Finstere Orte von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2010 deutsche Ausgabe erstmals 2009 .
-
[Hörbuch] München: Der Hörverlag, 2010.
Gesprochen von Anna Thalbach & Adam Nümm.
ISBN:
3867175462. 6 CDs.
- New York: Shaye Areheart Books, 2009 Dark Places. 349 Seiten.
-
Frankfurt am Main: Scherz, 2010.
Übersetzt von Christine Strüh.
ISBN:
978-3-502-10095-9. 527 Seiten.
-
[Hörbuch] München: Der Hörverlag, 2010.
Gesprochen von Anna Thalbach & Adam Nümm.
ISBN:
3867175462. 6 CDs.
'Finstere Orte' ist erschienen als
![]()
In Kürze:
Sie war sieben, als die Schüsse fielen. Als sie in die kalte Nacht hinauslief und sich versteckte. Als ihre Mutter und ihre beiden Schwestern umgebracht wurden. Als ihre Zeugenaussage ihren Bruder für immer hinter Gitter brachte.
Jetzt, 25 Jahre später, ist aus Libby Day eine verbitterte, einsame Frau geworden, deren Leben eigentlich keines mehr ist. Doch inzwischen gibt es Leute, die an der Schuld ihres Bruders zweifeln. Libby muss noch einmal ihre Vergangenheit aufrollen: Was hat sie in jener verhängnisvollen Nacht wirklich gesehen? Ihre Erinnerungen bringen sie in Lebensgefahr – so wie damals.
Das meint Krimi-Couch.de: »Interessante Idee, mager ausgeführt«
Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger überspringen
Hochgelobt von vielen anerkannten Krimikollegen veröffentlicht der Scherz-Verlag den neuen Kriminalroman Finstere Orte, der in gelungenen Übersetzung aus dem Amerikanischen von Christine Strüh die Geschichte von Libby Day erzählt.
Libby, lebt von dem Geld, dass nach der grausamen Ermordung ihrer Mutter und ihrer Schwestern, an Spenden gesammelt wurde. Nach mittlerweile 25 Jahren Schmarotzertum und ohne jegliche Ausbildung ist das Geld allerdings aufgebraucht und Libby muss sich darum kümmern, zu Geld zu kommen. Seinerzeit hat Libby nach dem Massaker an ihrer Familie bezeugt, dass ihr Bruder der Täter gewesen sei und dieser atmet seit damals gesiebte Luft. Aber eine Gruppe Menschen glaubt nicht an die Schuld des Mannes und bietet Libby Geld an, wenn sie im Gegenzug alles unternimmt, um zu helfen, die Unschuld ihres Bruders zu beweisen.
Dazu muss sie aber Kontakt zu ihren Verwandten und den damaligen Freundinnen und Freunden ihres Bruders aufnehmen, obwohl das für sie den blanken Horror bedeutet, denn sie will mit den alten Geschichten nichts zu tun haben. Und auch Andere wären froh darüber, wenn sie die Vergangenheit ruhen ließe…
Libby Day wird von Gillian Flynn als fiese, kleine Ratte beschrieben, faul und sozial degeneriert. Kein Wunder, wenn man im Laufe der Geschichte ihre Herkunft aufarbeitet. Libby und ihre Familie stammen aus der untersten Schicht, leben in einem heruntergekommenen Farmhaus und betreiben eine Landwirtschaft, die nichts abwirft. Dementsprechend düster gerät die Milieuschilderung der Autorin, die damit ihrer Protagonistin keinerlei Sympathiewerte verpasst.
Damit man während der Zeitsprünge zwischen den 25 Jahren nicht immer nur mit der missratenen jüngsten Tochter zu tun bekommt, lässt Flynn auch die anderen Familienmitglieder und Freunde in Rückblenden zu Wort kommen und dabei verdichtet sich das Bild einer Welt aus lauter Verlierern. Hier hat die Hoffnung keine Chance und wenn eine Wendung zum Guten möglich wäre, so wird sie in intensivster Dummheit zerstört.
Was eigentlich recht spannend beginnt, verflacht auf den 527 Seiten zusehends, weil man zur Hälfte eigentlich schon genug hat, die ewig gleichen Szenarien aus der Gosse zu rekapitulieren. Die wenigen Seiten, die mehr bieten als eine Milieustudie, können weder die Handlung (für unsere Verhältnisse) plausibel machen, noch das Interesse daran nachhaltig wach halten.
Die Aufklärung der Geschehnisse in der grauenhaften Nacht im Bauernhaus und die Entlarvung des Täters erscheinen ziemlich konstruiert, an den Haaren herbei gezogen und unbefriedigend. Lediglich auf Grund der interessanten Ausgangsidee und der sprachlichen Umsetzung kann dieser Roman eine Wertung über dem Durchschnitt erlangen. Die intensive Zeichnung der einzelnen Lebensbilder und die gelungene Charakterisierung der Charaktere kann aber nicht darüber hinweg täuschen, dass die Handlung ziemlich mager ist. Ohne den amerikanischen »Way of Life« hätte diese Geschichte wohl kaum geschrieben werden können. Wer pseudopsychologische Studien mag, bekommt hier eine Story, die sämtliche Elemente eines verpfuschten Lebens bestens bedient.
Wolfgang Weninger, März 2010
Ihre Meinung zu »Gilian Flynn: Finstere Orte«
Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!
| lesenchris zu »Gilian Flynn: Finstere Orte« | 09.02.2012 |
|---|---|
| Nadir36 zu »Gilian Flynn: Finstere Orte« | 04.01.2012 |
| anyways zu »Gilian Flynn: Finstere Orte« | 04.02.2011 |
| kleinfriedelchen zu »Gilian Flynn: Finstere Orte« | 07.07.2010 |
| bellalotte zu »Gilian Flynn: Finstere Orte« | 24.03.2010 |


