Der Fall Collini von Ferdinand von Schirach

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2011 bei Piper.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland, 1990 - 2009.

  • München: Piper, 2011. ISBN: 978-3-492-05475-1. 304 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Osterwoldaudio, 2011. Gesprochen von Burghard Klaußner. ISBN: 3869521031. 3 CDs.

'Der Fall Collini' ist erschienen als Hardcover Hörbuch

In Kürze:

Vierunddreißig Jahre hat der Italiener Fabrizio Collini als Werkzeugmacher bei Mercedes-Benz gearbeitet. Unauffällig und unbescholten. Und dann ermordet er in einem Berliner Luxushotel einen alten Mann. Grundlos, wie es scheint. Der junge Anwalt Caspar Leinen bekommt die Pflichtverteidigung in diesem Fall zugewiesen. Was für ihn zunächst wie eine vielversprechende Karrierechance aussieht, wird zu einem Alptraum, als er erfährt, wer das Mordopfer ist: Der Tote, ein angesehener deutscher Industrieller, ist der Großvater seines besten Freundes. In Leinens Erinnerung ein freundlicher, warmherziger Mensch. Wieder und wieder versucht er die Tat zu verstehen. Vergeblich, denn Collini gesteht zwar den Mord, aber zu seinem Motiv schweigt er. Und so muss Leinen einen Mann verteidigen, der nicht verteidigt werden will. Ein zunächst aussichtsloses Unterfangen, aber schließlich stößt er auf eine Spur, die weit hinausgeht über den Fall Collini und Leinen mitten hineinführt in ein erschreckendes Kapitel deutscher Justizgeschichte …

Ihre Meinung zu »Ferdinand von Schirach: Der Fall Collini«

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Mayoun zu »Ferdinand von Schirach: Der Fall Collini« 29.10.2013
Hauptsätze, ohne viele Nebensätze, vermitteln Fakten, Struktur und Klarheit. So empfinde ich Schirachs Schreibstil...sehr angenehm und gut lesbar und unglaublich spannend. Die Tat, Persönlichkeitsbeschreibung des Täters, Analyse aus der Perspektive eines Anwalts und zum Schluss behält der Täter das Verständnis des Lesers für seine Indivudalität. Sehr gut geschrieben. Hoffe auf mehr.
Darix zu »Ferdinand von Schirach: Der Fall Collini« 29.06.2013
Der italienische Arbeiter Collini tötet den Industriellen Meyer, vordergründig ohne Motiv.
Ferdinand v. Schirach gelingt es in seinem knappen Schreibstil schnell Betroffenheit zu wecken.
Die gesamte Erzählung ist spannend, großartig von Schirach erzählt. Eine nachdenkliche Erzählung, mit eindrücklichen Charakteren und Beschreibungen, sie klingt nach.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
koepper zu »Ferdinand von Schirach: Der Fall Collini« 09.02.2013
"Schuld" und "Verbredchen", die ersten zwei Bücher des Autors haben mich sehr beeindruckt. Die Geschichte, die von Schirach in "Der Fall Collini" hätte gut in eines der zwei Bücher gepasst. Indem von Schirach daraus einen ganzen Roman macht, hat er mir keinen Gefallen getan. Der Roman liest sich phasenweise wie ein Bericht. Der knappe, reduzierte Erzählstil klappt hier nicht. Ich habe das Buch runtergelesen und als es zu Ende war ist nichts haften geblieben. Die Handlung ist interessant, jedoch nicht sonderlich ungewöhnlich. Ähnliches habe ch schon deutlich besser verfasst gelesen. Eine Enttäuschung.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
martin zu »Ferdinand von Schirach: Der Fall Collini« 26.03.2012
ich kann mir nicht helfen, aber jedesmal, wenn ich ein buch von ferdinand von schirach zu lesen beginne, stellen sich meine nackenhaare auf. vielleicht es sein schreibstil, der kein wort zuviel duldet. oder die gewissheit, dass er der enkel eines "berühmten" nazis war und man ihm derlei geschichten und anschauungen nicht zutraut. gerade in diesem buch thematisiert er dieses dunkle kapitel der geschichte und bezieht damit klar stellung. für mich einer der besten und spannendsten autoren, die bücher lesen sich in einem zug. ich hoffe, dass das nächste buch bereits in planung ist.
Anja S. zu »Ferdinand von Schirach: Der Fall Collini« 04.02.2012
Nach Gründung der Bundesrepublik wollte man vom dem braunen Sumpf der Vergangenheit nichts mehr hören, niemand hatte etwas gewußt, trotzdem besuchte man Massenmörder im Gefängnis, rehabilitierte auf Teufel komm' raus, schuf Posten und Pöstchen, band die Altnazis ins neue System ein. Schließlich war man der Auffassung, nur so die neue "Demokratie" stabilisieren zu können.
Klammheimlich wurde von den eingebundenen Alt-U-Booten ein Gesetz durch den Bundestag geschmuggelt, das unverschämt ungerechte und höhnische Konsequenzen für die Naziopfer haben würde: Taten verjährten, auch Mordtaten, wo vorher pro Leben noch sardonische fünf Minuten Haftstrafe verhängt wurden, lief man von jetzt an wieder ganz frei durch die Stadt. Vielleicht lebte auch manches Opfer in einem Bundesland, das irgendeinen zynischen Altnazi zum Ministerpräsidenten hatte.

