Abschied von Eden von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 1990
unter dem Titel Milk and Honey,
deutsche Ausgabe erstmals 1997
bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Kalifornien / Los Angeles, 1990 - 2009.
Folge 3 der Peter-Decker-&-Rina-Lazarus-Serie.
- New York: Morrow, 1990 unter dem Titel Milk and Honey. 384 Seiten.
-
München: Goldmann, 1997.
Übersetzt von Elke Schlooz.
ISBN:
3-442-72100-8. 442 Seiten.
'Abschied von Eden' ist erschienen als
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In Kürze:
Während sich seine Freundin Rina Lazarus in New York Gedanken über seinen Heiratsantrag macht, entdeckt Pete Decker vom Los Angeles Police Department ein zweijähriges Kind am Straßenrand. Es ist unverletzt, aber sein Pyjama ist blutbefleckt, und es wirkt vollkommen verstört. Decker nimmt sich seiner an und macht sich auf die fieberhafte Suche nach den Eltern. Als Rina aus New York zurückkehrt, steckt er bereits mitten in einem haarsträubenden Fall. Denn inzwischen haben sich die Ereignisse überschlagen – Decker ist bei seinen Nachforschungen auf einen brutalen vierfachen Mord gestoßen. Und alles scheint darauf hinzudeuten, dass er einem tödlichen Fall von Blutrache auf der Spur ist.
Das meint Krimi-Couch.de: »Etwas Nachdenken über Religion in einem Thriller«
Krimi-Rezension von Markus Traud überspringen
Bevor ich konkret auf diese Buch zu sprechen komme, einige allgemeine Worte zu dieser Reihe: Hauptpersonen in dieser Krimireihe sind zum einen Peter Decker, Polizeidetektiv in Los Angeles und zum anderen Rina Lazarus, junge jüdische Witwe mit zwei Söhnen. Neben einer typischen Krimihandlung läuft parallel immer auch die Entwicklung der Beziehung zwischen diesen beiden Personen als Handlungsfaden in allen Büchern, die ich bisher gelesen habe.
Im Laufe des ersten Buches »Denn rein soll deine Seele sein« lernen sich diese beiden während einer Ermittlung in einer jüdischen Hochschule kennen und lieben. Der 2.Band »Das Hohelied des Todes« zeigt dann die Probleme bei der Annäherung, insbesondere wegen der Religiosität Rinas und der Annäherung von Decker an den jüdischen Glauben.
Der dritte Band »Abschied von Eden« ist von der Handlung wiederum mehrschichtig aufgebaut:
Bei einer Kontrollfahrt durch eine nächtliche Neubausiedlung findet Decker ein kleines Kind, das zwar unverletzt ist, dessen Schlafanzug aber völlig mit menschlichen Blut beschmiert ist. Keiner in der Siedlung kennt das etwa zweijährige Mädchen. Aufgrund der Tatsache, das das Kind Spuren von vielen Bienenstichen aufweist, führen die Spuren in ein benachbartes Tal, in dem viele Imker leben und das, obwohl ganz nah an L.A. gelegen, doch wie die tiefste Provinz wirkt, mit all den Vorurteilen gegen Farbige, Gerüchten und Klatsch und dem Misstrauen gegenüber Fremden. Dort finden Decker und seine Partnerin Marge im Elternhaus des Kindes vier Leichen. In einem weiteren Handlungsfaden bittet ein alter Vietnam-Kamerad Decker um seine Hilfe, weil er wegen einer brutalen Vergewaltigung verhaftet wurde. Und Rina Lazarus, die am Ende von Band 2 nach New York zu Verwandten ging, damit sich beide über ihre Gefühle klar werden können, kommt während all dieser Ereignisse auch noch zu Besuch und will Decker scheinbar etwas Wichtiges mitteilen.
Wieder einmal ist es der amerikanischen Autorin Faye Kellerman gelungen, in erster Linie einen unheimlich spannendend Krimi zu schreiben und dabei so ganz nebenbei auch noch sehr nachdenkliche Töne unterzubringen.
Die Ermittlungen im Fall des kleinen Mädchens und der in der Folge entdeckten Leichen haben alles, was ein guter Krimi benötigt: Eine nicht vorhersehbare Handlung mit einigen Überraschungen, viele mögliche Tatverdächtige und das entsprechende Spannungsmoment, das dazu führt, dass man mit dem Lesen nicht mehr aufhören kann.
