Wer die Wahrheit sucht von Elizabeth George

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2003 unter dem Titel A Place of Hiding, deutsche Ausgabe erstmals 2004 .
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.
Folge 12 der Thomas-Lynley-und-Barbara-Havers-Serie.

  • [Hörbuch] Augsburg: Weltbild, 2005. Gesprochen von Miroslav Nemec. 6 CDs.
  • [Hörbuch] Köln: Random House Audio, 2005. Gesprochen von Miroslav Nemec. ISBN: 3898309169. 6 CDs.
  • München: Blanvalet, 2004. Übersetzt von Mechtild Sandberg-Ciletti. 736 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2006. Übersetzt von Mechtild Sandberg-Ciletti. ISBN: 978-3828978096. 735 Seiten.
  • München: Goldmann, 2007. Übersetzt von Mechtild Sandberg-Ciletti. ISBN: 978-3-442-46298-8. 735 Seiten.
  • [Hörbuch] Augsburg: Weltbild, 2005. Gesprochen von Miroslav Nemec. 6 CDs.
  • [Hörbuch] Köln: Random House Audio, 2005. Gesprochen von Miroslav Nemec. ISBN: 3898309169. 6 CDs.

'Wer die Wahrheit sucht' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Der Millionär und Mäzen Guy Brouard plant auf Guernsey einen Museumsbau. Wider Erwarten jedoch fällt der Bauzuschlag nicht an einen einheimischen Architekten, sondern an einen Amerikaner. Kurz nachdem Brouard seine Pläne auf einer Party enthüllt hat, wird er tot aufgefunden. China River, eine junge Fotografin, die die Baupläne für das Museum aus den USA nach Guernsey brachte, ist offenbar die letzte, die ihn vor seinem Tod sah – hat sie ihn ermordet? Ihre Verhaftung ruft ihre alte Studienfreundin Deborah auf den Plan, ein alte »Flamme« von Thomas Linley und mittlerweile Ehefrau von dessen engstem Vertrauten Simon St. James. Deborah und Simon nehmen die Ermittlungen auf und stellen bald fest, dass die Inselgemeinschaft gar nicht gut auf ihren großen Gönner zu sprechen war …

Leseprobe

Das meint Krimi-Couch.de: »Vielschichtig und nach einigen Seiten auch spannend« 75°

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

Während der deutschen Besatzung im 2. Weltkrieg wurden die britischen Kanalinseln Guernsey, Alderney und Jersey angeblich Gustav, Adolf und Jakob genannt, weil es leichter auszusprechen war. Dieses Detail findet man zwar nicht im zwölften Krimi von Elizabeth George wieder, dafür aber einige Informationen über die Besatzungszeit und wie sie von den Kanalinsulanern erlebt wurde. Insgesamt ein recht interessanter Background für das neueste Buch.

Wer die Krimiserie um Inspector Lynley und seine Assistentin Barbara Havers liebgewonnen hat und ihr immer noch treu geblieben ist, der hat sich inzwischen daran gewöhnt, dass nicht nur ein Kriminalfall eine Rolle spielt, sondern dass noch viel mehr erzählt wird. Meist ist es die Geschichte einer Familie, in die man tief eindringt. Begonnen hat Elizabeth George damit schon am Anfang ihrer Serie, als sie z.B. Lynleys Familie näher beleuchtete, aber inzwischen sind ihre Bücher wahre Wälzer. Man muss wohl akzeptieren, dass die Autorin sich weiterentwickelt hat, vom relativ einfachen Inspector-Krimi (was keine Geringschätzung desselben bedeutet) hin zum komplexen und auch sehr detaillierten Krimi, der psychologische Momente und die Familiengeschichte der Personen mehr beleuchtet, der daher aber auch nicht jedermanns Geschmack trifft.

Deborah und Lynleys Freund St. James sind bereits einmal aus dem Schatten als Nebendarsteller herausgetreten. Warum auch nicht, Barbara Havers hat auch schon ein tragende Rolle zugewiesen bekommen. Dies bewahrt meines Erachtens eine Serie davon, dass sich das Leben der Protagonisten im Kreis dreht, es nichts mehr Neues zu erzählen gibt oder irgendwelche Absurditäten eingebaut werden – hier muss man nur mal den Weg betrachten, den Patricia Cornwell mit ihrem letzten Buch »Die Dämonen ruhen nicht« eingeschlagen hat. Dennoch klingt es ein wenig merkwürdig, wenn Thomas Lynley seinen Freunden in drei Sätzen quasi einen Schnellkurs in Detektivarbeit gibt.

