German Angst von Friedrich Ani

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2000 bei Droemer Knaur.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / München, 1990 - 2009.

  • München: Droemer Knaur, 2000. ISBN: 3-426-19543-7. 487 Seiten.
  • München: Droemer Knaur, 2002. ISBN: 3-426-62054-5. 555 Seiten.
  • [Hörbuch] Wuppertal: Guanako Audio, 2002. Gesprochen von Udo Wachtveitl. ISBN: 3980728943. 4 CDs.

'German Angst' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Medienhysterie, politische Machtspiele und Ausländerhass: ein ungeschminktes Bild unserer Gegenwart, eine aufschlussreiche Darstellung der dubiosen Angst vor dem Fremden, eine hervorragend recherchierte, unter die Haut gehende Geschichte mit einprägsamen Charakteren und einem atmosphärischen Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Der Nigerianer Christoph Arano wird mit seiner Tochter Lucy nicht mehr fertig. Seit dem Tod seiner Frau zettelt sie Schlägereien an, attackiert Mitschüler, begeht eine Straftat nach der anderen. Reaktion der Behörden: Beide sollen ausgewiesen werden. Die Wellen der öffentlichen Meinung schlagen hoch. Da verschwindet plötzlich Aranos deutsche Verlobte. Rechtsradikale haben sie entführt, um die Ausweisung des Schwarzen zu erpressen. Das Schicksal der drei wird zum Spielball von Politik und Meinungsmache.

Das meint Krimi-Couch.de: »Brisantes Thema schlecht angegangen« 54°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Das Buch beginnt mit einer Entführung: Natalia Horn wird von mehreren Männern in ihrer Wohnung überfallen und mißhandelt. Anschließend wird sie gefesselt und geknebelt und im Kofferraum eines Autos weggebracht.

Danach blendet der Autor zwei Wochen in der Zeit zurück und wir lernen Natalia Horn besser kennen. Sie hat sich zu Hause ein Kosmetikstudio eingerichtet, in dem sie zusammen mit ihrer blinden Angestellten Ines ihre Kunden betreut. Josef Rossi war heute zum ersten Mal aufgrund einer Empfehlung einer Bekannten in ihrer Praxis. Rossi ist Natalia von Anfang an unsympathisch. Als er unverschämt wird und Natalia ihn hinauswirft, gibt er ihr den Rat, sich die Sache mit ihrer Hochzeit noch einmal zu überlegen.

Da wird Natalia stutzig, denn sie ist verlobt mit Christoph Arano, einem Schwarzafrikaner, der seit Jahren in Deutschland lebt und einen gutgehenden Sanitärbetrieb führt. Arano ist zwar kein deutscher Staatsbürger, besitzt aber eine Aufenthaltserlaubnis, die jährlich verlängert wird. Das Problem jedoch ist Christophs fast 14-jährige Tochter Lucy. Diese hat den Unfalltod ihrer Mutter nicht verkraftet und ist kriminell. Sie hat bereits 68 Straftaten begangen, für die sie jedoch nicht belangt werden kann, da sie noch nicht 14 Jahre alt ist. Tagelang bleibt sie unauffindbar. An ihrem 14. Geburtstag holt sie sich kurz ihre Geschenke ab, verschwindet wieder und wird prompt verhaftet, als sie einen Jugendlichen brutal zusammenschlägt.

Für den Staatsanwalt ein gefundenes Fressen, denn er hat schon lange auf diesen Tag, an dem Lucy strafmündig wird, gewartet und setzt alles daran, dass das Mädchen aus Deutschland ausgewiesen wird. Auch die Presse macht Stimmung gegen Lucy und der Großteil der Bevölkerung würde es ebenfalls befürworten, wenn das Kind aus Deutschland abgeschoben würde.

Dann erhält die Polizei und eine Journalistin einen Brief von einer rechtsradikalen Gruppe, die sich »Aktion D« nennt. In dem Brief verlangt die Gruppe die sofortige Ausweisung von Lucy sowie ihrem Vater aus Deutschland, andernfalls wird man die Geisel Natalia Horn töten.

