Süden und der Luftgitarrist von Friedrich Ani

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2003 bei Knaur.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.
Folge 10 der Tabor-Süden-Serie.

  • München: Knaur, 2003. ISBN: 3-426-62075-8. 208 Seiten.
  • München: Droemer Knaur, 2011. ISBN: 978-3-426-51200-5. 192 Seiten.

'Süden und der Luftgitarrist' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Bei der ersten Stadtmeisterschaft im Luftgitarrespielen ist Südens Kollege Martin Heuer nach der Vorrunde zweit-bester Teilnehmer – da ist plötzlich sein härtester Konkurrent unauffindbar. Gemeinsam mit Süden und dem Team vom Dezernat 11 macht sich Heuer auf die Suche: Sie finden einen Abschiedsbrief und eine Frau, die taub ist und alles versteht, aber nichts sagen will …

Ihre Meinung zu »Friedrich Ani: Süden und der Luftgitarrist«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Janine2610 zu »Friedrich Ani: Süden und der Luftgitarrist« 09.05.2016
»Süden und der Luftgitarrist« ist Band 10 der Tabor Süden - Reihe und gleichzeitig bereits mein 11. Buch von Friedrich Ani.
Mit seinen nur 190 Seiten war es recht flott gelesen und durch Anis unverwechselbaren Stil kam der Lesegenuss auch nicht zu kurz.

Von Luftgitarristen habe ich bisher noch kaum etwas gehört - also viel vorstellen konnte ich mir unter diesem Begriff nicht. Ich fand es also interessant zu lesen, was man beim Luftgitarrespielen macht, wie es dazu kommen kann und ja ... spannend war auch die Tatsache, dass zu diesem Hobby sogar Meisterschaften stattfinden.

Nun ist es so, dass Süden und seine Kollegen Sonja Feyerabend und Martin Heuer den plötzlich verschwundenen Final-Luftgitarren-Kontrahenten von Martin Heuer suchen, da dieser aus unerfindlichen Gründen einfach nicht mehr auftaucht.
Was ich an diesem Teil der Reihe besonders hervorheben kann: Martin ist sehr involviert, was die Befragungen des Umfelds vom untergetauchten Edward Loos betrifft. Normalerweise ist Südens Kollege und bester Freund nämlich eher am Rande präsent, aber da es sich hier um einen seiner Luftgitarristen-Kollegen handelt, ist seine Aktivität nur allzu verständlich.

~ Nichts fiel mir in meinem Beruf schwerer, als Fragen zu stellen, und seien sie noch so schlicht, ich hörte lieber zu. Zuhören war ergiebiger, das hatte ich in meinen mehr als zwanzig Jahren bei der Kriminalpolizei gelernt. ~
(S. 16)

Die drei machen sich also an die Arbeit, laufen von Person zu Person, befragen und vernehmen und schnell wird klar: da ist ja noch jemand verschwunden - und zwar schon viel länger als Edward Loos: dessen Halbbruder.

Südens und Martins Befragungsmethoden sind immer wieder eine Wucht für mich: gänzlich ungewöhnlich, zum Grinsen, zum Wundern, aber scheinbar sehr effektiv. Dass Fragenstellen nicht wirklich zu Südens Lieblingsbeschäftigungen zählt, wusste ich schon, aber dass man durchs einfache Zuhören wirklich so viel aus den Menschen herausbekommt bzw. herauslesen kann, finde ich bemerkenswert.

Und so führt eben eines zum anderen, allein durch die Besuche und durch das Anhören der Leute geht was weiter in der Suche. Das ist so typisch für Anis Charaktere!

~ Letztendlich reduzierte sich unsere Arbeit in vielen Fällen auf das Gespür für die Vibrationen am Rande eines Schweigens und die leisen Echos der Lügen, mit denen wir täglich konfrontiert wurden. ~
(S. 12)

Geschrieben ist das Ganze wie immer mit einer melancholischen Poesie, die begeistern kann, und am Ende wurde es für mich sogar noch sehr traurig, aber mehr verrate ich an dieser Stelle nicht.
Punkten können hier wieder eindeutig die Charaktere, die nicht nur anders, nein, sogar recht speziell und unverwechselbar sind. Die Handlung an sich ist gar nicht unbedingt das Interessante an diesem Roman, es sind mehr die selbstverlorenen Figuren und ihre spannenden Leben, die fesseln können, je mehr man davon erfährt. Kaum ein Autor schafft es besser, einem seine Charaktere so nah zu bringen, wie Ani. Finde ich toll!
Oldman zu »Friedrich Ani: Süden und der Luftgitarrist« 28.06.2014
Dieses schmale Büchlein ist mir eher zufällig auf einem Wühltisch in die Hände gefallen. Hatte schon davon gehört, daß Ani mit Süden eine Serienfigur geschaffen hat, lese aber in der Regel keine deutschen Krimis und wurde wieder bestätigt. Der Autor gefällt sich als Literat, es fehlt wirklich alles, was einen guten Krimi ausmacht, kein Spannungsaufbau, kein Suspense, keine überzeugenden Hauptfiguren, nicht der Ansatz einer finalen Steigerung. Eine melancholische Grundstimmung liegt wie Mehltau über der Geschichte, ach ja, in diesem Zusammenhang, selbstverständlich ist das Buch auch eine völlig humorfreie Zone. Es ist mir unverständlich, daß der Autor zwei bedeutende Krimipreise gewonnen haben soll, vielleicht hat er hier ja nur einen schlechten Tag gehabt. Glaub ich aber eher nicht, werde in Zukunft die Finger von dieser Art Büchern lassen.
uknig zu »Friedrich Ani: Süden und der Luftgitarrist« 06.09.2012
Inzwischen ein bekanntes Phänomen: Die ersten 35 bis 40 Seiten faszinieren, doch diese Faszination verschwindet, je länger man liest. So auch bei „Süden und der Luftgitarrist“ von Friedrich Ani. Nach dem interessanten Auftakt um den verschwundenen „Luftgitarristen“ entwickelt sich eine eher mittelmäßige Geschichte um den Bruder des Verschwundenen, der einst ein hoffnungsvoller Fußballer des FC Bayern München war. Über weite Strecken wirkt das Werk etwas zäh.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Kal Skirata zu »Friedrich Ani: Süden und der Luftgitarrist« 31.05.2010
Jane so gelungen find ich das jetzt ja net, eigentlich ist det totral verkäxxt, das ist bnet so gut, abba ick könn mia vorstellen, det eoinige det chut fänden. Ich muss jetzt nich irgendwas schreiben, weil ich det sonst net abschicken kann, des ist nunmal so, aber ich schreiben fleißig weiter, aslo Tschüss denn meine vode
Martin Scheib zu »Friedrich Ani: Süden und der Luftgitarrist« 11.08.2004
Generell ist die Grundsituation interessant: die Vermisstenstelle sucht nach einem 'Luftgitarristen'. Das Personal des Buches ist ein wenig zu klischheehaft oder unglaubwürdig gezeichnet, vor allem wenn der alkoholabhängige Kollege beim Autofahren beschrieben wird oder die Luftgitarristen beim nicht Durchblicken. Das wäre ja alleine noch kein Grund für eine zurückhaltende Wertung. Aber neben sehr dichten Passagen stehen zu viele, die einfach nachlässig geschrieben wirken. Und das ist schade. Fazit: ein Nebenwerk. Muss es auch geben.
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Ihr Kommentar zu Süden und der Luftgitarrist

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: