Wein und Tod von Eva Rossmann

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2005 bei Folio.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.
Folge 7 der Mira-Valensky-Serie.

  • Wien; Bozen: Folio, 2005. ISBN: 3-85256-311-9. 284 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2007. ISBN: 978-3-404-15791-4. 284 Seiten.
  • [Hörbuch] Bergisch Gladbach: Lübbe, 2007. Gesprochen von Silvia Vas. ISBN: 3-7857-3437-9. 2 CDs.

'Wein und Tod' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Chefreporterin Mira Valensky liebt guten Wein. Was also liegt näher, als über den neuen Weinviertler Starwinzer zu berichten? Dann wird Hans Berthold beim Joggen erschossen …Und schon bald stellt sich heraus, dass nicht nur Mira seine blauen Augen fasziniert haben.

Das meint Krimi-Couch.de: »Stimmung und Spannung – lebensecht« 75°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Mira Valensky hat ein Angebot vom »Blatt«, dort das neu geschaffene Ressort »Aufdeckung und Kriminalberichterstattung« zu übernehmen. Finanziell ein tolles Angebot, doch das »Magazin« reagiert und befördert sie zur Chefreporterin. Und als solche soll sie sich gleich dem neuen Winzerstar in der österreichischen Weinlandschaft, Hans Berthold, widmen, doch die Berichterstattung aus dem Weinviertel endet jäh mit einem fragwürdigen Tod des Weinbauern beim Joggen.

Die Witwe des Verstorbenen will mit aller Kraft das aufstrebende Unternehmen weiterführen. Aber ihr fehlen die helfenden Hände und so zieht Mira Valensky kurz entschlossen im Weingut ein, um nicht nur als (kochende) Arbeitskraft ihr Bestes zu geben, sondern auch die Hintergründe der mörderischen Tat aufzuklären.

Und Grund dafür haben nicht wenige Menschen in dieser idyllischen Gegend. Zum Einen scheint der Tote ein rechter Frauenheld gewesen zu sein und zum Andern geht es um die wirtschaftliche Existenz der Weinbauern, die von jedem Großauftrag abhängig sind und erbittert darum kämpfen, denn die Finanzlage jedes Einzelnen ist mehr als angespannt und man versucht sich mit schmutzigen Tricks gegenseitig auszubooten. Auch Vesna Krajner, die abenteuerlustige Putzfrau, zieht für einige Zeit auf das Weingut, um unerkannt unter den fremdländischen Hilfsarbeitern schnüffeln zu können. Und das ist für Mira und Vesna nicht ganz ungefährlich.

Eva Rossmann hat den siebten Band ihrer Mira-Valensky-Krimireihe dort angesiedelt, wo sie zur Zeit auch ihren Lebensmittelpunkt gefunden hat. Das südliche Weinviertel als Schauplatz ihrer mörderischen Phantasie hat auch schon Alfred Komarek mit seinem Gendarm Polt zu kriminalistischen Aktivitäten in der beschaulichen Landschaft mit den zahlreichen, hügeligen Weinbergen verleitet. Frau Rossmann hat die gar nicht immer stille Harmonie der Landschaft sprachlich deutlich im Griff und auch ihre hervorragenden Kenntnisse über Wein und Weinbau sind ein nicht zu übersehender Pluspunkt, wenn es darum geht, die Spannung lebensecht zu vermitteln.

Dabei ist Mira Valensky sowohl bei ihrer ermittlerischen Tätigkeit, als auch bei der kulinarischen Arbeit am Herd in absoluter Höchstform. Das schon aus den bisher erschienenen Bänden bekannte Chaos rund um Journalistin und Putzfrau ist auch in »Wein & Tod« wieder zum Vergnügen des Lesers allgegenwärtig.

Dass für mich dieser Band sprachlich zum Besten gehört, was Frau Rossmann bisher im Folio-Verlag auf den Markt gebracht hat, liegt in erster Linie daran, dass man aus jeder Zeile spürt, wie sehr die Autorin dem Landkreis rund um die Kleinstadt Wolkersdorf verhaftet ist. Stimmung und Spannung halten sich gekonnt die Waage und es fehlt auch nicht an humorigen Elementen, etwa wenn der Chefredakteur seinem Esoteriktrip inmitten der Reben auslebt.

Frau Rossmanns Figuren, allen voran natürlich Mira Valensky, werden dem Leser immer vertrauter und die unermüdliche Vesna auf ihrem Eigenbaumotorrad, der aufs Land verpflanzte Kater Gismo und auch der gelegentliche Lebenspartner Oskar bekommen immer mehr Identität und wachsen dem Leser genauso ans Herz, wie die alles beherrschende Powerfrau Mira.

»Wein & Tod« ist ein gelungener Kriminalroman, der nicht nur im regionalen Bereich seine Liebhaber finden wird, denn im Prinzip könnte er genauso gut auf der Steirischen Weinstrasse oder an Mosel, Saar und Ruwer spielen. Doch Mira Valensky agiert folgerichtig im Weinviertel, wo auch schon ein Teil von Rossmanns Roman »Ausgekocht« angesiedelt war, in dem die Autorin ihren »Lieblingskoch« Manfred Buchinger verewigt hat, so wie diesmal auch Hans Berthold zumindest önologisch ein deutliches Vorbild zu haben scheint. Diese Verschmelzung von Dichtung und Wahrheit ist der eigentliche Grund, warum das neueste Werk von Frau Rossmann so lebensecht wirkt und den Leser zu fesseln vermag.

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