Mit der Beurteilung von Friedrich Anis Roman »German Angst« tue ich mich ein wenig schwer. Der Autor hat für sein Buch ein aktuelles und auch ein polarisierendes Thema gewählt: Rechtsradikalismus und Ausländerhass, im Speziellen wohl inspiriert vom Fall »Mehmet«. Sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, ist prinzipiell zu befürworten. Doch die Art und Weise, wie er an die Thematik heran geht, finde ich nicht besonders gelungen. Eine Deutsche von Rechtsradikalen entführen zu lassen, um die Ausweisung von Ausländern durchzusetzen, ist nicht gerade ein toller Einfall.

Die Charaktere sind klar gezeichnet, doch fast schon ein wenig einseitig. Da hat der Autor etwas zu viel Schwarz-Weiß-Malerei betrieben. Am deutlichsten tritt dies zutage bei der Gegenüberstellung von Staatsanwalt sowie Lucys Rechtsanwalt. Sicherlich stehen sich Kläger und Verteidiger immer konträr gegenüber, doch dieses Hineinsteigern in die Sache, unter der sogar ihre Freundschaft leidet, finde ich zu dick aufgetragen. Die ständige Ausführlichkeit, mit der alle nebensächlichen Charaktere ihre Meinung zu der Sache kundtun dürfen, die sich immer wiederholt, bläht das Buch auf und bringt Langeweile. Da wäre etwas weniger besser gewesen, denn dieses ständige Durchkauen der gleichen Thesen bringt die Spannung, die der Autor oftmals gut aufbaut, immer wieder zum Erliegen. »German Angst« hat Ani sein Werk betitelt. Von Angst ist aber hier beim deutschen Volk nichts zu spüren, »German Hass« wäre treffender.

Sehr gelungen dagegen ist die Darstellung der öffentlichen Medien. Selbstdarsteller als Journalisten im Fernsehen, effektheischende Stories bringen um jeden Preis, nur um die Quoten nach oben zu treiben, Beeinflussung der öffentlichen Meinung durch einseitige Berichterstattung, dies trifft die aktuelle Medienlandschaft auf den Punkt genau.

Mit Tabor Süden hat Friedrich Ani einen sehr unorthodoxen Protagonisten erschaffen, dessen Darstellung fast schon etwas überzeichnet wirkt. Mit seiner Flapsigkeit, seinen Zornesausbrüchen und seinem eigenmächtigen Handeln bringt er einen gewissen Schimanski-Touch in das Geschehen ein. Wie gefasst jedoch sein Vorgesetzter Südens handgreiflichen Angriff auf ihn hinnimmt, ist absolut unglaubwürdig.

Das Ende des Romans mag symbolisch gemeint sein. Ein Happy-End muß ja nicht unbedingt sein, dennoch ist dieser Schluß unglaubwürdig und gänzlich unbefriedigend.

Daß Ani dennoch Einfallsreichtum besitzt, zeigt sich beim Namen, den er einem Hund zugedacht hat: Dertutnix. Darauf sind bisher noch nicht mal die Asterix-Macher gekommen.

