Ein brillanter Bluff von Eric Garcia

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2002 unter dem Titel Matchstick Men, deutsche Ausgabe erstmals 2003 bei Droemer Knaur.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Kalifornien / Los Angeles, 1990 - 2009.

  • New York: Villard, 2002 unter dem Titel Matchstick Men. 228 Seiten.
  • München: Knaur, 2003 Tricks. Übersetzt von Sonja Hauser. ISBN: 3-426-62706-X. 253 Seiten.
  • München: Droemer Knaur, 2003. Übersetzt von Sonja Hauser. ISBN: 3-426-62447-8. 253 Seiten.

'Ein brillanter Bluff' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Roy und Frankie sind das erfolgreichste Trickbetrügerduo aller Zeiten. Frankie lebt und liebt auf großem Fuß, flotte Cabrios und wechselnde Damen-begleitung sind sein Steckenpferd. Roy dagegen pflegt seine Zwangsneurosen und träumt vom Ausstieg. Als auch noch Angela, Roys angebliche Tochter, auftaucht und ihren kriminellen Vater um den kleinen Finger wickelt, ist das Chaos vorprogrammiert. Ein letzter großer Coup ist geplant, der mehr als gründlich misslingt. Die Gaunerkomödie mit Herz, Witz und Intelligenz wird mit Nicholas Cage in der Hauptrolle verfilmt.

Das meint Krimi-Couch.de:

Bluff: auf Prahlerei beruhende Irreführung (Wahrig Deutsches Wörterbuch). Nein, wie passend! Besser kann man »Matchstick Men« (deutscher Titel: »Ein brillanter Bluff«), der dritte Krimi des US-Amerikaners Eric Garcia, wirklich nicht beschreiben – und zwar in allen Belangen.

Die erste Irreführung: das Cover. Schwarz-weiß gehalten, irgendeine Avenue in einer amerikanischen Großstadt mit zwei Figuren im Vordergrund, von der der eine entfernt an eine schlechte Oliver-Hardy-Kopie erinnert und der andere, vernebelt von Zigaretten-Qualm und mit dickem Klunker am kleinen Finger, Al-Capone-Assoziationen auslöst. Ein kleiner, feiner Ganoven-Roman irgendwann zur Zeiten der Prohibition – denkste!

Zweite Irreführung: das Zitat des Library Journals. »Brillant, clever, smart – dieses Buch verspricht einen Riesenspaß!« Glückwunsch, liebe Marketing-Strategen. Hervorragend ausgewäht, dieser Satz. Brillant? Nicht wirklich. Clever und smart? Denkste!

Worum geht´s in »Ein brillanter Bluff«? Roy und Frankie sind zwei durchaus erfolgreiche Betrüger, die sowohl Schüler als auch Witwen um ein paar Mäuse erleichtern. Die als clever bezeichneten Tricks entpuppen sich bei genauerem Hinsehen jedoch als so billig, dass man sich fragt, wie die beiden Halunken damit seit Jahren durchgekommen sind. Erinnern Sie sich noch an »Aktenzeichen XY ungelöst«? Von Neppern, Schleppern, Bauernfängern war da die Rede. Nichts anderes sind Roy und Frankie. Nur dass Eduard Zimmermann sie wohl nie in seine Sendung »eingeladen« hätte …

Bevor der Leser den roten Faden der Handlung aufnehmen kann, erfährt er soviel: Roy und Frankie machen im Team einen guten Job, sind aber unterschiedlich wie Tag und Nacht. Während Frankie die vielen ergaunerten Dollars ausgibt und echter Lebemann (mit hohem Schuldenberg und dementsprechend ungeduldigen Gläubigern) ist, spart Roy seine Scheine in einem Keramikpferd. Einiges ist da schon zusammengekommen, doch glücklich wird er damit nicht: Er hat eine schlimme Neurose, ist Pedant bis zum Abwinken und als ihm dann noch seine Psychopharmaka ausgehen, ist mit Roy nichts mehr anzufangen. Dr. Klein, sein neuer Psychologe gibt ihm durch neue Pillen nicht nur seine Handlungsfähigkeit zurück, sondern durch etwas Vermittlung auch eine Tochter. Die hat Roy seit vierzehn Jahren und wusste nichts davon. Angela, so heißt die gute, schafft es, ihren Vater aufzuheitern, ein fast normales Leben zu führen und schließlich sogar dazu zu bewegen, mit den Gaunereien aufzuhören. Doch Frankie braucht noch Kohle – ein letzter, großer Coup zusammen mit Roy und die Sache soll gegessen sein …

