Tod und Teufel von

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1995 bei Emons.
Ort & Zeit der Handlung: , 700 - 1500 (Mittelalter).

  • Köln: Emons, 1995. ISBN: 3924491593. 507 Seiten.
  • Köln: Emons, 1998. ISBN: 3897051222. 373 Seiten.
  • Köln: Emons, 2001. ISBN: 3897051338. 368 Seiten.
  • München: Goldmann, 2003. ISBN: 3-442-45531-6. 507 Seiten.
  • Köln: Emons, 2003. limitierte, illustrierte Auflage. ISBN: 3897052962. 373 Seiten.
  • München: Goldmann, 2005. ISBN: 3-442-46129-4. 507 Seiten.
  • Köln: Emons, 2005. ISBN: 3897053659. 384 Seiten.
  • Köln: Emons, 2006. ISBN: 978-3897054516. 424 Seiten.
  • München: Goldmann, 2006. ISBN: 978-3-442-46358-9. 507 Seiten.
  • München: Goldmann, 2008. ISBN: 978-3-442-46646-7. 432 Seiten.
  • Hamburg: Zeitverlag Bucerius, 2010. ISBN: 978-3841900043. 448 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: Emons, 1999. Gesprochen von Frank Schätzing. gekürzt. ISBN: 3897051583. 6 CDs.
  • [Hörbuch] Köln: Emons, 2003. Gesprochen von Frank Schätzing. gekürzt. ISBN: 3897052393. 8 CDs.

'Tod und Teufel' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Köln im September 1260: Jeder steht gegen jeden. Erzbischof und Bürger versuchen, einander mit allen legalen und illegalen Mitteln in die Knie zu zwingen. Jacob der Fuchs, Dieb und Herumtreiber, zeigt an den erzbischöflichen Äpfeln indes mehr Interesse als an der hohen Politik. Was ihm nicht gut bekommt: In den Ästen sitzend, wird er Zeuge, wie ein höllenschwarzer Schatten den Dombaumeister vom Gerüst in die Tiefe stürzt. Er hat den Mord als einziger gesehen – aber der Schatten hat auch ihn gesehen …

Das meint Krimi-Couch.de: »Die mittelalterliche Atmosphäre großartig eingefangen« 69°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Köln im Jahr 1260. Allerfinsterstes Mittelalter. Der Autor hat das Leben zu jener Zeit so gut eingefangen, dass man froh ist, nicht damals gelebt zu haben. Für die Armen war es ein täglicher Kampf ums Überleben, für die Reichen ein Kampf um mehr Macht und die Kirche kämpfte darum, ihre Macht, die ihr zu entgleiten drohte, zu behalten.

Der Dom war im Bau und dem Dombaumeister Gerhard Morart war klar, dass er sein Werk bis zu seinem Lebensende nicht vollendet haben würde. Aber daß sein Leben so schnell zu Ende gehen würde, damit hat er wohl auch nicht gerechnet. Von dem gekauften Mörder Urquhart wird er in der Dunkelheit vom Baugerüst gestossen. Der Mörder glaubt sich allein auf dem Gelände, doch unglücklicherweise wird er bei seiner Tat jedoch von Jacop dem Fuchs beobachtet, einem sympathischen Dieb, der im Garten des Erzbischofs auf einem Baum saß und gerade dabei war, Äpfel zu stehlen, um seinen größten Hunger zu stillen. Jacop eilt dem Gestürzten zu Hilfe. Der kann ihm jedoch nur noch ein paar Worte zuflüstern, bevor er stirbt. Dummerweise wird Jacop dabei aber auch vom Mörder gesehen. Aufgrund Jacops roten Haarschopfs ist es für den Mörder ein leichtes, dessen Verfolgung aufzunehmen.

