Yeats ist tot! von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2001
unter dem Titel Yeats is Dead!,
deutsche Ausgabe erstmals 2002
bei List.
Ort & Zeit der Handlung: Irland, 1990 - 2009.
- London: Jonathan Cape, 2001 unter dem Titel Yeats is Dead!. 297 Seiten.
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München: List, 2002.
Übersetzt von Ulrike Bisschoff u.a..
ISBN:
3-548-68029-1. 332 Seiten. -
München: List, 2003.
Übersetzt von Ulrike Bisschoff u.a..
ISBN:
3-548-60325-4. 332 Seiten.
'Yeats ist tot!' ist erschienen als
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In Kürze:
Es beginnt mit Roddy Doyle und endet mit Frank McCourt. Dazwischen spinnen Marian Keyes, Hugo Hamilton, Joseph O’Connor und zehn weitere hochtalentierte irische Schriftsteller mit überbordender Erzählfreude einen kunstvoll ausgeklügelten Kriminalfall voller überraschender Wendungen, literarischer Clownerien und schier unglaublicher Situationskomik. Rätseln Sie mit den Autoren, was sich hinter der geheimnisvollen Gleichung Y8S = +! verbergen könnte …
Roddy Doyle, Frank McCourt, dazwischen Marian Keyes, Anthony Cronin, Hugo Hamilton und zehn weitere Autoren. Die Creme de la Creme der irischen Gegenwartsliteratur. Sie alle unter einen Hut zu bringen, zu einem Roman mit dem Titel »Yeats ist tot!«, wird sicherlich nicht einfach gewesen sein. Der Versuch, einen halbwegs unterhaltsamen Roman gemeinsam zu schreiben, ist hingegen gescheitert.
Unmittelbar nach der Ermordung eines alten Mannes in seinem Wohnwagen setzt die Handlung ein. Zwei Kerle -Polizisten mit schmutzigen Nebeneinkünften- sollten den Mann einschüchtern, wobei sich wohl aus Versehen ein Schuss löste. Nun haben sie Angst vor der Rache ihrer Auftraggeberin. Zurecht, wie sich alsbald herausstellen wird, denn in den nächsten Kapiteln wird von der Ermordung der beiden berichtet. Warum aber der alte Mann vielleicht sterben musste, das scheint die Polizei bei ihrer Ermittlungsarbeit zu vergessen. Was hat zum Beispiel die Formel "Y8S=+!» zu bedeuten, die auf einem merkwürdigen Manuskript voller mathematischer Formeln seltsam umkringelt ist. Urplötzlich soll dies der letzte Roman von James Joyce sein, unveröffentlicht und unverstanden. Und es geht auf einmal um chemische Substanzen, Fett um Papier zu altern und Creme um Haut zu verjüngen.
Jeder der 15 Autoren hat ein Kapitel zu diesem Buch beigesteuert und in der Tat merkt man dem Buch eine gewisse Zerrissenheit an. Keine Ahnung, ob jeder der Autoren einen roten Faden für sein jeweiliges Kapitel erhalten hat. Sicherlich gab es eine Art Grundgerüst der Handlung, aber rundherum haben einige Autoren einen schriftstellerischen Amoklauf aufgeführt. Roddy Doyle beginnt das erste Kapitel wohl noch mit dem Anspruch, einen ernsthaften Krimi zu schreiben, auch das zweite Kapitel scheint diesen Anspruch halten zu wollen. Aber dann? Charaktere, die zuvor seitenlang eingeführt worden waren, werden plötzlich umgebracht. Anstelle dessen werden immer wieder neue Charaktere vorgestellt, einer skurriler als der andere. Diejenigen, die das literarische Schlachtfest überleben, erfahren teilweise seltsame Wesenswandlungen, wirken schlichtweg nicht authentisch.
Na gut, wir wollen es nicht übertreiben, es sterben «nur» sechs Menschen und nur einmal ist man als Leser unmittelbar dabei. Aber was zunächst vielversprechend beginnt, wird durch die Eskapaden der verschiedenen Autoren zu einer Farce, einer irischen Provinzposse. Immer wieder enden die Kapitel mit Vorlagen für die nächsten Kapitel, getreu dem Motto: «Schau mal zu, wie du meine Aufgabe lösen kannst.» Dabei verwickeln sich die Autoren in Komik und Groteske, überbieten sich gegenseitig mit platten Witzen (kein Wunder, wenn eine Marian Keyes bereits das fünfte Kapitel verhunzen darf) und bauen eine absurde Handlung auf.
Unglaubliche vier Jahre hat es gedauert, bis dieser Roman fertig war. Den Initiatoren um Herausgeber Joseph O’Connor und Amnesty International Ireland wird in dieser Zeit wohl so manches graues Haar gewachsen sein und die im Nachwort gepriesene Geduld aller Beteiligter muss wohl wirklich gigantisch gewesen sein. Um so erstaunlicher, dass nach vier Jahren doch noch etwas auf den Büchermarkt gebracht wurde, dass halbwegs als Roman durchgehen kann. Wäre es von einem unbekannten Autor einem Verlag vorgelegt worden, dann hätte es wohl keine Chance auf eine Veröffentlichung.
Verschnörkelte Handlung, farblose Charaktere, platter Humor, keine Spannung. Als Krimi kann «Yeats ist tot!" nicht überzeugen, für eine halbwegs amüsante Komödie ist er zu albern geraten und um als Roman zu bestehen, hätte es wohl einer größeren Einheit unter den Autoren bedurft. Das einzige Argument, das noch für einen Kauf spräche, wäre dass die Erlöse der Arbeit von Amnesty International zugute kommen. Aber da kann man auch direkt spenden und muss nicht auch noch dieses Buch lesen.
Zu viele Köche verderben den Brei.
Zu viele Autoren verderben den Roman.
Yeats ist tot.
Lasset ihn ruhen in Frieden.
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| Robert T. Arns zu »Es beginnt mit Roddy Doyle und endet mit Frank McCourt: Yeats ist tot!« | 24.03.2009 |
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| heyfisch zu »Es beginnt mit Roddy Doyle und endet mit Frank McCourt: Yeats ist tot!« | 08.07.2005 |
| Frieder Noske zu »Es beginnt mit Roddy Doyle und endet mit Frank McCourt: Yeats ist tot!« | 02.02.2005 |
| Juliane Babatz zu »Es beginnt mit Roddy Doyle und endet mit Frank McCourt: Yeats ist tot!« | 07.06.2004 |
| Heike Traunspurger zu »Es beginnt mit Roddy Doyle und endet mit Frank McCourt: Yeats ist tot!« | 22.04.2004 |