Klingt eigentlich nach einer ganz netten Story – und das ist sie auch. Ganz nett, mehr nicht. So unglaublich intelligent sind die Tricks, mit denen Roy und Frankie die Leute abzocken, nämlich nicht. Eher ist man der Meinung, dass die Betrogenen es verdient haben, für ihre Blödheit finanziell erleichtert zu werden. Angelas Auftauchen ist einer der zwei zugegebenermaßen gut gelungenen Wendepunkte der Story. Doch richtig warm werde ich nicht mit diesem Roy, auch nicht in der Rolle eines Vaters. Stark überzeichnet, ohne ins Parodistische überzugehen. Und Angela? Vierzehn soll sie sein? Dann gibt ihr Autor Garcia dafür aber ein solides Lolita-Image, denn er schildert sie so reif, dass sie gestandenen Männern den Kopf verdreht. Nun ja.

verfilmt als Tricks (Matchstick Men) mit Nicolas CageSprachlich hat mich »Ein brillanter Bluff« einige Haare gekostet. Ein Aufsatz eines Schülers der 7. Klasse besitzt wahrscheinlich mehr Variationsreichtum als die 250 Seiten Eric Garcias. Klar kann man ein Buch durchgehend im Präsens schreiben (trotzdem stolpere ich dabei über jeden Satz und habe mich erst nach etwa 180 Seiten daran gewöhnt), doch ein paar mehr Nebensätze und Konjunktionen hätten nun wirklich keinem geschadet. Das Schlimmste allerdings – und das bringt mich wieder auf den Schüleraufsatz – ist die Satzkonstruktion. Subjekt, Prädikat, Objekt, autsch. Das tut spätestens nach einem ganzen Absatz dieser Art ordentlich weh. Aber ich hätte es mir ja denken können: Wo andere Autoren direkt mit den ersten Worten fesseln, schreibt Garcia: »Das Dinner ist fast leer heute Nachmittag und so bleiben Roy und Frankie länger als sonst an der Theke.« Sprachwitz und stilistische Mittel scheinen dem jungen Autor fremd zu sein, lediglich die – zum Glück zahlreichen – Dialoge vermögen zu unterhalten.

Aber was will man auch erwarten von einem Roman, dessen Filmrechte bereits verkauft waren, bevor er veröffentlicht wurde? Wo schon die Werbetrommel gerührt wurde für den »Blockbuster diesen Sommers« mit Nicholas Cage in der Hauptrolle? Wo US-Rezensenten vollmundig die Ehre zugeteilt wurde, mit diesem Buch bereits eine Vorschau auf den Kinofilm zu bekommen? Wahrlich nicht viel und folgerichtig liest sich »Ein brillanter Bluff« auch eher wie ein etwas ausstaffiertes Drehbuch als wie ein Roman.

Wer unbedingt jetzt schon wissen will, worum es in einem der zu erwartenden Kino-Kracher 2003 geht, der soll sich »Ein brillanter Bluff« antun. Alle anderen sind gut beraten, auf den Film zu warten und diesen Roman das sein zu lassen, was der Titel vorgibt.

Ihre Meinung zu »Eric Garcia: Ein brillanter Bluff (das Buch zum Film 'Tricks' mit Nicolas Cage)«

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Hans Peter zu »Eric Garcia: Ein brillanter Bluff (das Buch zum Film 'Tricks' mit Nicolas Cage)« 24.09.2009
Ich muss sagen, dass das Buch ein volltreffer von Eric Garcia ist. Selten hab ich so ein gut gelungenes Buch gelese, ich fands leider zu kurz. Kauft euch das Buch und ihr werdet es sicherlich nicht bereuen. Das Kommentar von der Hompage ist einfach nur absurd und übetrieben ins negative gezogen. Hin oder Her das Leben ist schwer.
dein Vater zu »Eric Garcia: Ein brillanter Bluff (das Buch zum Film 'Tricks' mit Nicolas Cage)« 01.07.2009
also ich finde das buch äusersts interresant außerdem hat es mir spaß gemacht es zu lesen, denn es war sehr spannend. Als ich dan das ende gelsen habe war ich sehr traurig den ich hätte noch gerne weitergelesen
ich empfehle es wirklich jeden!!
Ich hofffe Eric Garcia schreibt noch weiter so verblüffent tolle Bücher!!!


