Wahlkampf von Eva Rossmann

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1999 bei Folio.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.
Folge 1 der Mira-Valensky-Serie.

  • Wien; Bozen: Folio, 1999. ISBN: 3-85256-117-5. 251 Seiten.
  • Wien; Bozen: Bastei Lübbe, 2006. ISBN: 978-3-85256-332-9. 251 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2009. ISBN: 978-3-404-16277-2. 252 Seiten.

'Wahlkampf' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Mira Valensky wäre besser im Veneto geblieben. In Wien gerät die Journalistin mitten in einen Wahlkampf, bei dem die Mittel von mediengeiler Selbstdarstellung bis hin zu Mord reichen. Präsidentschaftskandidat Wolfgang A. Vogl kann nur gewinnen: Hinter ihm stehen die großen Parteien, die Wahlkampftruppe formt sein Image nach den jüngsten Meinungsumfragen, er hat das Geld. Die Journalistin Mira Valensky interessiert sich weit mehr für italienische Kochrezepte und Weine als für Politik. Trotzdem wird sie gegen ihren Willen vom Lifestyle- ins Politikressort versetzt. Sie soll über das »Menschliche« im Wahlkampf berichten. Der angebliche Selbstmord eines Wahlkampfmitarbeiters bringt sie auf die Spur dubioser Machenschaften. Alle lächeln, aus allen Poren strahlt Sauberkeit, Dynamik, Enthusiasmus. Können das dieselben Menschen sein, die der Journalistin in der Nacht auflauern, um ihre Neugier mit Nachdruck zu stoppen?

Das meint Krimi-Couch.de: »Leider fehlt die durchgehende Spannungskurve« 55°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Als ich Frau Rossmann anlässlich einer Lesung fragte, wie sie dazu kam, Mira Valensky auf den Krimileser los zu lassen, erklärte sie mir lapidar: »Ich wollte ganz einfach etwas Neues machen.« Und dabei griff die Autorin bei der Gestaltung ihrer Protagonistin ordentlich auf die eigene Biographie zurück.

Eva Rossmann war Verfassungsjuristin im Bundskanzleramt und danach politische Journalistin, Mitinitiatorin des österreichischen Frauenvolksbegehrens und Wahlkampfkoordinatorin für Gertraud Knoll. Und in ihrem ersten Krimi »Wahlkampf« steigt Frau Rossmann auch sofort in dieses Metier ein.

Mira Valensky, promovierte Juristin, arbeitet als freiberufliche Lifestyle-Journalistin beim »Magazin«. Ihr Auftrag lautet, den Wahlkampf des Präsidentschaftskandidaten Wolfgang A. Vogl zu begleiten und das Drumherum aus menschlicher Sicht für die Leser des Boulevardblattes journalistisch aufzubereiten. Folglich treibt sie sich in der Wahlkampfzentrale herum und beobachtet dort diejenigen, die an den Fäden der Macht ziehen wollen. Johannes Orsolics, Public-Relation-Manager der Sozialdemokraten und Chloe Fischer, die Pressesprecherin von Wolfgang A. Vogl, sind immens bemüht, alles für ihren Kandidaten zu tun, um die Wahl zu gewinnen. In der Wahlzentrale wimmelt es, zahlreiche Helfer sind oft unentgeltlich rund um die Uhr im Einsatz, aber nicht jeder wird gebraucht. Zum Beispiel Bellini-Klein, der sich viel zu wichtig nimmt, sich überall einmischt und immer ein wenig zu hoch stapelt. Und aus diesem Grund einfach abserviert wird. Dabei stürzt er aus dem 13. Stock seines Wohnhauses.

Die Einzige, die um ihn zu trauern scheint, ist die Tochter von Wolfgang. A. Vogl. Mira hat gehört, wie sie ihren Vater als »Mörder« beschimpft hat. Und Mira hat auch gehört, wie sich Orsolics und Fischer beglückwünscht haben, dass Bellini-Klein nun entgültig erledigt sei. Mira bleibt gar nichts anderes übrig, als ihre Nase tiefer in die Sache zu stecken. Wer aus der Wahlkampfzentrale könnte Motiv und Gelegenheit zu einem Mord gehabt haben, den die Polizei als Suizid zu den Akten legen will? Oder ist es doch die Konkurrenz aus den gegnerischen Politlagern? Und wer hat Angst vor Miras Schnüffeleien und hetzt ihr seine Schläger auf den Hals?

