Bleiche Knochen von Gay Longworth

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2000 unter dem Titel Dead Alone, deutsche Ausgabe erstmals 2004 bei Droemer Knaur.
Ort & Zeit der Handlung: Großbritannien / England / London, 1990 - 2009.

  • London: HarperCollins, 2000 unter dem Titel Dead Alone. 326 Seiten.
  • München: Droemer Knaur, 2004. Übersetzt von Karl-Heinz Ebnet. ISBN: 3-426-62390-0. 504 Seiten.
  • München: Knaur, 2006. Übersetzt von Karl-Heinz Ebnet. ISBN: 978-3-426-63420-2. 504 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2008. Übersetzt von Karl-Heinz Ebnet. ISBN: 978-3898979016. 445 Seiten.

'Bleiche Knochen' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Aus den schwarzen Fluten der Themse wird eine verweste Leiche geborgen. Schädel sowie Gliedmaßen fehlen. Hinweise auf den Täter oder den Tathergang gibt es nicht. Einziges Indiz: eine tote Qualle. Quallen in der Themse? Detective Inspector Jessie Driver vermutet zunächst einen Scherz ihrer eifersüchtigen Kollegen, die ihr wegen ihrer forschen Zunge und ihrer ungewöhnlichen Methoden eine Lektion erteilen wollen. Doch dann entpuppt sich die vermeintliche Qualle als Silikonimplantat der Ehefrau des berühmten Popstars P. J. Dean …

Das meint krimi.couch.de: »Ein grundsolides Debüt« 55°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Detective Inspector Jessie Driver ist der Mad Max unter den Ermittlern in der Dienststelle West End Central. Jung und forsch lässt sie sich von ihren männlichen Kollegen nicht ins Bockshorn jagen und prescht auf ihrem Motorrad von Tatort zu Tatort. Und dieser könnte bei ihrem nächsten Einsatz gar nicht schlimmer sein. In den übelriechenden Schlammmassen an einem ehemaligen Treidelpfad der Themse sichten rudernde Mädchen blankpolierte Knochen. Nur widerwillig hilft man Jessie bei der Sichtung der Leiche, der noch dazu der Kopf fehlt, so dass eine Identifizierung reichlich unwahrscheinlich erscheint. Einziges Kuriosum ist eine tote Qualle mit einer Nummer, die sich bald als Brustimplantat von Verity Shore herausstellt, der durchgeknallten Ehefrau der Popikone P. J. Dean.

Verity, bestens bekannt aus allen Klatschspalten, war Sex & Drugs & Rock´n´Roll nicht abgeneigt und hatte eine besondere Affinität zu Hochprozentigem, weshalb sie, wie Jessie Driver heraus findet, von ihrem eigenen Ehemann, wie eine Gefangene gehalten wurde, aber immer wieder entkommen konnte. Bis zu ihrem gewaltsamen Tod. Diesen ereilt auch die bildende Künstlerin Eve Wirrel, deren Hinrichtung grauenvoll inszeniert wird. Und zwischen Verity, P. J. Dean und Eve Wirrel gibt es Verbindungen …

Gay Longworth, Amerikanerin mit Wohnsitz in London, hat mit »Bleiche Knochen« ihren Erstling auf den deutschen Buchmarkt geworfen und wurde schon 2002 für die englische Ausgabe »Dead alone« von der Sunday Times postwendend als »Die neue Königin des Thrillers« geadelt. Zu Recht?

Die Ausgangsidee eines Mordes, bei dem der Täter durch seine Inszenierungen der Untaten mit der Polizei spielt, ist nicht unbedingt neu. Eine egozentrische Ermittlerin, die prinzipiell tut, was sie will, ohne auf ihr Team zu hören, ist auch nicht das Gelbe vom Ei. Und die schillernde Welt der Schönen und Reichen, denen außer dem Geltungsdrang nichts heilig ist, und denen kein Mittel zu gering erscheint, um ja in den Medien präsent zu sein, ist nicht erst seit Frau Longworth Schauplatz grässlicher Untaten.

So ergibt sich auf 500 Seiten nichts grundlegend Neues. DI Jessie Driver ist eine gelungene Romanfigur, die dem Leser fast auf Anhieb sympathisch ist und in deren Dickkopf genügend Grips zu finden ist, um einen reichlich konstruierten Fall hakenschlagend zu lösen. Dabei könnte dieser Krimi einen Schuss Humor gut gebrauchen, denn der von Karl-Heinz Ebnet übersetzte Text ist bisweilen ziemlich trocken, obwohl gerade die Charakterisierungen diverser Nebendarsteller zum Fabulieren einlädt.