Die beiden erhalten Besuch vom Bruder einer alten Freundin Deborahs, mit der diese während ihres Amerika-Aufenthalts eine Wohnung geteilt hatte und werden von ihm um Hilfe gebeten. China River, besagte Freundin, wurde auf Guernsey verhaftet, weil sie verdächtigt wird, den Millionär Guy Brouard ermordet zu haben. Dabei hatte sie ihn gerade erst kennen gelernt. Sie hatte ihren Bruder Cherokee nach Europa begleitet, als dieser als Bote fungierte und Baupläne für ein Gedenkmuseum an die Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg an Brouard lieferte, obwohl sie zunächst vermutete, dass irgendetwas an diesem Auftrag nicht rechtens sei. Deborah und ihr Mann finden nach und nach heraus, dass Guy zwar auf der einen Seite sehr großzügig war, aber dass es auch viele Menschen gibt, die sich von ihm hintergangen fühlten und daher durchaus ein Motiv für einen Mord gehabt hätten.

Zu Beginn war die Geschichte etwas zäh: sehr viele Personen, sehr viele Nebengeschichten, möglicherweise schreckten auch die mehr als 700 Seiten ab. Aber nach Überwindung des ersten Drittels war ich doch gefesselt und wartete gebannt auf weitere Enthüllungen. Auch mit dem Ende konnte mich Elizabeth George überraschen, ein sehr großer Pluspunkt, der über die Momente hinwegtröstet, an denen es nicht so schnell voran ging, wie man sich dies vielleicht gewünscht hätte. Insgesamt ist der Amerikanerin ein äußerst vielschichtiger Krimi gelungen, der zwar nicht in allen Punkte zu überzeugen weiß, mir persönlich aber schon wieder viel besser als der Vorgänger-Roman gefiel.

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Anthea zu »Elizabeth George: Wer die Wahrheit sucht« 24.04.2011
Ich hasse Debora St. James, sie verdient das Glück nicht, das ihr vor die Füsse gelegt wurde und ihr die Möglichkeit gibt, sich selber zu verwirklichen - die Story hat mir grundsätzlich gefallen, auch wenn ich kaum aus dem Weinen herausgekommen bin - diese Tragödien schaffen mich immer - etwas kürzer wäre besser gewesen - und bitte lieber wieder mit Lynley und Havers.
CSIler zu »Elizabeth George: Wer die Wahrheit sucht« 07.10.2009
Ich hab dieses Buch gekauft, weil es so dick ist (734 Seiten), aber ich bin enttäuscht.

Lynley u. Havers sind in diesem Roman nicht die Hauptprotagonisten (sie spielen nur am äußerstem Rande eine Rolle.) Sondern St. James u. seine Frau Deborah, die besten Freunde von Inspector Lynley.

Die Geschichte ist zwar spannend, aber zu langwierig u ebend kein Inspector Lynley u. Sergeant Havers Roman.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Elvira zu »Elizabeth George: Wer die Wahrheit sucht« 20.06.2009
dies war mein erstes buch von e. george. ich habe es geschenkt bekommen und war sehr skeptisch: mitten in einer reihe anfangen und dann gleich über 700 seiten? nachdem ich mich anfangs also überwinden mußte, zog mich der schreibstil von george dann aber doch in seinen bann. die insel guernsey und die hintergründe zum 2.WK finde ich sehr interessant. generell mag ich auch bücher mit psychologischen hintergründen. im gegensatz zu vielen anderen lesern konnten mich die beziehungsdramen der hauptfiguren durchaus fesseln. deborah allerdings, das muß ich schon sagen, ging mir auch auf die nerven und mit ihrem dämlichen verhalten am ende setzte sie dem ganzen noch die krone auf. insgesamt verstehe ich nicht was ihr problem ist, aber vielleicht fehlen mir da auch einfach die hintergründe. die figur st. james finde ich hingegen sehr gut gelungen.

