Father Browns Weisheit von G.K. Chesterton

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1914 unter dem Titel The Wisdom of Father Brown, deutsche Ausgabe erstmals 1927 bei Musarion.

  • London: Cassell & Co, 1914 unter dem Titel The Wisdom of Father Brown. 350 Seiten.
  • München: Musarion, 1927 Das Paradies der Diebe. Übersetzt von Clarisse Meitner. 350 Seiten.
  • Wiesentheid: Droemer, 1948 Das Paradies der Diebe. Übersetzt von Clarisse Meitner. 235 Seiten.
  • Frankfurt am Main; Hamburg: Fischer, 1960 Das Paradies der Diebe. Übersetzt von Clarisse Meitner. 195 Seiten.
  • München; Zürich: Droemer Knaur, 1976 Das Paradies der Diebe. Übersetzt von Clarisse Meitner. ISBN: 3-426-00305-8. 186 Seiten.
  • Zürich: Haffmans, 1991. Übersetzt von Hanswilhelm Haefs. ISBN: 3-251-20109-3. 264 Seiten.
  • Frankfurt am Main; Leipzig: Insel, 2008. Übersetzt von Hanswilhelm Haefs. ISBN: 978-3458350293. 321 Seiten.
  • [Hörbuch] Schwäbisch Hall: Steinbach, 2010. Gesprochen von Michael Schwarzmaier. ISBN: 3869740574. 4 CDs.

'Father Browns Weisheit' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

Band II der Father Brown Reihe enthält die Kurzgeschichten:

  • Die Abwesenheit von Mr. Glass
  • Das Paradies der Diebe
  • Das Duell des Dr. Hirsch
  • Der Mann in der Passage
  • Der Fehler der Maschine
  • Der Kopf Caesars
  • Die purpurne Perücke
  • Der Untergang der Pendragons
  • Der Gott der Gongs
  • Der Salat von Oberst Cray
  • Das eigentümliche Verbrechen von John Boulnois
  • Das Märchen von Father Brown

Ihre Meinung zu »G.K. Chesterton: Father Browns Weisheit«

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Torsten Janssen zu »G.K. Chesterton: Father Browns Weisheit« 02.10.2017
Habe jetzt nach langer Zeit mal wieder eine Pater Brown Story Sammlung erschienen im Diogenes Verlag in die Hand genommen, und einige Geschichten daraus gelesen. Darunter "Der Untergang der Pendragons". Diese Geschichte könnte auch im 18. Jahrhundert an der Nordsee spielen. Mit rätselhaften Leuchttürmen. Wirklich gelungen. Bitte also nochmal lesen. Gruß Torsten
Stefan83 zu »G.K. Chesterton: Father Browns Weisheit« 01.10.2009
Es gibt Geschichten, die einfach nie ihren Reiz verlieren und dazu gehören meiner Meinung auch die mit dem guten, alten Father Brown.

Die von Gilbert Keith Chesterton erdachte literarische Gestalt wird den meisten wohl besonders aufgrund der Heinz Rühmann-Verfilmungen ein Begriff sein, wenngleich sich die Figuren aus Buch und Film doch erheblich unterscheiden. Brown, den Chesterton nach Father John O'Connor, dem Pfarrer der seine Konversion zum katholischen Glauben leitete, entwarf, ist wohl einer der ungewöhnlichsten Vertreter des Detektivroman-Genres, da er sich eher wenig daran interessiert zeigt, Verbrecher der irdischen Gerechtigkeit auszuliefern, als sie vielmehr zum Glauben zu bekehren und zu Gott zu führen.

Was arg verschroben und boniert klingt, erweist sich in den einzelnen Geschichten meist als amüsantes Element, denn der kleine und gedrungene Geistliche mit großem Kopf ist stets heiteren Gemüts und verliert selbst in gefährlicheren Situationen nie die Contenance. Ein Grund dafür ist Flambeau, ein von Brown bekehrter ehemaliger Meisterdieb, der sich nach seiner Verbrecherkarriere einen Ruf als (ausgerechnet) Privatdetektiv erarbeitet hat und in vielen Abenteuern an des Pfarrers Seite steht. Er ist auch der Mann fürs Grobe, wenn derlei erforderlich ist, was aber meist selten der Fall ist, wie überhaupt viele Abenteuer der beiden nur wenig mit Kriminalität zu tun haben. Oft gibt es in den Geschichten nicht mal eine Leiche, meistens kommt sogar niemand zu Schaden außer dem Verbrecher selbst. Und doch, so kündigt es ja auch der Klappentext an, sind Chestertons Detektiverzählungen stets fesselnd und unterhaltsam - wie es das Genre des Kriminalromans erfordert.