Die journalistische Arbeit der Autorin ist in Wahlkampf allgegenwärtig. Flüssig und mit gut recherchierten Details zeichnet sie ein mit viel hintergründigem Charme und kleinen Seitenhieben gewürztes Politgemälde, in dem sich Mira Valensky und ihre bosnische Putzfrau vorstellen. Auch der Schildpattkater Gismo und ihr Redaktionskollege Drauch, der Star unter den politischen Journalisten, sind bereits mit von der Partie. Auch die Liebe zum Kochen, zur Küche des Veneto und zu einem ordentlichen Schluck Jameson sind kleine Menschlichkeiten, die der emanzipierten Zufallskriminalistin Leben verleihen und sie zu einer Persönlichkeit wachsen lassen, die dem Leser in weiterer Folge sympathisch wird.

Wahlkampf kommt jedoch nicht über einen mittelmäßigen Regiokrimi hinaus, weil ihm eine durchgehende Spannungskurve fehlt. Da nützt es auch nichts, wenn Frau Rossmann mit Lokalkolorit brilliert, dabei aber vergisst, die Handlung ordentlich ins Laufen zu bringen. Zu viel Ratlosigkeit, zu viele Zufälle und wenig Kriminalistik bringen zwar letztendlich einen mit Frauenpower und Actionelementen versetzten Politkrimi über die Runden, der humorig und angenehm zu lesen ist, aber nicht vom Hocker reißt.

Wahlkampf ist vor allem für diejenigen Leser interessant, die schon einen von Frau Rossmanns späteren Kriminalromanen gelesen haben, denn die persönlichen Verhältnisse Mira Valenskys zu Vesna und Drauch finden hier ihren Ursprung. Sprachlich kann man bei Eva Rossmann auch in ihrem Erstling keinerlei einschränkende Kritik anmerken, denn die Schwierigkeit leichte Unterhaltungskost ansprechend zu servieren, ist auch im Wahlkampf bereits auf jeder Seite zu spüren.

Ihre Meinung zu »Eva Rossmann: Wahlkampf«

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wampy zu »Eva Rossmann: Wahlkampf« 08.11.2015
Buchmeinung zu Eva Rossmann – Wahlkampf

„Wahlkampf“ ist ein Krimi von Eva Rossmann, der 1999 im Folio Verlag erschienen ist. Meine Rezension bezieht sich auf die Taschenbuchausgabe, die 2009 bei Bastei Lübbe erschienen ist.

Klappentext:
Mira Valensky wäre besser im Veneto geblieben. In Wien gerät die Journalistin mitten in einen Wahlkampf, bei dem die Mittel von mediengeiler Selbstdarstellung bis hin zu Mord reichen. Präsidentschaftskandidat Wolfgang A. Vogl kann nur gewinnen: Hinter ihm stehen die großen Parteien, die Wahlkampftruppe formt sein Image nach den jüngsten Meinungsumfragen, er hat das Geld. Die Journalistin Mira Valensky interessiert sich weit mehr für italienische Kochrezepte und Weine als für Politik. Trotzdem wird sie gegen ihren Willen vom Lifestyle- ins Politikressort versetzt. Sie soll über das »Menschliche« im Wahlkampf berichten. Der angebliche Selbstmord eines Wahlkampfmitarbeiters bringt sie auf die Spur dubioser Machenschaften. Alle lächeln, aus allen Poren strahlt Sauberkeit, Dynamik, Enthusiasmus. Können das dieselben Menschen sein, die der Journalistin in der Nacht auflauern, um ihre Neugier mit Nachdruck zu stoppen?

