Heidengeld von Elmore Leonard

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2000 unter dem Titel Pagan Babies, deutsche Ausgabe erstmals 2002 bei Goldmann.

  • New York: Delacorte Press, 2000 unter dem Titel Pagan Babies. 263 Seiten.
  • München: Goldmann, 2002. Übersetzt von Hans M. Herzog. ISBN: 3-442-45053-5. 288 Seiten.

'Heidengeld' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Father Terry Dunn entspricht nicht gerade den gängigen Vorstellungen, die man von einem Gottesmann hat – nicht zuletzt dank seiner Rockstar-T-Shirts, die kaum zu seiner Stellung als Missionar passen wollen. Trotzdem hat es sich Terry in seiner kleinen Missionspfarrei in Ruanda ganz gut eingerichtet; er hält an Ostern und Weihnachten eine Messe, und gibt Beichtenden durchschnittlich zehn Ave Marias und zehn Vater Unser auf. Nach fünf Jahren in Ruanda kehrt er nun in seine Heimatstadt Detroit zurück, um für die Waisenkinder seiner Gemeinde Geld zu sammeln. Dort lernt er die mit allen Wassern gewaschene Debbie Dewey kennen, die gerade frisch aus dem Gefängnis entlassen wurde. Die beiden verstehen sich auf Anhieb, und Debbie, von Terrys Spendenaktion gerührt, entwickelt mit dem falschen Priester einen todsicheren Plan: Debbies Exfreund Randy ist durch dreisten Heiratsschwindel zu gutem Geld gekommen und führt nun ein Nobelrestaurant. Wenn Terry etwa in dessen Restaurant stürzte, könnte ein gerissener Rechtsanwalt eine hohe Schadensersatzsumme herausschlagen. Wie es der Zufall will, ist ausgerechnet Terrys eigener Bruder Anwalt und auf derartige Fälle spezialisiert. Terry hätte für seine Waisenkinder in Ruanda gesorgt, und Debbie bekäme ein gutes Stück der Beute. Doch so gut wie alles an diesem Plan geht daneben. Dass Terry nie am Priesterseminar war, ist dabei nur eine Formalie, aber dass die Mafia an Randys Restaurant beteiligt ist, wiegt schon schwerer. Dann taucht auch noch ein ehemaliger Komplize Terrys auf sowie einige weitere Störfaktoren, die ein völlig unerwartetes Ende garantieren.

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Nadir36 zu »Elmore Leonard: Heidengeld« 01.09.2011
Verpatztes Heimspiel

An Heidengeld habe ich mich lange nicht rangetraut, aber dann kamen drei Gewitter binnen einer Nacht, nicht dass ich Heidenangst gehabt hätte, aber das Buch, das ich eigentlich las, war sogar bei gutem Wetter zu depressiv.
Bei Heidengeld war ich auf Anhieb drin und die Story von dem Priester, der keiner ist, aber beim Zelebriere nder Messe dabei zusehen musste, wie seine Gemeinde von den Hutu-Rebellen abgeschlachtet wird, die hatte schon was, zumal Leonard die Story in seiner typisch unterkühlten Art rüber brachte.
Die Handlung spielt zwar Jahre später, aber als einer der Hutu-Schlächter von damals während der Beichte damit droht, wieder ein Gemetzel anzustellen, da versteht der falsche Geistliche, der für alle Sünden 10 Vaterunser als Buße aufgibt, keinen Spaß mehr. Bis zum unausweichlichen Showdown vergehen zwar noch ein paar heitere Kapitel, die zu den Aktivposten gehören. Zumal das Zusammenleben mit der einarmigen Haushälterin, eine Tutsie, die mit dem Leben davon gekommen ist, auch seine sonnigen Seiten hat.
Nach seiner Präventiv-Aktion gegen vier mutmaßliche Schlächter muss Father Terry die Rückreise in die Staaten antreten, zumal ihm auch das Geld ausgeht. Die letzten fünf Jahre hat er gut vom Gewinn des Zigarettenschmuggels gelebt und dabei auch den Anteil seiner, wegen eines anderen Vergehens verhafteten Partner eingesteckt, die nur auf seine Rückkehr gewartet haben, um ihren Anteil einzufordern.
Doch nicht nur die, sondern auch die Steuerfahndung warten auf den Heimkehrer, der sich bei erster Gelegenheit eine weitere Komplikation einlädt. Eine frisch aus dem Gefängnis entlassene Ex-Schnüfflerin und Komikerin. Debbie wurde von Raymond um ihre Erbschaft betrogen und hat für den Versuch ihn aus Rache zu überfahren drei Jahre bekommen und abgesessen, als sie auf Terry trifft. Die beiden hecken einen Plan aus, wie sie Raymond, der sich inzwischen ein paar Millionen erheiratet hat, eine Viertelmillion abknöpfen können. Raymond, einst eine billig-Ausgabe von Pierce Brosnan steckt inzwischen mit der Detroiter Mafia unter einer Decke, zufällig dieselben Leute, für die Terry früher mal Zigaretten geschmuggelt hat. Und Terrys früherer Boss deckelt nun Raymond, der wiederum einen linkischen Killer engagiert, der ihm seinen Plagegesit vom Hals schaffen soll. Eine typische Elmore Leonard-Konstellation also, die der Meister aber in früheren (Jede Wette) oder späteren Büchern (Spring oder Stirb) besser aufgelöst hat. Auch die Charaktere bleiben etwas blasser als sonst.
Grundsäztlich hat die Story schon das Potenzial zu einem witzigen Verwirrspiel, allerdings reichen die 2/3 Detroit nie an das Afrika-Drittel heran, eigentlch schade, dass Leonard gerade das Heimspiel vergeigt hat. Andererseits erreichtauch sein anderes Detroit-Buch aus dieser Phase (Callgirls) nur Phasenweise Spitenniveau, ehe es im Finale einbricht. Aber nach 2000 halten seine Finale so gut wie nie, was der Anfang verspricht, außer vielleicht bei Spring oder stirb. Der Anfang von Heidengeld lohnt trotzdem die Anschaffung als antiquarisches Exemplar.
Emamju zu »Elmore Leonard: Heidengeld« 24.03.2008
"Heidengeld" von Leonard war für mich leider nur ein lauwarmes Lesevergnügen.

Zum Glück hatte es nicht allzu viele Seiten.

Ich würde es nicht weiter empfehlen.
Alexander zu »Elmore Leonard: Heidengeld« 26.07.2007
"Heidengeld" hatte gute Momente, aber auch manch extrem zu langen Dialog. Der Anfang des Romans, der in Afrika spielt, war ein perfekter Einstieg. Als dann die Handlung sich in den USA fortsetzte, wurde es ein bißchen, wie oben schon erwähnt, zu dialoglastig. Doch trotzdem ist man mit einem Elmore Leonardbuch immer noch sehr
gut bedient, denn auch die Passagen die in Detroit spielen hatten ihren Reiz und zwar dadurch, dass man Motown als Schauplatz
nicht allzu häufig findet.
Jan zu »Elmore Leonard: Heidengeld« 17.01.2004
Witzig und hintergründig. Leonard ist einer der ganz großen Erzähler, vielleicht nur noch von Hiaasen übertroffen.
Kai Luehrs-Kaiser zu »Elmore Leonard: Heidengeld« 06.10.2003
Ist mir nicht gut bekommen.
schmöker pap zu »Elmore Leonard: Heidengeld« 24.05.2003
ein erdrückender schmöker
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