Die Glocken von Bicetre von Georges Simenon

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1963 unter dem Titel Les anneaux de Bicêtre, deutsche Ausgabe erstmals 1964 bei Kiepenheuer & Witsch.
Ort & Zeit der Handlung: Frankreich / Paris, 1950 - 1969.

  • Paris: Presses de la Cité, 1963 unter dem Titel Les anneaux de Bicêtre. 318 Seiten.
  • Köln; Berlin: Kiepenheuer & Witsch, 1964. Übersetzt von Hansjürgen Wille & Barbara Klau. 301 Seiten.
  • München: dtv, 1966. Übersetzt von Hansjürgen Wille & Barbara Klau. 246 Seiten.
  • Zürich: Diogenes, 1974. Übersetzt von Hansjürgen Wille & Barbara Klau. 205 Seiten.
  • Zürich: Diogenes, 2012. Übersetzt von Hansjürgen Wille & Barbara Klau. Ausgewählte Romane in 50 Bänden, Bd. 45. 208 Seiten.

'Die Glocken von Bicetre' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

René Maugras, vierundfünfzig, erfolgreicher Pariser Zeitungsverleger, wird nach einer Hirnembolie in das Krankenhaus Bicetre eingeliefert. Halbseitig gelähmt, des Sprechens nicht mehr mächtig, von der Außenwelt abgeschnitten, kehrt er erst ganz allmählich vom Tod ins Leben zurück. Von seinem Krankenhausbett aus hört er, nimmt er seine Umgebung wahr, die ihn dazu kaum mehr für fähig hält. Anläßlich der verschiedensten Besuche muss Maugras seine persönlichen Erinnerungen mit der aktuellen Situation konfrontieren, stellt er die brillante Persönlichkeit in Frage, die er verkörpert hat und die nun mitten aus ihrer rastlosen, betäubenden Aktivität heraus plötzlich auf sich selbst zurückgeworfen ist.

Ihre Meinung zu »Georges Simenon: Die Glocken von Bicetre«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Christian Naton zu »Georges Simenon: Die Glocken von Bicetre« 26.02.2017
Dieser Roman ist nicht nur einer der schönsten, die ich von Georges Simenon gelesen habe, sondern wirklich große Literatur: Ein Krankenhausaufenthalt aus der Sicht eines fast komatösen Schlaganfallpatienten, seine Beobachtung der Menschen um ihn herum, die neue Selbstwahrnehmung, die schrittweise Aufdeckung eigener Lebenslügen und Verdrängungen - das ist zeitlose Romankunst! Nur gehört dieses Buch eigentlich nicht auf die "Krimi-Couch", denn die "GLocken" sind ebenso wenig ein Krimi wie etwa Thomas Manns Buddenbrooks oder der BUTT von Grass. Aber wenn durch diesen Blog einige Leser für den Simenon-Roman geworben werden, hat sich dieser Irrtum schon gelohnt. Es ist übrigens für Simenon-Maßstäbe ein ungewöhnlich positiver und ermutigender Roman, ein gutes GEschenk für Patienten wie für Ärzte und Pflegefachkräfte.
Jonas zu »Georges Simenon: Die Glocken von Bicetre« 08.01.2007
Simenon war m.E. auch ein großer "Psychedeliker" unter den Romanautoren, d.h. er beschrieb häufig Zustände einer veränderten Wahrnehmung. Auf einen dieser Zustände spielt auch der Titel an, in diesem Fall ausgelöst durch durch einen Schlaganfall, der für die Hauptperson gleichzeitig eine Art regressiver Akt ist, ein Rückfall in die Passivität und das Umsorgtwerden der Kindheit, und zwar nicht durch die Mutter - denn Mütter kommen bei Simenon generell schlecht weg -, sondern durch eine Krankenschwester. Das alles versehen mit dem diskreten Charme der 60iger Jahre ... ein sehr guter Simenon, auch für Einsteiger.
Ihr Kommentar zu Die Glocken von Bicetre

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: