Mord auf ffolkes Manor von Gilbert Adair

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2006 unter dem Titel The Act of Roger Murgatroyd, deutsche Ausgabe erstmals 2006 bei Beck.
Folge 1 der Evadne-Mount-Serie.

  • London: Faber, 2006 unter dem Titel The Act of Roger Murgatroyd. 294 Seiten.
  • München: Beck, 2006. Übersetzt von Jochen Schimmang. ISBN: 978-3406550652. 294 Seiten.
  • München: Heyne, 2008. Übersetzt von Jochen Schimmang. 294 Seiten.

'Mord auf ffolkes Manor' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Es ist Weihnachten 1935. Ein verschneites Herrenhaus am Rande von Dartmoor. Ein weihnachtliches Abendessen bei Colonel Roger ffolkes mit Freunden des Hauses und oben, im Dachgeschoß, die Leiche von Raymond Gentry, einem Klatschkolumnisten und Erpresser, mit einem Einschußloch im Herzen. Aber die Tür zum Dachzimmer war von innen verschlossen, das einzige Fenster ist mit dicken Eisenstangen vergittert, und natürlich findet sich keine Spur vom Mörder oder seiner Waffe. Glücklicherweise (für den Mörder leider weniger) ist einer der Gäste an diesem Abend die fabelhafte Evadne Mount, die erfolgreiche Bestsellerautorin zahlloser klassischer Krimis. Und wäre sie nicht in dieser Sache die geforderte Spürnase, Mord auf ffolkes Manor könnte geradezu von ihr selbst verfaßt worden sein.

Ihre Meinung zu »Gilbert Adair: Mord auf ffolkes Manor«

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annun_ zu »Gilbert Adair: Mord auf ffolkes Manor« 08.01.2009
Dieser Krimi hat genau meinen Geschmack getroffen und hat es ganz zielsicher in die Liste der Bücher geschafft, die ich mit Sicherheit nie aus meinem Regal verbannen werde.

Roger ffolkes hat zum Weihnachtsfest geladen und seine Freunde freuen sich alle, daß Fest mit ihm und seiner Frau verbringen zu dürfen. Ach, es könnte alles so schön sein, wäre da nicht die Tochter Selina gewesen, die an Heiligabend spät mit zwei Bekannten auftauchte. Einer der Herren ist doch wirklich ein echter Satansbraten und vermiest den gut gelaunten Gästen dermaßen die festliche Stimmung, daß ein Mord unausweichlich ist. So kommt es, daß der werte Herr früh am ersten Weihnachtstag in einer von innen verschlossenen Dachkammer gefunden wird – gerade frisch abgeknallt möchte man sagen, denn jeder hörte den Schuß und nahm die Beine in die Hand, um zum Schauplatz des Verbrechens zu eilen.