nun aber mein größter kritikpunkt: bin ich hier denn die einzige, die das ende nicht kapiert hat??? warum wurde guy letztendlich ermordet? hatte er jemals vor das museum zu bauen, und warum ist er davon abgekommen? warum hat er all die leute reingelegt? was hatte es mit der beziehung zu paul wirklich auf sich? die motive des täters bleiben auch ziemlich im dunkeln. zudem ist der showdown total übertrieben, fast wie in einem james bond film. die action soll wohl über die mangelnde logik hinwegtäuschen.
hier bin ich wirklich sehr enttäuscht! erst breitet e.george jede kleinigkeit auf tausend seiten aus und dann schludert sie beim ende so rum. das hat mich geärgert.

na ja vielleicht werde ich ihr trotzdem noch mal eine chance geben und mich an den früheren werken versuchen, da hier ja alle meinen, daß diese straffer und spannender sein sollen.
sabrina13582 zu »Elizabeth George: Wer die Wahrheit sucht« 09.04.2009
Der zwölfte Teil der Inspector Lynley Reihe von Elizabeth George und von bzw über Inspector Lynley war kaum was zu lesen. Barbara Havers fehlte in diesem Teil komplett. Also wer auf die amüsanten und tollen Dialoge zwischen Havers und Lynley steht, wird sie in diesem Buch schmerzlich vermissen. Die Hauptakteure in diesem Roman sind Deborah und St. James, was zwar abwechslungsreich ist aber es fehlen einfach die würzigen Dialoge zwischen Havers und Lynley. An sich hat mir das Buch eigentlich ganz gut gefallen auch wenn die Spannung manchmal etwas zu wünschen übrig lies. Aber dafür waren alle "Nebendarsteller" gut charackterisiert und man hatte das Gefühl man wäre selbst auf der Insel Guernsey und würde dort alles miterleben. Leider steckte Elizabeth George auch hier wieder viel zu viel Energie und Zeit in manch absolut nebensächliche Dinge (das immer wiederhohlende Darstellen der Ex-Gattin die Ihren Sohn zu seinem Erbe verhelfen will), dafür bleiben dann aber am Ende einfach zu viele Fragen offen. Der eigentliche Mordakt ist sehr außergewöhnlich aber ich fands ne tolle Idee, allerdings war das Geschlecht des Täters von Anfang an bekannt und das fand ich etwas schlecht durchdacht... Dafür war das Finale klasse und spannend geschrieben. Alles in allem : Auch hier kommt Elizabeth George nicht an ihre ersten Bücher heran aber als wirklich schlechtes Buch möchte ich es auch nicht betiteln, ich würde sagen: Durchschnitt, kein Meisterwerk aber auch keine totaler Reinfall!!!
Kasia zu »Elizabeth George: Wer die Wahrheit sucht« 13.03.2009
Mein zweites Buch von Elisabeth George und ich kann es weiterempfehlen.
Es wundert mich etwas, dass es so schlecht bei den anderen Lesern angekommen ist...
Natürlich schrecken die fast 750 Seiten erstmal etwas ab.
Aber nachdem man den Anfang hinter sich gebracht hat, kann man sich auf eine sehr interessante Geschichte mit interessanten Charakteren freuen.
Ich finde, dass sich das Buch relativ flüssig lesen läßt. Das Ende war schon ziemlich überraschend, weil uns die Schriftstellerin geschickt immer wieder von gewissen Personen ablenkte und dann doch wieder zu ihnen führte.
Gutes Buch, denk ich. Werd ich in ein paar Jahren wieder lesen...
Zum Glück sind Geschmäcker verschieden und man sollte sich immer am Besten eine eigene Meinung bilden. Denn jemand, der sich nur auf das Urteil anderer verläßt könnte das eine oder andere gute Buch so außer Acht lassen. Und bei diesem hier wäre es schon schade.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Alexander K. zu »Elizabeth George: Wer die Wahrheit sucht« 29.12.2008
Nach dem wirklich schlechten langatmigen Vorgaengerbuch mit dem Geiger habe ich tatsaechlich sechseinhalb Jahre gebraucht um mich durchzuringen und dieses zu lesen.
Und siehe da, insgesamt hat es sich doch gelohnt. Viele der Kritikpunkte meiner Vorschreiber passen (etwas zu lang, teilweise arg stereotype Figuren, sehr langsamer Einstieg...) aber dennoch ist es m.E. lesenswert - in typischer George-Manier wird ein komplexes (und daher reales) Beziehungsgeflecht vielschichtig und aus verschiedenen Perspektiven entworren. Leider aber nicht immer komplett aufgeloest.
Die Aufloesung wirk etwas stark konstruiert - der/die Taeter/in geht an einigen Stellen sehr grosse Risiken ein und um das Motiv nachzuvollziehen zu koennen Bedarf es wohl einschlaegigen Erfahrungen im Bereich der zwischenmenschlichen Enttaeuschungen.

