Hexenflug von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 1964
unter dem Titel Flight of a witch,
deutsche Ausgabe erstmals 1997
bei Goldmann.
221 Seiten.
ISBN-10: 3-442-05950-X, ISBN-13: 978-3-442-05950-8.
Übersetzt von Edda Petri.
Ort & Zeit der Handlung: Großbritannien / England / Shropshire, 1950 - 1969.
'Hexenflug' ist erschienen als
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In Kürze:
Fünf Tage lang ist Annet Beck spurlos verschwunden. Zuletzt sah man das Mädchen auf dem sagenumwobenen Berg Hallowmount, einem Ort, der den Leuten in der Umgebung nicht ganz geheuer ist. Annets Verehrer, der junge Lehrer Tom, macht sich auf die Suche, ohne jedoch den geringsten Hinweis auf ihren Verbleib entdecken zu können. Da taucht Annet wieder auf – und behauptet, nur zwei Tage fort gewesen zu sein. Hat sie vergessen, was geschehen ist, oder lügt sie? War alles nur ein Spuk? Erst Inspector Felse kann Licht in diese seltsamen Vorgänge bringen, erkennt er doch eine Verbindung zwischen der verlorenen Zeit und einem Mordfall, in dem er gerade ermittelt. Zusammen mit Tom geht er der Sache nach – und wieder führt die Spur zu dem geheimnisvollen Berg …
Das meint Krimi-Couch.de: »Mysteriöse Feenwelten oder ganz banale Verbrechen?«
Krimi-Rezension von Peter Kümmel
Wir befinden uns in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in dem kleinen Dorf Comerford an der Grenze zwischen England und Wales. Die Menschen sind sehr abergläubisch und haben großen Respekt vor ihrem Hausberg, dem Hollowmount. Man erzählt sich, dass vor etwa hundert Jahren ein Mädchen dort verschwand und erst nach Tagen wieder auftauchte, nachdem es sich im Feenreich im Inneren des Berges befand.
Den jungen Tom Kenyon hat es als Lehrer in dieses Dorf verschlagen. Einquartiert hat er sich bei dem älteren Ehepaar Beck. Die Becks bekamen erst in späten Jahren ihre Tochter Annet, die mittlerweile zu einem überaus hübschen Mädchen herangewachsen ist und nicht nur allen jungen Männern der Umgebung, sondern auch Tom Kenyon den Kopf verdreht. Doch die Eltern hüten ihr Kind wie ihren Augapfel und sorgen fafür, dass aus den Avancen der jungen Männer nichts Ernstes entsteht.
Als Tom nach einem Wochenende zuhause wieder in seine Wohnung zu den Becks zurückkehrt, ist Annet verschwunden. Die Eltern haben keine Polizei benachrichtigt, weil sie vermuten, dass Annet mit einem Jungen durchgebrannt ist. Tom sucht zusammen mit Annets Vater auf dem Berg nach ihr, dort, wo er sie bei seiner Abreise gesehen hat. Und Annet läuft den beiden in die Arme, ganz erstaunt darüber, dass man sich Sorgen um sie macht. Denn sie war doch nur ein paar Stunden weg. In Wirklichkeit aber sind fünf Tage vergangen, seit sie aus dem Haus gegangen ist. Ist der Berg wirklich verhext oder hat das Mädchen allen einen Bären aufgebunden?
Ein Drittel des Buches ist ohne große Höhepunkte vergangen, als Inspector George Felse seinen ersten Auftritt hat. Auch Felses Sohn Dominic gehört zu den Jungen, die ein Auge auf Annet Beck geworfen haben. Doch was will Felse jetzt von Annet?
Viel Schmalz, viel Herzschmerz, aber trotz allem wird aus »Hexenflug« nach zähem Beginn noch ein recht ordentlicher Krimi. Es gibt sogar noch ein richtiges Verbrechen. Und obwohl längst nicht alles klar ist, ist für die Beteiligten offensichtlich, wie das Ganze abgelaufen ist. Da macht es sich Frau Peters schon etwas einfach. Kein »Wie«, kein »Warum«, und so wird das Buch, das so mystisch begann, in der zweiten Hälfte zum klassischen »Whodunit«.
Die Autorin stammt selber aus der Gegend, die sie als Handlungsort ausgewählt hat, und so bevölkert sie das Dorf zwangsläufig mit liebenswerten Personen: einen jungen etwas naiven, aber idealistischen Lehrer, ein älteres Ehepaar, das es mit der Fürsorge für ihre Tochter etwas übertreibt, Jugendliche, die gelegentlich etwas über die Strenge schlagen, aber im Grunde voll in Ordnung sind, eine Mutter, die mehr weiß, als Mann und Sohn glauben und alles im Griff hat sowie einen sympathischen Kriminalbeamten mit Heile-Welt-Familie. Doch irgendwo unter all den Gutmenschen muß es auch noch einen Verbrecher geben.
Klassische Ermittlungsmethoden und ganz banale Zeugenbefragungen führen Felse schließlich auf die richtige Spur und am Ende kommt es sogar noch zu einem fast klassischen Showdown auf dem mysteriösen Hollowmount.
Etwas antiquiert wirkt der Roman schon, doch recht nett zu lesen mal für zwischendurch.
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| Florentina zu »Ellis Peters: Hexenflug« | 31.10.2005 |
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