Umso höher ist der Insel-Verlag zu loben, der sich im Jahre 2008 dazu entschlossen hat, die fünf Father Brown-Sammelbände neu aufzulegen. Hanswilhelm Haefs zeichnet sich einmal mehr für die Übersetzung verantwortlich, was ich sehr begrüße, da wohl keine andere sich so eng am Original hält und der Übersetzer selbst in seinen Anmerkungen für eine gewisse Portion Kurzweil sorgt. "Father Browns Weisheit" ist der chronologisch zweite Band aus der Reihe (1914 erstmals zusammenfassend veröffentlicht) und beinhaltet wieder zwölf Kurzgeschichten:

Die Abwesenheit von Mr. Glass
Das Paradies der Diebe
Das Duell des Dr. Hirsch
Der Mann in der Passage
Der Fehler der Maschine
Der Kopf Caesars
Die purpurne Perücke
Der Untergang der Pendragons
Der Gott der Gongs
Der Salat von Oberst Cray
Das eigentümliche Verbrechen von John Boulnois
Das Märchen von Father Brown

Die Schauplätze variieren dabei. Brown ermittelt nicht nur in seiner Heimat England, sondern auch im gebirgigen Italien ("Das Paradies der Diebe"), den USA ("Der Fehler der Maschine") und in einem fiktiven deutschen Fürstentum ("Das Märchen von Father Brown"). Letztere Geschichte gehört auch zu den Highlights dieses Sammelbands, der mir in seiner Zusammenstellung nicht ganz so gut wie sein Vorgänger gefallen hat. Gründe dafür sind die doch eher einfachen Rätsel, die man zumeist lange vor dem guten Brown gelöst hat und in denen es der Geistliche mit seinem süffisanten Ton auch ein wenig übertreibt. Wer also besonders aus morbider Neugier zum Krimi getrieben wird, sollte lieber mit dem Vorgänger vorlieb nehmen, da es hier doch im Großen und Ganzen ziemlich gesittet zugeht. Dennoch befinden sich auch in "Father Browns Weisheit" einige Geschichten, die schon allein den Kauf lohnen. Neben der bereits genannten Geschichte "Das Märchen von Father Brown" sind dies unter anderem noch "Der Mann in der Passage", die mit einer großartigen Auflösung zu überraschen weiß, sowie "Das eigentümliche Verbrechen des John Boulnois", in der besonders die romantisch-düstere Stimmung im Stile Scotts überzeugt.

Insgesamt ist "Father Browns Weisheit" ein guter Sammelband mit unterhaltsamen Geschichten zum Rätseln für zwischendurch. Chesterton wollte den kleinen Geistlichen nie mehr als kurzweilige, intellektuelle Unterhaltung sein lassen und diesen Anspruch erfüllt er. Eine Empfehlung für alle Freunde des Mitknobelns, die auch ohne blutüberströmte Leichen ihren Spaß haben können.
14 von 19 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Torsten Janssen zu »G.K. Chesterton: Father Browns Weisheit« 15.04.2004
Ich finde übrigens auch, eine der faszinierendsten Geschichten Chesterton ist "Der Hammer Gottes", auch ein Buchtitel.
Torsten Janssen zu »G.K. Chesterton: Father Browns Weisheit« 15.04.2004
Sehr zu empfehlen ist auch die Geschichte "Die Sternschnuppe" in dem Pater Brown Flambeau wieder auf den richtigen Weg bringt, und wo sein berühmter Monolog im Garten, der später Verwendung in dem Rühmann Film "Er kanns nicht lassen" / BRD 1962 R.: Axel von Ambesser, stattfindet. Flambeau gibt die Beute zurück, flieht dann zunächst aber.
Torsten Janssen zu »G.K. Chesterton: Father Browns Weisheit« 13.10.2003
Höchstanspruchsvolle Literatur, besonders "Das Paradies der Diebe" und "Das Duell des Dr. Hirsch", in dem ein Mann sich quasi mit sich selber duelliert sind sehr lesenswert. Pater Brown klärt die Verbrechen nicht auf, um die Täter ihrer Bestrafung zuzuführen sondern damit sie einsehen, daß sie etwas unrechtes getan haben und zur Besinnung kommen. Also aus moralischen Motiven.
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