Eingebettet in diese Krimihandlung ist die angebliche Vergewaltigung durch den Kriegskameraden Deckers, die zwar im eigentlichen Sinn und in der Art der Ermittlung eine Krimihandlung ist, aber doch eher dazu dient, die Vergangenheit Deckers, in der es scheinbar ein Geheimnis gibt, ins Spiel zu bringen.
Denn ähnlich wie in den beiden Vorgängerwerken ist auch hier der zweite Grundpfeiler des Buches die Entwicklung der Beziehung zwischen Decker und Lazarus. Und dies ist nicht nur eine »normale« Liebesgeschichte, sondern aufgrund der Situation, das Rina Lazarus gläubige Jüdin ist und Decker christlich erzogen, aber wie im Laufe dieser Bücher herauskommt von Geburt her eigentlich auch Jude. Die ganze Problematik dieser Annäherung an die jüdische Religion, an all ihre Traditionen und Regeln und die Einbettung in das moderne amerikanische Leben ist aus meiner Sicht einer der ganz großen Pluspunkte, die diese Romanserie von anderen Krimireihen unterscheidet. Sie bleibt dabei aber immer noch ein Krimi und mutiert nicht zur Religionstheorie.
Was mir weiterhin sehr gut gefällt, dass der Schwerpunkt und das Handlungstempo bei allen drei Romanen, die ich bisher gelesen habe unterschiedlich aufgebaut ist; es fast so ist, als ob man gerade bei den Hauptpersonen die unterschiedliche Facetten auch von Roman zu Roman gewichtet. Dies fällt gerade bei der Figur des Peter Decker auf. Bei »Abschied von Eden« erlebt man nach der nachdenklichen, fast zweifelnde Phase des Vorgängerbuches die kritische Beschäftigung mit seiner Vergangenheit. Dabei gibt es zwar auch Zweifel, aber die Figur wirkt trotzdem wieder gefestigter und selbstbewusster. Dass dies natürlich auch zu Konflikten in der Beziehung führt, ist selbstverständlich. Aber alle Personen und ihre Beweggründe werden sehr ausführlich und nachvollziehbar dargestellt.
In diesem Buch ist das Glossar mit den wichtigsten verwendeten jiddischen und hebräischen Begriffen, das ich im 2. Band vermisst hatte, wieder vorhanden und macht das Lesen, auch wenn die Begriffe eigentlich immer im Zusammenhang erklärt werden, ein wenig leichter.
Ein wichtiges Thema im Bezug auf Romanserien ist die Unabhängigkeit der einzelnen Bände voneinander. Und aufgrund der vorher getroffenen Aussagen muss man bei dieser Krimiserie ganz klar sagen, das sich die Tendenz, die ich schon im 2. Band gespürt habe, im 3. Band fortsetzt. Die Entwicklung der Beziehung der Hauptpersonen spielt meiner Ansicht nach eine so große Rolle, das ein Teil des Lesespaßes verloren ginge, wenn man diese Bücher nicht in ihrer Veröffentlichungsreihenfolge lesen würde. Es ist zwar nicht so, dass man das Buch nicht ohne die Kenntnis der Vorgänger verstehen könnte. Dafür werden die entsprechenden Infos schon geschickt platziert. Aber pedantisch, wie ich nun mal veranlagt bin, bin ich der Meinung, dass man es noch besser versteht, wenn man die Vorgänger kennt.
Insgesamt betrachtet wieder ein großes Lesevergnügen für alle, die es spannend und aufregend mögen und dabei auch nicht vor einer kleinen Prise Nachdenklichkeit zurückschrecken. Nur Vorsicht! Wer einmal mit diesen Büchern anfängt, kommt nur schwer wieder davon los.
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| rectangulus zu »Faye Kellerman: Abschied von Eden« | 08.07.2009 |
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| rectangulus zu »Faye Kellerman: Abschied von Eden« | 15.06.2009 |
| norman zu »Faye Kellerman: Abschied von Eden« | 02.09.2008 |
| schnuppe zu »Faye Kellerman: Abschied von Eden« | 25.04.2008 |
| Mina zu »Faye Kellerman: Abschied von Eden« | 09.07.2007 |
