Maigret und der verstorbene Monsieur Gallett von Georges Simenon

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1931 unter dem Titel Monsieur Gallet décédé, deutsche Ausgabe erstmals 1961 .
Ort & Zeit der Handlung: Frankreich, 1930 - 1949.
Folge 2 der Maigret-Serie.

  • Köln; Berlin: Kiepenheuer & Witsch, 1961 Maigret und der tote Herr Gallet. Übersetzt von Hansjürgen Wille & Barbara Klau. 191 Seiten.
  • München: Heyne, 1969 Maigret und der tote Herr Gallet. Übersetzt von Hansjürgen Wille & Barbara Klau. 139 Seiten.
  • Zürich: Diogenes, 1981. Übersetzt von Roswitha Plancherel. ISBN: 3-257-20817-0. 196 Seiten.
  • Zürich: Diogenes, 2008. Übersetzt von Roswitha Plancherel. Sämtliche Maigret-Romane in 75 Bänden, Bd. 2. ISBN: 978-3-257-23802-0. 191 Seiten.

'Maigret und der verstorbene Monsieur Gallett' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Der biedere Handlungsreisende Gallet hat ein Geheimleben geführt. Doch als er in einem Provinzhotel ermordet wird und Kommissar Maigret eingreifen muß, tun sich weit tiefere Abgründe auf. Über eine rotblonde Erpresserin und französische Monarchistenkreise führt die Spur zu einer verlassenen Braut in Saigon und in ein einsames Dorfschloß.

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Stefan83 zu »Georges Simenon: Maigret und der verstorbene Monsieur Gallett« 18.12.2012
„Maigret und der verstorbene Monsieur Gallet“, der zweite Band aus der Reihe um den berühmten Pariser Kommissar, entstand im Sommer 1930 und erschien im Folgejahr gemeinsam mit dem „Maigret und der Gehängte von Saint-Pholien“. Auch dank, für damalige Zeit eher ungewöhnliche, Werbemaßnahmen, wurden die ersten Maigret-Romane auf Anhieb zum Verkaufserfolg, Simenon 1931 sogar vom Verleger Hachette als Bestseller des Jahres gekürt. Der Rest ist Literaturgeschichte. Heute ist Maigret einer der bekanntesten Ermittler der Kriminalliteratur und hat zuletzt, auch aufgrund der wunderschön gestalteten Gesamtauflage bei Diogenes, wieder neue Popularität gewonnen. Wen das neugierig gemacht hat, der sollte zugreifen und sofern möglich die Maigrets in chronologischer Reihenfolge genießen. Und bereits das Rätsel um Monsieur Gallet, dürfte soviel Neugier entfachen, dass weitere Bänden wie von selbst in das Regal wandern werden.

Maigrets zweiter Fall führt ihn in das Provinzstädtchen Sancerre, wo in einem Hotel die Leiche des Handlungsreisenden Emile Gallet aufgefunden worden ist. Die Todesursache scheint, trotz Schusswunde am Körper, ein zielgerichteter Messerstich zu sein. Und auch alle anderen Indizien deuten daraufhin, dass ein Selbstmord auszuschließen ist. Doch wer ist der Mörder? Und von wo kam der Schuss? Maigret stellt Nachforschungen im persönliche Umfeld des Toten an, gerät aber mit seinen Ermittlungen recht schnell (und wortwörtlich) in eine Sackgasse. Immer wenn ein Motiv gefunden ist, hat der mögliche Täter ein Alibi. Andere infrage kommende Personen weisen keinerlei Verbindungen zu Gallet auf. Hat dieser vielleicht gar ein Doppelleben geführt?

„Monsieur Gallet“ ist insofern ein besonderer Maigret-Roman, als Simenon sich hier ganz dem klassischen Schema der Kriminalgeschichte hingegeben hat und der (in den meisten Werke so übliche) psychologische Aspekt fast gänzlich in den Hintergrund gerät. Gleich ein ganzes Dutzend verschiedenster Spuren hat der Autor dem Leser ausgelegt, welche nun in bester Holmes-Manier von Maigret verfolgt oder verworfen werden. Im Gegensatz zu den Whodunits von Doyle, Christie und Carr wird uns Beobachtern jedoch ein ständiger Blick in die Gedanken des Ermittlers erlaubt, dessen launenhaft-lakonisches Spiel mit Kollegen und Verdächtigen der Geschichte nicht nur Esprit verleiht, sondern auch die enormen Möglichkeiten dieser Figur andeutet, welche Simenon an dieser Stelle noch nicht gänzlich ausschöpft. Wo Sherlock Holmes und Hercule Poirot außerordentliche Genies sind, für die ein Problem lediglich etwas Abstraktes ist, das man lösen muss, überwiegt bei Maigret der menschliche Faktor. Er ist ein hart arbeitender, mitfühlender Jedermann – und vielleicht gerade deshalb so unheimlich sympathisch.

Auch wenn Simenons zweiter Band um den Pariser Kommissar im Aufbau entschieden konventionell daherkommt - „Maigret und der verstorbene Monsieur Gallet“ weist bereits viele Stärken auf, die in späteren Romanen zum Markenzeichen des belgischen Autors geworden sind. Hier ist besonders die lebhafte Tiefe seiner Figuren zu nennen, denen die übliche Kammerspiel-Zeichnung der Whodunits vollkommen fehlen und die durch ihre Authentizität das zu lösende Rätsel umso komplexer machen. Dieses letztlich zu lösen, erweist sich als harte Nuss, die wohl nur langjährige Krimileser knacken können. Für einen Großteil wird die Auflösung einen Gänsehautmoment bereithalten, welcher zudem betroffen und nachdenklich macht.

