Der Schwarm von Frank Schätzing

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

deutsche Ausgabe erstmals 2004 bei Kiepenheuer & Witsch. 1000 Seiten. ISBN-10: 3-462-03374-3, ISBN-13: 978-3-462-03374-8.

'Der Schwarm' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Das Meer schlägt zurück – in Frank Schätzings Thriller erwächst der Menschheit eine unvorstellbare Bedrohung aus den Ozeanen. Frank Schätzing inszeniert die weltweite Auflehnung der Natur gegen den Menschen. Ein globales Katastrophenszenario zwischen Norwegen, Kanada, Japan und Deutschland. Ein Fischer verschwindet vor Peru, spurlos. Ölbohrexperten stoßen in der norwegischen See auf merkwürdige Organismen, die hunderte Quadratkilometer Meeresboden in Besitz genommen haben. Währenddessen geht mit den Walen entlang der Küste British Columbias eine unheimliche Veränderung vor. Nichts von alledem scheint miteinander in Zusammenhang zu stehen. Doch Sigur Johanson, norwegischer Biologe und Schöngeist, glaubt nicht an Zufälle. Auch der indianische Walforscher Leon Anawak gelangt zu einer beunruhigenden Erkenntnis: Eine Katastrophe bahnt sich an. Doch wer oder was löst sie aus? Während die Welt an den Abgrund gerät, kommen die Wissenschaftler zusammen mit der britischen Journalistin Karen Weaver einer ungeheuerlichen Wahrheit auf die Spur.

ausgezeichnet mit dem Krimi-Blitz 2004 - ausgewählt von den Leser von www.Krimi-Couch.de

Das meint Krimi-Couch.de: »Ökologische Botschaft verpackt als Wissenschafts-Thriller« 80°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Frank Schätzings neues Werk »Der Schwarm« zieht jeden potentiellen Leser schon durch seine äußere Erscheinung in seinen Bann. Nicht nur durch die riesige blaue Pupille auf dem Cover, sondern vor allem durch seinen immensen Umfang. Ein Mammutwerk von exakt 1000 Seiten lässt hauptsächlich zwei Reaktionen zu: Neugier und Begeisterung – denn wann stösst man schon mal auf ein Buch dieses optischen Auftritts – oder Abschreckung aufgrund der gewaltigen Masse.

Um zum eigentlichen Kernpunkt zu gelangen, lässt sich der Autor entsprechend viel Zeit und beginnt mit der Schilderung von verschiedenen Ereignissen an unterschiedlichen Orten der Erde, die jedes für sich genommen noch relativ harmlos wirken.

Ein gewaltiger Schwarm Goldmakrelen

In Peru verschwindet ein Fischer mit seinem Boot auf dem Meer. Das letzte was er sah, war ein gewaltiger Schwarm von Goldmakrelen, so unglaublich groß, dass seine Ausmaße nicht abzusehen waren.

In der Nordsee vor Norwegen werden in 700 Metern Tiefe Unmengen von Würmern einer bislang unbekannten Art entdeckt. Sigur Johanson von der Technischen Universität in Trondheim, der zu einem der Protagonisten dieses Buches wird, versucht mehr über diesen Wurm herauszufinden. Er kommt zu der Erkenntnis, dass diese Tiere in Symbiose mit Bakterien leben, die Methanhydrat vom Meeresboden aufnehmen.Deshalb ist es absolut rätselhaft, warum die Würmer enorme Kiefer und Zähne besitzen. Und gerade dieses Methanhydrat ist es, in das die Wissenschaft auf der Suche nach neuen Energiequellen ihre Hoffnungen setzt.

Die Wale bleiben länger aus als gewöhnlich

In Leon Anawak lernen wir in Kanada einen weiteren Protagonisten kennen. Er arbeitet in einer Whale-Watching-Station und unternimmt mit Touristen Fahrten, um Wale zu beobachten. Doch in diesem Jahr bleiben die Wale länger aus als gewöhnlich. Als schließlich die ersten Orcas auftauchen, benehmen sich diese ungewöhnlich aggressiv. Ein Schiff mit Touristen wird von den Tieren angegriffen und es sind sogar Todesopfer zu beklagen.