Die Spannung geht auf und ab. Dort wo wirkliche Action enthalten ist, weiß die Autorin in atmosphärischer Dichte die Handlung laufen zu lassen, was von ihrer sprachlichen Begabung zeugt. Dazwischen allerdings gerät sie in Plauderton, besonders wenn Jessie wieder einmal von Zweifeln geplagt wird, und dann müht man sich beim Lesen über die Seiten, was gottlob nicht allzu oft passiert.

»Bleiche Knochen« ist ein grundsolides Debüt, das manchen arrivierten Autor blass aussehen lassen kann. Für mich reicht es allerdings noch nicht zur Krone der Thrillerkönigin, allerdings könnte bei einer Steigerung durchaus eine Thronanwartschaft zu erringen sein. Übrig bleibt ein Kriminalroman, der sich leicht über den Durchschnitt erhebt und es wert ist, beachtet zu werden. Als halbwegs spannende Urlaubslektüre kann man dieses Buch jederzeit in seinen Koffer einpacken und ein paar unterhaltsame Lesestunden verbringen.

Ihre Meinung zu »Gay Longworth: Bleiche Knochen«

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elke teichmann zu »Gay Longworth: Bleiche Knochen« 16.02.2012
Das ist wirklich eines der schlechtesten, konfusesten und dämlichsten Bücher, welches ich je gelesen habe. Es wirkt, als wollte die Autorin alle Ideen und Gedanken, die ihr je durch den Kopf gegangen sind, in einem Werk "verwursteln". Die Haupprotagonistin ist eine Abklatsch dessen, was wir schon in Dutzenden Krimis getroffen haben - ach es gäbe eine Menge zu kritisieren. Querlesen hat gereicht und ab in die Tonne!
Chrisu zu »Gay Longworth: Bleiche Knochen« 10.11.2010
In der Themse wird eine Leiche gefunden - ohne Kopf, ohne Gliedmaßen und das Skelett, die Knochen sind ganz sauber und bleich. Außerdem werden zwei tote Quallen gefunden, die sich bei genauer Betrachtung als Silikonkissen herausstellen. Aufgrund der Nummer auf den Kissen konnte herausgefunden werden, wessen Gebeine da gefunden wurden. Es handelt sich um die Ehefrau des berühmten Popstars P.J. Dean. DI Jessie Driver gerät bei den Ermittlungen zwischen zwei Fronten. Sie fühlt sich zu P.J. hingezogen und glaubt auch daran, dass er mit der Ermordung seiner Frau nichts zu tun hat, aber auf der anderen Seite wird er trotzdem als Verdächtiger gesehen, da er nicht mit offenen Karten spielt. Und es werden noch weitere Frauen ermordet aufgefunden und alle haben einen gemeinsamen Nenner - sie stehen in der Öffentlichkeit und die Medien berichten über sie.
Der Anfang dieses Thrillers ist sehr gut aufgebaut. Die Handlung wird immer wieder in eine Sackgasse geführt und Jessie Driver zweifelt schon an ihren Fähigkeiten dieses Verwirrspiel zu entschlüsseln. Außerdem finde ich die Rivalität unter den Kollegen gut und wirklichkeitstreu dargestellt und dass dabei aber trotzdem der Weg zur Zusammenarbeit gefunden wird.
Ein wahnsinnig spannendes Buch.
Mariahsjack zu »Gay Longworth: Bleiche Knochen« 16.07.2009
Alles in Allem fand ich das Buch ganz gut. Im Grunde schon sehr Spannend geschrieben, auch wenn es zwischendurch zu etwas langatmige Passagen kommt. Anhand der vielen Charaktere, muss ich sagen das es der Autorin doch gelungen ist, alle so zu beschreiben, dass man sie sich bildlich gut vorstellen kann.
Zwar fand auch ich das Buch recht klischeehaft und etwas übertrieben was die Hauptprotoganistin angeht, aber sie war mir dennoch sympatisch und man muss ja auch nicht immer was gegen Klischees haben ;-)
Der Nachfolger "Haut und Knochen" wird definitiv von mir gelesen!
Mariahsjack zu »Gay Longworth: Bleiche Knochen« 16.07.2009
Alles in Allem fand ich das Buch ganz gut. Im Grunde schon sehr Spannend geschrieben, auch wenn es zwischendurch zu etwas langatmige Passagen kommt. Anhand der vielen Charaktere, muss ich sagen das es der Autorin doch gelungen ist, alle so zu beschreiben, dass man sie sich bildlich gut vorstellen kann.
Zwar fand auch ich das Buch recht klischeehaft und etwas übertrieben was die Hauptprotoganistin angeht, aber sie war mir dennoch sympatisch und man muss ja auch nicht immer was gegen Klischees haben ;-)
Der Nachfolger "Haut und Knochen" wird definitiv von mir gelesen!
Queen zu »Gay Longworth: Bleiche Knochen« 16.01.2009
Also es ist bei mir schon einige Jahre her das ich dieses Buch gelesen habe. Es ist ein gut geschriebener Krimi. Gut es ist ein bißchen viel Klischee-Kost, aber das macht das Buch unterhaltsamer. :-) Ich fand es trotzdem bis zum schluß spannend. Diese ganzen verstrickungen in den Familien, die Verbindungen zwischen den einzelnen Figuren war wirklich gut geschrieben.
Ich würde den Krimi jederzeit weiterempfehlen.
Krimi-Tina zu »Gay Longworth: Bleiche Knochen« 08.06.2008
Gay Longworth gehört in diese Riege der Autorinnen, die ein Buch schreiben, indem sie die momentan angesagten Versatzstücke , wie blutiges Verbrechen, bisschen forensische Pathologie , problembeladene Protagonisten die irgendwas aus ihrer Vergangenheit nicht nur mit sich herumschleppen sonder vor sich hertragen.Gerne garniert mit etwas aufgesetztem Emanzipationsgehabe. Der stumpfblöde Macho, normalerweise Polizist, der es einfach nicht lernt, dass Frauen nicht nur barfuß hintern Herd gehören, ist in dieser Art Buch scheinbar Pflichtprogramm. Die echten Feministinnen unter den Krimi-Autroen bekämen Anfälle. So bescheuert und offentsichtlich kommt Frauenfeindlichkeit heutezutage nicht mehr vor.
Gay Longworth hat alle Zutaten beisammen, was rauskommt, ist aber leider selbst für diese Art Krimi unterdurchschnittlich. Der Plot hat scheunentorgroße Löcher in der Logik, die Protagonisten agieren allesamts derart unglaubwürdig, dass man sich wirklich fragt, ob die von der örtlichen Laienspiel Truppe gestellt wurden. 50 %
Chris. zu »Gay Longworth: Bleiche Knochen« 03.05.2008
absolute Zeitverschwendung, alles niedriger als 35°. Was haben sich Autor und Verlag dabei nur gedacht?, frage ich mich dann. Nö, das Buch hat nichtmals einen Platz im Regal verdient. Bye, bye und bitte kein Wiedersehen.

