Ermordung des Glücks von Friedrich Ani

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2017 bei Suhrkamp.
Folge 2 der Jakob-Franck-Serie.

  • Berlin: Suhrkamp, 2017. ISBN: 978-3518427552. 317 Seiten.

'Ermordung des Glücks' ist erschienen als Hardcover E-Book

In Kürze:

Das Glück wird ermordet, als der 11-jährige Lennard Grabbe im kalten Novembermünchen nicht nach Hause kommt und 34 Tage später als Mordopfer aufgefunden wird. Exkommissar Jakob Franck  überbringt den Eltern die schrecklichste aller Nachrichten, das Glück verschwindet. Aber auch das Glück anderer mit Lennard in Verbindung stehenden Personen endet abrupt oder wird ermordet. Während die Sonderkommission auf der Stelle tritt und die Familie keinen Weg findet, mit dem Verlust umzugehen, vergräbt Franck sich bis zur Erschöpfung in Zeugenaussagen und Protokollen, verbringt Stunden am Tatort und bedient sich seiner speziellen Technik der Gedankenfühligkeit immer in der Hoffnung, das »Fossil«, den einen ausschlaggebenden Faktor zur Aufklärung des Falls, ans Licht zu bringen. Angetrieben wird er dabei nicht nur von dem Bedürfnis, der Familie zu Klarheit zu verhelfen und so ihre Trauer zu lindern, sondern auch von den schmerzhaften Erinnerungen an die ungelösten Mordfälle seiner Karriere.

Ihre Meinung zu »Friedrich Ani: Ermordung des Glücks«

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holle77 zu »Friedrich Ani: Ermordung des Glücks« 18.09.2017
Ich bin begeistert
Ich habe schon etliches von Ani gelesen und war immer sehr angetan von den Süden-Romanen. Der erste Band der Jakob-Franck-Reihe hat mir etwas Schwierigkeiten bereitet, ich fand ihn stellenweise etwas langatmig, aber von "Ermordung des Glücks" bin ich hellauf begeistert. Ich war traurig, als ich das Buch nach zwei Abenden ausgelesen hatte.
Ich mag den ruhigen Erzählstil von Ani und kann mir seine Protagonisten immer gut vorstellen.
Der Ansatz, einen pensionierten Kommissar für ungelöste oder unlösbar scheinende Fälle einzubeziehen, gefällt mir. Jakob Francks beharrliche, aber unaufdringliche Art und die viele Zeit und Geduld, die er bereit ist zu investieren, machen ihn sympathisch.
Die Verdächtigen und Täter sind eher tragische Gestalten als Bösewichte.
Die immer wieder einfließenden philosophischen Gedanken regen mich dazu an, das Buch hin und wieder aus der Hand zu legen und ein bisschen nachzusinnen.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Miss Marple zu »Friedrich Ani: Ermordung des Glücks« 09.09.2017
Jakob Francks zweite Runde
Eigentlich sollte der ehemalige Kommissar seine Pension genießen, doch ihn lassen die Fälle seiner Kollegen keine Ruhe, zumal er in besonderer Mission von ihnen gerufen wird- er übermittelt den Hinterbliebenen der Opfer eines Verbrechens die traurige Nachricht. So auch im aktuellen Buch von Friedrich Ani. Ist dieser Gang zwar immer schwer, ist er es diesmal umso schwerer, da das Opfer ein kleiner Junge ist, der 11-jährige Lennard Grabbe, der erst vermisst wird und nun Ex-Kommissar Franck den Eltern die Nachricht vom Tod ihres Kindes überbringen muss. Eine Sonderkommission stürzt sich in die Ermittlungen, die Familie in den verzweifelten Versuch, mit dem Verlust fertig zu werden und Jakob Franck verbeißt sich bis zur Erschöpfung in die Suche nach dem Täter. Akribisch liest er wieder und wieder die Vernehmungsprotokolle, befragt nochmals die Zeugen, geht bei Wind und Wetter die Straßen und den Tatort ab und versucht so den Abend des Verschwindens Lennards noch nach Monaten zu rekonstruieren. Nach und nach zieht er die Kreise enger.
In Friedrich Ani Manier bleibt bis zum Schluss für den Leser alles offen, auch wenn wir schon zeitig in ein dunkles Familiengeheimnis eingeweiht werden, welches Franck zwar erahnt, es aber selbst nicht erfassen kann.
Den Leser erwartet ein Krimi jenseits des Mainstreams, findet er doch hier nicht nur etwas Besonderes in der Handlung, sondern auch in Sprache und Stil des Autors. Darin zeigt sich Anis literarischer Anspruch.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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