Insgesamt ein, für den zweiten Roman, unheimlich stilsicherer und atmosphärischer Kriminalroman, der immer wieder auf falsche Fährten führt und somit durchgehend spannend bleibt. Eine nochmalige Steigerung zum Erstling und die perfekte Lektüre für den Sommerurlaub im ländlichen Frankreich.
Hector Lector zu »Georges Simenon: Maigret und der verstorbene Monsieur Gallett« 28.09.2011
Ein phantastischer Roman! Die eigentliche Aufklärungsarbeit Maigrets (anhand zb des Verlaufs einer Sackgasse oder eines alten verrosteten Schlosses) ist sehr konventionell, aber in Anbetracht der hinreissenden Psychologie der Figuren vergisst man das kleine Manko leicht. Ein Buch, das einen sehr traurigen Eindruck hinterlässt und zum Nachdenken über Schuld und Unschuld veranlasst.
LarryDimmick zu »Georges Simenon: Maigret und der verstorbene Monsieur Gallett« 31.08.2009
Einer der schönsten Romane um Simenons Kommissar Maigret, der sich wirklich nicht einkategorisieren lässt, völlig richtig, auch wenn er mich manchmal, was die Arbeitsweise angeht an Ross MacDonalds Lew Archer erinnert. Maigret erledigt die meiste Fußarbeit selbst, aber wenn ich darüber nachdenke, denke ich beim Lesen eines Romans um den Pariser Kommissar nie an einen Kriminalroman.
John67 zu »Georges Simenon: Maigret und der verstorbene Monsieur Gallett« 30.07.2009
An dieser Stelle muß ich mich Werner anschließen, dieser Fall hat mich nicht aus den Puschen gehauen. Maigret tritt über eine zu lange Strecke auf der Stelle und irgendwie empfinde ich die gesamte Handlung etwas zusammengebastelt.
Ach, und noch eines für diejenigen, die diesen Maigret lesen wollen: Versucht euch genau den Aufbau und Ort der Mauer zu merken!! Ich weiss bis heute noch nicht die Lage und was sich dort genau abgespielt hat.
SukRam zu »Georges Simenon: Maigret und der verstorbene Monsieur Gallett« 18.07.2008
Hierbei handelt es sich um meinen zweiten Maigret und ich genieße es, eine Serie einmal in der richtigen Reihenfolge zu lesen, was schließlich durch die wundervolle Diogenes-Maigret-Gesamtausgabe möglich gemacht wird.

Maigret ist auf den Spuren eines Toten, der trotzdem noch recht lebendig in Maigrets Gedanken weilt und ihn einfach nicht in Ruhe lässt. Zwar erscheint die Ausgangssituation zunächst wie eine ganz einfache Sherlock-Holmes-Kurzgeschichte, doch die umfassenden Charaktere nehmen den Leser bald in Bann.

Maigret selbst wird immer sympathischer und man genießt es, seine Gedankengänge im Gegensatz zu den vielen geheimnistuerischen Poirots, Holmes' und Queens nachvollziehen zu können. Wie er immer wieder die gehörten Worte memoriert, ist einfach nur spannendund fasst ein wenig gruselig! Auch das grandiose Finale, das vielleicht aus heutiger Sicht ein wenig melodramatisch, aber dennoch fantastisch inszeniert wirkt, hinterlässt beim Leser einen bitteren Geschmack im Mund und man kommt nicht umhin, über Zufall, Leben, Schicksal und SCHULD nachzudenken.

Meine Wertung: 85°
Fabian zu »Georges Simenon: Maigret und der verstorbene Monsieur Gallett« 11.04.2007
Dieser Maigret-Roman ist sicherlich einer dieser,welcher dem geneigtem Leser Simenons immer wieder gut gefallen wird.Es ist der erste,oder zumindest einer der ersten die ausserhalb von Paris spielen.Doch der Anfang gelingt Simenon hier nur sehr gedrungen.Ist es nicht merkwürdig,dass beim Besuch eines Monarchen in der Hauptstadt Frankreichs ausgerechnet einer der höchsten Polizisten geschickt wird um einen Fall in der Umgebung zu lösen? Trotzdem verdient dieser Roman 80°.
Torsten Janssen zu »Georges Simenon: Maigret und der verstorbene Monsieur Gallett« 06.01.2006
Nun, da kann ich meinem Vorredner nicht ganz zustimmen, für mich wieder ein Super Maigret, toll zu lesen. Besonders die Szene wo Maigret sich ein Klapprad schnappt, und damit durch den kleinen Ort kurvt. Auch beschreibt Simenon, wie die Spürnase Maigret Witterung aufnimmt, in die Atmosphäre geradezu eintaucht. Beste Unterhaltung. Maigret wird mir immer vertrauter. Grüße
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Werner zu »Georges Simenon: Maigret und der verstorbene Monsieur Gallett« 10.08.2004
Bestimmt kein spannender Krimi, aber frustrierend wahr. Vorallem aufgrund der excellenten Charakterbeschreibungen unbedingt lesenswert.
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