Meine Meinung:
Der Einstieg in den ersten Fall für die Journalistin Mira Valensky hat mich überzeugt. Amüsant und mit wunderbarem Sprachwitz taucht sie in den österreichischen Präsidentschaftswahlkampf ein. Dabei werden auch viele Vorurteile bedient, aber die Protagonistin kommt sympathisch und überzeugend rüber. Als es dann mit dem Kriminalfall losgeht, hatte ich das Gefühl, das es sich eher um eine Parodie als um einen „ernsthaften“ Krimi handelt. Da mutiert die Putzfrau zur cleveren Privatdetektivin und zur Personenschützerin, der im Rollstuhl sitzende Ressortleiter Politik unterstützt die Ermittlungen vor Ort. Stark ist die Erzählung, wenn es nicht direkt um den Kriminalfall geht.

Fazit:
Das Buch liest sich angenehm, die Protagonistin ist sympathisch und hat Kanten und Ecken, ihre Putzfrau ist ein Unikum und die Betrachtung der Wahlkämpfer ist sehr gelungen. Aber der Gesamteindruck leidet unter dem Kriminalfall, der mich nicht überzeugt hat. So reicht es nur zu drei Sternen. Trotzdem kann das Buch allen empfohlen werden, die Spaß an einer amüsanten und sprachlich überzeugenden Geschichte finden.
Sabine zu »Eva Rossmann: Wahlkampf« 04.06.2012
Habe "Unterm Messer" gelesen. Der Roman ( Krimi kann man diesen Schund nicht nennen) handelt vom Kochen und Turteilen mit Homosexuellen. Es ist langweilig zu lesen, eine solch schlechte Sprache und Vesnas nervtötende 1-Satz-Sätze lassen dieses Buch noch nervtötender werden als es eh schon ist.
Dass Mira Valensky alles herausfindet und die Informationen, an die keiner ran darf zusammensucht gleicht für mich einem Schundroman, nach dem Motto "Ende gut, alles gut!
Oskar Banner zu »Eva Rossmann: Wahlkampf« 11.03.2012
Ich habe von Eva Rossmann 11 Bücher gelesen. Bei dem ersten Buch, ich glaube es war Ausgejodelt, bin ich aufgesprungen und habe laut gesagt, so schreibt man heute Krimis. Leider bin ich nicht dazu berufen solche Aussagen zu treffen.
Aber es geschieht ganz selten das sich Romane vor mir abspielen wie ein Film.
Alles ist natürlich, die Personen der Handlungen spannend und unterhaltsam.
Eva Rossmann eine Frau als tausendsassa, erster Güte. Hut ab was diese Person alles auf dem Kasten hat.
Roland zu »Eva Rossmann: Wahlkampf« 08.12.2009
Mir wurde von einem Buchhändler in Wien der Rossmann Roman "MillionenKochen" empfohlen, nachdem ich ihm gesagt hatte, dass ich schon länger nichts gelesen hätte und einen Wiedereinstieg ins Lesen suchte.Leider lädt dieses Buch aber nicht zum Weiter- oder Mehrlesen ein. Eine abstruse Story, so simpel geschrieben, als ob man dem Leser das Denken abnehmen wollte, und die Figuren und Themen so etwas von langweiliger upper-middle class: Richter und Journalistin, 2 Wohnungen, 1 Katze, 1 Putzfrau, ??? Deren wichtige Fragen: wo schlafe ich heute? Was koche ich?
Leider nicht empfehlenswert.
RP
Andrea zu »Eva Rossmann: Wahlkampf« 11.11.2009
Von diesem Roman war ich ziemlich enntäuscht. Der Plot hörte sich so interessant an: Eine Lifestyle-Journalistin, die in einem Mordfall rund um den österreichischen Wahlkampf ermittelt - toll. Leider war die Story weder spannend noch irgendwie außergewöhnlich.
Der Klappentext versprach mehr als er halten konnte. Da war von der "Putzfrauenconnection" die Rede, die im Falle des zu Tode gekommenen Mitarbeiters des Wahlkampfbüros ermitteln soll. Also, es kam zwar ein paar Mal die Putzfrau von Mira vor, aber ermittelt hat die nicht. Auch Mira ermittelt nicht, die Dinge geschehen einfach. So richtig "herausfinden" konnte sie nichts. Und genau das hat mir gefehlt - das "Kriminalistische Talent" von Mira.
Ich werde kein Buch von Eva Rossmann mehr lesen.
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