Mein ist die Rache von Elizabeth George

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1991 unter dem Titel A Suitable Vengeance, deutsche Ausgabe erstmals 1992 bei Blanvalet.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.
Folge 4 der Thomas-Lynley-und-Barbara-Havers-Serie.

  • New York: Bantam, 1991 unter dem Titel A Suitable Vengeance. ISBN: 0553074075. 371 Seiten.
  • München: Blanvalet, 1992. Übersetzt von Mechthild Sandberg-Ciletti. ISBN: 3-7645-7956-0. 477 Seiten.
  • München: Goldmann, 1994. Übersetzt von Mechthild Sandberg-Ciletti. ISBN: 3-442-42798-3. 478 Seiten.
  • München: Goldmann, 1995. Übersetzt von Mechthild Sandberg-Ciletti. ISBN: 3-442-05883-X. 478 Seiten.
  • München: Goldmann, 1995. Übersetzt von Mechthild Sandberg-Ciletti. ISBN: 3-442-43113-1. 477 Seiten.
  • München: Goldmann, 1998. Übersetzt von Mechthild Sandberg-Ciletti. ISBN: 3-442-44182-X. 477 Seiten.
  • München: Goldmann, 2002. Übersetzt von Mechthild Sandberg-Ciletti. ISBN: 3-442-45494-8. 478 Seiten.

'Mein ist die Rache' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Was als fröhliches Verlobungswochenende von Lynley mit der Fotografin Deborah im Freundes- und Familienkreis auf Howenstow, dem feudalen Stammsitz der Ashertons, geplant war, entpuppt sich nach und nach als Alptraum. Im nahe gelegenen Dorf wird ein junger Journalist bestialisch ermordet – und alle Spuren führen nach Howenstow, zum gräflichen Verwalter, zu Lynleys Gästen, ja sogar zu seinem eigenen Bruder. Auf der Suche nach dem Täter verfangen sich Lynley und St. James mit jedem Schritt mehr in einem schmerzhaften Netz aus lange unterdrückten Feindseligkeiten, nicht eingestandenen Schuldgefühlen und scheinheiliger Moral

Das meint Krimi-Couch.de: »High Society Stil mit Rosamunde Pilcher-Effekt« 55°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Zitat: »Eine ungewöhnliche Begabung unter den Krimiautorinnen, vergleichbar nur mit P. D. James und Ruth Rendell. Elizabeth George überzeugt mit ihrer psychologischen Einfühlungsgabe, ihrer Phantasie und dieser ausgeklügelten Geschichte.«

So urteilt der Kritiker der Los Angeles Times über das Buch »Mein ist die Rache« von Elizabeth George.

Ich kenne besagten Kritiker nicht und wollte mir mein eigenes Bild von diesem hochgelobten Werk machen, das bei Bantam Books, New York unter dem Titel »A Suitable Vengeance« erschienen ist und von Mechtild Sandberg-Ciletti übersetzt wurde.

Tina Cogin, Peter, Justin Brooks, Sidney St. James, Lady Helen Clyde, Simon Allcourt-St. James, Cotter, Deborah, Thomas Lynley, Lord Asherton, das sind jetzt nur mal die hübschen Namen der handelnden Personen auf den ersten fünfundzwanzig Seiten und ich verspreche euch, von dieser Sorte hochadeliger britischer Sippschaft mit ihrer gesamten Familie, Anverwandte, Bekannte, Liebschaften, Feindschaften, inklusive der gesamten Bevölkerung der Grafschaft Howenstow auf Cornwall, kommen noch unzählige Namen und Personen ins Spiel. Mag sein, dass meine kleinen, grauen Hirnzellen adäquat zur Haarfarbe ausgeblichen und vertrocknet sind, aber selten noch habe ich mir beim Lesen so schwer getan, all die Personen und Handlungsstränge in die richtige Zuordnung zu bringen.

Da wäre also einmal dieser feudale Thomas Lynley, Earl of Asherton, seines Zeichens Kriminalbeamter. Und dieser liebt Deborah, eine Fotografin, die er zu einem Verlobungswochenende auf den Familiensitz Howenstow einladen möchte. Inklusive aller Verwandten und Bekannten natürlich. Deborahs Vater Cotter ist Hausdiener bei Simon St. James, einem behinderten Wissenschaftler der Forensik. Dieser liebt Deborah aber auch, muss aber unter Zwang auf sie verzichten, weil sein Freund Thommy eben das Girl ehelichen will.

Dann gibt es auf diesem hochherrschaftlichen Gut natürlich auch einen Verwalter, mit einer geschwängerten Tochter, deren Mann eine Zeitung betreibt und das Mädel vorne und hinten bescheißt. Lauter wirklich eklige Typen, aber das Schicksal muss ja irgendwann in dem Schmöker zuschlagen und genau diesen Journalisten trifft es als erstes. Die ganze, feine Gesellschaft findet ihn nach einem Theaterabend ermordet auf, wobei man ihm noch als besonders ätzende Zutat seines Gemächts beraubt hat. Jaja, einfach so mit dem Küchenmesser kastriert und die Bude auf den Kopf gestellt! Wer war denn das nun?