Ein großer Frachter sinkt, weil das Ruder durch Unmengen von Muscheln besetzt war und sich nicht mehr bewegen ließ. Invasionen von hochgiftigen Quallen werden aus Costa Rica und Australien gemeldet, auch durch Killeralgen sind Menschenleben zu beklagen. In Frankreich werden mehrere Menschen durch einen Giftstoff getötet, der aus einem unbekannten Gallert in einem Hummer ausgetreten ist.

Eine Riesenwelle überschwemmt Nordeuropa

Diese geballt auftretenden Ereignisse in und an den Ozeanen können in dieser Häufung kein Zufall sein. Die Forscher in Laboren überall auf der Welt suchen nach Erklärungen und Zusammenhängen. Dann werden sie von der großen Katastrophe überrascht, als der Kontinentalhang vor der norwegischen Küste abrutscht und eine Riesenwelle weite Teile von Nordeuropa überschwemmt. Ein Krisenstab – selbstverständlich unter amerikanischer Leitung – wird gebildet, der die Phänomene klären soll. Handelt es sich um Naturereignisse oder wird dies alles von einer terroristischen Gruppe verursacht? Oder hat es die Menschheit zu weit getrieben und das Meer schlägt nun zurück?

Ungeachtet der Antworten auf die Frage steht natürlich eine ökologische Botschaft im Vordergrund dieses Thrillers: Wohin führt uns die bereits weit fortgeschrittene Verschmutzung der Weltmeere? Kann es wirklich zu solchen Katastrophen kommen? Wie wird sich die Überfischung der Meere in der nahen Zukunft auswirken? Hat der Mensch überhaupt noch eine Chance, etwas gegen diese Probleme zu unternehmen?

Doch auch mit den bereits bestehenden Naturschutzorganisationen scheint Schätzing nicht so ganz zufrieden zu sein:

»Immer leben die Naturvölker wohl dosiert von etwas, das die Weißen dann verschwenden. Haben sie es verschwendet, reiben sie sich die Augen und wollen es plötzlich schützen. Also schützen sie es vor denen, vor denen es nie geschützt werden musste, und spielen sich auf.«

Die Recherchen, die Frank Schätzing für sein Werk durchgeführt hat, müssen immens gewesen sein. In großen Teilen lesen sich seine Ausführungen wie ein wissenschaftliches Sachbuch und überwiegen in gewissen Abschnitten sogar die fiktive Handlung. Faszinierende Tatsachen aus der Welt der unerforschten Tiefsee ziehen den Leser in den Bann wie Berichte über die Ölförderung und der Suche nach alternativen Energiequellen. Durch die enthaltene utopische Komponente hat der Autor aber gleichzeitig dafür gesorgt, dass ihm eventuell vorkommende sachliche Fehler nicht als solche ausgelegt werden können.

Die Mischung über das gesamte Buch hinweg stimmt, doch sollte dies nicht über einige Durststrecken hinwegtäuschen, die sich doch etwas in die Länge ziehen. Dagegen finde ich die große Katastrophe in der Nordsee etwa in der Mitte des Buches zu kurz abgehandelt. Auf menschliche Einzelschicksale wurde hier kaum eingegangen.

Manche Spitze parodiert das Genre

Mit bekannten Katastrophen-Thrillern wie z.B. »Independence Day«, »Contact« oder »Abyss« geht Schätzing hart ins Gericht und baut sein Team, das für Abhilfe sorgen soll, ähnlich auf wie in diesen Filmen. Mit Militärs an der Spitze, die jede auftauchende unbekannt Gefahr mit Gewalt plattzumachen versuchen, ohne sich möglicher Folgen bewusst zu sein. Manche Spitze parodiert dieses Genre zwar vortrefflich, teilweise jedoch verfällt der Autor ungewollt in ähnliche Plattitüden, die er so kritisiert.

Nicht allen Charakteren konnte Schätzing den nötigen Tiefgang verleihen. Die Hauptpersonen wurden gut herausgearbeitet, doch bleibt die Beschreibung einiger zum Team gehöriger Wissenschaftler sehr oberflächlich. Bei seiner Besetzung hat sich Schätzing übrigens nicht auf fiktive Personen beschränkt, sondern auch real existierende Wissenschaftler wie z.B. Prof. Gerhard Bohrmann vom Kieler Geomar Forschungszentrum, der sogar eine tragende Rolle bekommt, eingeflochten.