---> zu 100% von den FAQ der KC übernommen und das aus gutem Grund, denn es trifft ziemlich genau meine Gedanken.
Das Buch strotzt nur so vor Klischees und die Protagonistin ist völlig überzogen gezeichnet, Superwoman lässt grüßen
Meps zu »Gay Longworth: Bleiche Knochen« 02.07.2007
"Bleiche Knochen" ist spannend geschrieben. Meiner Meinung nach ist es lesenswert, aber wer Nervenkitzel erwartet, wird bestimmt enttäuscht.
Dennoch würde ich das Buch weiterempfehlen, weil die Autorin einen wiedererkennbaren schreibstil hat und ihre haupt- und nebenfiguren, egal wie "böse" sie sind, beim Leser beliebt macht.
Verena zu »Gay Longworth: Bleiche Knochen« 06.10.2006
Ich habe dieses Buch inzwischen zum zweiten Mal gelesen und war wieder gefesselt von diesem Buch. Ich würde sagen, das dies ein wirklich gelungener Krimi ist. Durch die vielen Handlungssträngen, die Gay Longworth perfekt zusammen führt, ist das Buchg sehr spannend. Ein Muss für Krimi-Fans vor allem für Fans von den Büchern und deren Handlung von Tess Gerritsen.
Claudia zu »Gay Longworth: Bleiche Knochen« 06.10.2006
Ich habe das Buch eher zufällig gekauft und mochte es danach kaum noch aus der Hand legen!
Besonders die letzten Seiten haben mir eine schlaflose Nacht bereitet!
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