Der Hochzeitsmord von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 1981
unter dem Titel The leper of Saint Giles,
deutsche Ausgabe erstmals 1987
bei Heyne.
Ort & Zeit der Handlung: Großbritannien / England, 700 - 1500 (Mittelalter).
- London: Macmillan, 1981 unter dem Titel The leper of Saint Giles. 223 Seiten.
-
München: Heyne, 1987.
Übersetzt von Dirk van Gunsteren.
ISBN:
3-453-00338-1. 252 Seiten. -
München: Heyne, 1996.
Übersetzt von Dirk van Gunsteren.
ISBN:
3-453-09843-9. 252 Seiten. -
München: Heyne, 2002.
Übersetzt von Dirk van Gunsteren.
ISBN:
3-453-21095-6. 252 Seiten. -
München: Pavillon, 2006.
Übersetzt von Dirk van Gunsteren.
ISBN:
978-3-453-77127-7. 252 Seiten.
'Der Hochzeitsmord' ist erschienen als
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In Kürze:
Im Jahre des Herrn 1139 ringen König Stephan und Kaiserin Maud um die Herrschaft in England. Nicht zuletzt deswegen ist die Hochzeit des mächtigen Huon de Domville mit seiner blutjungen Braut von größter Bedeutung. Doch ein brutaler Mord überschattet die Zeremonien, die in der altehrwürdigen Abtei zu Shrewsbury statt finden sollen …
Das meint Krimi-Couch.de: »Die Bruder Cafael-Serie hat nicht umsonst Kultstatus erlangt«
Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger überspringen
Würde ich hier jetzt eine Inhaltsangabe zum Besten geben, wäre die gesamte Spannung aus Ellis Peters Kriminalroman »Der Hochzeitsmord« für den Leser nicht mehr vorhanden. Nur soviel sei gesagt, dass wir es mit einem klassischen Handlungsstrang zu tun haben. Baron Huon de Domville ist in den Sechzigern, was für den Zeitraum im 12. Jahrhundert schon fast einem Methusalem gleicht. Seine zukünftige dritte Frau, die schöne Iveta de Massard, hat gerade ihren achtzehnten Geburtstag hinter sich, könnte also seine Enkelin sein. Hier ist eindeutig bei der Heirat keine Liebe im Spiel, sondern berechnendes Vorteilsdenken ihrer Vormundschaft. Aber Iveta liebt einen anderen und der junge Mann, der diese Liebe erwidert, hat nicht vor, sich so einfach von seinen überschäumenden Gefühlen zu trennen.
Die Gäste treffen nacheinander im Haus des Bischofs von Norfolk ein, der das ungleiche Paar in der Abtei zu Shrewsbury trauen soll. Unter den beobachtenden Zaungästen befindet sich der Benediktinermönch Cadfael, der sich, wie so viele andere, seine eigenen Gedanken zu den Vorgängen macht, die nun unaufhaltsam ihren Lauf nehmen.
Ellis Peters ist der Künstlername von Edith Pargeter, die am 28. September 1913 in Shropshire, England, geboren wurde. Seit 1936 hat sie unzählige Romane veröffentlicht, der große Durchbruch gelang ihr aber 1977 mit ihrem ersten Bruder Cadfael-Krimi »A Morbit Taste of Bones« (Im Namen der Heiligen) und sie setzte diese Serie bis zu ihrem Tod 1995 mit mindestens einem Buch im Jahr erfolgreich fort.
Bruder Cadfael erinnert an einen Pater Brown des Mittelalters, der zum Einen ob seines vielfältigen Wissens über Kräuter und Säfte und seiner medizinischen Kenntnisse immer wieder an den Schauplatz der Verbrechen gerufen wird, andrerseits aber auch seine Nase überall hinein steckt und so fast zwangsläufig auf die unliebsamen Ereignisse in seiner Umgebung aufmerksam wird. Er ist ein richtig sympathischer Kirchenmann, der nicht umsonst mittlerweile Kultstatus erlangt hat, wie man zum Beispiel auf www.cadfael.de nachlesen kann.
Zusätzlich zum reizvollen historischen Ambiente von Ellis Peters Cadfael-Serie überzeugt auch die leicht nostalgische Schreibweise der Autorin, gepaart mit ihrem Wissen über die geschichtlichen, sozialen und wirtschaftlichen Hintergründe des Lebens in einem zerstrittenen und zerrütteten England vor achthundert Jahren. Ellis Peters versteht es auch, ihre Charaktere so vielfältig zu zeichnen, dass oftmals der Böse sympathisch und das Opfer reichlich unsympathisch erscheinen und ihre kriminelle Vielfalt schlägt mehr als einen Haken bis Bruder Cadfael das richtige Kaninchen aus dem Zylinder zaubert, von dem der Leser meistens genau so überrascht ist, wie es die übrigen handelnden Personen sind (so sie noch leben).
Bruder Cadfael und seine Ermittlungsmethoden können süchtig machen. Auch wenn sich gelegentlich die Handlung in die Länge zieht und der Leser auf den ersten hundert Seiten oftmals nicht weiß, warum, wieso und weshalb, sind die genaue Schilderung der Umstände und der Profile der wichtigsten Menschen zumeist für den logischen Faden eminent wichtig und sollten nicht überlesen werden. Ellis Peters verpackt viele nebensächliche Details in den Aufbau der Story, ohne die es in den 253 Seiten nicht möglich wäre, den »Hochzeitsmord« logisch schlüssig aufzuklären.
Wer Krimis mit historischem Flair mag, liegt bei Ellis Peters absolut richtig.
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| tassieteufel zu »Ellis Peters: Der Hochzeitsmord« | 12.10.2008 |
|---|---|
| geroellheimer zu »Ellis Peters: Der Hochzeitsmord« | 25.09.2007 |