Diese Thematik hat dieses kurze Buch als Thema, eigentlich ist es mehr eine Novelle als ein Krimi. Wer John Grisham erwartet, ist hier jedoch falsch bedient.
tom_ate zu »Ferdinand von Schirach: Der Fall Collini« 09.01.2012
„Der Fall Collini“ wurde von mir als Hörbuch (ungekürzt auf drei CDs) regelrecht eingezogen.

Nach anfänglicher Länge auf der ersten CD baute sich die Spannung dermaßen auf, dass ich vor dem Ende der dritten CD den Kopfhörer nicht abnehmen konnte.

Natürlich war schnell klar, warum Collini den Mord (??) begangen hatte, aber die menschliche Erschütterung ist gewaltig. Besonders beeindruckte mich die Klarheit, mit der dokumentiert wurde, wie die alten Nazis – in den 50igern und 60iger Jahren in unserer Bundesrepublik Deutschland zu hohen Ämtern und Würden gekommen – dann Ende der sechziger Jahre an entscheidender Stelle (hier im Bundesjustizministerium) dafür sorgen konnten, dass die Gesetzgebung zu ihrem Vorteil ( keine Strafverfolgung ) geändert wurde. Ein perfektes Netzwerk, dass mir die Zeit der 68er Unruhen nachträglich sehr viel deutlicher macht. Und wer die Geschichte unserer Republik kennt, der weiß, dass viele Alt-Nazis wieder auf ihre Füße fielen, ja sogar Bundeskanzler (z.B. von 1966 bis 1969) werden konnten.

Die Vorleseleistung von Burghart Klaußner möchte ich besonders hervorheben. Er macht das Werk von Ferdinand von Schirach zu einem Hörerlebnis.

95°

Noch ein Wort zu "Novalis". Gerade die Problematik mit den alten (und jungen) Nazis zwingt einem auch beim Hören, das Gehirn einzuschalten und auf höchste Aufmerksamkeit zu stellen.
K. Baum zu »Ferdinand von Schirach: Der Fall Collini« 11.10.2011
"Nett und ohne viel Hirn" ? Für mich nicht! Zugegeben, das Buch ist kein Thriller. Aber dann doch - weil es reale Justizskandale/-versäumnisse in unserem Land enthüllt. Unabhängig davon ist faszinierend, mit welchen knappen sprachlichen Mitteln und -unaufgeregt - das Buch geschrieben ist. Wer Action haben will, wird sicherlich gelangtweilt sein - wer der Meinung ist, dass Krimis/Thriller mehr sein sollten, als dass sie den "Hype" geben müssen, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt.
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Novalis zu »Ferdinand von Schirach: Der Fall Collini« 08.10.2011
Das Werk zu kritisieren fällt schwer.
Liest es sich doch ohne Spannungsbögen - ohne Hoch und Tief wie ein längerer Aufsatz eines Schülers.
Als ob das Werk in den Pausen der Arbeit geschrieben wurde. 'Es ist nett und ohne viel "Hirn" zu lesen.
Man kann, muß man aber nicht.
Wer trotz der Werbung meint es lesen zu müssen hat jedenfalls eine kurzweilige wenn auch sehr anspruchlose Literatur vor sich
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