Jacop teilt seine Beobachtung mit seinem Bettlerkumpanen Tilman und mit der befreundeten Hure Maria, doch diese schenken ihm keinen Glauben, denn Zeugen haben beobachtet, dass der Dombaumeister alleine war und vom Gerüst stürzte. Bezahlte Zeugen selbstverständlich. Trotz allem will der Mörder sämtliche anderslautenden Gerüchte im Keim ersticken und jagt den armen Jacop unerbittlich. Tilman und Maria enden durch einen Bolzen der kleinen Armbrust, Jacop jedoch kann zunächst seinem Häscher, den er für den Teufel hält, mit knapper Not und leicht verletzt entkommen.

Hilfe findet er bei der hübschen Färberstochter Richmodis. Die bringt ihn zu ihrem Onkel, dem Physicus Jasper, der Jacops ausgerenkte Schulter wieder richtet. Mit Richmodis, ihrem Vater Goddert und Jasper gibt es nur drei weitere Mitwisser des Mordes. Diese sind sich aber noch nicht so ganz sicher, ob sie Jacop vertrauen sollen. Jasper, der zu den aufgeklärteren Menschen seiner Zeit zählt, weiß, dass nicht der Teufel hinter der Sache steckt, sondern sucht nach einer natürlichen Erklärung, sofern er denn die Aussagen des Diebes für bare Münze nehmen soll.

Also macht er sich zunächst über einen Freund im Schöffengericht auf die Suche nach den bezahlten Zeugen. Doch bevor es zum vereinbarten Treffen kommt, werden auch diese ermordet. Nun weiß er zumindest, dass es über den Schöffen eine Verbindung zum Verantwortlichen für die Morde geben muß, denn sonst hat keiner von Jaspers Vorhaben gewusst.

Etwas mehr weiß bis dahin schon der Leser, der durch die ständigen Perspektivwechsel die Rolle des übergeordneten Beobachters einnimmt. Eine Gruppe von Verschwörern um die Patrizierfamilie Overstolz plant eine »Sache«, die mit dem Mord an dem Dombaumeister erst ihren Anfang genommen hat. Doch ihr eigentliches Ziel kennt auch der Leser nicht. Daß der erste Mord so weite Kreise zieht, dass auch Unschuldige sterben müssen, geht einigen der Verschwörer zu weit, so daß die Gruppe bereits gespalten ist.

Großartig eingefangen hat der Autor die Atmosphäre von Köln in der damaligen Zeit und vor allem das alltägliche Leben in der Stadt mit seinen großen Gegensätzen zwischen Arm und Reich. Auch mit seiner Schreibweise und der Wortwahl versucht er oftmals durch antiquierte Ausdrücke, sich an die Zeit anzupassen, was ihm aber nicht immer gelingt. Ein Beispiel:

»Wie zum Beweis spreizte er den kleinen Finger ab, kam zu dem Schluß, dass es der Geschichte am Odeur der Wahrhaftigkeit gebrach und ließ die Schultern hängen.«

Die Wege der handelnden Personen über die Plätze und durch die Straßen und Gassen von Köln werden detailliert beschrieben, so daß der Köln-Kenner sich aufgrund der heutigen Situation gut hineinversetzen kann und seine Stadt mit ganz anderen Augen sehen kann.

Der Roman als Ganzes wirkt etwas zerrissen. Schätzing schafft es nur streckenweise, Spannung aufzubauen und auch zu halten. Die Story verflacht immer wieder, nimmt dann aber genau schnell wieder Fahrt auf. Gut eingebaut ist die fiktive Handlung in die historischen Fakten. Der Tod des Dombaumeisters entspricht den historischen Tatsachen, den Mord jedoch hat sich der Autor erdacht. Doch schlecht integriert sind die historischen Erklärungen, die zwar interessant sind, aber den Lesefluß immer wieder hemmen. So mutet es schon etwas seltsam an, wenn plötzlich auf dem Höhepunkt der Spannung in größter Gefahr eine der Personen erst mal genüßlich einen Vortrag über die politischen Gegebenheiten startet.

Spaß machen die Dialoge, die oftmals viel sprachlichen Witz besitzen. Insbesondere, wenn sich Jasper, schon etwas weinselig, mit Jacop heiße Diskussionen liefert, kommt Freude auf.

