Wer lebt, stirbt von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2007
bei dtv.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / München, 1990 - 2009.
Folge 1 der Der-Seher-Serie.
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München: dtv, 2007.
ISBN:
978-3423209885. 224 Seiten.
'Wer lebt, stirbt' ist erschienen als
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In Kürze:
Ein Angestellter bei einem Wach- und Sicherheitsdienst wurde ermordet. Der erblindete Hauptkommissar Jonas Vogel hat schon bald einen Verdacht: Der Tote hatte häufig Streit mit seinem Kollegen Jens Schulte wegen einer Frau. Und dieser Kollege hat auch einen Auftragsmord geplant, der seinen Nebenbuhler beseitigen soll. Aber Schulte hat einen prominenten und guten Anwalt. Es ist kein geringerer als Stadtrat Hilmar Opitz, der selbst Geheimnisse hat und erpresst wird. Hauptkommissar Vogel wird stutzig als ihn der Dezernatsleiter bittet, den Namen des Stadtrats Opitz – Bürgermeisterkandidat und alter Studienfreund des Kriminaloberrats – aus den Ermittlungen herauszuhalten. Zum ersten Mal in seiner Laufbahn arbeitet er hinter dem Rücken seines Vorgesetzten mit seinem Sohn Max zusammen, der mit der Leitung der Sonderkommission betraut worden ist.
Das meint krimi-couch.de: »Ich sehe was, was Du nicht siehst«
Krimi-Rezension von Sabine Reiss überspringen
Krimiautor Friedrich Ani hat vorgesehen, dass seine neue Reihe um den Münchner Kommissar Jonas Vogel sechs Bände umfassen wird. Man kann es eigentümlich finden, dass dies schon von vornherein festgelegt ist, doch im Endeffekt hindert niemand den Autor daran, seinen Entschluss später zu revidieren. Andernfalls kann man nach Abschluss der sechs Bände locker darauf verweisen, was der Plan vorsah, um sich nicht gegebenenfalls rechtfertigen zu müssen, wann eine Fortsetzung erscheint. Ein kluger Plan also. Und so reiht sich Ani mit seinen Seher-Krimis in die Reihe bekannter Hexalogien wie z.B. die Star Wars- oder Rocky-Filme oder auch die Brenner-Krimis von Wolf Haas ein.
Im ersten Band ´Wer lebt, stirbt´, der übrigens ´nur´ 222 Seiten umfasst – angesichts der Dicke manch anderer Krimis wohltuend kurz -, wird der Protagonist eingeführt. Hauptkommissar Jonas Vogel ist Leiter der Mordkommission und wird aufgrund seines herausragenden räumlichen Vorstellungsvermögens und seines Orientierungssinns ´Der Seher´ genannt. Zudem besitzt er die Fähigkeit, aus Stimmen mehr herauszuhören, als seine Kollegen. Sein Sohn Max ist Oberkommissar, allerdings nicht in der Mordkommission, sondern im Kommissariat »Todesermittlung«. Mutter Esther ist gar nicht begeistert, zwei Polizisten in der Familie zu haben. Das Familienleben als harmonisch zu bezeichnen, wäre übertrieben. Man lebt eben aneinander vorbei. Max größter Wunsch ist es, in die Abteilung seines Vaters zu wechseln, doch er prallt immer wieder an Kriminaloberrat Schumacher ab, der auf die Vorschrift verweist, Familienmitglieder dürften nicht in derselben Abteilung arbeiten.
Doch Vater und Sohn arbeiten eh zusammen, wie z.B. im Falle des ermordeten Wachmanns Falk Sieger, der für einen Wachdienst arbeitete. Jonas Vogel leitet die Ermittlungen. Die beiden sehen einen Zusammenhang mit der Entführung der Sekretärin des Anwalts Hilmar Opitz, der den verdächtigen Kompagnon Siegers vertritt. Da Opitz bei der Bürgermeisterwahl antritt, soll die Tatsache unter Verschluss gehalten werden, dass er eine Affäre mit seiner Sekretärin unterhält. Er bittet seinen alten Studienfreund Kriminaloberrat Schumacher um Hilfe. Der setzt Max Vogel als Leiter der Sonderkommission ein.
Da steckt noch mehr Potenzial drin
Betrachtet man den Kriminalfall isoliert, wird man enttäuscht sein. Die Story ist mehr als dünn (unabhängig vom Umfang des Buches) und den Zusammenhang, den die beiden Hauptfiguren zwischen den beiden Fällen sehen, kann man so nicht nachvollziehen. Auch die Auflösung an sich lässt zu wünschen übrig, ist hier trotz der Ahnung Vogels eine zu große Portion Zufall im Spiel. Betrachtet man die Ermittlungen als Kernstück eines Krimis, ist dieses hier unlogisch und bietet keinerlei Spannung. Insgesamt fehlt es an Intensität, da die Handlung zur Nebensache verkommt. Wer auf der Suche nach knackiger Unterhaltung ist, wird diese hier garantiert nicht finden.
Friedrich Ani punktet mit anderen Mitteln und das versöhnt wenigstens ein bisschen mit diesem Serienstart. Um den knappen Stil mit viel direkter Rede durchzuhalten, der von Beginn an vorherrscht, opfert der Autor zwar eine mögliche tiefgründige Beschreibung der Figuren, doch er kann sie dem Leser teilweise nach und nach nahe bringen, zumindest was die Ermittler angeht. Allerdings muss man sich die Details dabei selbst zusammenreimen. Es scheint dem Autor gar nicht darum zu gehen, ein komplettes Bild abzugeben, sondern eher, das magere Familienleben der Vogels, das unter der Polizeiarbeit von Jonas und Max leidet, mit Hilfe von Puzzlestücken zu beleuchten.
Ani lässt offen, wie es mit Jonas Vogel weitergeht. Doch es wird weitergehen und darauf ist man ohne Zweifel gespannt. Ani versteht es, dass sich der Leser genau mit dieser Frage beschäftigt. Wahrscheinlich wird auch der nächste Fall eher Nebensache sein.
Sabine Reiss, Mai 2007
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| Angelo zu »Friedrich Ani: Wer lebt, stirbt« | 02.07.2008 |
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| dyke zu »Friedrich Ani: Wer lebt, stirbt« | 07.05.2007 |
| Rüdiger zu »Friedrich Ani: Wer lebt, stirbt« | 22.04.2007 |