Das Ende des Buches ist Geschmackssache. Den einen wahrscheinlich zu einfach, den andern zu hollywoodmäßig. Für meinen Geschmack hat Schätzing den Abschluß gut hinbekommen, die richtige Mischung getroffen. Und uns einige Tatsachen verinnerlicht, die zwar bekannt sind, die man sich aber selten bewusst macht. Der Mensch beherrscht die Erde keinesfalls.

»Wir können nichts tun gegen Mikroorganismen, wir können ja nicht einmal was gegen eine normale Virusinfektion tun [...] Der Mensch lebt einzig, weil die Erde von Mikroben beherrscht wird.«

Mag man an dem Roman Gefallen finden oder nicht, zumindest muß man Frank Schätzing für diese Leistung großen Respekt zollen.

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Fidelio Mivaly zu »Frank Schätzing: Der Schwarm« 18.03.2010
Apocalypse Now...

So könnte das Grundprinzip von Frank Schätzings intellektuell anspruchsvollem Öko-Thriller "Der Schwarm" lauten. Der Schriftsteller entfesselt ein Katastrophenszenario erster Güte auf die Menschheit: Pfiesterien verseuchen Frankreich, die Wale drehen an den Küsten British Columbias durch und unzählige, sich windende Leiber wachsen auf den Abhängen vor Norwegens Küste und erweisen sich als Boten des Untergangs...

Die ersten 400 Seiten des Romans verharren in lauernder Existenzlosigkeit. Schätzing bietet eine etwas sehr ausführliche Einführung in seine wenig komplexen Charaktere, angeführt von dem Indianer, der keiner sein will (Dr. Leon Anawak) und einem norwegischen Schöngeist (Dr. Sigur Johanson). Die dramatischen Längen in der ersten Hälfte des 1.000-seitigen Wälzers hinterlassen einen faden Beigeschmack; zu ähnlich sind die Katastrophen, die Schätzing inszeniert, und zu großzügig der Freiraum, den sich der Autor gönnt, um seine zweifelsohne lobenswerte ökologische Botschaft unter die Leser zu bringen.

Aber dann geschieht das Unfassbare. Innerhalb weniger Minuten zerstört ein Tsunami weite Teile der Küstenregionen Nordeuropas. Hier zeigt sich Schätzing von seiner konsequenten Seite, auch vor dem Tod von Hauptfiguren schreckt er nicht zurück. Die Art und Weise, wie er den Schrecken in seinem Buch schildert, entspricht förmlich einem Sog, der den Leser immer tiefer in den Roman hineinzieht. Schätzing erweist sich als Talent, wenn es darum geht, den Menschen mit seinem Verderben zu konfrontieren, die Endlichkeit aller gesellschaftlichen Maßstäbe aufzuzeigen und den Konflikt Mensch vs. Natur in langsamen Schritten stetig anschwellen zu lassen.

Doch nach dem Tsunami kehrt erst einmal wieder Ruhe ein. Eine ganze Reihe wichtiger neuer Person wird vorgestellt, so u. a. die hochintelligente, aber größenwahnsinnige US-Generalin Judith Li. Dass das Buch somit auch einen menschlichen Antagonisten erhält, offenbart sich in seiner Gänze erst auf den letzten hundert Seiten. Schätzings Aussage ist klar; die Menschheit ist in sich gespalten, während die Yrr eine Einheit darstellen.

Langsam kommt das Team von weltweiten Spitzenforschern dem Geheimnis der seltsamen Vorkommnisse auf die Schliche. Eine marine, intelligente Lebensform steckt dahinter, ein Verbund von Einzellern, deren Denkapparat sich in der DNA verbirgt --> die Yrr. Schätzing erfindet eine völlig neue Biochemie, um seine Vorstellung zu rechtfertigen, aber so etwas ist in der Unterhaltungsliteratur gestattet und funktioniert auch.

Überhaupt ist der Roman wissenschaftlich hervorragend recherchiert. Die unzähligen vorgetragenen Fakten aus Bereichen der Meeresbiologie, Verhaltensforschung und Geologie sprechen für harte Arbeit, und die zahlt sich aus.

