Drachenmann von Garry Disher

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1999 unter dem Titel The Dragon Man, deutsche Ausgabe erstmals 2001 bei Unionsverlag.
Ort & Zeit der Handlung: Australien / Melbourne, 1990 - 2009.
Folge 1 der Hal-Challis-Serie.

  • St. Leonards: Allen & Unwin, 1999 unter dem Titel The Dragon Man. 239 Seiten.
  • New York: Soho Press, 2004. 301 Seiten.
  • Zürich: Unionsverlag, 2001. Übersetzt von Peter Friedrich. 301 Seiten.
  • Zürich: Unionsverlag, 2003. Übersetzt von Peter Friedrich. ISBN: 3293202772. 283 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: Eins-A-Medien, 2003. Gesprochen von Norbert Langer. 8 CDs.

'Drachenmann' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Im Peninsula District bei Melbourne, einer Halbinsel, die wie ein langes Komma ins Meer hinausragt, herrscht kurz vor Weihnachten Hochbetrieb. Es ist heiß, die Touristensaison hat gerade angefangen, im Gerichtsgebäude von Waterloo wird endlich die schon längst nötige Klimaanlage eingebaut. Detective Inspector Hal Challis freut sich nicht besonders auf die Weihnachtstage, alte Wunden werden wieder aufgerissen, am liebsten würde er sich ganz der Restaurierung seines alten Flugzeuges widmen. Dann aber wird eine junge Frau nachts auf dem Old Peninsula Highway ermordet, kurz darauf geschieht ein zweiter Mord, ein anonymer Brief kündigt ein drittes Opfer an.

Ihre Meinung zu »Garry Disher: Drachenmann«

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tassieteufel zu »Garry Disher: Drachenmann« 16.11.2016
Der Peninsula District, eine Halbinsel unterhalb von Melbourne beschert den Polizeibeamten kurz vor Weihnachten viel Arbeit, die Touristensaison beginnt und neben Verkehrsdelikten, Diebstählen und den normalen häuslichen Streitereien bekommen es die Beamten plötzlich mit einem Serienmörder zu tun, der junge Frauen auf dem Old Penisula Highway überfällt, vergewaltigt und ermordet. Detektiv Inspektor Hal Challis, dem die Weihnachtstage auf Grund familiärer Verwicklungen ein Gräul sind, nimmt mit seinem Team die Ermittlungen auf, doch der Mörder scheint ihnen immer einen Schritt voraus zu sein.

Zunächst laufen im Buch ganz verschiedene Handlungsstränge ab, die eigentlich gar nichts miteinander zu tun zu haben scheinen, da gibt es Kleinkriminellenduo, das sich mit verschiedenen Einbrüchen beschäftigt und dabei zunehmend brutaler vorgeht, die Beamten bekommen es mit Brandstiftung und verschiedenen kleineren Delikten zu tun und man lernt das Team um Hal Challis und Ellen Destry ein wenig kennen. Jeder hat so seine eigenen Probleme und Sorgen zu tragen und dabei ist nicht jeder Beamte wirklich gesetztestreu. Desillusioniert, vom Job aufgerieben und durch Bürokratie und persönliche Reibereien belastet, versuchen die Beamten trotzdem, den Mörder zu fassen und auch wenn man hier die Ermittlungsarbeit der Beamten gut mitverfolgen kann, so stehen doch mehr die Menschen und ihr Umfeld im Fokus des Buches. Man erhält einen guten Einblick in das ländliche Australien, das fernab der Großstädte so ganz anders tickt und auch durchaus von Armut geprägt ist. Gut gefallen hat mir, dass der Fokus nicht nur auf einer Figur liegt, sondern man eigentlich über jeden aus Hal Challis Team einen guten Einblick bekommt. Die Charaktere wirken dabei durchweg recht glaubwürdig, dazu trägt auch bei, dass z.B. John Tankard alles andere als ein vorbildlicher Beamter ist, er ist rassistisch, geht teilweise viel zu drastisch gegen Beschuldigte vor und wird von der Bevölkerung regelrecht gehaßt.
Der Krimifall ist ziemlich komplex aufgebaut, dabei sind die Handlungsstränge um den eigentlichen Mörder recht karg und die vielen anderen kleinen Begebenheiten scheinen zunächst von dem eigentlich Fall abzulenken, doch sind sie Puzzlestücke, die am Ende dazu führen, auf die Spur des Täters zu kommen. Auch wenn es lange keine extrem spannenden Momente in dem Buch gibt, so bleibt es durch die vielen Szenen und Perspektivwechsel doch sehr abwechslungsreich und interessant, man fragt sich beständig, was die vielen einzelnen, kleinen Begebenheiten wohl miteinander zu tun haben und wird dann am Ende mit einer schlüssigen Zusammenführung aller Details belohnt, die am Schluß ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Wer der Frauenmörder war, war mir allerdings doch schon recht früh klar, die betreffende Person war eigentlich kaum zu "übersehen". Dafür gibt es dann am Ende wirklich Hochspannung als auch die Polizei erkennt, wer der Täter ist und ihn dingfest machen kann.