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Kaiser zu »Friedrich Ani: German Angst« 16.06.2009
Zweckroman. Schafft was es vorhat - die Rechtsradikale Szene zu skizzieren und den Einfluss der Medien auf Politik darzustellen. Schafft es aber nicht, ein unterhaltsamer Krimi zu sein, hier nur durschschnitt. Das Ende wirkt zu konstruiert, obwohl das dem Autor wohl unumgänglich war um einige Gedanken in das Buch zu Implementieren.
l.vincent g zu »Friedrich Ani: German Angst« 29.06.2007
ALTPAPIER!
selten so unglaublich lange für einen krimi gebraucht. fast jede seite war eine qual, und die charaktere sind furchtbar überzeichnet. außerdem nervt die unglaublich detailierte - und überflüssige - beschreibung jeder noch so kleinen gasse in münchen. wenn ich es nicht für die schule hätte fertiglesen müssen, hätt ichs nie getan.
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Thomas Dobler zu »Friedrich Ani: German Angst« 12.05.2006
Etwas spät bin ich auf "German Angst" von Friedrich Ani gestoßen, immerhin ist das Buch schon im Jahr 2000 erschienen. Gelesen habe ich es in den letzten Tagen portionsweise - immer in der Mittagspause. Es hat im Laufe der Zeit immer mehr Zug bekommen. Eine beklemmende Geschichte. Das Mädchen Lucy ist mir nur widerwillig symphatisch geworden, eigentlich bis zum Schluss nicht richtig. Anschaulich wird die Polizeiarbeit im Entführungsfall geschildert - die Beamten sind akribisch und selbstreflexiv bei der Sache. Guter Roman!
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Lisa zu »Friedrich Ani: German Angst« 23.02.2006
Ein wirklich sehr gutes Buch! Ich war gefesselt bishin zur letzten Seite. Da ich noch nicht so hohen Alters bin:) , bin ich froh über einen Einblick in verschiedene Ansichten, verschiedener Menschen, über das Thema Einwanderungspolitik. Denn ich glaube, dass es eine realistische Situation darstellt und deshalb jeder dieses Buch lesen sollte, damit diese nicht zustande kommt.
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Geoffrey zu »Friedrich Ani: German Angst« 25.04.2005
Dieses Buch habe ich fantastisch gefunden. Es ist sowohl spannend, als auch eine interessante Geschichte des heutigen Deutschlands. Zugegeben, es geht um einen Roman, und kein Sachbuch, aber trotzdem lernt man ganz schoen viel. Ich bin Auslaender, der im Ausland Germanistik studiert und ich wuerde dieses Buch jedem empfehlen, der etwas ueber die Einwanderungspolitik Deutschlands usw. wissen will. Noch dazu ist es eine spannende Geschichte. LESEN!!!
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Colonia zu »Friedrich Ani: German Angst« 04.02.2005
Treibende Handlung nach etwas zähem Einstieg. Das Ende wirkt etwas verlohren.
Die Struktur der Rückblenden und Anschlüsse überzeugt. Ob sich dieser Fall so oder so ähnlich zugertagen hat, scheint nicht so wichtig zu sein. Auch ob er sich so zutragen könnte. Es ist Literatur und ein lesenswerter Krimi.
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bonita zu »Friedrich Ani: German Angst« 02.10.2004
musste das buch im deutsch lk lesen und würde es eigentlich als sehr spannend beschreiben. ich finde jedoch ,dass einige sachen zu detailliert beschrieben werden und der schluß absolut unangemessen ist.
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Krimisucht zu »Friedrich Ani: German Angst« 25.08.2004
Ich habe selten einen intensiveren Krimi gelesen! Einerseits sind Plot und Sprache so fesselnd, dass man kaum anders kann als hindurchzuhetzen andererseits hat mich die wirklichkeitsgetreue Darstellung der Charaktere und besonders deren Aussagen so wütend gemacht, dass ich das Buch ab und an beiseite legen mußte. Von der Aussage, die Personen sowie die Thematik seien eindimensional muß ich mich deutlich distanzieren! Sowohl ein sehr guter Krimi, als auch ein äußerst gelungenes Gesellschaftsporträt!
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Nicoletta zu »Friedrich Ani: German Angst« 06.07.2004
Dies war mein 1. Buch von Freidrich Ani und ich war erst ein bisschen skeptisch. dann aber schnell begeistert. Die Story an sich ist sehr beklemmend, aber man bekommt Gelegenheit, auch mal die Hintergründe von gewalttätigen Kindern bzw. Jugendlichen besonders mit nichtdeutschen Eltern zu sehen und wie sich die Eltern fühlen. Das Ende ist allerdings etwas verwirrend und von dem Kommissar Tabor Süden bin ich auch nicht gerade begeistert. Dennoch sehr lesenswert!
angelika zu »Friedrich Ani: German Angst« 23.05.2004
Habe das Buch bereits vor einiger Zeit gelesen und danach alle Leute meiner Umgebung mit meinem missionarischen Eifer genervt.
Einer der besten und wichtigsten "Krimis", die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Absolut fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite und ebenso bedrückend. Meiner Meinung nach sollte das Buch zur Pflichtlektüre an deutschen Schulen gemacht werden.

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