Ja, was sich so anhört wie ein Krimi in bester englischer Tradition ist es auch. Ein Krimi nach Vorbildern wie Christie und Carr, um nur zwei zu nennen. Und ich möchte sagen, Gilbert Adair hat das ganz fabelhaft gemacht. Ich liebe ja sowieso schon Dartmoor, denn wer denkt da nicht an den Hund der Baskervilles und die schaurig schöne Stimmung. Und genau das bietet mir das Buch auch. Das Anwesen der ffolkes liegt mittendrin im dicht verschneiten Dartmoor und ist auch noch dadurch von der Außenwelt abgeschlossen. Dann der Mord, der so schön ausgeklügelt ist und noch so einige tief vergrabene Geheimnisse der Hausbewohner, die so nach und nach ans Licht kommen – was will man mehr. Dazu kommt noch dieser herrliche Sprachwitz – ich saß wohl die meiste Zeit schmunzelnd über das Buch gebeugt und amüsierte mich köstlich, wie sich der pensionierte Inspektor von Scotland Yard mit der Kriminalautorin Evadne Mount herumplagen musste. Diese Dame hat so ihren eigenen Kopf und das macht es dem Herren, der ja eindeutig mehr praktische Erfahrung hat, ganz schön schwer, Licht ins Dunkel zu bringen. Wunderbar witzig, charmant, spannend und locker-flockig aus dem Arm geschüttelt, so schien es mir. Dieser Krimi ist eindeutig einer der Besten, die ich in letzter Zeit gelesen habe und deshalb vergebe ich 87°
1 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Krimi-Tina zu »Gilbert Adair: Mord auf ffolkes Manor« 29.09.2008
Ich hab das Buch in einem halben Tag ausgelesen. Gut, es ist nicht besonders dick, aber trotzdem. Wenn mir ein Buch auf den ersten Seiten schon so kommt: „ich mache nie etwas mit geschlossenen Räume. Das überlasse ich John Dickson Carr.“ oder „ mein Stück läuft seit 4 Jahren ohne Pause. Das soll Agatha Christie erstmal hinbekommen“ oder „Sie sind mit dem Zug gekommen? Ja um 13:25 ab Paddington“ dann bin ich verloren.
Mord auf ffolkes Manor ist ganz im Stil eines klassischen britische Kriminalromans gehalten. Und zitiert und parodiert diesen gleichzeitig weidlich.
Es ist schon fast zu viel des Guten: ein über Weihnachten eingeschneites Landhaus, ein pensionierter Oberst, Arzt und Vikar, alle natürlich mit ihren schickliche Ehefrauen, die nicht mehr ganz junge Schauspielerin, nicht zu vergessen die exzentrische Schriftstellerin. und ein Toter in einem verschlossenen Raum.
Aber zum Glück nur fast, es bleibt bei allen parodistischen Elementen ein solider klassischer Kriminalroman. Der nicht so ganz an seine großen Vorbilder heran reicht, aber durchaus spannend und vergnüglich unterhält. Und schnell zu lesen ist.
Für alle Fans und insbesondere Kenner klassischer englischer Krimis eine nachdrückliche Empfehlung. Vor allem letztere werden ihre Freude an den expliziten und versteckten Zitaten haben.
Wer mit diesem Genre nichts anfangen kann, sollte auch hiervon die Finger lassen.
4 von 4 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Stefan83 zu »Gilbert Adair: Mord auf ffolkes Manor« 15.04.2008
Gilbert Adair hat mit „Mord auf ffolkes Manor“ etwas geschafft, was nur wenigen vor ihm gelungen ist: Eine gelungene Hommage an die britische Kriminalliteratur der 30er und 40er Jahre auf Papier zu bringen, die gleichzeitig persiflierend und spannend ist. Das er dabei mehr als nur einmal bei den Genies des Genres klaut, mag man ihm vorhalten können. Dennoch hat der Roman genug Eigenständigkeit um funktionieren zu können. Adair trifft den Ton einer längst vergangenen Epoche so genau, dass sich der Leser unmittelbar in diese Zeit zurückversetzt fühlt. Handlungsaufbau, Schauplatz und Figuren könnten einem typischen Agatha-Christie-Roman entsprungen sein. Und wie bei der großen Queen of Crime kommt auch bei Adair sofort dieses wohlige Krimifeeling auf, bei dem man sich am liebsten in einen großen chintzbezogenen Ohrensessel kuscheln und losschmökern möchte. Von der ersten Seite an nimmt einen die typisch britische Atmosphäre gefangen, lässt man sich von den wunderbar schrulligen und irgendwie vertrauten Charakteren an der Hand führen. Die Story ist kurz erzählt: Im eingeschneiten Herrenhaus von Roger ffolkes, nahe Dartmoor gelegen (Reminiszenz an Sir Arthur Conan Doyle), ist ein Mord passiert. In einem verschlossenen Raum (John Dickson Carr lässt grüßen) einer Dachkammer. Der in der Nähe wohnende pensionierte Chefinspektor Trubshawe wird gerufen, um den Fall zu klären. Dabei erhält er ungewollt Hilfe von der bekannten Krimiautorin Evadne Mount, die die Ermittlungen selbst in die Hand nimmt und mehr als nur einmal die unter Verdacht stehenden Gäste mit ihren Anekdoten aus der Welt der Kriminalliteratur zur Verzweiflung treibt. Hier zeigt sich Adairs Gespür für perfekt pointierten Witz, der zwar nicht zu Lachkrämpfen führt, dem Leser mit seiner trockenen Art aber desöfteren zum Schmunzeln bringt. Hinzu kommt das absichtlich überzogene klischeehafte Verhalten der Figuren. Trubshawe ermittelt mit enervierender Langsamkeit, die Verdächtigen winden sich übertrieben beim offenbaren ihrer Geheimnisse und Mount, das Ganze sorgsam verfolgend, zieht (natürlich) als Einzige die richtigen Schlüsse. Sie ist es auch, welche den Gästen, die sich alle zusammen im Salon versammelt haben (Christie hätts nicht besser gekonnt), die vorangegangenen, zum Mord führenden Geschehnisse schildert und mit einer logischen, aber trotzdem genial verblüffenden Auflösung bei ihrem Publikum für Staunen sorgt. Allenfalls Fans der schnelleren Gangart wird bis dahin der langatmige, sich im Endeffekt in überflüssigen Details verlierende Erzählstil, gestört haben. Insgesamt ist „Mord auf ffolkes Manor“ ein gelungenes Duplikat, das sowohl mit Spannung als auch Witz aufwartet. Eine erfrischend kurzweilige Krimiparodie, welche mit Zitaten und Anspielungen auf den klassischen Krimi aufs Beste unterhält und bei Freunden des Genres (wie mir) nach mehr gieren lässt.
4 von 4 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Todesengelfee zu »Gilbert Adair: Mord auf ffolkes Manor« 05.11.2007
Toll gemachter Krimi im Stil von Miss Marple, aber mit mehr britischem Humor! Kann ich nur empfehlen für alle die solche Sachen mögen.
Super Plot mit tollem Ende.
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