Die Charaktere sind zwar liebevoll dargestellt, doch fehlt es ihnen ein wenig an Tiefgang.

»Tod und Teufel« ist ein Roman mit vielen guten Ansätzen, aber auch einigen Schwächen, dem eine Kürzung um etwa 100 Seiten gut tun würde.

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Berlin-Krimi zu »Frank Schätzing: Tod und Teufel« 28.07.2012
Historischer Roman und Krimi in einem - was gibt es daran auszusetzen? Naja. Es gibt daran schon etwas auszusetzen bei diesem Krimi. Er liest sich eben in der wörtlichen Rede eher schlecht.

Die historischen Erläuterungen, seien sie auch in höchster Not von einer der Figueren geleistet, finde ich stimmig. Mir ist wichtig, dass Fakten nur im Rahmen der Handlung genannt werden.

Umso unspannender dann - wie gesagt - die wohl historisch authentische wörtliche Rede in den längeren Redeleistungen. Aus meiner Sicht lag es an diesen längeren, extrem unmodern wirkenden Reden, dass die Spannung gern mal am Teppichboden entlang kroch. Aber dafür ist der Autor sich da treu - folgt man der Geschichte trotzdem, ist sie gleichmäßig unterhaltsam und hat dann doch ein spannendes Ende.

Von mir als "Gut" befunden mit 85".
Hermann Spitzmueller zu »Frank Schätzing: Tod und Teufel« 26.01.2012
Wie zum Teufel kommt der Kürbis da rein?
Kommt der nicht aus Amerika-Südamerika? Wann war Kolumbus dort 1492.
Vielleicht bin ich auch schlecht/falsch informiert.Ansonsten habe ich schon ein paar seiten gebraucht bis ich drin war.
Seit dem SCHWARM ist für mich sowieso alles anders.d.h.bin viel kritischer geworden.
Mal sehen was mir als nächstes in die finger kommt.
Hermann Spitzmueller
Uhu Zigeuner zu »Frank Schätzing: Tod und Teufel« 09.06.2010
Konnte das Buch als Hörbuch genießen - mit Frank Schätzing selbst als Sprecher.
Auch wenn die Geschichte per se manchmal etwas zusammenhangslos erscheint, so macht das Hörbuch doch extrem viel Spaß - besonders, wenn Schätzing die zwei "Suffköppe" sprechen lässt, die sich im Keller bei einem Krug Wein in die nicht vorhandenen Haare bekommen - absolut herrlich!
T.Punkt zu »Frank Schätzing: Tod und Teufel« 12.04.2010
Der sympathische Streuner Jacob \\\" Der Fuchs\\\" wird Zeuge des Mordes am Dombaumeister. Dummerweise sieht der Mörder auch ihn und so wird Jacob zum Gejagten und jeder mit dem er spricht ein potenzielles Opfer des unheimlichen Fremden.
Der Roman besticht durch seinen rasanten und spannungsreichen Plot. Kaum angefangen wird man auch schon ins Köln des Mittelalters gezogen. Die spannungsreiche Geschichte hat mich gut unterhalten und ich musste auch das eine oder andere Mal herzhaft lachen. Da ich Rheinländerin bin, war es für mich natürlich besonders interessant, da ich die Schauplätze kenne und der \\\"Jagd\\\" demnach noch besser folgen konnte. Hier wird Kölner Geschichte mit fiktiven Elementen gekonnt verbunden und ist dadurch auch für Nicht-Kölner sehr empfehlenswert.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Fred zu »Frank Schätzing: Tod und Teufel« 01.04.2010
Ein Buch das stark an Ken Follets Roman "Säulen der Erde" erinnert, allerdings fehlt diesesem der wahre historische Bezug. So sind vielmehr einzelne historische Aspekte herausgegriffen und werden ohne Kontext zu den gesammten Geschnissen viel zu ausgiebig geschildert. Die Protagonisten scheinen nicht wirklich und nicht der Zeit entsprechen. Zudem ist der gesammte Roman durchsichtig, so dass man schon nach 100 Seiten den gesammt Zusammenhag und das Ende absehen kann.
Tine Schauerte zu »Frank Schätzing: Tod und Teufel« 11.03.2010
Ich wohne in Köln und es ist einfach sagenhaft, wie Schätzing die Stadt, ihre Geschichten und Legenden, welche sich um den Dombau ranken, mit in dieses Buch hat einfließen lassen. Ich habe dieses Buch in einem verschlungen. Ein toller Krimi mit liebevoll gezeichneten Protagonisten.
Es gibt in Köln sogar eine Stadtführung zu diesem Buch - mit Schauspieler! Ich hatte das Buch vorher gelesen, die Führung war das Tüpfelchen auf dem i! Absolut empfehlenswert. Ist auch ein tolles Geschenk, Buch plus Stadtführung. :)
ernst kuhfladen mit sh... naja zu »Frank Schätzing: Tod und Teufel« 12.02.2010
Ich bin der Meinung, dass Frank Schatzing ein überragender Autor ist, der die Situation 1260 in köln detailliert reflektiert. Man erkennt in diesem Buch, wie naiv die Menschen damals waren und das das gesamte leben in dieser Zeit allein auf Machtkämpfen, Korruption und Religionsstreit basierte. Besonders die Diskussion um den Teufel war ein heikles Thema, denn ein falsches Wort und man wurde der Häresie beschuldigt. Die einzige Entäuschung war das Schätzing plözlich an einer spannenden, brenzligen Situation einen Vortrag Über die damalige Historie gehalten hat, was, wie ich finde dazu führt, dass dem Leser langweilig wird.Aber zusammenfassend kann man sagen, dass dieses buch einfach brilliant ist, mit ein paar Ausrutschern, wie jedes seiner bücher.
Jakob zu »Frank Schätzing: Tod und Teufel« 19.01.2010
Lara,Christina