Der Roman steigert sich auf den letzten 300 Seiten, schafft immer wieder neue Spannungshöhepunkte, geradezu unerträgliche Cliffhanger und eine hohe Schlagzahl der Ereignisse. Man mag kritisieren, dass die Wendungen nicht sehr überraschend kommen und sich der Handlungsrahmen in bekannten Konventionen bewegt, aber dem Roman ist nicht abzusprechen, dass er zum Ende hin immer besser wird und die Seiten nur so dahinfliegen. Die Langatmigkeit der ersten Hälfte gerät in Vergessenheit, ein gnadenloser, (vielleicht zu-) hollywoodreifer Showdown setzt ein. Schätzing bleibt seiner Linie treu, scheut aber nicht davor zurück, die Grenzen des Möglichen hin und wieder zu überschreiten. Das ist aber alles plausibel und kein wirklicher Kritikpunkt.

Letzten Endes ist Schätzing also ein sehr zwiespältiger, aber größtenteils unterhaltsamer Wissenschafts-Roman gelungen, der mit funktionierendem Spannungsaufbau und vor allem einem guten Mix aus Science und Fiction aufwarten kann. Ob beispielsweise Anawaks Reise zu seinen Wurzeln im zweiten Drittel nicht etwas unpassend ist oder ob sich das ständige Gequassel über merkwürdige Anomalien in der ersten Hälfte nicht recht schnell abnutzt, sei einmal dahin gestellt. Die deutsche Literatur ist um ein gelungenes Werk reicher - wer mag sich da noch beschweren?
Piet ven Dijk zu »Frank Schätzing: Der Schwarm« 13.03.2010
"die riesige blaue Pupille" ist schwarz und nicht blau - ihr meint die sogenannte "Iris" - die Iris ist ein Muskel und kann Menschen je nach Farbe attraktiv oder eben nicht attraktiv erscheinen lassen - sorry, aber ich finde schon wichtig dass man den Unterschied kennt - der folgende Text ist nur dazu da, um 300 statt 270 Zeichen eingegeben zu haben - muss man anscheinend hier...
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Diana zu »Frank Schätzing: Der Schwarm« 10.03.2010
Heute las ich die letzten Zeilen dieses fesselnden Buches.
Selten hat ein Buch dermassen meinen Geist und meine Fantasie gefesselt und beflügelt.
Oft habe ich fast meine U-Bahnstation verpasst und die Badewanne wurde so manches mal kalt.
Absolut Lesenswert und unbedingt als Denkanstoss zu nehmen.
Ich kann es nur weiterempfehlen. Es erweitert den eigenen Horizont und der "Sinn des Lebens" bekommt einen ganz neuen Blickwinkel.
Ich sag Danke für dieses Buch.
Sebastian Ellinghaus zu »Frank Schätzing: Der Schwarm« 02.03.2010
Guter Plot, toll recherchiert, realitätsnah verpackt.
Leider ist das literarische Talent nicht von gleicher Qualität, wie das handwerkliche. Es fällt überaus schwer, diesen Roman zu lesen, da der Schreibstil mehr als holprig ist. Das verleidet einem mitunter das Vergnügen.
Fazit: Eine gute Geschichte, literarisch mies umgesetzt.
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Marc Wenn zu »Frank Schätzing: Der Schwarm« 05.02.2010
Simply. Hammer. Einer meiner Lieblinge.
Toll recherchiert und geschrieben.

Das Thema ist nicht wirklich leicht anzugehen aber Charaktere wie Sigur Johanson machen das ganze einfach zu einem tollen Leseereigniss bei dem man einiges lernt oder Anregungen bekommt was man selber mal bezueglich der Meeresbiologie immer schon mal nachsehen wollte. Das gepaart mit ein paar netten Spitzen die das Genre dezent parodieren hat doch was.
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apothekerin zu »Frank Schätzing: Der Schwarm« 03.01.2010
Nachdem ich zu Limit leider nichts Gutes schreiben konnte, möchte ich Schwarm loben. Im Nachhinein zeigt sich erst im Vergleich der beiden Bücher, die Qualität von "Der Schwarm". Ein dicker Schmöker, trotzdem nie langweilig, glaubhafte, bunte Charaktere... also alles, was der Nachfolgeroman leider nicht hat.
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esser werner zu »Frank Schätzing: Der Schwarm« 21.12.2009
hi das buch ist super

dass der mensch das höchste aller lebewesen ist geht vor allem daraus hervor dass ihm dies noch kein anderes lebewesen widersprochen hat