FaziT: ein wirklich gelungener Krimi, der eher durch eine ruhige und unaufgeregte Erzählweise besticht, als durch atemlose Spannung. Es wird mehr der Fokus auf Land und Leute gelenkt und viele kleine Details ergeben erst am Ende ein Ganzes. Auch wenn Hal Challis nicht wirklich im Vordergrund steht, so ist er auf jeden Fall ein Charakter mit Potenzial, mit dem ich gern einen weiteren Fall in Australien lesen werde.
Anfangsverdacht zu »Garry Disher: Drachenmann« 27.03.2013
Was mir besonders immer wieder bei diesem Autor gefällt ist die Beschreibung, Charaktirisierung der Kriminellen. Niemd schildert aus meiner Sicht so glaubwürdig leicht bis schwer gestörte Charaktere.
Mit dem dem Hüter und Verteidiger des Staates konnte ich am Anfang nicht so viel anfangen, obwohl natürlich seine Ehegeschichte schmunzeln läßt.
Die Erzählebenen fand ich nicht schwer auseinanderzuhalten.
vifu zu »Garry Disher: Drachenmann« 31.08.2010
Mein erster Disher. Anfangs irritierten mich die diversen "Macken" der Ermittler und -innen doch etwas. Er legt seinen Fokus auf die persönlichen Verändungen der Menschen, die Cops, im Umgang mit Kriminellen. Die Tathintergründe werden durch´s ländlche, arme Umfeld erhellt. Nach Zusammenschluß der diversen Ermittlerstränge ganz schön spannend. Lesenswert!
Bartensen zu »Garry Disher: Drachenmann« 25.12.2007
Atmosphärisch dichter, provinziell wirkender Australien Krimi mit verschiedenen scheinbar nicht im Kontext stehenden Handlungssträngen. Geschickt miteinander verwoben, auf einem Fundament von interessanten Charakteren gebaut. Hat mir sehr sehr gut gefallen.

Wer allerdings einen actionlastigen brutalen Shocker-Reißer oder ähnliches lesen will, sollte das tun ... aber einen Bogen um dieses Buch machen.
Gerd zu »Garry Disher: Drachenmann« 25.12.2007
Es geht recht schwerfällig an, 5 Handlungssträge die dann aber intelligent miteinander verbunden werden. Zum Schluss ein richtig guter Krimi. Empfehlenswert.
Adrian zu »Garry Disher: Drachenmann« 12.06.2005
Ich kann den vorhergehenden Meinungen absolut zustimmen! Gut getroffen erscheint mir das Bild einer losen Gesellschaft, die sich wohl ähnlich wie in den USA aus vielen zugewanderten Personen zusammensetzt (dementsprechend auch die Charakteren).
Kein Reisser, aber sehr glauhafte Figuren und eine sich steigernde Geschichte bis zum Schluss
k.d. zu »Garry Disher: Drachenmann« 30.01.2005
Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, die Spannung hält bis zum Schluss und ich hatte doch noch auf einen Mörder innerhalb der Polizei getippt. Störrend sind jedoch die verschiedenen Erzählebenen, die in relativ kurzer Folge nebeneinander wechseln und besonders zu Beginn verwirren. Angenehm und interessant dagegen die detaillierte Beschreibung von Landschaft und Leuten.
Swen Piper zu »Garry Disher: Drachenmann« 09.10.2003
Zu Beginn des Buches scheint der Autor den Leser etwas zu überfordern. Sehr viele Erzählstränge mit sich abwechselten Hauptdarstellern verwirren. Nach wenigen Kapiteln wird man aber von der Faszination des Stoffes gepackt. Die Erzählstränge werden langsam aber sicher miteinander verwoben. Sehr spannend ist das furiose Ende des Romans.
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