Der Roman Tod und Teufel wurde uns in der Schule als Unterrichtslektüre zum lesen gegeben.

Er zeigt das mittelalterlische Leben 1260 in Köln. Frank Schätzing gelingt dies in einem Zeitraum von vier Tagen zu beschreiben.

Der Hauptdarsteller "Jakob der Fuchs" ein liebenswerter rothaariger Dieb sieht am frühen Abend den Mord am Dombaumeister "Gerhard Morart" durch seine Beobachtungen gerät er selbst in eine verhängniss volle Situation. Der Mörder Urquhart sieht Jakob als er zum sterbenden Dombaumeister eilt um ihm zu helfen.

Weitere Morde geschehen ohne das der Mörder erstmals erkannt wird.


Unsere persönliche Meinung ist das die ständigen Personen und Perspektivenwechsel das Lesen sehr verlangsamen. Ansonsten ist das Buch sehr spannend und empfehlenswert.
Thomas & Niclas zu »Frank Schätzing: Tod und Teufel« 18.01.2010
Wir haben Tod und Teufel als Schullektüre gelesen. Frank Schätzing hat die Situation der Stadt Köln im Jahr 1260 sehr gut dargestellt. Aufgrund detaillierter Ortsangaben kann man sich gut in das mittelalterliche Köln hineinfinden.

Des Weiteren sind alle Handlungen und Pesonen mit viel Liebe zum Detail und Humor beschrieben.

Unser Fazit: Ein sehr gelungenes und lesenswertes Buch!
Nell Breuning zu »Frank Schätzing: Tod und Teufel« 18.01.2010
Insgeamt ein gut recherierter Roman, in dem Kölnkenner sich bestens ins Mittelalter hineinversetzen können. Lediglich das Gottgeschwafel ging einem schnell auf den Zeiger. Ich freue mich schon auf die Verfilmung. Die wird hoffentlich originalgetreu sein. Jetzt bin ich am "Limit", und das gefällt mir ausgezeichnet!

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