Der Falschspieler von Felix Huby

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2006 bei Scherz.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Berlin, 1990 - 2009.
Folge 2 der Peter-Heiland-Serie.

  • Frankfurt am Main: Scherz, 2006. ISBN: 978-3-502-11008-8. 320 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, 2007. ISBN: 978-3-596-17135-4.

'Der Falschspieler' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Peter Heiland, Anfang 30, Single, Schwabe und Kommissar in Berlin, kann auch in seinem Urlaub nicht richtig abschalten. Er wird Zeuge, als Usedomer Fischer in ihrem Schleppnetz eine nackte Frauenleiche an Land ziehen- und steht vor seinem nächsten Fall. Zunächst sieht es nach einem Mord in der Drogenszene aus. Doch schon bald ist klar: Es steckt weit mehr dahinter. Die Spur führt zurück nach Berlin in die Welt der Nanotechnologie. Als Peter Heiland einem Geheimnis auf die Spur kommt, das die Welt verändern könnte, gerät auch sein Leben in Gefahr.

Das meint Krimi-Couch.de: »Es menschelt« 82°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Neben seiner bekannten Bienzle-Reihe hat Felix Huby nun auch die Serie um den Nachwuchs-Kommissar Peter Heiland auf dem Buchmarkt etabliert. Mit »Der Falschspieler« ist im Scherz-Verlag der zweite Band der Reihe als gebundene Ausgabe im Taschenbuchformat erschienen. Heilands Debüt war bereits vielversprechend, kam aber etwas träge aus den Startlöchern. Nun, wo das Berliner Team bereits eingeführt ist, erwartet man schon mehr.

Peter Heiland, Kommissar, Schwabe, ehemals tätig unter Bienzle in Stuttgart, jetzt in Berlin, hat Urlaub. Sein erster Urlaub seit seinem Dienstantritt vor knapp einem Jahr. Den verbringt er alleine auf Usedom – und bekommt dort zufällig mit, wie eine Leiche in einem Fischernetz an Land gezogen wird. Nein, es ist keiner dieser unsäglichen »Kommissar löst im Urlaub Mordfall«-Krimis, die so absolut an der Realität vorbeigehen. Heiland unterhält sich nur ganz belanglos von Polizist zu Polizist mit dem zuständigen Ermittlungsbeamten und beschließt, da er von seinem Urlaub nicht gerade begeistert ist, diesen vorzeitig abzubrechen und zurück zu reisen. Doch die Spuren des Verbrechens führen nach Berlin und Heiland wird von seinem Chef gebeten, Amtshilfe zu leisten, da er ja zufälligerweise schon mal vor Ort ist.

Bei der Toten handelt es sich um Heike Schmückle, Schwäbin wie Heiland und Spitzenwissenschaftlerin bei einer Berliner Firma. Todesursache war Ertrinken, nachdem sie gefesselt ins Wasser geworfen wurde. Laut Zeugenaussagen liebte sie den Luxus. Es wird vermutet, daß sie sich auf einer Yacht befand, als sie getötet wurde.

Erste Spuren führen zu Frank Hülsdorff, einem ehemaligen Arbeitskollegen von Heike Schmückle bei Chemical Globe, bis er dort entlassen wurde. Er lebt in einem stillgelegten Fabrikgelände und führt dort in Eigenregie Forschungen durch. Auch der Geschäftsführer von Chemical Globe, Dr. Arnold Fahrenholtz, gerät ins Visier der Ermittler, ebenso wie dessen Bruder Marcel, der wegen Totschlags einige Jahre hinter Gittern verbrachte, und beider Vater Oskar, der zurückgezogen lebt. Die Firma befasst sich mit Nanotechnologie und man denkt zunächst an Betriebsspionage im Zusammenhang mit Heike Schmückles Tod.

Wenn der Chef sich wohlfühlt …

Krimitechnisch gesehen ist »Der Falschspieler« eine Klasse besser als sein Vorgänger. Nicht »Meister Zufall« regiert – von einer kleinen Ausnahme abgesehen -, sondern polizeiliche Recherchen und die Hartnäckigkeit der Ermittler in guter Teamarbeit.

Eine völlig andere Rolle als im »Heckenschützen« hat der Autor dem Chef der Truppe, Ron Wischnewski, zugedacht. Der vorher sehr distanzierte Vorgesetzte darf sich wesentlich lockerer zeigen, so daß die Truppe um Peter Heiland und Hanna Iglau als Team zusammenwächst. Die Gutmütigkeit des Chefs hat natürlich auch Gründe, die im zwischenmenschlichen Bereich liegen. Wenn man dafür sorgt, daß das Liebesleben seines Vorgesetzten intakt ist, darf man natürlich auch mit dessen Wohlwollen rechnen. Einfach ausgedrückt: es menschelt so richtig in Felix Hubys aktuellem Krimi.

Und zu diesem Thema dürfen natürlich zwei Personen nicht fehlen, die bereits im ersten Band der Reihe die Farbtupfer gesetzt haben: Peters Freund, der dunkelhäutige Jongleur Manuel, sowie sein Opa Henry, der zu einem nicht für möglich gehaltenen Besuch in Berlin eintrifft. Die beiden sorgen nicht nur für humorvolle Highlights, sondern ihnen ist zudem eine tragende Rolle bei der Aufklärung des Falles zugedacht.

Zum Abschluß noch zwei Höhepunkte

Es wird natürlich wieder viel geschwäbelt im »Falschspieler« und leichte humorvolle Unterhaltung lässt das Buch zu einem kurzweiligen Vergnügen werden. Huby gibt den Charakteren Gelegenheit sich weiter zu entwickeln, inbesondere wie bereits erwähnt Ron Wischnewski. Die Beziehung zwischen Heiland und Hanna Iglau steht nach wie vor auf wackeligen Beinen und bietet weiterhin ausbaufähiges Potential. Die bisher weitgehend blaß gebliebenen Figuren Sandra im privaten sowie Christine Reichert und Grabosch im dienstlichen Bereich ergänzen die bereits erwähnte an einer Hand abzählbare Stammbesetzung, die sich durchaus noch um die ein oder andere Person erweitern ließe.

Beim Aufbau des Plots zeigt Huby wieder all seine Routine. Geschickt leuchtet er die Gegebenheiten von verschiedenen Seiten aus, bietet einige Überraschungen und lässt die Story gleich zweimal kulminieren, zum Abschluß in einem Finale, in dem er alle Verdächtigen zusammen führt und in dem es mehr Action gibt als die Ermittler sich gewünscht hätten.

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detno zu »Felix Huby: Der Falschspieler« 18.05.2009
Peter Kümmel hat den Krimi DER FALSCH-SPIELER sehr gut zusammengefasst.
Auch ich fand, dass dieser zweite Band aus der Peter-Heiland-Reihe noch besser gelungen ist als das Erstlingswerk.
Besonders gefällt mir an dieser Reihe, dass "der Schwabe" kein Einzelkämpfer ist, sondern ein großartiges Team die Ermittlungsarbeit leistet.

Meine Lieblingsstelle im Buch:
Opa Henry besucht im KaDeWe die Lebensmittelabteilung und faltet an der Kasse einen nörgelnden Kunden zusammen. Das dann selbstverständlich im feinsten schwäbischen Dialekt.

Dafür von mir 87°
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