Mfg
dein vater :D
Adelina zu »Eric Garcia: Ein brillanter Bluff (das Buch zum Film 'Tricks' mit Nicolas Cage)« 19.11.2008
ich finde das buch sehr gut ! bis zur lezten zeile spannend und der schluss perfekt!!!
ich kann es nur weiterempfehlen
Ich muss sagen die irreführung war fast schon das beste an diesem buch!!!
Und bisher habe ich noch kein buch mit so einer großen freude gelesen und war schon beinahe traurig als es zuende ging!! einfach super
kompliment
Manfred zu »Eric Garcia: Ein brillanter Bluff (das Buch zum Film 'Tricks' mit Nicolas Cage)« 07.08.2006
Ich hatte das Buch von Eric Garcia vor einigen Tagen in einer Grabbelkiste-zum Vorzugspreis von 1,99€- entdeckt. Ich muss zugeben, Preis und Cover haben mir gleichermaßen zugesagt. Die beiden grundverschiedenen Typen auf dem Foto ziehen den Blick des Betrachters magisch an, schaffen aber auch gleichzeitig Distanz, jeder in seiner eigenen Darstellung -zumindest hatte ich diesen Eindruck. Ein Eindruck, der sich beim Lesen verstärkte.
Ich fühle mich von diesem Roman in keiner Weise enttäuscht. Verpackung und Inhalt sind OK.
Ich eben zu »Eric Garcia: Ein brillanter Bluff (das Buch zum Film 'Tricks' mit Nicolas Cage)« 15.11.2005
Ich hab nur das Buch gelesen und ich fands einfach nur super, empfehlenswert. Ich denke auch das das oben Geschriebene sie nicht davon abhalten sollte sich den Film anzuschauen oder das Buch zu lesen. So wie in dieser Geschichte wurden sie sicher noch nicht in die Irre geführt.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
martin zu »Eric Garcia: Ein brillanter Bluff (das Buch zum Film 'Tricks' mit Nicolas Cage)« 04.08.2004
ich kenne das buch nicht, aber der film ist (obwohl gefloppt) der beste des kinojahres 2003. es kommt nicht haeufig vor, dass es gelingt, mich derart in die irre zu fuehren...
Angela zu »Eric Garcia: Ein brillanter Bluff (das Buch zum Film 'Tricks' mit Nicolas Cage)« 13.07.2004
Ich find die Bewertung des Buches nicht gerechtfertigt. Das Buch ist wirklich spitze!
Unbedingt lesen!!!
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Robert zu »Eric Garcia: Ein brillanter Bluff (das Buch zum Film 'Tricks' mit Nicolas Cage)« 20.06.2004
Mir hat das Buch auch ganz gut gefallen. Das Buch ist auf jeden Fall empfehlenswert. Der Text oben ist sehr pessimistisch geschrieben. GUTES BUCH!
Botond Beres zu »Eric Garcia: Ein brillanter Bluff (das Buch zum Film 'Tricks' mit Nicolas Cage)« 08.12.2003
Das Buch ist ehrlich der Hammer! Also vergessen Sie den oberen Text, Kaufen Sie das Buch lesen
Sie es und Sie werden begeistert sein!

Die 7.90€ tun niemandem weh und sind es wirklich wert!!

Ein Fan von Eric Garcia zu »Eric Garcia: Ein brillanter Bluff (das Buch zum Film 'Tricks' mit Nicolas Cage)« 25.11.2003
Alles was sie bisher gelesen haben, sollten sie vergessen. Ich möchte sagen, DIESES BUCH IST SUPER!
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