was soll ich sonst noch schreiben alle die es intressiert sollen sich das buch anschaffen und lesen
was mich reizen würde wäre ein komentar vom schreiber persöhönlich
gruss w. esser
Han zu »Frank Schätzing: Der Schwarm« 06.12.2009
An diesem Buch scheinen sich die Geister zu scheiden. Ich gehöre zu denen, die es für überwiegend "schwachsinnig" halten. Aber mal der Reihe nach: Ich habe an SF-Thrillern ala Alien oder Groschenromanen wie Captain Future aus den 30er Jahren nichts auszusetzen. Im Gegenteil, ich bin sogar ein großer Freund des Genres und Captain Furture ist mit Sicherheit eine vergessene Perle der "Schundliteratur". Schließlich ist mir als Leser stets bewusst, das vieles unrealistisch und eben "fiction" ist. Den Anspruch auf Realitätsnähe verfolge ich also gar nicht erst. Dann gibt es Geschichten, die spielen sich in der realen Welt ab. Und hier stören mich dubiose Ungereimtheiten ganz erheblich. Frank Schätzing befindet sich genau dazwischen. Man fängt an zu lesen und hält die beschriebene Welt zunächst für real und die Erklärungen für die im Buch auftretende Phänomene für wissenschaftlich korrekt. Langsam aber sicher wird´s dann aber plötzlich völlig abgedreht. Aliens in der Tiefsee ist ja als Plot gut gedacht (immerhin ist die Mondoberfläche besser bekannt als die Tiefsee, hier ist also viel Raum also für Phantasie), aber reale Welt, wissenschaftliche Ansätze und Fiktion so zu vermengen, dass niemand mehr durchblickt halte ich für eine phantasielose Verballhornung des Lesers. Ich würde mir wünschen Schätzing hätte nicht so offensichtlich bei Wissenschaftsthemen gewildert, um sich den Anschein eines "Gelehrten" zu geben, sondern offen und ehrlich eine SF Geschichte schreiben und mehr an seiner Phantasie geschrieben. Eines will ich ihm aber zugute halten: Ich habe von deutschen Touristen gehört, die durch "Der Schwarm" ausreichend informiert/sensibilisiert die Flutwelle in Südostasien überlebt haben. So gesehen lasse ich das Buch gerade noch durchgehen und hoffe, dass Frank Schätzing an seinen Fähigkeiten als Autor arbeitet. Seine Grundgedanken sind ja in Ordnung, nur die Umsetzung ist eben sehr holprig bzw. trivial.
FrozenFlower zu »Frank Schätzing: Der Schwarm« 05.11.2009
Eines der besten Bücher,die ich je gelesen habe-ich persönlich finde,da stimmt einfach alles.Abgesehen davon,dass es ein sehr interessantes Thema ist,was Schätzing in "Der schwarm" behandelt,finde ich auch die Charaktere ziemlich glaubwürdig.Es liest sich sehr flüssig,und selbst die wissenschaftlich dominierenden Textstellen/Seiten/Kapital sind so ausgeführt,dass mir beim Lesen kein einziges Mal langweilig wurde.Da merkt man einfach,dass für das Buch sehr gut recherchiert wurde und es somit auch wirklich zur Allgemeinbildung beiträgt.
Sehr gut fand ich auch,dass Schätzing am Anfang eines Kapitels aus einem Greenpeace-Umweltbericht zitiert hat-da ist es mir echt eiskalt den Rücken runtergelaufen.
Wirklich sehr empfehlenswert.Sollte Pflichtlektüre an den Schulen und für alle Umweltminister (oder die sich dafür halten) werden.
JD zu »Frank Schätzing: Der Schwarm« 12.10.2009
Es ist beeindruckend wie viel gut recherchiertes Wissen Herr Schätzing in desem Buch auf spannende Art und Weise verpackt. Trotz des Umfangs wird es fast nie langweilig. Spannung, wissenschaftlichen Fakten, politische Intrigen und gesellschaftliche Ethik vermischen sich zu einem stimmigen Ganzen. Einzig das Ende hat mir wie einigen anderen hier nicht gefallen. Da nehmen mir die Science Fiction und Action-Szenen doch ein wenig überhand. Aber das soll die Leistung nicht schmälern. Prädikat: sehr lesenswert!

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