Plötzlich hat fast jeder ein Motiv. Irgendwie verbandeln sich die Schicksale der einzelnen Personen, zwirbeln sich zu Zöpfen, ineinander verschlungen, jeder hat schuld und alle könnten es gewesen sein. Da bleibt es nicht aus, dass noch der bzw. die eine oder andere das Zeitliche segnet und alle rangeln mit ihrem schlechten Gewissen, bis sich der ganze Zinnober nach 478 Seiten entwirrt.

Ja, und wie hat mir nun dieses Buch gefallen? Mäßig, kann ich dazu nur sagen. Vielleicht entspricht dieser High Society Stil mit Rosamunde Pilcher-Effekt nicht ganz meinen Lesegewohnheiten. Auch kann mich die aufgesetzte Dekadenz der handelnden Adeligen nicht unbedingt befriedigen, die unter dem Motto, wer Geld hat, der kokst oder hat einen anderen Vogel, nicht glücklich machen. Hier hat wirklich jeder eine absolute Macke. Mag sein, dass das Leben der dörflichen Prominenz, die wochentags London bevögelt, pardon bevölkert, und am Wochenende ihren Schleimbolzencharme untereinander spielen lässt, für mich zu weit hergeholt ist, so dass mich das Ambiente dieses Romans nicht befriedigen kann.

Was den Schreibstil von Frau George betrifft, ist er, zumindest in der Übersetzung, durchaus flüssig. Die Dame beherrscht ihr Handwerk und hat trotz der von mir angesprochenen, persönlichen Negativa einen konsequenten Spannungsaufbau produziert, der mit vielen Überraschungseffekten aufwartet. Leser, die von Anfang an miträtseln, wer den nun wirklich der Täter ist, bekommen hier gleich mehrfach Nahrung für ihren kriminalistischen Spürsinn. Ab der Hälfte des Buches hört man auch auf, ständig darüber nachzudenken, wer denn nun wer ist und bekommt die Figuren soweit in den Griff, dass man zügig und mit wachsendem Interesse bis zum Schluss durchhält. Wobei in typischer Goldenes Blatt-Manier der Schlusspunkt in der Frage gipfelt: »Kriegt er sie nun, oder nicht?« Aber das könnt ihr ruhig selbst herausfinden.

Ihre Meinung zu »Elizabeth George: Mein ist die Rache«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

SukRam zu »Elizabeth George: Mein ist die Rache« 27.11.2011
Abgesehen von der Hintergrund-Geschichte, die wohl Fans der Reihe mit Begeisterung studieren, bietet dieser Krimi wenig aufschlussreiche Unterhaltung. Es wird mit stereotypen Figuren herumgeworfen, ohne deren Charakter näher zu beleuchten. Am Ende ist die Lösung so gut wie jede andere und auch wenig beliebig gewählt.

Meine Wertung: 78°
Martina zu »Elizabeth George: Mein ist die Rache« 21.09.2009
Leider muss ich sagem, dass Mein ist die Rache für mich eine absolute Entäuschung war/ist. Ich weiss noch nicht, ob ich es schaffe, das Buch zuende zu lesen. Wahrscheinlich werde ich es wohl "querlesen", nur der Vollständigkeit halber.

Lynleys aristokratscher Hintergrund langweilt mich zu Tode, aber in den restlichen Büchern kannman ihn ja überwiegend ignorieren, da die Krimihandlung im Vordergrund steht und das Milieu anders ist. Aber hier - alle Ingredienzen, die man aus der Boulevardpresse zum Thema "englischer Adel" kennt: der koksende jüngere Bruder, die Partygirl/Fotomodell-Freundin, die ach so bodenständige Gräfin im Tennisdress (fehlen bloß noch die Jagdhunde oder die Gartenhandschuhe... eine richtige Klischee-Landadelige). Ich mag dieses Ambiente einfach nicht. :( Und mir fehlt Havers unsagbar, und mit ihr die "Yard" Atmosphäre.

