung seiner Schwiegereltern.

Berichtet wird sowohl aus Sicht von Nick als auch von Amy, wobei Amys Aufzeichnungen in der Vergangenheit beginnen und Nicks zum Zeitpunkt des Verschwindens einsetzen. Es entwickelt sich ein Bild von einer Ehe, die wohl anders war als es nach außen schien. Wie viele Ehen wurde sie im Himmel geschlossen, aber auf Erden gelebt. Vielleicht ist es gerade so, wenn am Anfang vieles ideal schien, dass das Ankommen im Alltag schmerzlich und enttäuschend ist. Wieso ist Amy verschwunden, trägt ihr Mann wirklich die Schuld daran?

Von Matthias Koeberlin und Christiane Paul hervorragend in Szene gesetzt ist dieses Spielchen zwischen Eheleuten, die sich auseinander gelebt zu haben scheinen. Eine Beziehung, die sich entblättern lässt wie eine Zwiebel. Immer neue Facetten treten zutage, die Amy und Nick nicht gerade sympathischer wirken lassen. Nick, der nie erwachsen wurde und der seinen Jobverlust nicht verwinden kann. Und die reiche verwöhnte Amy, die daran scheitert so sein zu wollen, wie sie meint, dass Männer es wünschen. Wie ein Kartenhaus bricht alles zusammen. Und doch nehmen sich die beiden nicht viel in ihrer Geschicklichkeit, den anderen in einem schlechten Licht dastehen zu lassen. Zwar kommt es zu einem sehr überraschenden Finale, aber für diese Art Thriller muss man schon gestrickt sein. Spannend ist das Ehedrama der Beiden schon, doch irgendwie kriegt man den Dreh nicht hier irgendjemanden zu mögen und damit fällt es auch schwer, das Buch zu mögen. Einen Vorteil bringt die Lektüre den Lesern/Hörern, denen die Beschäftigung mit der Geschichte nicht so zugesagt hat, allerdings, man kann sich das Schauen der Verfilmung sparen.

Eine verzwickte Geschichte, die sicher etliche Leser fesselt, aber nicht alle zu begeistern versteht.
Lisa zu »Gillian Flynn: Gone Girl - Das perfekte Opfer« 04.02.2017
Habe das Buch gelesen und jetzt den Film gesehen. Ich fand das Buch sehr gut, da es ausführlich geschrieben ist. Die beiden Charakteren sind sehr prisant. Ist in einer Zeitlupe verfasst. Tiefgründig man kann es sich fast wie in der Wirklichkeit vorstellen. Nachdem ich den Film abgeschaltet habe musste ich feststellen wie gut dies von den Schauspieler dargestellt wurde absolut gut gespielt. Die Spannung ist richtig fesselnd und hat einen grossen Charakter-Inhalt. Wie ich von anderen gelesen habe und ich auch vermute könnte dies ein Ende gewesen sein vielleicht mit einer Fortsetzung.
Stephie S. zu »Gillian Flynn: Gone Girl - Das perfekte Opfer« 30.11.2016
Zuerst haßt man Nick, dann Amy und zum Schluß beide. Sie ist eine Psychopathin und er ein Waschlappen, der ohne sein Frauchen nicht leben kann, obwohl diese ihn fast auf den elektrischen Stuhl gebracht hätte.
Verstehe nicht, was an dem Buch so toll sein soll. Amy ist anscheinend ein Wunderweib und weiß alles! Beim Verhör tischt sie Theorien auf und die Polizei hinterfragt diese nicht mal, obwohl man beim lesen denkt; jetzt ist sie zu sicher aufgetreten und sagt zu viel.
Aber! Er bleibt bei ihr. Da fragt man sich, wer von beiden kranker ist.
Schon lange kein so mißlungenes Buch mehr gelesen. Schade um das Geld.
Lafleur zu »Gillian Flynn: Gone Girl - Das perfekte Opfer« 28.08.2016
Vorerst Mal: Ich war selten so unzufrieden mit dem Ende eines Buches wie hier. Aber ich denke, da mit geht es nicht nur mir so. Diese Geschichte schreit förmlich nach einer Fortsetzung- in welcher die Story rund um Amy & Nick ein gerechtes Ende findet.
Der Autorin gelingt es, sehr geschickt Spannung zu vermitteln und immer wieder neue, unerwartete Details zu offenbaren. Vor allem mit dem zweiten Teil konnte sie mich überzeugen. Nichtsdestotrotz ist die Geschichte insgesamt sehr unrealistisch, und diverse diffuse Details machen es nicht besser.
Letztlich kann ich sagen, dass es auf jeden Fall ein Buch ist, welches mir noch etwas länger in Erinnerung bleiben wird. Jedoch nicht aufgrund des guten Schreibstils, der guten Geschichte oder sonstiger positiver Aspekte, sondern lediglich aufgrund dessen, wie die Geschichte geendet hat.
teresa zu »Gillian Flynn: Gone Girl - Das perfekte Opfer« 20.07.2016
Ich muss leider sagen, dass mich das Buch nicht so richtig überzeugt hat. Ich fand, es war ein netter Zeitvertreib, allerdings war die Story ziemlich vorhersehbar und teilweise langweilig (SPOILER: die erste Wendung) oder arg konstruiert (SPOILER: bspw. die Geschichte mit Desi). Auch mir waren die Charaktere nicht sonderlich sympathisch, ich fand ihre Vielschichtigkeit und den Ausbruch aus den konventionellen Charaktereigenschaften jedoch erfrischend. Daher hat es mich auch nicht sonderlich gestört, dass die anderen Charaktere eindimensionaler waren - so konnte man wenigstens in Ruhe versuchen Nick & Amy zu verstehen.
Wie schon gesagt, empfand ich die "krassen" Wendungen als extrem vorhersehbar, das Ende hat diesen Eindruck aber ein wenig wett gemacht. Mal etwas zu wagen & ein Ende zu schreiben, was zu den beiden Charakteren und nicht zu unserem Gerechtigkeitssinn passt, fand ich dann doch sehr spannend und hat mich gefreut.
Alles in allem ein mittelmäßiges Buch, was man sich ruhig ausleihen kann.. Eine Kaufempfehlung würde ich aber nicht aussprechen!
tatort zu »Gillian Flynn: Gone Girl - Das perfekte Opfer« 25.03.2016
Langatmig und nicht der "Oberburner" bei der Auflösung..nett ja... Ist am Anfang schon ziemlich offensichtlich wo die Reise hingeht, denn so viele Charakthere tauchen hier nicht auf.
Der Film hat das leider bestätigt. Hab ich mir mehr von versprochen! David Fincher hat ja auch bei SIEBEN Regie geführt. Für mich ein Megafilm.
Aber zurück zum Buch: Irgendwie klebrig und in Zeitlupe aufbauende- nun mal endlich- Spannung nach der Hälfte des Buches. Leider auch nicht mein Stil des Schreibens.
Kann ich leider nicht empfehlen.
Beatrice Gantenbein zu »Gillian Flynn: Gone Girl - Das perfekte Opfer« 27.01.2016
Ich habe mir das ungekürzte Hörbuch gekauft, gelesen von Christiane Paul und Markus Köberlin. So bekommt die Geschichte eine weitere Dimension und ist ein rundum tolles Erlebnis. Die beiden Schauspieler verleihen den Hauptfiguren Profil und Man musssich zweingen, ab und an eine Pause einzulegen. Perfekt !
manni zu »Gillian Flynn: Gone Girl - Das perfekte Opfer« 17.12.2015
Hätte die Autorin auch nur ansatzweise für den männlichen Protagonisten irgendein Interesse geweckt, dann hätte mich der Verbleib seiner Frau schon interessiert. Da die Hauptdarsteller aber ein ignorantes, langweiliges amerikanischesa Durchschnittspaar darstellen, was kümmert mich da das Verschwiinden der Tusse. Der Ehemann scheint ja auch über das Verduften seiner Alten insgeheim froh zu sein. Uninteressanten Menschen trauert (im Krimi) keiner nach, ich eh nicht, schon gar nicht, wenn ich dann noch Kilo an Seiten wälzen soll, wo der Plot schon zu Beginn leicht zu durchschauen ist. Ich habe auf Seite 89 kapituliert und kann den Hype um die Autorin nicht verstehen. Muß ich ja auch nicht.
Susanna zu »Gillian Flynn: Gone Girl - Das perfekte Opfer« 26.07.2015
Entgegen der Meinung vieler Leser hier, finde ich das Ende mit am besten an dieser Geschichte, weil es nicht konventionell ist.
Ansonsten kann man es sich ersparen, weil das Buch voller Klischees ist. Da gibt es die verschwundene Ehefrau, den verdächtigen Ehemann, die Geliebte und später eine Entführung. Auch nicht originell ist, die Geschichte aus zwei Perspektiven zu erzählen, wenn der Leser im zweiten Teil nach 200 S. erfahren muss, dass er veräppelt wurde. (die eine Perspektive eine komplette Lüge ist u.z. nur für den Leser). Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wann kommt das Tagebuch zum Vorschein. Aber dies verlief dann viel später eher im Sande. Also kann man sich sagen, die Hälfte, die man bis dahin gelesen hat, ist erlogen. Das ist nicht spannend, sondern nervig. Auch ist bei der Ich-Perspektive (Nicks) nicht einsichtig, warum so lange eine Information aus seinem Leben zurückgehalten wird. Klar, unzuverlässiger Erzähler, aber wozu? Nur wegen einer Wendung, Effekthascherei. Im großen und ganzen weist die Geschichte zu viele logische Lücken auf (Indizien gegen Nick )und ist auch psychologisch nicht folgerichtig. Das ist nicht realistisch, sondern so angelegt, dass es gerade zu diesem Ende kommt. Außerdem bleiben auch viele lose Enden, vieles wurde angeschnitten, die Eltern, die ehemaligen Freunde... und alles verläuft sich irgendwie.
Das Buch hält nicht, was das Marketing verspricht. Die Einzelteile dieser Geschichte sind schon oft dagewesen und nur eine neue Zusammensetzung macht es hier nicht besser. Nicht empfehlenswert.
Julia S. zu »Gillian Flynn: Gone Girl - Das perfekte Opfer« 12.04.2015
Rückblickend frage ich mich leider, welche vielen, schönen Dinge ich hätte tun können, wenn ich diese Zeit nicht in die ca. 580 Seiten dieses Buches investiert hätte...
Die Spannung, die ich auf den ersten Seiten vermisste, steigerte ab der Mitte des Buches so, dass ich es gar nicht mehr aus der Hand legen wollte! Wenn ich nur vage geahnt hätte, welcher Schluss am Ende des Buches lauert, hätte ich meine Zeit lieber einem gut inszenierten Serienkiller gewidmet... Schade...

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