Sicher sind die ersten fuenf oder sechs Titel der Reihe besser, kompakter und dadurch auch konzentriert spannend. Fuer Einsteiger wuerde ich diesen Titel nicht empfehlen.

Naja, es hat gereicht dass ich das naechst Buch von George lesen werde - und diesmal wohl auch etwas frueher...

Meine Wertung: 82 %
Nina zu »Elizabeth George: Wer die Wahrheit sucht« 07.09.2008
das buch ist wirklich DER HAMMER!!!
1. total spannend
2. interessant
3. vielseitig!

mein lieblingsbuch von E.G. und von allen büchern die ich bis jetzt gelesen habe!!!
und ich habe echt gezittert bis zum letzten absatz! das ende ist nämlich nicht das was man denkt sondern ganz anders, als man vermutet!!
ich lese es zum 5.mal!
irina zu »Elizabeth George: Wer die Wahrheit sucht« 10.07.2008
eigentlich bin ich ein großer Fan von E.G., habe alle Bücher von ihr gelesen, aber "Wer die Wahrheit sucht" fand ich absolut enttäuschend, nach 150 Seiten gab ich auf. LANGWEILIG
Überhaupt nicht zum Empfehlen
Micki zu »Elizabeth George: Wer die Wahrheit sucht« 30.06.2008
Wer die Wahrheit sucht ist mein erstes Buch von E.G. Ich habe das Buch angefangen und dann erstmal wieder auf Eis gelegt, nach den ersten 40-50 Seiten. Ich kam einfach nicht rein und werde es in der Hoffnung das es irgendwann mal spannend wird nochmal versuchen zu lesen. Bisher bin ich sehr enttäuscht.
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DarkMadeleine zu »Elizabeth George: Wer die Wahrheit sucht« 14.04.2008
Ich hatte dieses Buch in einem EG-Bücherpaket mitgekauft und war durch die schlechten Kritiken hier schon etwas abgeschreckt... ich muss sagen: So schlimm wars doch gar nicht!!!
Okay, Lynley kommt so gut wie gar nicht vor.
Okay, es dauert ein Weilchen bis man überhaupt rausfindet, was mit Guy passiert ist.
Okay, über 750 Seiten (weiß nicht wieviele es im Deutschen sind) können abschreckend sein.
Aber seien wir mal ehrlich: Dass George-Krimis keine Whodunnit-Krimis à la Christie etc sind, weiß man doch inzwischen... Das heisst: Man sollte inzwischen mitbekommen haben, dass nicht nur die Ermittler im Blickpunkt des Interesses stehen. Und so langweilig, wie behauptet wurde, sind die ach so verrissenen Nebenfiguren doch gar nicht! Zumindest hätte JEDER von ihnen mehr oder minder ein Motiv gehabt oder haben sonstwie zur Handlung beigetragen. Meiner Meinung nach machen viele verschiedene Charaktere auch den Charme eines Buches aus - denn wer will denn schon 400 Seiten, in denen nur Ermittler, die Leiche und zwei Verdächtige drin vorkommen? Ich mal nicht. Und bezüglich des Kommentars von Numerobis: Seit wann ist es negativ für einen Krimi, wenn darin "Psychopathen so weit das Auge reicht" vorkommen??? Ich dachte sowas macht gerade einen Großteil der Spannung aus?

Mein Fazit: Ein solider Krimi mit historischem Background, vielleicht nicht Georges stärkster, aber der bisherige Verriss ist IMHO doch ziemlich ungerechtfertigt.
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