Mein Fazit, zum Einschlafen. Sorry, Frau George.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
ann-e zu »Elizabeth George: Mein ist die Rache« 26.05.2009
In diesem Buch aus der Inspector Lynley
Reihe steht der Kriminalfall eher im Hintergrund. Dennoch ein Muss für jeden Fan, da man viel über die Vergangenheit von Helen, Deborah und Co. erfährt.
Die Romanitk kommt natürlich auch nicht zu kurz, auch wenn E.G. gegen Ende hin meiner Meinung nach mit ihren Schilderungen ins Kitschige abdriftet.
sabrina13582 zu »Elizabeth George: Mein ist die Rache« 02.02.2009
Hier geht es in erster Linie um die Familiengeschichte des Thomas Lynleys. Erst an zweiter Stelle kommt der Mord. Ich fand es sehr interessant die einzelnen Charaktere (die ja meist alle in den anderen Büchern der Thomay Lylnley Reihe irgendwo mal wieder auftachen,) besser kennenzulernen und die ganzen Hintergründe zu erfahren. Wie gesagt der Mord erscheint mehr oder weniger nebensächlich, aber das Buch ist trotzdem durchweg spannend. Daher trägt dieses Buch mit "Roman" auch die richtige Aufschrift, da ich es auch nicht als Krimi bezeichnen würde.
Urlin zu »Elizabeth George: Mein ist die Rache« 19.10.2008
Ich habe die beiden vorherigen Bücher gelesen und wollte jetzt mit dem nächsten anfangen und sehe auf dem Klappentext, dass sich jetzt plötzlich Lynley mit Deborah verloben will??? Im letzten Buch noch ist Deborak mit St.James verheiratet, hatte ein Fehlgeburt, Lynley versöhnt sich mit seiner großen Liebe Helen - und jetzt das? Bringt die Autorin hier einiges durcheinander? Ich werde es jedenfalls mal anfangen zu lesen-bin aber jetzt schon sehr skeptisch. Wenn man im Hintergrund einer Romanserie die Protagonisten verwechselt - na ja!
Mareike Thomsen zu »Elizabeth George: Mein ist die Rache« 07.09.2007
Also ich habe mittlerweile schon einige Bücher von Lynley und Co. gelesen und muss sagen, dass dieser "Fall" einer der besonders heiklen ist. Besonders positiv ist der Einblick in die Familiengeschichte der Ashertons, der hier besonders richtig intensiv zum Vorschein kommt. "Mein ist die Rache" ist sehr spannend und man kommt gar nicht mehr von dem Buch weg. Ganz tolle Leistung! Ein großes Lob an Elizabeth George- allerdings nicht nur für dieses Buch!
bijay zu »Elizabeth George: Mein ist die Rache« 01.08.2007
In diesem Buch steht der Anfang der Lynley Ära. Es geht hier nur nebenbei um den Fall, der dennoch sehr rätselhaft ist und einen immer wieder überlegen lässt, wer denn nun der Täter ist... Wie schon erwähnt kommen unzählige Motive zutage. An Spannung fehlt es nicht. Man kommt der Hauptfigur im Laufe der George Reihe immer näher. Ich las zuerst: Gott schütze dieses Haus. Und dieser Krimi war wirklich erschüttern, spannend, ausgezeichnet. Wer mehr über die Person Lynley und seinen Kreis erfahren will, für den ist "Mein ist die Rache" ein Muss.
Schöne Charakterstudien...
Eva zu »Elizabeth George: Mein ist die Rache« 01.09.2006
Meiner Meinung nach der schwächste George Krimi. Man erfährt zwar viel von Lynleys Privatleben aber die Kriminalgeschichte ist sehr langweilig. Ich persönlich habe das Buch nicht zu ende gelesen. Schade!
CatWoman55 zu »Elizabeth George: Mein ist die Rache« 14.06.2006
Ich bin zwar auch eine Frau wie meine Vorrednerin, aber mein Herz begehrt in literarischer Hinsicht offenbar andere Dinge.

Diesen George-Roman jedenfalls fand ich schleppend und langweilig trotz all der durchgeknallten Figuren, die dieses Buch bevölkern.

Und das Liebesgesülze passt auch nicht. Entweder Krimi oder Herz-Schmerz-Schmalzer. Die Verbindung aus beidem ist Frau George nicht so ganz gelungen.
3 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Ally zu »Elizabeth George: Mein ist die Rache« 21.04.2006
"Mein ist die Rache" fand ich als Buch an sich ziemlich gut. Einfach nett und schön, so richtig das, was ein Frauen-Herz begehrt. Jedenfalls meins!
Die richtige Menge Lovestory gewürzt mit einer ordentlich verstricken Krimi-Story und dazu noch komplizierte Familienbande. Für die Namen musste auch ich mir in diesem Fall im Buchdeckel eine kleine Skizze anfertigen um einen Überblick zu behalten wer denn nun mit wem und wieso etc., aber wenn man die Leute erstmal alle "kennengelernt" hat, dann ist es doch relativ einfach.

Natürlich, wie viele schon sagten kein typischer Roman aus dieser Reihe, aber dennoch ein lesenswertes Buch.

Ally

Dies sind nur die ersten 10 Kommentare von insgesamt 38.
» alle Kommentare anzeigen

Ihr Kommentar zu Mein ist die Rache

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: